DIE DREIEINGKEIT GOTTES...

Für Zweifler und andere gute Christen
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Maximin

DIE DREIEINGKEIT GOTTES...

#1 Beitrag von Maximin » 13.12.2011, 13:42

:) Lieben Freunde,
die Lehre von der Dreieinigkeit Gottes (Trinität) ist für einen Christenmenschen zweifellos eine sehr wichtige Glaubensfrage über die es sich lohnt ernsthaft nachzudenken.

Frau Evah P. schreibt an anderer Stelle: „Nichtsdestotrotz bin ich nach laienhaftem Studium biblischer Texte der Ansicht, dass sich eine Trinität im herkömmlichen Sinne nicht aus der Mitte der Schrift herauslesen lässt - das sagt mir mein religiös ungebildeter Menschenverstand.“

Hat Frau Evah P. Recht oder missdeutet sie die die Hl. Schriften? Ich gebe ihr einerseits Recht und andererseits nicht Recht. Recht würde ich ihr geben, wenn sie geschrieben hätte... "nicht direkt“. Nicht Recht kann ich geben weil sie nur geschrieben hat:…"[u]nicht[/u] aus der Mitte der Schrift.“

Wikipedia meint: „Die frühesten wirkungsgeschichtlich einschlägigen Formulierungen prägt jedenfalls Paulus. Er verwendet in 2 Kor 13,13 EU vermutlich einen Segensgruß der frühen christlichen Liturgie: „Die Gnade Jesu Christi, des Herrn, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei bei euch!“ In 1 Kor 12,3–6 EU werden Gnadengaben „in gezielter Steigerung“ auf Geist, Herr und Gott zurückgeführt. Auch Eph 1,3–14 EU ordnet Vater, Sohn und Geist neben- und aufeinander hin.“

Soviel steht fest: „Die Lehre von der Dreieinigkeit des Gottes Abrahams, Isaaks und Jakobs hat die Christen bereits in den ersten 400 Jahren nach Christus beschäftigt und z. T. zerstritten. Wer sich näher informieren will, der kann das hier tun:

http://de.wikipedia.org/wiki/Dreifaltig ... e_Dreiheit

Ich habe mich dafür entschieden an die Dreieinigkeit Gottes zu glauben und halte es deshalb für müßig, mich in rechthaberischer Weise auf nervenaufregende Glaubenshändel einzulassen.

Liebe Grüße, landauf und landab, vom Maximin :wink:

chorus
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Re: DIE DREIEINGKEIT GOTTES...

#2 Beitrag von chorus » 13.12.2011, 14:06

Ich gestatte mir, einen Teil meines Kommentars aus dem Nachbarthema "Remonstranten" hier ein zu kopieren.

"Das überwiegend geglaubte Gottesbild besteht aus drei verschiedenen "Personen": Gott, Jesus Christus, Heiliger Geist.

Das eigentlich gelehrte trinitarische Gottesbild meint eine immer gleiche "Person" in drei unterschiedlichen Inkarnationsformen.

In dem alten Lutherchoral "Ein feste Burg" heißt es in der zweiten Strophe: "(...) Fragst du, wer er ist, er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott. (...)"

Die Gebete des Juden Jesus in Gethsemane und am Kreuz genügen der jüdischen Gebetstradition (Psalmen). Man spricht auch vom Kreuzespsalm. Es sind keine Selbstgespräche, wie so gerne eingewendet wird, wenn man darstellt, daß Jesus Christus Gott selbst ist."

Belegende Bibelstellen liefere ich auf Nachfrage gerne nach.
„Realität ist das, was nicht verschwindet wenn man aufhört daran zu glauben.“ Philip K. Dick

Cerebron

Re: DIE DREIEINGKEIT GOTTES...

#3 Beitrag von Cerebron » 13.12.2011, 17:23

Werter Chorus,

was meinen Sie mit diesen Sätzen:
chorus hat geschrieben:"Das überwiegend geglaubte Gottesbild besteht aus drei verschiedenen "Personen": Gott, Jesus Christus, Heiliger Geist.

Das eigentlich gelehrte trinitarische Gottesbild meint eine immer gleiche "Person" in drei unterschiedlichen Inkarnationsformen.
Insbesondere: Was sind "Inkarnationsformen"? Meinen Sie damit Erscheinungsformen einer einzigen Person - Gott, der sich mal als Gott-Vater, mal als der Christus, mal als der Heilige Geist offenbart?

Falls ja: Ist damit der Vater am Kreuz gestorben? Falls nein: Was meinen Sie, wenn Sie "Inkarnationsformen" als Abgrenzung zu "Personen" gebrauchen?

Gruß,
C.E.

P.S. (insb. @maximin): Ein Snoopy-Cartoon zeigt Snoopy mit einer Schreibmaschine auf seiner Hundehütte sitzen. Er hat einen Aufsatz begonnen mit dem Titel "Warum Hunde besser sind als Katzen".
Im nächsten Bild überlegt er.
Im dritten Bild sieht man ihn schreiben: "Sie sind es eben, und damit basta." :mrgreen:

Maximin

Re: DIE DREIEINGKEIT GOTTES...

