Nachdenkliches...

Was sonst nirgends reinpassen würde
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Maximin

GEGENHALTEN...

#72 Beitrag von Maximin » 23.06.2009, 15:25

Das nichtgesagte wird, insbesondere von anderen, dennoch gefühlt. Lügengebäude anderer sind schlimm, wenn man sie nicht erkennt, begreift und eigenverantwortlich mutig überwindet. Schlimmer sind wohl aber diejenigen, die ich selbst auf den Lügengebäuden anderer unbeirrt weiterbaue.
Micha + + +

bonsai

Therapie: Wer will, wer will, wer hat noch nicht?

#73 Beitrag von bonsai » 27.06.2009, 07:26

Wenn das Leben immer komplizierter und schwieriger wird, wenn die eigenen psychischen Kräfte für eine Krisenbewältigung nicht mehr ausreichen, dann wird es Zeit für eine Therapie.

[…]
Der Philosoph Peter Sloterdijk, dessen Buch "Du musst Dein Leben ändern“ bereits seit einigen Wochen auf den Bestsellerlisten verzeichnet ist, argumentiert, dass auch Religionen im Kern Therapie- und Übungssysteme sind. (Selbstfettung)
[…]

KLICK

Sieh an, sieh an… – jedenfalls sehr beeindruckend!

Guten Morgen,
bonsai :wink:

Adler

#74 Beitrag von Adler » 27.06.2009, 08:12

Das Lied vom braven Manne

Gottfried August Bürger

Hoch klingt das Lied vom braven Mann,
Wie Orgelton und Glockenklang.
Wer hohes Muts sich rühmen kann,
Den lohnt nicht Gold, den lohnt Gesang.
Gottlob! daß ich singen und preisen kann:
Zu singen und preisen den braven Mann.

Der Tauwind kam vom Mittagsmeer,
Und schnob durch Welschland, trüb und feucht.
Die Wolken flogen vor ihm her,
Wie wann der Wolf die Herde scheucht.
Er fegte die Felder; zerbrach den Forst;
Auf Seen und Strömen das Grundeis borst.

Am Hochgebirge schmolz der Schnee;
Der Sturz von tausend Wassern scholl;
Das Wiesental begrub ein See;
Des Landes Heerstrom wuchs und schwoll;
Hoch rollten die Wogen, entlang ihr Gleis,
Und rollten gewaltige Felsen Eis.

Auf Pfeilern und auf Bogen schwer,
Aus Quaderstein von unten auf,
Lag eine Brücke drüber her;
Und mitten stand ein Häuschen drauf.
Hier wohnte der Zöllner, mit Weib und Kind. -
"O Zöllner! o Zöllner! Entfleuch geschwind!"

Es dröhnt' und dröhnte dumpf heran,
Laut heulten Sturm und Wog' ums Haus.
Der Zöllner sprang zum Dach hinan,
Und blickt' in den Tumult hinaus. -
"Barmherziger Himmel! Erbarme dich!
Verloren! Verloren! Wer rettet mich?" -

Die Schollen rollten, Schuß auf Schuß,
Von beiden Ufern, hier und dort,
Von beiden Ufern riß der Fluß
Die Pfeiler samt den Bogen fort.
Der bebende Zöllner, mit Weib und Kind,
Er heulte noch lauter, als Strom und Wind.

Die Schollen rollten, Stoß auf Stoß,
An beiden Enden, hier und dort,
Zerborsten und zertrümmert, schoß
Ein Pfeiler nach dem andern fort.
Bald nahte der Mitte der Umsturz sich. -
"Barmherziger Himmel! Erbarme dich!" -

Hoch auf dem fernen Ufer stand
Ein Schwarm von Gaffern, groß und klein;
Und jeder schrie und rang die Hand,
Doch mochte niemand Retter sein.
Der bebende Zöllner, mit Weib und Kind,
Durchheulte nach Rettung den Strom und Wind.

Wann klingst du, Lied vom braven Mann,
Wie Orgelton und Glockenklang?
Wohlan! So nenn ihn, nenn ihn dann!
Wann nennst du ihn, mein schönster Sang?
Bald nahet der Mitte der Umsturz sich.
O braver Mann! braver Mann! zeige dich!

Rasch galoppiert' ein Graf hervor,
Auf hohem Roß ein edler Graf.
Was hielt des Grafen Hand empor?
Ein Beutel war es, voll und straff. -
"Zweihundert Pistolen sind zugesagt
Dem, welcher die Rettung der Armen wagt."

Wer ist der Brave? Ist's der Graf?
Sag an, mein braver Sang, sag an! -
Der Graf, beim höchsten Gott! war brav!
Doch weiß ich einen bravern Mann. -
O braver Mann! braver Mann! Zeige dich!
Schon naht das Verderben sich fürchterlich. -

Und immer höher schwoll die Flut;
Und immer lauter schnob der Wind;
Und immer tiefer sank der Mut. -
O Retter! Retter! Komm geschwind! -
Stets Pfeiler bei Pfeiler zerborst und brach.
Laut krachten und stürzten die Bogen nach.

