Die Remonstranten

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Adler

Re: Die Remonstranten

#11 Beitrag von Adler » 12.12.2011, 09:33

DANKE! tergram.

Liebe Fories,

vielleicht hat ja der eine und andere von euch dieses Glaubensbekenntnis einmal gelesen und sich damit etwas intensiver auseinandergesetzt. Ich für meinen Teil habe das mal gemacht. Sicherlich ist es sehr allgemein und bewusst so abgefasst, dass sich Niemand in seinem Glauben ausgegrenzt fühlen muss. Das ist schön und sicher auch lobenswert und unterscheidet sich dadurch von den meisten anderen christlichen Glaubensbekenntnissen.

Was für mich persönlich allerdings etwas befremdlich ist, sind die folgenden Punkte:
erstens Jesus nicht als der Sohn Gottes er/bekannt wird;
zweitens vermisse ich einen Hinweis auf die Trinität Gottes, was eigentlich selbstverständlich wäre, da sich die Gemeinschaft in ihren Publikationen ausdrücklich auf die Bibel als Grundlage beruft und die Bibel lehrt nun einmal die Dreieinigkeit von Vater, Sohn und Geist;
drittens vermisse ich als Christ einen Hinweis auf die Erlösung von Sünden durch das Opfer Jesu.

Für mich sind DAS elementare Inhalte eines Glaubensbekenntnisses. Wie seht ihr das?

LG Adler

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evah pirazzi
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Re: Die Remonstranten

#12 Beitrag von evah pirazzi » 12.12.2011, 16:56

Adler hat geschrieben:Was für mich persönlich allerdings etwas befremdlich ist, sind die folgenden Punkte:
...
zweitens vermisse ich einen Hinweis auf die Trinität Gottes, was eigentlich selbstverständlich wäre, da sich die Gemeinschaft in ihren Publikationen ausdrücklich auf die Bibel als Grundlage beruft und die Bibel lehrt nun einmal die Dreieinigkeit von Vater, Sohn und Geist;
Ich frage mich: Lehrt die Bibel tatsächlich die Dreieinigkeit Gottes? Der Begriff bedeutet doch so viel wie: eine Einheit bestehend aus drei gleichwertigen Anteilen – in diesem Fall: Vater, Sohn und Heiliger Geist. Lehrt aber die Bibel wirklich, dass diese drei gleichberechtigt sind? Ist es nicht so, dass der Sohn den Vater z.B. in Gethsemane bittet, der Kelch möge an ihm vorüber gehen, aber nicht sein Wille, sondern der des Vaters solle geschehen usw.?

Das ist nur eine Stelle, die mir spontan einfällt, wobei der Sohn als Bittender doch ganz klar eine untergeordnete Stellung einnimmt. Und der Heilige Geist erst recht, der ja selber gar keine Stimme hat, sondern nur als Ausführender fungiert.

Das Dogma der Dreieinigkeit, wie es in den Glaubensbekenntnissen ausformuliert ist, kann so eigentlich nicht unbedingt biblisch begründet werden. Meiner Meinung nach ist es, wie vieles andere auch, ein Konstrukt der Kirchen, wahrscheinlich um irgendwelche Machtpositionen auszubauen.

Insofern ist die Trinität für mich kein elementarer Bestandteil des Glaubensbekenntnisses.
[i][size=75]"... Ich bin einerseits sehr froh, dass ich diesen Gedanken aussprechen kann, auf der anderen Seite fällt es mir auch nicht schwer..."
(Bap Klingler - Neujahrsgd 2009)[/size][/i]

Maximin

Re: Die Remonstranten

#13 Beitrag von Maximin » 12.12.2011, 18:32

:) Ach Evchen,
bei wem hast Du bloß Religions- und Konfirmandenunterricht gehabt? Lies mal bitte 2 Bibelstellen. Dann reden wir weiter…!
Barmherzige Grüße vom z. Zt. öden Strand der Spree, Maxi :wink:

1. Ich und der Vater sind eins. (Johannes 10 ,30)

2. Aber der Tröster, der Heilige Geist, den mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe. (Johannes 14, 26)

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Re: Die Remonstranten

#14 Beitrag von Comment » 12.12.2011, 19:08

Maximin,

Sie werden mir zustimmen, dass die genannten Bibelstellen so oder auch ganz anders interpretiert werden können, wie das ja auf so viele Bibelstellen zutrifft.