#4 Beitrag von Maximin » 13.12.2011, 17:39

... :wink: ...

tergram

Re: DIE DREIEINGKEIT GOTTES...

#5 Beitrag von tergram » 13.12.2011, 19:48

Tagelang grübelte der heilige Augustin über Gottes Dreieinigkeit, vergebens.

Eines Nachts, im Traum, spazierte er am Ufer des Meeres und sah einen kleinen Jungen. Der schöpfte Meerwasser mit einer Muschel und brachte es in ein kleines Sandloch, wieder und wieder. "Was tust du da?", fragte ihn der Kirchenvater leutselig. "Ich will das ganze Meer in dieses Loch schütten", antwortete der Kleine.

"Was für ein Unsinn," belehrte ihn Augustin, "deine Sandkuhle ist doch viel zu klein für das große Meer!"

Da sah ihn der Junge mit durchdringenden Augen an: "Und du, Augustin, versuchst schon seit Tagen, die große Dreieinigkeit Gottes in deinen kleinen Verstand zu bekommen..."

(Verfasser unbekannt)

chorus
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Re: DIE DREIEINGKEIT GOTTES...

#6 Beitrag von chorus » 13.12.2011, 19:50

Cerebron hat geschrieben: Insbesondere: Was sind "Inkarnationsformen"? Meinen Sie damit Erscheinungsformen einer einzigen Person - Gott, der sich mal als Gott-Vater, mal als der Christus, mal als der Heilige Geist offenbart?

Falls ja: Ist damit der Vater am Kreuz gestorben? Falls nein: Was meinen Sie, wenn Sie "Inkarnationsformen" als Abgrenzung zu "Personen" gebrauchen?
Man könnte es mit verschiedenen "Indentitäten" einer immer gleichen "Person" vergleichen. Das Beispiel hinkt ein wenig; von daher die Anführungszeichen.

Zur Inkarnations- oder Substanzform: http://de.wikipedia.org/wiki/Inkarnation

Die Frage, ob damit der Vater am Kreuz gestorben sei, muß man mit ja und nein beantworten. Im dreieinigen Sinne ja, im dreifaltigen Sinne nein. Den wikipedia-link postete Maximin bereits.

Johannes 14, 8.9 gibt Auskunft:

8 Spricht zu ihm Philippus: Herr, zeige uns den Vater und es genügt uns.
9 Jesus spricht zu ihm: So lange bin ich bei euch und du kennst mich nicht, Philippus?
Wer mich sieht, der sieht den Vater! Wie sprichst du dann, zeige uns den Vater?

Interessanterweise nimmt genau diese Stelle Bezug auf Hebräer 1, (3), oder besser umgekehrt... :shock:
„Realität ist das, was nicht verschwindet wenn man aufhört daran zu glauben.“ Philip K. Dick

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evah pirazzi
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Re: DIE DREIEINGKEIT GOTTES...

#7 Beitrag von evah pirazzi » 13.12.2011, 20:56

Die Theorie der immer gleichen Person mit verschiedenen Identitäten kommt mir reichlich obskur vor, das klingt nach multipler Persönlichkeit - und gar nicht göttlich.

Chorus schrieb: "Das überwiegend geglaubte Gottesbild besteht aus drei verschiedenen "Personen": Gott, Jesus Christus, Heiliger Geist."
Wo hast du das denn her und wer zählt denn zu dieser "überwiegenden" Schar? Du auch? Ist es die überwiegende Zahl der Christen, der Menschen allgemein oder wer? Was bedeutet Personen, eigenständige Persönlichkeiten?

Dass Vater, Sohn und Heiliger Geist zusammen eine göttliche Einheit bilden ist schon so aus der Bibel herauszulesen, aber Gott ist doch eindeutig der "Vordenker, Planer und Letzentscheider", er ist die letzte Instanz, das Haupt. Wie diese drei letztlich zusammen wirken, ist nicht endgültig von uns zu klären. Aber das ist ja auch gar nicht nötig. Wer will denn von sich behaupten, darüber genau Bescheid zu wissen? Selbst die Einigungen auf diversen Konzilen sind doch nur Kompromisse und Ergebnisse diverser Machtspiele unter den Kirchenlenkern. Keiner weiß, wie es wirklich ist. Deswegen meine ich, die Behauptung, die Bibel lehre die Trinität, kann man nicht so als Tatsache stehen lassen. Man sollte nie Endgültigkeiten behaupten, sondern lieber Möglichkeiten, Eventualitäten aufzeigen.

Cerebron hat geschrieben: P.S. (insb. @maximin): Ein Snoopy-Cartoon zeigt Snoopy mit einer Schreibmaschine auf seiner Hundehütte sitzen. Er hat einen Aufsatz begonnen mit dem Titel "Warum Hunde besser sind als Katzen".
Im nächsten Bild überlegt er.
Im dritten Bild sieht man ihn schreiben: "Sie sind es eben, und damit basta." :mrgreen:
Man könnte auch sagen: Selig sind die Halsstarrigen, denn sie schauen immer in eine Richtung und bedürfen des regelmäßigen Zurechtrückens ihres Kopfes…!

