Das wiederbesetzte Apostelamt live

Alles rund um die Sondergemeinschaft Neuapostolische Kirche (NAK), die trotz bedenklicher Sonderlehren (u.a. Versiegelung, Entschlafenenwesen mit Totenmission, Totentaufe, Totenversiegelung und Totenabendmahl, Heilsnotwenigkeit der NAK-Apostel, Erstlingsschaft, ..), weiterhin "einem im Kern doch ... exklusiven Selbstverständnis", fehlendem Geschichtsbewusstsein und Aufarbeitungswillen, speziell für die Zeit des Dritten Reiches, der DDR, der Bischoffs-Botschaft ("... Ich bin der Letzte, nach mir kommt keiner mehr. ..."), sowie ihrer jüngsten Vergangenheit und unter erheblichem Unmut ehemalicher NAK-Mitglieder, auch Aussteiger genannt, die unter den missbräuchlichen Strukturen und des auf allen Ebenen ausgeprägten Laienamtes der NAK gelitten haben, weiterhin leiden und für die die NAK nach wie vor eine Sekte darstellt, im April 2019 als Gastmitglied in die ACK Deutschland aufgenommen wird.
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tosamasi
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Re: Das wiederbesetzte Apostelamt live

#61 Beitrag von tosamasi » 27.01.2012, 16:23

Tapferer Schneider, Ihre Beiträge sind der Trost meiner Augen und meiner Seele. Ich wünschte, Sie würden sonntags Gottesdienst halten. Die Anreise zu dieser Gemeinde würde sich lohnen. :oops:
Nur der Einfältige fürchtet die Vielfalt
tosamasi

Adler

Re: Das wiederbesetzte Apostelamt live

#62 Beitrag von Adler » 27.01.2012, 16:30

tosamasi hat geschrieben:Tapferer Schneider, Ihre Beiträge sind der Trost meiner Augen und meiner Seele. Ich wünschte, Sie würden sonntags Gottesdienst halten. Die Anreise zu dieser Gemeinde würde sich lohnen. :oops:
So hat es mit der NAK auch angefangen . . .

LG Adler

chorus
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Re: Das wiederbesetzte Apostelamt live

#63 Beitrag von chorus » 27.01.2012, 16:46

Anderer Schneider, ich stimme deinen Beiträgen vollumfänglich zu und hätte es nicht besser ausdrücken können. Mein Posting (Erinnerung aus dem GD Leber´s am 08.02.2012 in Stendal) war Anlaß für deine Beiträge.

Die (rein institutionellen) Anstrengungen der NAK, auch im sozialen Bereich etwas zu tun (NAK-Karitativ, Altenheime, etc.) sind doch nur ein Feigenblättchen. Im Evangelium geht es doch nicht darum, daß eine Institution (mit Hilfe der Gelder der Mitglieder) irgendwie Gutes tut, sondern darum, daß der einzelne Christ Gutes tut. Den NAK-Gläubigen wurde ja auch erklärt, nicht bei der freiwilligen Feuerwehr mitzumachen, wegen der vielen Kameradschaftsabende. Wenn aber die eigene Hütte brennt, sind die Kameraden höchst willkommen.

Die NAK hat das Sekundärziel des Evangeliums zum Primärziel gemacht und dabei außer Acht gelassen, daß das Primärziel für das Sekundärziel maßgebend ist.

Tergram erwähnte Titus 3, 14. Auszüge aus den Leitgedanken (dieses Bibelwort betreffend) zum 13.02.2011 hatte ich oben erwähnt. Wie gesagt, die Texte stammen von Leber himself, diese Rede ist mal gerade mit Mühe ein Jahr alt. Ein weiterer Auszug:


"Geschwisterliche Hilfestellungen
und soziale Dienste
waren damals in der Gemeinde
nötig, um überhaupt
das Werk Gottes (NAK?) treiben zu
können. Auch heute ist dies
nicht unentbehrlich, aber vor
allem sind Werke des Glaubens
wichtig: Nur damit können
kraftvolle und lebendige
Gemeinden bestehen."

