DER EIGENTLICHE REICHTUM DER NAK...

Alles rund um die Sondergemeinschaft Neuapostolische Kirche (NAK), die trotz bedenklicher Sonderlehren (u.a. Versiegelung, Entschlafenenwesen mit Totenmission, Totentaufe, Totenversiegelung und Totenabendmahl, Heilsnotwenigkeit der NAK-Apostel, Erstlingsschaft, ..), weiterhin "einem im Kern doch ... exklusiven Selbstverständnis", fehlendem Geschichtsbewusstsein und Aufarbeitungswillen, speziell für die Zeit des Dritten Reiches, der DDR, der Bischoffs-Botschaft ("... Ich bin der Letzte, nach mir kommt keiner mehr. ..."), sowie ihrer jüngsten Vergangenheit und unter erheblichem Unmut ehemalicher NAK-Mitglieder, auch Aussteiger genannt, die unter den missbräuchlichen Strukturen und des auf allen Ebenen ausgeprägten Laienamtes der NAK gelitten haben, weiterhin leiden und für die die NAK nach wie vor eine Sekte darstellt, im April 2019 als Gastmitglied in die ACK Deutschland aufgenommen wird.
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chorus
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Re: DER EIGENTLICHE REICHTUM DER NAK...

#11 Beitrag von chorus » 11.02.2012, 20:09

Beinahe noch schlimmer sind Auslassungen aus bekannten christlichen Texten.

Ein Beispiel hierfür:

Im AGB 244, Strophe 2, hieß es noch:

"Wie schön ist´s doch, wenn im Gebet
des Heilands Bild recht vor mir steht,
wenn er voll Wahrheit, Lieb und Treu
mir sagt, daß ich in Gnaden sei,
wenn er durch seinen Heil´gen Geist
mich auf das große Erbe weist,
so freue ich mich früh und spät
und harre seiner im Gebet."

Diese Strophe hatte für NGB 140, umgetextet durch Karlheinz Schumacher, ganz schlank...

...fertig.
„Realität ist das, was nicht verschwindet wenn man aufhört daran zu glauben.“ Philip K. Dick

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Re: DER EIGENTLICHE REICHTUM DER NAK...

#12 Beitrag von Comment » 11.02.2012, 20:48

Werter Adler,

ich denke, dass die religiöse Erziehung bisweilen tief im Innenleben so nachhaltig wirkt, dass der Betroffene nicht mehr in der Lage ist, die über die Zeit in seinem Bewusstsein festgeschriebenen kirchlichen Lehrinhalte nüchtern und objektiv zu betrachten. Es wird als etwas Selbstverständliches empfunden, über das nicht mehr nachgedacht wird. So auch der Punkt 'Apostelamt' in seiner lehrmässigen Herausstellung durch eben dieses NAK-Apostelamt, sei es in den besagten Liedern oder in Predigten. Es kann wohl vermutet werden, dass ein plötzlicher Wegfall der geistlichen Hervorhebung des Amtes für innere Unruhe in den Herzen jener Gläubigen sorgen könnte, für Verunsicherung u.ä. Daraus erklärt sich, so meine ich, dass Menschen, die so in der NAK belehrt und schliesslich dadurch auch entsprechend 'konfiguriert' sind, sich sehr dagegen wehren, wenn an diesem Punkt der NAK-Lehre Kritik geäussert wird. Als würde ihnen dadurch etwas vom Evangelium Jesu Christi weggenommen. Das zeigt einmal mehr, wie sehr die neuapostolische lehrmässige Behandlung ihres Apostelamtes die wahren Werte, für die der Gottessohn steht, - gelinde ausgedrückt - relativiert. Leider!

So verwundert mich die Einstellung unseres Mitfories 'verbindlich' nicht wirklich.

Freundliche Grüße
Com.

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agape
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Re: DER EIGENTLICHE REICHTUM DER NAK...

#13 Beitrag von agape » 11.02.2012, 21:03

dito.
Jesus war einer der glücklichsten Menschen, der je gelebt hat. Er gab seine Kraft weiter, verschenkte, was er hatte,
weil er in Übereinstimmung mit sich und seiner Botschaft lebte.
„Ich bin, was ich tue.“ Das bewirkt mystische Erfahrung.
Nach D.Sölle

Matthias

Re: DER EIGENTLICHE REICHTUM DER NAK...