8)
[i][size=75]"... Ich bin einerseits sehr froh, dass ich diesen Gedanken aussprechen kann, auf der anderen Seite fällt es mir auch nicht schwer..."
(Bap Klingler - Neujahrsgd 2009)[/size][/i]

Cemper

Re: DIE DREIEINGKEIT GOTTES...

#8 Beitrag von Cemper » 13.12.2011, 21:38

evah pirazzi hat geschrieben:Keiner weiß, wie es wirklich ist.
Es ist viel schlimmer. Es ist nicht nur so, dass keiner weiß, wie es wirklich ist, sondern keiner weiß, ob es die Trinität überhaupt wirklich gibt. Und ein islamischer Theologe wird Sie sogar fragen, ob das Christentum überhaupt eine monotheistische Religion ist.

Adler

Re: DIE DREIEINGKEIT GOTTES...

#9 Beitrag von Adler » 14.12.2011, 12:04

Das Komplizierte am christlichen Glauben ist wohl das, dass er sowohl trinitarisch als auch monotheistisch ist.

Gott ist sowohl Vater, als auch Sohn und Heiliger Geist in einer Person, nur in anderen „Aggregatzuständen“

Ähnlich dem Wasser in seinen verschiedenen Aggregatzuständen: flüssig, gasförmig und als Eis.

In welchem Aggregatzustand auch immer, es ist im Grunde Wasser.
So ist auch der Christengott, ob nun als Vater, Sohn oder Heiliger Geist, im Grunde immer Gott.

Beweisen lässt sich dieser Gott nicht – aber glauben kann man an ihn . . .

LG Adler

Cemper

Re: DIE DREIEINGKEIT GOTTES...

#10 Beitrag von Cemper » 14.12.2011, 12:27

Adler - es ist kompliziert.
Lesen Sie mal:

Sprache beschreibt und schafft Wirklichkeit

Tillich hat uns wieder gelehrt, dass die Sprache Anteil hat an den verschiedenen Dimensionen der Wirklichkeit. Dazu ein Beispiel aus "Die verlorene Dimension": Tillich betrachtet den Satz "Gott hat uns seinen Sohn gesandt". Das Wort "hat" impliziert Zeitlichkeit. Gott aber ist über unserer Zeitlichkeit, obwohl er nicht über jeder Zeitlichkeit ist. Der Satz enthält für Tillich auch eine "Metapher des Raumes": "Jemanden senden" heißt, ihn von einem Ort zum anderen bewegen. Sagt man weiter "er hat gesandt", so bedeutet das, wörtlich genommen, dass er etwas verursacht hat. Und Tillich wörtlich: "Gott ist damit der Kategorie der Kausalität unterworfen. Und wenn wir schließlich von 'ihm und seinem Sohn' reden, so sprechen wir damit von zwei verschiedenen Substanzen und wenden damit die Kategorie der Substanz auf ihn an."

Das ist für Tillich alles sinnlos, wenn wir es wörtlich fassen! Symbolisch genommen ist es für ihn die letzte christliche Ausdruckweise, etwas über die Beziehung zwischen Gott und Mensch in der christlichen Erfahrung auszusagen.

"Wenn es uns gelingt, den heutigen Menschen klarzumachen", sagt Tillich, "daß wir symbolisch sprechen, wenn wir die angegebenen Ausdrücke benutzen, werden sie uns mit Recht ablehnen als Menschen, die noch in abergläubischen und absurden Vorstellungen leben."

Der Symbolbegriff Tillichs gehört zu den Fundamenten seiner Theologie. Doch wir können an dieser Stelle nur einige Schneisen in diesen Begriffswald schlagen. Kritiker Tillichs meinen, er würde mit seinem Symbolbegriff die reale Wirklichkeit zur bloßen Bedeutung verflüchtigen. Denn das Symbol sei in jedem Fall weniger als die buchstäbliche Aussage.

Trifft aber nicht genau das Gegenteil zu? Peter Kreyssig antwortet in einer Gedenkrede, die er 1966 vor der Stuttgarter Gruppe der International Christian Leadership gehalten hat: "Das Wort Symbol hat (für Tillich) in Wahrheit einen größeren Anteil an der gemeinten Wirklichkeit als das buchstäblich verstandene Wort. Denn es handelt sich um eine Wirklichkeit, die alle begrifflichen Möglichkeiten überschreitet." Für Tillich hat das Symbol einen umfassenderen Anteil an dieser Wirklichkeit als das begriffliche Zeichen.

Wer diese Grenze der Sprache nicht wahrhaben will, zwinge, so Kreyssig weiter, durch das buchstäbliche Verständnis Gott in Kategorien, die seine Wirklichkeit entstellen und verzerren. Er verfalle damit dem Aberglauben. Tillichs Verdienst ist der deutliche Hinweis auf eine "theologische Sprachverwirrung", in der Aussagen von buchstäblicher Bedeutung, von symbolischem Charakter und von poetisch-bildhafter Art unterschiedslos neben- und durcheinanderlaufen.


Quelle: http://www.dober.de/religionskritik/

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