Freundliche Grüße
Com.

Cerebron

Re: Die Remonstranten

#15 Beitrag von Cerebron » 12.12.2011, 19:25

Ach maximin,
was sagen Sie dazu:
Hebr. 1 hat geschrieben:3 Er ist der Abglanz seiner Herrlichkeit und das Ebenbild seines Wesens und trägt alle Dinge mit seinem kräftigen Wort und hat vollbracht die Reinigung von den Sünden und hat sich gesetzt zur Rechten der Majestät in der Höhe
4 und ist so viel höher geworden als die Engel, wie der Name, den er ererbt hat, höher ist als ihr Name.
Wenn Jesus höher geworden ist als die Engel, dann war er vorher niedriger, oder? Und: Kann etwas höher oder niedriger sein als es selbst ist?

Ich bin immer wieder überrascht, wie hier Erkenntnisse als klar auf der Hand liegend dargestellt werden, zu deren schriftlicher Fixierung und allgemeiner Anerkennung es mehrerer ökumenischer Konzilien bedurfte. Aber die Menschheit wird ja allgemein immer intelligenter.

Gruß,
C.E.

chorus
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Re: Die Remonstranten

#16 Beitrag von chorus » 12.12.2011, 21:07

Das in der NAK überwiegend geglaubte Gottesbild unterscheidet sich deutlich von dem eigentlich gelehrten trinitarischen Gottesbild. Das liegt im wesentlichen an der sich historisch entwickelten Überhöhung des Apostelamtes, wodurch Jesus Christus bestenfalls eine Nebenrolle zugestanden wird. Eine historische (Geburt, Tod, Auferstehung, Himmelfahrt) und eine futuristische (Wiederkunft). Durch die extrem eschatologisch ausgerichtete Lehr wird außerdem das Primärziel christlicher Lehre (Humanismus im Präsenz) vollkommen ignoriert. Das irdische Leben diene (nahezu) ausschließlich der Vorbereitung (Brautzubereitung durch Apostel) auf das eigentliche Sekundärziel (Parusie, Eschatologie) und wird somit zum einzigen (!) Ziel eines (NAK)Christen hochstilisiert.

Das die Evangelien etwas anderes aussagen und klar gelebte Nächstenliebe und Barmherzigkeit als Primärziel ausgeben, bei dessen erreichen sich das Erreichen des Sekundärzieles (Wiederkunft) automatisch ergiebt, wird geflissentlich übersehen.

Das überwiegend geglaubte Gottesbild besteht aus drei verschiedenen "Personen": Gott, Jesus Christus, Heiliger Geist.

Das eigentlich gelehrte trinitarische Gottesbild meint eine immer gleiche "Person" in drei unterschiedlichen Inkarnationsformen.

In dem alten Lutherchoral "Ein feste Burg" heißt es in der zweiten Strophe: "(...) Fragst du, wer er ist, er heißt Jesus Christ, der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott. (...)"

Die Gebete des Juden Jesus in Gethsemane und am Kreuz genügen der jüdischen Gebetstradition (Psalmen). Man spricht auch vom Kreuzespsalm. Es sind keine Selbstgespräche, wie so gerne eingewendet wird, wenn man darstellt, daß Jesus Christus Gott selbst ist.
„Realität ist das, was nicht verschwindet wenn man aufhört daran zu glauben.“ Philip K. Dick

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Re: Die Remonstranten

#17 Beitrag von evah pirazzi » 12.12.2011, 23:04

Maximin hat geschrieben::) Ach Evchen,
bei wem hast Du bloß Religions- und Konfirmandenunterricht gehabt? Lies mal bitte 2 Bibelstellen. Dann reden wir weiter…!

