Monatslosung Januar 2012

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Andreas Ponto
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Monatslosung Januar 2012

#1 Beitrag von Andreas Ponto » 01.01.2012, 17:27

Weise mir, HERR, deinen Weg; ich will ihn gehen in Treue zu dir. (Psalm 86,11)

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Re: Monatslosung Januar 2012

#2 Beitrag von Andreas Ponto » 01.01.2012, 17:36

Hier eine Predigt die ich in der Predigtdatenbank zu diesem Wort gefunden hab.

Adler

Re: Monatslosung Januar 2012

#3 Beitrag von Adler » 01.01.2012, 17:45

Warum, so frage ich mich immer wieder, verwenden christliche Gemeinschaften, Sprüche aus dem jüdischen Schriftgut, als Grundlage ihrer Predigten?

Gibt es zu wenig christliches Schriftgut?

Warum, wenn man schon nichtchristliches Schriftgut verwendet, nicht auch einmal Worte von z.B. Konfuzius oder anderen Denkern und Philosophen?

Ich bin grundsätzlich der Meinung, eine christliche Gemeinschaft, sollte sich auf ihr christliches Schriftgut besinnen und dieses als Grundlage der Predigten verwenden!

Aber, welche christliche Gemeinschaft ist sich schon voll und ganz bewusst, dass sie mit der Verwendung des Alten Testamentes, jüdisches Schriftgut in ihren Predigten verwendet . . . ?

LG Adler

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Re: Monatslosung Januar 2012

#4 Beitrag von Andreas Ponto » 01.01.2012, 18:28

In jedem Gottesdienst unserer Landeskirche wird gemeinsam ein Psalm gebetet.
"Die Psalmen gehören zu den grossen Dichtungen der Weltliteratur". So schreibt Martin Urban in "Die Bibel - Geschichte eines Buches".
Auch Jesus soll nach der Überlieferung am Kreuz einen Psalm gebetet haben (Psalm 22).
Das Neue Testament ist durchzogen von Psalm-Zitaten.

Gerade bei den Psalmen handelt es sich um die Themen, die den Gläubigen (Juden wie Christen) heute genauso wie vor 2 oder 3000 Jahren beschäftigen: Klage, Bitte, Dank, Lob, etc.... .

Zitat aus Wikipedia.de:
"...
Inhaltlich befassen die Psalmen sich vor allem mit folgenden Themen:

Lob
Dank
Buße (7 sog. Bußpsalmen 6;32;38;51;102;130;143)
Trauer
Klage (Ps 25)
Morgen- und Abendlieder
Freude, Trost
Hoffnung, Zuversicht (Ps 18,30 SLT; Ps 39,8 SLT; Ps 138,8 SLT)
Vertrauen auf Gott (Pss 23; 25)
Wallfahrtslieder (Pss. 120-134)
Lehrgedichte
Bitten um Sieg über gottlose Gegner
Fluchpsalmen (Ps 94; Ps 109) [4] .
..."

Die Christenheit hat in ihrer Geschichte so viel Wissen und Weisheit das in Form von Schriften in Bibliotheken vorlag missachtet und schliesslich vernichtet. Warum sollte sie dies in gewissem Sinn hier wieder tun, indem sie das Alte Testament aus dem Gottesdienst und damit aus der Verkündung verbannt?
Das Alte Testament zeugt von der Entstehung und Herkunft des Glaubens an den einen Gott im Juden- und im Christentum. Wie will man das Christentum verstehen, wie will man das Neue Testament verstehen, wenn man nicht das Alte Testament und dessen Entstehung versucht zu begreifen?

Zitat aus Wikipedia.de:
"...
Die Psalmen in der christlichen Tradition und im Gottesdienst [Bearbeiten]

Martin Luther nannte die Psalmen die „kleine Biblia“ und weist damit auf den umfassenden religiösen Reichtum des Psalters hin. Johannes Calvin schrieb in der Einleitung seiner Auslegung der Psalmen: "Librum hunc non abs re vocare soleo ανατομην omnium animae partium" [6] ("Mit gutem Grund nenne ich gewöhnlich das [Psalm]buch eine Aufgliederung [die Anatomie] aller Teile der Seele.")[7].