(Fettungen und Einfügung von mir)
„Realität ist das, was nicht verschwindet wenn man aufhört daran zu glauben.“ Philip K. Dick

Cerebron

Re: Das wiederbesetzte Apostelamt live

#64 Beitrag von Cerebron » 27.01.2012, 17:02

Schneider hat geschrieben:Daraus kann man nur schließen, dass Stammapostel Leber die Basis des Glaubens nicht in den Werken sieht. Für Jesus sind aber gerade die Werke die entscheidende Basis. Wenn es also jemanden gibt, der nicht auf dem aktuellen Stand ist, dürfte es Wilhelm Leber höchstselbst sein.
Werter Schneider,

seien Sie doch bitte so freundlich, das zu erläutern. In wiefern können Handlungen Basis eines Glaubens sein? Sind sie nicht eher Folge dessen? Wäre StAp Leber also "auf dem aktuellen Stand", wenn er predigte, die Werke einer Person seien die Grundlage für den Glauben dieser Person? Und, unabhängig von der Aktualität: Wäre es überhaupt richtig?

Gruß,
C.E.

Schneider

Re: Das wiederbesetzte Apostelamt live

#65 Beitrag von Schneider » 27.01.2012, 18:34

@cerebron. Ich bin mir nicht sicher, ob ich die Frage richtig verstehe: Ich denke, das Handeln ist für Jesus die Basis. Es ging ihm in erster Linie um den praktischen Umgang der Menschen miteinander. Also um das Tun im Alltag. Davon handelt z.B. in weiten Stücken die Bergpredigt. An ihrem Ende stehen zwei Schlüsselsätze: Alles nun, was ihr wollt, daß euch die Leute tun sollen, das tut ihr ihnen auch. Das ist das Gesetz und die Propheten. und "Wer diese meine Rede hört und tut sie, den vergleiche ich einem klugen Mann, der sein Haus auf einen Felsen baute." In dieser Rede ging es ausschließlich ums praktische Handeln. Auge in Auge. Von Mensch zu Mensch. Das war Jesus wichtig. Von Tempelbesuchen, Gottesdiensten, Opfern, Ämtern und ihren Hierarchien, heiligen Zereomonien etc. spricht er dort nicht.
Schneider

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evah pirazzi
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Re: Das wiederbesetzte Apostelamt live

#66 Beitrag von evah pirazzi » 27.01.2012, 21:51

Schneider hat geschrieben:...Nichts beschreibt den Zustand der NAK besser, als die biblischen Gleichnisse von den zehn Jungfrauen und von den anvertrauten Zentnern. Ich behaupte: Die Neuapostolische Kirche ist der Prototyp einer "törichten Jungfrau." Oder, in dem anderen Bild betrachtet: Sie vergräbt ihren Zentner in der Erde und wartet voller Angst auf die Wiederkunft des Herrn. Das Licht und der Zentner sind aber genau diese Werke der Nächstenliebe und der Barmherzigkeit, in denen Leber keine Basis sieht.

Im Evangelium dagegen ist dieser Punkt, der Umgang mit dem Nächsten, zentral. In der Bergpredigt sagt Jesus: "Ihr seid das Licht der Welt. ..... Also lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, DASS SIE EURE GUTEN WERKE SEHEN.....". Die Werke SIND das Licht! Dieses Bild vom Licht taucht im Gleichnis von den zehn Jungfrauen wieder auf. Worauf läuft es hinaus? Den Törichten fehlt Licht.

Wer keine Werke hat, hat auch kein Licht. Die Kirche merkt, dass sie Licht braucht, aber wo herholen? Wollen hilft nicht. Die Tür ist zu. Das ist die Tragik der neuapostolischen Unfähigkeit. Man kann nichts mehr nachholen. Es ist zu spät.
Ich stimme dir zu - nur - es ist so eine Sache mit den guten Werken. Wie sollte man es genau verstehen, das habe ich mich schon oft gefragt. Sollte ich oder vielleicht sogar jeder Mensch in seinem Leben ein soziales Jahr absolvieren, wo man dort hilft, wo Kranke, Alte, Gestrandete, Sozialfälle versorgt werden müssen? Oder reicht es, wenn wir täglich früh aufstehen und durch unsere tägliche Arbeit und die damit anfallenden automatisch vom Staat abgeführten Steuern in die Sozialkassen einzahlen und so dafür sorgen, dass keiner durchs soziale Netz fällt? Oder sollten wir regelmäßig für soziale Einrichtungen spenden oder in Not geratene flüchtige Bekannte vorübergehend bei uns aufnehmen und helfend zur Seite stehen usw? Was genau bedeutet "gute Werke tun"?