#14 Beitrag von Matthias » 11.02.2012, 22:32

Lieber Maximin,

ich war in der NAK intensiv und bin nun der evangelischen Kirche immer noch etwas mit Musik-machen beschäftigt – daher reizt es mich, auf deine Gedanken zu antworten.
- Viel des sogenannten NAK-Liedgutes ist überhaupt nicht exklusiv neuapostolisch, das weißt du sicherlich. Es fällt mir daher schwer, das NAK-Liedgut als Reichtum zu bezeichnen. Ich würde eher sagen, es ist ein Reichtum der christlichen Kirchen. Die wenigen Lieder, die es nur in der NAK gibt, sind meist die, die ich am Ende meiner NAK-Mitgliedschaft nicht mehr singen ließ bzw. nicht mehr mitsingen konnte. Die Lieder, die ich als besonders wertvoll betrachte(te), finden sich überwiegend auch im evangelischen Gesangbuch wieder (und dort meist mit mehr und originalgetreueren Strophen)
- Was ich eher als Reichtum bezeichnen würde, ist der Umgang mit den Liedern in der NAK. In den Gottesdiensten, die mir in Erinnerung sind, wurde doch relativ wenig musiziert, ohne dass es auch in der Predigt aufgegriffen wurde. Gerade das spontane Predigen lässt sich gern von der Emotionalität der Musik beflügeln – vielleicht auch deshalb, weil die Sprache der Liedtexte mit viel Sorgfalt erdichtet ist, was die weniger verdichtete (im doppelten Wortsinn) Predigtsprache aufwerten kann. Das erlebe ich in der evangelischen Kirche eher selten (die Predigt hier hat es aber auch weniger nötig). Es gibt in der NAK schlicht auch viel mehr Möglichkeiten, das eben Gesungene wenigstens kurz aufzugreifen - ob in der Predigt, in der Co-Predigt, im Gebet oder in überleitenden Worten in Rahmen der Liturgie. Ich würde also eher die enge Verzahnung von Musik und Predigt (und anderer Beiträge vom Altar aus) als Reichtum der NAK bezeichnen.
- Was ich noch als unterstützenden Grund für das eben Geschriebene sehe, ist die Tatsache, dass in der NAK viel vom Chor gesungen wird. Meiner Erfahrung nach wirkt dies oft stärker auf die bzw. in der Gemeinde als Gemeindegesang. Ich denke, das hat mehrere Gründe: Wenn man in der Gemeinde sitzt oder hinter dem Altar steht, konzentriert man sich mehr auf das Zuhören und ist durch eigene Singaktivität nicht so sehr abgelenkt (was sicherlich nicht immer ein Hindernis sein muss). Außerdem ist meine Erfahrung gewesen, dass sich durch das Dirigat viel mehr die „Energie“ der Singenden bündelt als durch die Führung durch das Spiel des Organisten. Zusätzlich wirkt der Ausdruck eines guten Dirigenten noch auf einer anderen Ebene als nur auf der Ebene Text/Musik. Das geht ja von der Wirkung her schon etwas in die Richtung von Ausdruckstanz – nicht umsonst zeigt man bei Videoaufnahmen von Konzerten ziemlich oft den Dirigenten, man will offenbar nicht nur die Musiker hören und sehen, sondern auch die Bewegungen und die Mimik des Dirigenten, das gehört zum musikalischen Erleben einfach dazu.
Schließlich singt der Chor (wenn es gelingt) mit höherer musikalischer Qualität, mit mehr Spannung, mehr Dynamik, mehr Emotionen und transportiert so den Textinhalt wirkungsvoller als ein Gemeindegesang. Daher vermisse ich in meiner evangelischen Gemeinde den Chorgesang doch relativ stark (auf die relativ seltenen Gastbeiträge des örtlichen Männergesangvereins würde ich aber gerne verzichten).
Viele Grüße
Matthias

Adler

Re: DER EIGENTLICHE REICHTUM DER NAK...

#15 Beitrag von Adler » 11.02.2012, 23:02

Werter Comment,

da stimme ich dir voll umfänglich zu!

LG Adler

Bedenkenträger

Re: DER EIGENTLICHE REICHTUM DER NAK...

#16 Beitrag von Bedenkenträger » 12.02.2012, 10:41

Maximin hat geschrieben:[...]

Also nach meinem Empfinden beruht der wahre Reichtum der NAK in ihrem [...] Liedgut. [...]
Also, ich finde, die Neuapostolische Kirche bietet noch ein paar Perlen mehr als nur das Liedgut. Auch wenn es nicht etwas alleinig und typisch Neuapostolisches ist, so ist doch die Parusie ein zentrales Thema in dieser Kirche und der daraus resultierende Rahmen ist m.E. schon etwas Besonderes, vor allem, weil er inzwischen nicht mehr wirklich sektiererisch ist.

Gott zum Gruß! :D

Adler

Re: DER EIGENTLICHE REICHTUM DER NAK...