Psalmen werden verwendet in der Heiligen Messe, im Stundengebet der katholischen, orthodoxen und anglikanischen Kirche, bei der Spendung von Sakramenten und Sakramentalien, bei Prozessionen und Wallfahrten, beim Begräbnis und in der Regel auch in der Eingangsliturgie als gemeinsames Gebet oder Wechselgebet im protestantischen Gottesdienst. Auch die Bildsprache in christlichen Kirchen und Gemeinschaften geht häufig auf Psalmen zurück.
..."

Adler

Re: Monatslosung Januar 2012

#5 Beitrag von Adler » 01.01.2012, 19:23

Lieber centaurea,

Grundlage des Christentums muss schlicht und einfach dass sein, was uns von Christus überliefert wurde!

Das in den Predigten und Verkündigungen der unterschiedlichsten christlichen Gemeinschaften, zu ~ 80% Worte aus dem Alten Testament und somit aus jüdischem Schrifttum Verwendung finden, legitimiert dies aber nicht zwangsläufig als christlich!

Natürlich sind es teilweise schöne und evtl. auch lehrreiche Geschichten, welche im AT stehen, aber alleine die Tatsache, dass im AT ein völlig anderes Gottesbild dagestellt wird, sollte den christlichen Gemeinschaften zu denken geben.

Ich schrieb es bereits in einem anderen Thread, dass z.B. im Mittelalter, von der zu dieser Zeit vorherrschenden christlichen Gemeinschaft, aufgrund einer Schriftstelle aus dem AT, viele Frauen als Hexen verbrannt wurden.

Noch im vorigen Jahrhundert, wurden an christlichen Schulen, nach Lehrsätzen aus dem AT erzogen und gezüchtigt.

Würden diese christlichen Gemeinschaften sich auf die wahre christliche Lehre ausrichten, wäre die Nächstenliebe ihr Hauptaspekt und nicht Strafe, Drohung und Züchtigung.

Über die gesamte Zeit ihrer Existenz, hat sich das Christentum eher nach den oftmals brutalen Methoden von Drohung und Einschüchterung, nach dem AT orientiert, als sich in der Liebe am und zum Nächsten zu üben, wie es ihr Gründer Jesus Chiristus vorlebte und lehrte!

LG Adler

Maximin

Re: Monatslosung Januar 2012

#6 Beitrag von Maximin » 01.01.2012, 19:46

Weise mir, HERR, deinen Weg, dass ich wandle in deiner Wahrheit;
(Psalm 86, 11)

Stellen Sie sich bitte vor, Sie hätten sich in freier Natur verlaufen. Sie irren desorientiert durch eine Ihnen unbekannte Gegend. Nach aller Lebenserfahrung kann man dann schon mal unruhig werden. Nun geht die Sache aber gut aus. Irgendwann gelangen Sie an einen festen Weg, an dem ein Wegweiser steht, der auf den Ort hinweist, von dem Sie herkamen und an den Sie wieder zurück wollen. Was würden Sie tun? Natürlich würden Sie mit sicherem Schritt dem Wegweiser folgen. Ich übrigens auch.

So ging es dem, von dem unser Monatsspruch überliefert ist. Der Mann hieß David. Er lebte vor etwa 3.000 Jahren in Israel und war von Gott als neuer König erwählt worden. Aber sein Vorgänger, König Saul, wollte sein Königtum nicht freiwillig hergeben. Im Gegenteil! Er trachtete danach, den David aus der Welt zu schaffen.

In dieser schlimmen Lage flüchtete sich David zu dem Gott seiner Väter und betete:

„HERR, neige deine Ohren und erhöre mich; denn ich bin elend und arm. Bewahre meine Seele, denn ich bin dein. Hilf du, mein Gott, deinem Knechte, der sich verlässt auf dich. Herr, sei mir gnädig; denn ich rufe täglich zu dir. Erfreue die Seele deines Knechts; denn nach dir, Herr, verlangt mich. Denn du, Herr, bist gut und gnädig, von großer Güte allen, die dich anrufen. Vernimm, HERR, mein Gebet und merke auf die Stimme meines Flehens! In der Not rufe ich dich an; du wollest mich erhören!“ (Psalm 86, 1-7)

In dieser schier ausweglosen Lage vertraute sich David dem Gott seiner Väter an, und der hat ihn nicht enttäuscht. So viel zum ersten Teil unseres Monatsspruches, der tiefes und aufrichtiges Gottvertrauen beschreibt. Haben Sie auch so ein tiefes und aufrichtiges Gottvertrauen…? Ich wünsche es Ihnen von ganzem Herzen.