Meine Frage an dich, anderes Schneiderlein: Wie praktizierst du in deinem täglichen Leben diese guten Werke? Kannst du das beantworten? Ich müsste für mich lange überlegen und wüsste nicht, ob ich eine befriedigende Antwort fände - aber vielleicht magst du mir durch deine Beispiele gelebter guter Werke Anstoß und "erhellende Auskunft" geben für meine zukünftigen Aktivitäten? (Die Frage ist ernst gemeint)

:wink:
[i][size=75]"... Ich bin einerseits sehr froh, dass ich diesen Gedanken aussprechen kann, auf der anderen Seite fällt es mir auch nicht schwer..."
(Bap Klingler - Neujahrsgd 2009)[/size][/i]

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evah pirazzi
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Re: Das wiederbesetzte Apostelamt live

#67 Beitrag von evah pirazzi » 27.01.2012, 21:59

tosamasi hat geschrieben:Wenn es um Worte wie Speisung und Obdach geht, ist das natürlich auf's Geistige zu übertragen. Speise ist Gottesdienstauskauf, und jemanden dazu einzuladen, ist, ihm Speise anzubieten. Das bedeutet gleichzeitig auch, ihm ein geistiges Obdach zu bieten, in SEINEM Haus. Dort werden ihm auch die seelischen Wunden verbunden.
Und wenn es um die Frage geht: Warum können die, die sich heute Apostel nennen und sich gegenwärtig als personifizierte Wiederbesetzung dieses Amtes betrachten, nicht wie ihre Vorgänger im Amt Wunder tun, Tote auferwecken, Kranke heilen? Dann kommt die Antwort: Ja, liebe Geschwister, heute bewirken die Apostel geistliche Wunder, sie veredeln Menschen durch die Vermittlung "Heiligen Geistes" zu Gotteskindern.

Chor bitte: "Wunder gibt es immer wieder...wenn sie dir begegnen, musst du sie auch seh'n!!!!!!!

Bild
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Kalter Walter

Re: Das wiederbesetzte Apostelamt live

#68 Beitrag von Kalter Walter » 27.01.2012, 22:40

Solange wir versuchen, bei unseren Mitmenschen mit guten Taten gut anzukommen, handeln wir nicht im Sinne Jesu.
Ich würde es sogar als systemische Nächstenliebe betrachten, weil manche von uns gute Taten als Antwort vom Nächsten erwarten. Bekommen wir diese "guten Taten" nicht als Antwort, sind wir u. U. beleidigt. Dahingehend sind manche von uns sogar narzistisch und wir sollten aus dem System der gegenseitigen Anerkennung aussteigen.

Ich würde im vollkommenen Vertrauen zu Jesus Christus leben und versuchen zu begreifen, wie groß und wie weit seine Sehnsucht zu uns ist. Aus dieser Liebe heraus verändern wir uns und können unseren Menschen gute Taten tun, ohne Gegenleistungen zu verlangen. Aus der Liebe Jesu heraus entspringt das Bedürfnis, gute Taten zu tun. Aber nicht aus einem inneren Zwang "ich muss jetzt gute Taten tun, damit ich vor Gott gut da stehe". Gott braucht unsere guten Taten nicht.

Gute Literatur dazu: "Der Schrei der Wildgänse" von von Wayne Jacobsen / Dave Coleman Glory World Medien, http://www.gloryworld.de

Viele Grüße

Kalter Walter

shalom
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Re: Das wiederbesetzte Apostelamt live

#69 Beitrag von shalom » 28.01.2012, 08:36

KERNGEDANKEN für Vorsteher von Apostel Schneider am Sonntag, den 15.01.2012 aus Künzelsau-Gaisbach hat geschrieben:
…Man weiß nicht mehr, wo man herkommt, nämlich aus der Sendung Jesu. Dann ist dort von eigenen Altären die Rede, von eigenen Sehensweisen. In einer Bibelübersetzung heißt es, dass die „religiösen Sitten der Nachbarvölker für die Auserwählten stets eine Gefahr der Verführung waren“.