1. Ich und der Vater sind eins. (Johannes 10 ,30)

2. Aber der Tröster, der Heilige Geist, den mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe. (Johannes 14, 26)
Ach Mäxchen,

ich hatte weder Religions-, noch Konfifchenunterricht (oder sagen wir mal: Kaum Unterricht), das war bei uns auf dem Dorf damals problematisch, weil mein Onkel diese Unterrichte abhielt und häufig ausfiel wegen postkatärem Unwohlsein (wenn du verstehst, was ich meine)...

Nichtsdestotrotz bin ich nach laienhaftem Studium biblischer Texte der Ansicht, dass sich eine Trinität im herkömmlichen Sinne nicht aus der Mitte der Schrift herauslesen lässt - das sagt mir mein religiös ungebildeter Menschenverstand.

Deine beiden Bibelstellen sind nach meinem Dafürhalten wirklich nicht geeignet, die Dreieinigkeit zu belegen. Deine zuerst zitierte Bibelstelle hätte dann zumindest heißen müssen: Ich und der Vater sind EINER - groß geschrieben und Endung R(!), "eins" ist ein Adjektiv und besagt so viel wie: einig, eines Sinnes - so meine Überzeugung. Und die zweite angeführte Bibelstelle belegt doch nur, dass der Geist eine ausführende, helfende, die Sache unterstützende, also im Geiste Gottes handelnde Funktion hat, dass Gott mit Hilfe seines Geistes in den Menschen wirkt, er ist doch niemals Gott gleich zu setzen als eigenständige Person oder so etwas. Oder betest, wenn du betest den Heiligen Geist um Hilfe an oder dankst ihm für irgendetwas?

Was sagst du z.B. zu dieser Bibelstelle: (Joh. 14, 28)
28 Ihr habt gehört, daß ich euch gesagt habe: Ich gehe hin und komme wieder zu euch. Hättet ihr mich lieb, so würdet ihr euch freuen, daß ich gesagt habe: "Ich gehe zum Vater"; denn der Vater ist größer als ich. ?

Das ist doch eigentlich ziemlich eindeutig!

:wink:
[i][size=75]"... Ich bin einerseits sehr froh, dass ich diesen Gedanken aussprechen kann, auf der anderen Seite fällt es mir auch nicht schwer..."
(Bap Klingler - Neujahrsgd 2009)[/size][/i]

google

Re: Die Remonstranten

#18 Beitrag von google » 12.12.2011, 23:11

Was sagst du z.B. zu dieser Bibelstelle: (Joh. 14, 28)
28 Ihr habt gehört, daß ich euch gesagt habe: Ich gehe hin und komme wieder zu euch. Hättet ihr mich lieb, so würdet ihr euch freuen, daß ich gesagt habe: "Ich gehe zum Vater"; denn der Vater ist größer als ich. ?

Das ist doch eigentlich ziemlich eindeutig!
Dann zeig mal klare Kante und lebe, was du zitierst.
google

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Re: Die Remonstranten

#19 Beitrag von tosamasi » 12.12.2011, 23:38

Mancher wütet in den Foren
schreibt verquer und unvergoren
und erfreut so alle Toren
denen Unsinn angeboren

:lol:
Nur der Einfältige fürchtet die Vielfalt
tosamasi

google

Re: Die Remonstranten

#20 Beitrag von google » 13.12.2011, 22:23

tosamasi hat geschrieben:Mancher wütet in den Foren
schreibt verquer und unvergoren
und erfreut so alle Toren
denen Unsinn angeboren

:lol:
http://www.glaubeundkirche.de/viewtopic ... 65#p342265

:roll: :shock:

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