Betrachten wir aber bitte auch den zweiten Teil. Da steht: „Dass ich wandle in deiner Wahrheit.“ Derselbe David betete: „HERR, deine Güte reicht, soweit der Himmel ist, und deine Wahrheit, soweit die Wolken gehen.“ (Psalm 36,6)

Sehen Sie, in welcher Lage wir uns als Christenmenschen auch befinden, wir können uns mit allen Probleme zu unserem himmlischen Vater flüchten. Wir können uns ihm bedenkenlos anvertrauen und ihn um die richtige Wegweisung bitten. Gerade jetzt, wo wir in ein neues Jahr hineingegangen sind, da könnte es gut sein, dass wir in ein wenig Unsicherheit fühlen:

Was hält dieses neue Jahr für mich bereit? Werde ich gesund bleiben? Wird meine Ehe halten? Wird unsere Familie weiterhin liebevoll zusammenhalten? Werden wir unseren Kindern wegweisende Vorbilder bleiben? Wird mein Arbeitsplatz sicher bleiben? Kann ich den Leitern meiner christlichen Gemeinde auch weiterhin vertrauen, um mich dort mit Freude aktiv einzubringen?

Das sind wichtige Anliegen, die wir in unseren Gebeten vor Gott bringen dürfen. Unser Heiland, Jesus Christus, sagt dazu folgendes: „Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.“ (Johannes 4, 24)

Ich wünsche Ihnen für dieses neue Jahr unseres Gottes reichen Segen und ein wahrhaftiges reines Herz.

Liebe Grüße von Ihrem Bruder Michael Steinbach

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Re: Monatslosung Januar 2012

#7 Beitrag von Andreas Ponto » 02.01.2012, 10:32

Adler hat geschrieben:Lieber centaurea,

Grundlage des Christentums muss schlicht und einfach dass sein, was uns von Christus überliefert wurde!

.....
Lieber Adler,

dazu habe ich viele, viele Fragen. Hier ein paar Ansätze:

Gehört die Offenbarung zum Neuen Testament? Na klar?! Aber sie verwendet laut Bibelforschung so viele alttestamentliche Bilder.... Und in der Offenbarung ist Tod und Krieg und Untergang so gegenwärtig.... Sollte das auch verschwinden?

Alle mündlich überlieferten Worte/Erzählungen/Berichte wurden sehr viel später aufgeschrieben. Die Quellen der Quellen sind mündliche Überlieferungen. Die Evangelien widersprechen sich in einigen Dingen. Man vermutet wegen der jeweiligen Zielsetzung des Schreibers und dessen damaliger Sicht auf die weltpolitischen Entwicklungen und der nahen Erwartung des Kommen des Herrn und des Weltuntergangs (Kaiser Nero?), was ja Jesu selbst irrtümlich vorhergesagt haben soll.

Ist die Logienquelle (Q) als Worte Jesu am ehesten anzuerkennen und der Rest abzulehnen?

Ich denke das hilft nicht viel weiter.

In den USA werden Kriege um Öl nicht mit dem Alten Testament gerechtfertigt, sondern mit den Endzeitvisionen des Neuen Testaments. Viele Evangelikale sehen das neue Jerusalem in den USA verortet, Sarah Palin und Georg Bush sollen nach meiner Kenntnis Vertreter solcher obskuren Ansichten und stark evangelikal sein.

Liegt es an den Schriften, dass soetwas passiert oder an deren Missbrauch für eigene Interessen?
Was hat das mit dem Alten Testament zu tun, frage ich mich. Hat es nicht eher mit dem eigenen Weltbild, dem eigenen Denken und dem eigenen Machtanspruch zu tun?

Sind die Bücher der Bibel nicht doch eher Schriften, die von klugen Köpfen ihrer Zeit im Nachhinein als das Geschehene bzw. Überlieferte in einem der jeweiligen Zeit und der eigenen Zielstellung entsprechenden Form, verfasst und niedergeschrieben wurden?

Liegt unsere Verantwortung nicht eher in der unserer Zeit entsprechenden und unter Einbeziehung unserer Kenntnisse und Erkenntnisse verantwortlichen Exegese?
Und ja, ist da Jesu Lehre nicht der zentrale Maßstab?