Das sehen wir auch heute unterschwellig. Wenn das Streben nach dem Einssein angekratzt ist, beginnt schon Götzendienst - mit aller geistlichen Konsequenz.

Es wird das Heilige Abendmahl einmal Zeuge dafür sein, dass es durch das Opfer und Verdienst Jesu möglich war, an der Hochzeit des Lammes teilzuhaben.

Werte Vorzeitzeugen, Zeitzeugen, Zeugen, liebe Unterschwellige und all ihr desorientierten Zeugen in „aller geistlich-nakademischen Konsequenz“ 8),

insbesondere sollen die NaktivistInnen später einmal in der Zukunft Zeugen sein können, „wenn nach der Wiederkunft Jesu sich das Christentum mit allerlei Ausreden entschuldigen will. Dann sollen wir bezeugen können, dass es trotz aller subtilen Verführungskünste der Geister möglich war, Glauben zu halten".

Wenn der neuapostolische Amtskörper besser zeugen würde, hätte das Jammern über die dramatische neuapostolische Demografie in Europa überhaupt keine Grundlage. Haben die nicht das Zeugs dazu? :wink: .

In den Gottesdiensten der neuapostolischen Stamm- und Statthalter gilt es zu „bezeugen, was der Herr in der Vergangenheit getan hat. Dabei beziehen sich die Amtskörper in der ersten Linie auf die Heilige Schrift. Wenn ein Amtskörper allerdings etwas nicht wörtlich zitieren kann, dann darf er es - durchaus vollsinnig geistgewirkt - auch nur „sinngemäß“ wiederbesetzen.

Der Herr erweckt in neuapostolischen Stamm- und Statthaltern immer wieder Gedanken und Leitgedanken, um die gerungen werden muss. Diesem erlauchten Kreis der Ringer und Amtsträger legte Apostel Hans-Peter Schneider – zum Lesen in einer stillen Stunde – (Jesaja 17) ans Herz und warnt eindringlich vor "nicht zu unterschätzenden Gefahren für Amtskörper". ALs da wäre „von festen Städten die Rede, die verlassen sind. Es sind Menschen beschrieben, die Persönlichkeiten waren und später (ich sage es mit meinen Worten) nur noch „Haut und Knochen“ sind. Warum das alles?“ „Denn du hast vergessenden Gott deines Heils und nicht gedacht an den Felsen deiner Stärke (Jesaja 17,10).

Und ausgerechnet (Jesaja18) berichtet von der Botschaft Gottes. Was ist aus der festen Stätte, der „Botschaft“ geworden? Apostel Hans Peter Schneider berichtet von Menschen, die Glaubenspersönlichkeiten waren und später (ich sage es mit seinen Worten) nur noch „Haut und Knochen“ sind.

Genauso ergeht es vielen neuapostolischen Gemeinden – vermeintlich feste Stätten – und die sind alsbald nur noch Ruinen, von Profi-Aposteln professionell profaniert und deren "Globaalisierung" anheim gegeben. Die neuapostolischen Apostel wissen offensichtlich nicht mehr, wo sie herkamen. Und dann ist plötzlich – wie bei Jesaja -, von eigenen Altären, von eigenen Botschaften, von eigenen Selbstbildsehensweisen die Rede :wink: .

Apostel Hans Peter Schneider schneidet auf und berichtet: „In einer Bibelübersetzung heißt es, dass die „religiösen Sitten der Nachbarvölker für die Auserwählten stets eine Gefahr der Verführung waren““. Und heute traut sich Leber nicht zu, die Frauen zur Ordination freizugeben, weil Araber vielleicht etwas gegen Amträgerinnen haben könnten (dabei sind sie gegenüber Frau Merkel immer sehr höflich). Und Brinkmann greift vermutlich auf Texte eingeborener Kongolesen aus dem Südreich seiner grossen Naktion zurück, wenn er als Glaubensweltwirtschaftsapostel die Story vom ( Vorfahre ) in die neuapostolische Glaubenswelt setzen lässt. Im neuapostolischen Südreich sollen Gemeinden 5 Jahre lang auf Wellblechdächer aus der Kirchenverwaltung warten müssen, während sich Bezirksapostel in Europa mittlerweile im Mietwohnungsbau engagieren (Cafes, Parkplätze, Eigentumswohnungen…). Was für Nebenaltäre der buchaltärlichen Krämer („Letztentscheider“).