#17 Beitrag von Adler » 12.02.2012, 11:05

Es mag zwar durch die eine und andere Verlautbarung, seitens der NAK-KL, der Eindruck entstehen, dass sich die NAK aus ihrer Sektenecke herausbewegt hat, solange aber die Exclusivität ihrer Heilslehre, durch die neugestalteten Glaubensartikel (hier: Art. 8 + 9) wieder fest zementiert wurden, solange hat sich an der Parusie dieser Gemeinschaft nicht wirklich etwas geändert.

Satire ein:

Der wahre Reichtum der NAK: sie ist reich an Abspaltungen . . .

Satire aus


LG Adler

Schneider

Re: DER EIGENTLICHE REICHTUM DER NAK...

#18 Beitrag von Schneider » 12.02.2012, 13:19

Solange ich die NAK besucht habe, gab es dort schöne und weniger schöne Musik. Es gab teils hervorragende, teils zumindest gelungene, auch weniger gelungene und manchmal sogar grausame Vorträge. Die Bandbreite war groß. Von Reichtum würde ich, zumindest was das eigene Liedermaterial betrifft, allerdings nicht sprechen. Lange, viel zu lange schmorte man im eigenen Saft und begnügte sich mit selbstgestricktem. Es dauerte viel zu lange, bis sich die NAK zumindest für die Ausbildung der Musiker Anregungen von außen und fachkundiger Ausbildung öffnete. Auch in der Musik gab es eine Angst vor fremden Einflüssen.

Der Chorgesang war auch oftmals Anknüpfungspunkt für die Predigt ("unter dem Lied der Sänger musste ich denken ......."), was bei dem früher gepflegten assoziativen Predigtstil allerdings nichts ungewöhnliches ist.

Eine wichtige Bedeutung hatte die Musik nach meinem Empfinden aber auf jeden Fall: Sie trug bei vielen Anlässen dazu bei, verbindende Gemeinschaftserlebnisse zu erzeugen. Insoweit möchte ich Maximin beipflichten. In Niedersachsen gab es in den siebziger und achtziger Jahren z.B. dreimal pro Jahr sog. Schulchorsingen, denen der damalige BAP Steinweg durch seine Anwesenheit die höheren Weihen gab. Auf den Jugendtagen traten nachmittags die Chöre der einzelnen Bezirke an. Das war wie eine Leistungsschau. Ich habe mich als Jugendlicher davon durchaus einfangen lassen. Dass die Funktion der Gemeinschaftsförderung, ähnlich wie die apostelverherrlichenden Texte, wohl auch missbraucht wurde, steht auf einem anderen Blatt. Jedenfalls hat die Musik und haben viele musikalische Veranstaltungen dazu beigetragen, den Laden zusammenzuhalten und ein Wir-Gefühl zu erzeugen. Deshalb ist es mir auch ein Rätsel, weshalb Klingler in Sachsen-Anhalt ausgerechnet einen Chor und ein Orchester aufs Spiel setzt.

Adler

Re: DER EIGENTLICHE REICHTUM DER NAK...

#19 Beitrag von Adler » 12.02.2012, 14:57

Zitat:

[...]Eine wichtige Bedeutung hatte die Musik nach meinem Empfinden aber auf jeden Fall:[...]

Zitat Ende

Ganz besonders dann, wenn sie als Grundlage zu emotionalen Effekten dienen konnte, wie z.B. zu den Entschlafenen-GD`s, wo die Verwendung bestimmter Lieder, mit 100%tiger Sicherheit, die Anwesenden zu Tränen rührten.
Ein diesbezüglich talentierter Dirigent, konnte schon die "Massen mitreißen".
Sowohl in die eine als auch in die andere emotionale Richtung . . .

Ich erinnere mich an einen Dirigenten, der es besonders verstand, zu den Entschlafenen-GD, mit seinen Inszenierungen für die entspr. Stimmung zu sorgen. So hat er z.B. bei den Liedern 632 u. 634 NAK-AGB, jeweils die Antwortpassagen, von einem Quartett singen lassen, welches sich dazu in den Vorraum zum Kirchenschiff begeben mussten, damit diese gesungenen Antworten "wie aus dem Jenseits" klangen. Die Wirkung war jedes Mal perfekt . . .

LG Adler

chorus
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Re: DER EIGENTLICHE REICHTUM DER NAK...

#20 Beitrag von chorus » 12.02.2012, 15:06

AGB 634 war dazu besonders "chick" geeignet, da es sich um ein Stück aus Mendelssohns "Lieder ohne Worte" handelte.

Was allerdings niemand wusste... Mit einem "guten" Text und einer "guten" Dramaturgie versehen, werden selbst aus Liedern ohne Worte welche mit solchen...

Da liegt es nahe, daß eigentlich Wortlose...
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