Leber in Reutlingen

Alles rund um die Sondergemeinschaft Neuapostolische Kirche (NAK), die trotz bedenklicher Sonderlehren (u.a. Versiegelung, Entschlafenenwesen mit Totenmission, Totentaufe, Totenversiegelung und Totenabendmahl, Heilsnotwenigkeit der NAK-Apostel, Erstlingsschaft, ..), weiterhin "einem im Kern doch ... exklusiven Selbstverständnis", fehlendem Geschichtsbewusstsein und Aufarbeitungswillen, speziell für die Zeit des Dritten Reiches, der DDR, der Bischoffs-Botschaft ("... Ich bin der Letzte, nach mir kommt keiner mehr. ..."), sowie ihrer jüngsten Vergangenheit und unter erheblichem Unmut ehemalicher NAK-Mitglieder, auch Aussteiger genannt, die unter den missbräuchlichen Strukturen und des auf allen Ebenen ausgeprägten Laienamtes der NAK gelitten haben, weiterhin leiden und für die die NAK nach wie vor eine Sekte darstellt, im April 2019 als Gastmitglied in die ACK Deutschland aufgenommen wird.
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Andreas Ponto
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Leber in Reutlingen

#1 Beitrag von Andreas Ponto » 07.02.2012, 15:14

Ein Zitat auf Glaubenskultur, das mich hilflos fragend stehen lässt:

"....Stammapostel Dr. Wilhelm Leber ....sagte ....wörtlich: „Wir beten für alle Menschen. Es gibt in vielen Teilen der Welt Unruhen, auch Christen werden verfolgt, das lässt uns nicht unberührt. Wir beten für alle, die in Not sind, du mögest doch Hilfe schaffen. Lieber Vater, lass diejenigen, die so leiden müssen, die doch auch in ihrer Weise einen gewissen Glauben haben (Hervorhebung durch mich), nicht so hilflos sind, sondern gib, dass auch ihnen Hilfe zufließt. ...“

Versteh ich das "die doch auch in ihrer Weise einen gewissen Glauben haben" falsch? Bin ich zu empfindlich?
Was ist mit den Verfolgten ohne "einen gewissen Glauben" oder die nicht Christen sind?

Eine weitere Frage bewegt mich.

Wie soll Gottes Hilfe für diese Verfolgten konkret aussehen? Versteht sich die NAK da auch als ein Werkzeug in Gottes Hand oder eher nicht?
Sind da andere zuständig?

Udo

Leber in Reutlingen

#2 Beitrag von Udo » 07.02.2012, 15:25

Sind sie voll süßen Weines? - :mrgreen:
Apg 2.

Ich denke nicht, dass Du überempfindlich bist oder reagierst.

chorus
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Re: Leber in Reutlingen

#3 Beitrag von chorus » 07.02.2012, 15:53

Die Formulierung: "...auch einen gewissen Glauben haben..." läßt natürlich mehrere Interpretationen zu.

Einmal Gewissheit im Sinne von Sicherheit. Zum anderen "gewiss" im Sinne von "ein bißchen". Zum dritten "auch" einen "gewissen" im Sinne von "den falschen" Glauben, weil nicht unseren, aber immerhin "anerkennenswert".

Leber glaubt und predigt das, was er von seinem Stiefopa gelernt hat. Insofern ist wohl die dritte Variante gemeint. Die Erweiterung des Kirchenverständnis ist nichts weiter als ein ökumenisches Feigenblättchen...
„Realität ist das, was nicht verschwindet wenn man aufhört daran zu glauben.“ Philip K. Dick

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Re: Leber in Reutlingen

#4 Beitrag von Comment » 07.02.2012, 17:49

Wenn ich den Inhalt des Nebensatzes von L. 'die doch auch in ihrer Weise einen gewissen Glauben haben' auf mich wirken lassen, empfinde ich das Vorbringen dieser Formel wie eine Art Entschuldigung des Beters dafür, dass er es sich erlaubt, den angebetenen Gott auch auf das Leid dieser Menschen anzusprechen ...

Ich frage mich ernsthaft, warum dieser Nebensatz überhaupt geboten sein kann! Ist dem Beter das Schicksal eines Menschen, der nicht an Gott glaubt, gleichgültig? Will er jene Menschen tatsächlich von seiner Fürbitte ausklammern?

Oder will L. vielleicht seinen Zuhörern und seinen Zuhörerinnen damit nur sagen, dass sie ihr begrenztes Für-Andere-Beten ablegen sollen, und will er ihnen über eine etwa vorhandene Schwelle hinweghelfen, die darin bestehen könnte, dass NAK-ler denken: 'Für die beten? Für die, die nicht zum Gotteswerk gehören? Nee, das tun wir nicht!' ? So denken ja bekanntlich viele NAK-ler (weil von Kindesbeinen an so erzogen!). Aber das wäre doch halbherzig!

Warum kann die NAK sich nicht in toto darauf verständigen, für alle Menschen zu beten, für restlos alle - egal ob oder wie sie glauben!?? Was vergäbe sie sich dabei? Hat Gott nicht alle Menschen lieb?!!

Com.

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tosamasi
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Re: Leber in Reutlingen

#5 Beitrag von tosamasi » 07.02.2012, 22:06

M.E. drückt "gewissen Glauben" nach neuapostolischer Lesart schlicht und ergreifend aus, dass jemand eben nicht den "richtigen" Glauben hat
(weil er nicht neuapostolisch ist).
Nur der Einfältige fürchtet die Vielfalt
tosamasi

GG001

Re: Leber in Reutlingen

#6 Beitrag von GG001 » 07.02.2012, 22:52

Rückblende.
Katastrophe in Südasien

(29.12.2004) Zürich. Das schreckliche Seebeben und die Flutwelle, die viele Zehntausend Todesopfer im gesamten Bereich von Südostasien und darüber hinaus gefordert hat, ist eine fürchterliche Katastrophe! Stammapostel Richard Fehr (..) drückt allen betroffenen Menschen sein Mitgefühl aus.