Die Überschrift von Jesaja 17 lautet denn auch: „Gegen Damaskus und das Nordreich Israel“. Die Zwischenüberschrift heißt: „Das brausende Völkermeer“ und berichtet vom Getümmel mächtiger Naktionen („Südreich-Ehrich“ gegen „Nordreich-Rüdiger“?). Ist damit gar der Konflikt „Südreich-Afrika“ mit „Neureich-Zürich“ gemeint?

Überlieferte Jesulehre sagt: „Barmherzigkeit will ich, keine Opfer“. Neuapostolische Apostel wollen aber immer noch halsstarrig ihrem Opferkult gefrönt haben: „…Man weiß nicht mehr, wo man herkommt, nämlich aus der Sendung Jesu. Dann ist dort von eigenen Altären die Rede, von eigenen Sehensweisen. In einer Bibelübersetzung heißt es, dass die „religiösen Sitten der Nachbarvölker für die Auserwählten stets eine Gefahr der Verführung waren““ (Apostel Hans-Peter Schneider).

Am neuapostolischen Opferkult sieht man das auch noch heute und das nicht nur unterschwellig: Wenn das Streben nach dem Einssein angekratzt ist, beginnt schon Götzendienst - mit aller geistlichen Konsequenz“.

Was für ein Kerngedanke über den Tanz ums goldene Amt :wink: .

Sabbat shalom

Schneider

Re: Das wiederbesetzte Apostelamt live

#70 Beitrag von Schneider » 31.01.2012, 12:23

evah pirazzi hat geschrieben:
Schneider hat geschrieben:Meine Frage an dich, anderes Schneiderlein: Wie praktizierst du in deinem täglichen Leben diese guten Werke? Kannst du das beantworten? Ich müsste für mich lange überlegen und wüsste nicht, ob ich eine befriedigende Antwort fände - aber vielleicht magst du mir durch deine Beispiele gelebter guter Werke Anstoß und "erhellende Auskunft" geben für meine zukünftigen Aktivitäten? (Die Frage ist ernst gemeint)
Evah, Du meinst, ob ich ein Werktagebuch führe? Ja nun, irgendwie muss ich mein Heil ja schaffen. :wink: Ernsthaft: Aus Zeitgründen nur eine knappe Antwort. Ich hätte aber einen Vorschlag: Eine Dir nicht ferne stehende Person hat sich kürzlich angeboten, mir im Rahmen eines seelsorgerlichen Gesprächs beizustehen. Ich habe noch nicht geantwortet. Sofern nicht Gründe der Amtsverschwiegenheit dagegen sprechen (aus meiner Sicht nicht), unterstützt Du seinen Beistand und wir reden wir uns mal bei einem Glas Wein oder einem guten Essen in Rage. Günstige Termine weiss meine Gehülfin, sie telefoniert gerne.

Zum Thema selbst an dieser Stelle nur soviel: Das Problem mit den Werken rührt meines Erachtens daher, dass die Kirchen es zumeist im Zusammenhang mit der Sündenvergebung betrachten. "Wie werde ich vor Gott gerecht?". Durch Werke kann man aber nicht gerecht werden. Soweit ist man sich einig. Wenn die Werke dafür aber nicht taugen, tut man sich mit ihnen schwer (wobei Protestanten und Katholiken deutlich besser aufgestellt sind, als die NAK). Die NAK hat vor allem deshalb ein Problem damit, weil sie so sehr auf die Gnade im Apostelamt und auf das Leben im Jenseits fixiert ist. Das ist der entscheidende Punkt der Kirchenlehre und deshalb weiß man nicht, wo man mit den Werken hin soll. Den die Werke sind irdisch und davon hat man sich immer ferngehalten.

Ich glaube, man kommt der Sache nur auf die Spur, wenn man dem Verständnis nachgeht, das Jesus von Gnade und Vergebung hat. Ich verstehe seine Botschaft inzwischen komplett anders herum: Der Mensch ist vor Gott bereits gerecht. Dazu braucht es weder eine Freisprache, noch ein Opfer am Kreuz. Jesus wollte die Menschen auch nicht von ihrer Schuld vor Gott erlösen, sondern sie von ihrem Irrtum befreien, dass sie schuldig sind.