Adler

Re: Monatslosung Januar 2012

#8 Beitrag von Adler » 02.01.2012, 11:27

Lieber centaurea,

im Grunde sind die Antworten -oder besser DIE Antwort- auf deine Fragen ganz einfach.

Jesus lehrte und lebte die Liebe. Die Liebe zu seinem und zu unserem Vater. Die Liebe zu seinen Mitmenschen OHNE jeden Unterschied!
Jesus beauftragte seine Nachfolger u.a. in alle Welt zu gehen und die Menschen zu lehren und dass zu halten, was er ihnen gesagt, und ich möchte hinzufügen, was er ihnen vorlebte.
Wenn sich alle Menschen, welche sich als Christen betrachten, auf diese Lehre besönnen, gäbe es weit weniger Kriege auf dieser Erde!
Jesus lehrte und lebte die Liebe. Wer also heute von sich behauptet, ein Christ zu sein, an dem muss diese Liebe erkennbar sein - in ALLEN seinen Werken!

Was die Schriften anbelangt, so möchte ich klar stellen, dass ich das AT nicht aus der Bibel verbannen will! Wie bereits geschrieben, sind die Geschichten interessant zu lesen und es lassen sich auch schöne Lehren daraus ableiten. Aber als Grundlage des christlichen Glaubens kann nur das dienen, was über Christus Jesus etwas aussagt! Und das ist nun einmal das NT!

Die Offenbarung hat da, m.M. nach so etwas wie einen "Sonderstatus". Ob sie nun als Grundlage christlichen Glaubens angesehen werden kann oder nicht. Es gäbe da viele Aspekte aus der Entstehungsgeschichte zu berücksichtigen. Eins aber ist klar: misst man die Offenbarung an der Lehre Jesu von der Liebe, kann Jeder für sich selbst die Antwort finden . . .

DAS eigentliche Ende, was angeblich in der Offenbarung beschrieben steht betrachte ich persönlich sehr differenziert. Viel mehr betrachte ich das als Ende, was in Matthäus 25 Vers 31ff steht!

Interessant hierbei, finde ich die Tatsache, dass sich hier der Kreis zu der Lehre Jesu schließt, da als ausschlaggebendes Element, quasi als "Richtwert", wiederum die LIEBE steht . . .

LG Adler

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Re: Monatslosung Januar 2012

#9 Beitrag von Andreas Ponto » 02.01.2012, 11:39

Adler hat geschrieben:....

Jesus lehrte und lebte die Liebe. Die Liebe zu seinem und zu unserem Vater. Die Liebe zu seinen Mitmenschen OHNE jeden Unterschied!

....
Lieber Adler,
wir sind uns in vielen Dingen einig.
Manche sagen, Jesu lehrte auch den auf Gewalt verzichtenden Widerstand gegen herrschende Klassen, die nicht zum Wohl des Volkes dienen...
Das hat aber u.U. mit Liebe ohne Unterschied nicht mehr viel zu tun.

Adler hat geschrieben:....
Was die Schriften anbelangt, so möchte ich klar stellen, dass ich das AT nicht aus der Bibel verbannen will! ... Aber als Grundlage des christlichen Glaubens kann nur das dienen, was über Christus Jesus etwas aussagt! Und das ist nun einmal das NT!
. . .
Das sehe ich etwas differenzierter.
Z.B. was Jesu Lehre uns zu sagen hatt - auch heute und morgen. Und daher:
centaurea hat geschrieben:....
Liegt unsere Verantwortung nicht eher in der unserer Zeit entsprechenden und unter Einbeziehung unserer Kenntnisse und Erkenntnisse verantwortlichen Exegese? Und ja, ist da Jesu Lehre nicht der zentrale Maßstab?

Adler

Re: Monatslosung Januar 2012

#10 Beitrag von Adler » 02.01.2012, 13:25

Lieber centaurea,

du hast Recht, in vielen Ansichten gehen wir konform. :D

Tja, was hat uns die Lehre Jesu heute zu sagen?

Ich persönlich habe diese Frage für mich so beantwortet: Liebe - und dann tue was du willst!

In diesem Sinne wünsche ich dir ein reich gesegnetes Jahr 2012!

Glück auf!

LG Adler

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