(..) Momentan ist nicht klar, ob und wenn ja wie viele Mitglieder der Neuapostolischen Kirche in den betroffenen Gebieten zu Schaden gekommen sind. Einen Spendenaufruf für die weltweiten Gemeinden der Neuapostolischen Kirche gibt es daher zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht.
Vielleicht wird hiermit etwas klarer, wie die Hörer heute im Jahr 2012 den Begriff "ein gewisser christlicher Glaube" auffassen sollten. Es kann sein, dass es sich in beiden Fällen um die Sicht auf Andere aus der neuapostolischen Innensicht heraus handelt. Es kann auch eine sehr ungeschickte Formulierung gewesen sein - "wir wissen es nicht". "Eine ungeschickte Formulierung" war übrigens der Versuch einer Erklärung für die misslungene Nachricht aus Zürich von 2004.

Mein Fazit: Es hat sich anscheinend im Denken nichts geändert. Ein Wolf mit Mehl auf den Pfoten bleibt ein Wolf. Nichts gegen Wölfe - Naturschützer freuen sich, dass sie in Mitteleuropa wieder heimisch werden. Wölfe haben nur einen schlechten Ruf bei den Menschen.

Nachtrag:
Es geht auch anders, ausgerechnet bei diesen Christen mit dem "gewissen Glauben". Folgendes habe ich im Gebet gehört bei einem ökumenischen Gottesdienst: "Lass uns Licht der Welt sein, ohne andere in den Schatten stellen zu wollen. Lass uns Salz der Erde sein, ohne anderen die Suppe zu versalzen."
Das nenne ich einen gewissen, festen Glauben, der sich nicht über andere erheben will. Warum mir dieser Satz im Gedächtnis geblieben ist? Tja ... er war so ungewohnt und neu.

Schneider

Re: Leber in Reutlingen

#7 Beitrag von Schneider » 08.02.2012, 08:49

GG001 hat geschrieben:Mein Fazit: Es hat sich anscheinend im Denken nichts geändert.
Exakt. So wird man das wohl sehen müssen. Ich erinnere mich gerade an einen Schriftwechsel mit meinem damals (das war so um die Jahrtausendwende) zuständigen AP, mit dem ich einige biblische Fragen inhaltlich klären wollte. Seine Antwort: Lies nicht so viel, sondern lass lieber das Wort vom Altar auf dich Wirken. Das Wort soll in die Tat umgesetzt und nicht diskutiert werden. Eine Antwort auf meine Frage, wie er sich das denn bitteschön vorstelle, eine inhaltslose Predigt in Handlung umzusetzen, blieb er schuldig. Fazit: Bitte keine Änderung im Denken. Wo könnte das hinführen......

Wo soll eine Änderung im Denken herkommen, wenn die geistige Speise immer nur aus den letzten Stammapostel-GD's gewonnen wird? Wo soll sie herkommen, wenn die immergleichen Floskeln jahrzehntelang wiedergekäut werden? Wo soll sie herkommen, wenn man biblische Texte aus dem Zusammenhang reißt und nur das verwendet, was zur eigenen Anschauung passt? Wo soll diese Änderung herkommen, wenn alle Anstrengungen nur darauf gerichtet, sind, das bestehende System zu stabilisieren? Begann nicht der Niedergang der Gemeinde Blankenese gerade damit, dass man gemeinsam in der Bibel gelesen hat?

Änderung im Denken braucht Anstöße von außen. Es gibt welche, die Anstöße von außen aufnehmen. Die sich mit Floskeln nicht mehr (ab)speisen lassen. Sie entwickeln ein neues Denken. Aber dieses Denken hat Wirkung. Sie gehen (oder werden gegangen). Und sie kehren nicht wieder um.

Schneider

Adler

Re: Leber in Reutlingen

#8 Beitrag von Adler » 08.02.2012, 09:45

Die NAK ist wie das Wetter - man kann darüber reden, aber man kann es nicht ändern . . .

LG Adler

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Re: Leber in Reutlingen

#9 Beitrag von Andreas Ponto » 08.02.2012, 10:00

Lieber Adler,

man kann aber nachfragen, ob man das was gesagt wurde richtig verstanden hat und damit den Finger ggfs in die Wunde legen.

Wenn sich die NAK tatsächlich nicht ändern sollte, dann ist es doch für mich notwendig, dies aufzuzeigen.

Denn damit kann niemand von der NAK-Basis, der Ökumene und der ACK behaupten, sie hätten das nicht gewusst.

Ein Funken Hoffnung bleibt doch...

Adler

Re: Leber in Reutlingen

#10 Beitrag von Adler » 08.02.2012, 10:09

Lieber Andreas,

wie gesagt, man kann darüber reden und der Wetterdienst macht entsprechende Hinweise, aber eine Änderung wird dadurch nicht bewirkt. Wenn ich mich also den Unbillen des Wetters nicht aussetzen will, muss ich daheim bleiben.

Auf die NAK bezogen bedeutet dies, man kann auf Missstände hinweisen, man kann zum eigenen Nachdenken anregen, aber man kann die NAK nicht ändern. Wer sich dem nicht weiter aussetzen will, bleibt halt daheim . . .

LG Adler

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