Mein Aha-Erlebnis in diesem Zusammenhang war Kapitel 18 im Matthäusevangelium, speziell das Gleichnis vom Schalksknecht (Matth. 18,21 ff.): Da kommt ein haushoch verschuldeter Knecht zu seinem König. Die Schuld betrug zehntausend Pfund. Das soll nach damaliger Rechnung ungefähr ein komplettes Lebenseinkommen gewesen sein. Es ist also völlig klar, dass der Knecht die Schuld nie wird abtragen können. Der bittet aber gar nicht um Gnade! Er bereut auch nichts. Er bittet nur um Aufschub und will Zeit gewinnen ("Hab Geduld mit mir; ich will dir's alles bezahlen."). Er unternimmt nichts, um die Schuld loszuwerden. Aber der König vergibt ihm trotzdem. Einfach so. Ungefragt. Der Knecht ist ohne eigenes Zutun, ohne Opfer, ohne gute Werke und ohne Fürsprecher (ohne Gnadenamt!) plötzlich schuldenfrei. Er braucht keine Leistung zu bringen. Die Vergebung ist einfach da.

Das ist die Situation, von der Jesus ausgeht. Die Schuld vor Gott IST vergeben. Der Mensch ist frei. Dass es auch so bleibt, hängt an einer einzigen Bedingung. Er muss selbst vergeben. In dem Gleichnis wollte der Knecht das nicht, also fiel er in das Gefängnis. Die Gefangenschaft war keine Folge seiner Schulden, sondern eine Folge seiner mangelnden Verbebungsbereitschaft.

Wie man sich zu vergeben hat, steht vor dem erwähnten Gleichnis. Das Vergeben geschieht konkret, Auge in Auge. Nicht etwa nach dem Motto "Wir reichen uns jetzt im Geist die Hand!" (wie oft wurde uns dieser Satz um die Ohren gehauen ......). Man muss die Dinge ansprechen und klären. Nicht totschweigen. Und wenn der andere nicht reden will oder sich auf die Klärung nicht einlässt, brauche ich auch nicht zu vergeben ("dann halte ihn als einen Zöllner oder Heiden").

Hat das jetzt was mit den Werken zu tun? Hilfe für Bedürftige ist ein wichtiger Aspekt aber nicht der Einzige. Das Werk, um das es geht, ist z.B. die angesprochene Vergebungsbereitschaft (vielleicht sollte man besser von Methode sprechen). Was zählt, ist somit gar nicht das Verhältnis zu Gott, sondern der Umgang mit dem anderen Menschen. Den anderen in seiner Existenz anerkennen, auch wenn er völlig anders ist, als ich.

Außerdem geht es darum, dass meine Lebenssicherheit nicht in materiellem Dingen besteht (gegen die Jesus im Prinzip überhaupt nichts hat). Es geht darum, das eigene Lebensfundament, die Lebenssicherheit in der Beziehung zu den Mitmenschen zu schaffen. Es gibt ein anderes Gleichnis, worin dies zum Ausdruck kommt und das man in keinem NAK-Gottesdienst je hören wird. (Lukas 16, 1-9 Gleichnis vom unehrlichen Verwalter). Den Text spare ich mir. Jedenfalls geht es da um so was ähnliches wie eine Veruntreuung von fremdem Geld. Ein Verwalter erkauft sich mit dem Geld seines Herren gewissermaßen ein Netzwerk, damit er in einer Notsituation von diesem Netzwerk aufgefangen wird. Und Jesus macht aus diesem unehrlichen Handeln ein Beispiel: "Machet euch Freunde mit dem ungerechten Mammon" Eigentlich Wahnsinn, aber es zeigt glaube ich sehr gut, worum es Jesus geht. Jesus war in vielen Punkten sehr irdisch.

In diesem Sinne verstehe ich auch das Gleichnis vom reichen Jüngling: Verkaufe alles was du hast und gib es den Armen, dann hast du einen Schatz im Himmel. Der Schatz im Himmel sind letztlich die anderen Menschen, die von seinen Gütern profitieren. Was er gibt, kommt letztlich wieder zu ihm zurück.


LG
Schneider

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