"Hallo! Hallo! Frischauf gewagt!"
Hoch hielt der Graf den Preis empor.
Ein jeder hört's, doch jeder zagt,
Aus Tausenden tritt keiner vor.
Vergebens durchheulte, mit Weib und Kind,
Der Zöllner nach Rettung den Strom und Wind. -

Sieh, schlecht und recht, ein Bauersmann
Am Wanderstabe schritt daher,
Mit grobem Kittel angetan,
An Wuchs und Antlitz hoch und hehr.
Er hörte den Grafen; vernahm sein Wort;
Und schaute das nahe Verderben dort.

Und kühn in Gottes Namen, sprang
Er in den nächsten Fischerkahn;
Trotz Wirbel, Sturm, und Wogendrang,
Kam der Erretter glücklich an:
Doch wehe! der Nachen war allzuklein,
Der Retter von allen zugleich zu sein.

Und dreimal zwang er seinen Kahn,
Trotz Wirbel, Sturm, und Wogendrang;
Und dreimal kam er glücklich an,
Bis ihm die Rettung ganz gelang.
Kaum kamen die letzten in sichern Port;
So rollte das letzte Getrümmer fort. -

Wer ist, wer ist der brave Mann?
Sag an, sag an, mein braver Sang!
Der Bauer wagt' ein Leben dran:
Doch tat er's wohl um Goldesklang?
Denn spendete nimmer der Graf sein Gut;
So wagte der Bauer vielleicht kein Blut. -

"Hier", rief der Graf, "mein wackrer Freund!
Hier ist dein Preis! Komm her! Nimm hin!" -
Sag an, war das nicht brav gemeint? -
Bei Gott! der Graf trug hohen Sinn. -
Doch höher und himmlischer, wahrlich! schlug
Das Herz, das der Bauer im Kittel trug.

"Mein Leben ist für Gold nicht feil.
Arm bin ich zwar, doch eß ich satt.
Dem Zöllner werd eur Gold zuteil,
Der Hab und Gut verloren hat!"
So rief er, mit herzlichem Biederton,
Und wandte den Rücken und ging davon. -

Hoch klingst du, Lied vom braven Mann,
Wie Orgelton und Glockenklang!
Wer solches Muts sich rühmen kann,
Den lohnt kein Gold, den lohnt Gesang.
Gottlob! daß ich singen und preisen kann,
Unsterblich zu preisen den braven Mann.

Hannes

Re: Therapie: Wer will, wer will, wer hat noch nicht?

#75 Beitrag von Hannes » 27.06.2009, 12:35

bonsai hat geschrieben: […]
Der Philosoph Peter Sloterdijk, dessen Buch "Du musst Dein Leben ändern“ bereits seit einigen Wochen auf den Bestsellerlisten verzeichnet ist, argumentiert, dass auch Religionen im Kern Therapie- und Übungssysteme sind. (Selbstfettung)
[…]
Da hat der Peter Sloterdijk mal wieder ein richtig gutes Buch geschrieben. Und auch in dieser Scobel-Sendung hat er mich - wie meistens - überzeugt. Wenn schon die politischen Eliten nicht mehr so recht wissen, was sie sagen (sollen und dürfen), dann freue ich mich aufrichtig über die Sloterdijks in unserem System.

Hannes


Maximin

IRRTUM IM BEWEGGRUND...

#77 Beitrag von Maximin » 27.07.2009, 11:09

:) Häufig ersetzt der Irrende durch Heftigkeit das, was ihm an erfahrener Einsicht, manchmal sogar an Wahrhaftigkeit fehlt.
LG vom Micha :wink:

Maximin

NIX NEUES...!?

#78 Beitrag von Maximin » 02.08.2009, 19:59

8 Alles Reden ist so voll Mühe, dass niemand damit zu Ende kommt. Das Auge sieht sich niemals satt, und das Ohr hört sich niemals satt. 9 Was geschehen ist, eben das wird hernach sein. Was man getan hat, eben das tut man hernach wieder, und es geschieht nichts Neues unter der Sonne. 10 Geschieht etwas, von dem man sagen könnte: »Sieh, das ist neu«? Es ist längst vorher auch geschehen in den Zeiten, die vor uns gewesen sind. (Prediger 1, 8-10)
... :wink:

Lobo

#79 Beitrag von Lobo » 10.08.2009, 16:57


Gaby

#80 Beitrag von Gaby » 21.08.2009, 13:18

Gerade gefunden ... meine Meinung :-)

>>Wenn es nur eine einzige Wahrheit gäbe, könnte man nicht hundert Bilder über dasselbe Thema malen.<<
(Pablo Picasso)

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