NAK vor der Abwicklung

Alles rund um die Sondergemeinschaft Neuapostolische Kirche (NAK), die trotz bedenklicher Sonderlehren (u.a. Versiegelung, Entschlafenenwesen mit Totenmission, Totentaufe, Totenversiegelung und Totenabendmahl, Heilsnotwenigkeit der NAK-Apostel, Erstlingsschaft, ..), weiterhin "einem im Kern doch ... exklusiven Selbstverständnis", fehlendem Geschichtsbewusstsein und Aufarbeitungswillen, speziell für die Zeit des Dritten Reiches, der DDR, der Bischoffs-Botschaft ("... Ich bin der Letzte, nach mir kommt keiner mehr. ..."), sowie ihrer jüngsten Vergangenheit und unter erheblichem Unmut ehemalicher NAK-Mitglieder, auch Aussteiger genannt, die unter den missbräuchlichen Strukturen und des auf allen Ebenen ausgeprägten Laienamtes der NAK gelitten haben, weiterhin leiden und für die die NAK nach wie vor eine Sekte darstellt, im April 2019 als Gastmitglied in die ACK Deutschland aufgenommen wird.
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Cemper

Re: NAK vor der Abwicklung

#91 Beitrag von Cemper » 29.11.2011, 23:44

Adler hat geschrieben:Ich denke, dass sich nicht nur die NAK in naher Zukunft auflösen wird, sondern viele, wenn nicht gar alle religiösen Gemeinschaften.
Werter Adler -

es spricht viel dafür, dass Menschen von Natur aus religiös sind. Religion gehört zum Menschsein - jedenfalls bei vielen - und ist Teil der langen Geschichte der Menschheit. Das Judentum ist 4000 Jahre alt. Das Christentum hat eine zweitausendjährige Geschichte. Die Vorstellung, dass "in naher Zukunft" eintritt, was sie andeuten, ist - mit Verlaub - weltfremd oder naiv. Es gibt in historischer Perspektive Wandlungen - das ist klar, aber verschwinden werden religiöse Gemeinschaften nicht. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.

C.

Adler hat geschrieben:Werter Cemper,
die Zukunft wird zeigen, wer von uns beiden die naivere resp. weltfremdere Perspektive hatte 8)

LG Adler
Adler - ja, das ist so. Die Zukunft wird es zeigen. Aber das ist doch kein Argument. Sie könnten auch sagen: Regnet es im Mai, ist der April vorbei. Auch zu diesem Satz kann man nur sagen: Ja, das ist so.

Ich möchte aber eine Einschränkung machen. Wenn Sie sagen, die Zukunft würde zeigen, wer von uns beiden die naivere resp. weltfremdere Perspektive hatte, dann sagen Sie ja, dass wir beide - Sie und ich - zum gegenwärtigen Zeitpunkt eine naive und weltfremde Perspektive haben und gegenwärtig nur - wie eben die Zukunft zeigen wird - unterschiedlich naiv und weltfremd sind. Auf mich trifft das nach meinem Selbstverständnis nicht zu. Ich meine, dass es nicht naiv und weltfremd ist, wenn man die Position hat, die ich skizziert habe, wobei ich sagen muss, dass meine Position eine Position ist, die vielfach in der Fachliteratur vertreten wird. Das will ich jetzt aber nicht weiter ausführen.

C.

Adler

Re: NAK vor der Abwicklung

#92 Beitrag von Adler » 30.11.2011, 05:48

Werter Cemper,

dass Ihre Perspektive/Position, nach Ihrem Selbstverständnis, durch einschlägige Literatur mitgetragen wird, bedeutet nicht zwangsläufig, dass diese Perspektive/Position nicht weltfremd oder gar naiv sein könnte, gell :) oder leben Sie in der Überzeugung, das die Menge gleicher Meinungen grundsätzlich richtig ist nur weil es die Mehrheit ist?

Wäre dem so, gäbe es heute viele bahnbrechende und lebensverändernde Erfindungen nicht 8)

LG Adler

tergram

Re: NAK vor der Abwicklung

#93 Beitrag von tergram » 30.11.2011, 13:15

Hmmm... die Beantwortung dieser Frage können wir wohl getrost der Zukunft überlassen.

In diesem Thread geht es ja nicht um alle religiösen Gemeinschaften, sondern speziell um die NAK in Deutschland.

Dass diese sich in einem existenzbedrohenden Schrumpfungsprozess befindet, ist unbestreitbar. Die aktuelle Schliessungswelle ist nur Auftakt und Vorbote. Man sehe sich Bilder von Gottesdiensten auf den Seiten der Gemeinden an und erhöhe das Alter der Besucher gedanklich um 20-30 Jahre. Da wird es leer in den Bänken. Sehr leer...

Aber vielleicht kommt ja vorher der Herr. Oder so.

fridolin
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Registriert: 05.02.2011, 20:10

Re: NAK vor der Abwicklung

#94 Beitrag von fridolin » 30.11.2011, 15:07

In der Altersstruktur der Standhaften ist vorgezeichnet wie die Gemeindestandorte in ein paar Jahren aussehen werden. Augenscheinlich aktuell ist die NAK von einem unübersehbaren Schliessungsdrang befallen der sicherlich nur der Auftakt von dessen sein kann was nach 2020 kommt.

Adler

Re: NAK vor der Abwicklung

#95 Beitrag von Adler » 30.11.2011, 16:46

N icht

A lltäglicher

K onkurs

:mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:

LG Adler

Cemper

Re: NAK vor der Abwicklung

#96 Beitrag von Cemper » 30.11.2011, 20:45

Adler hat geschrieben:Werter Cemper,

dass Ihre Perspektive/Position, nach Ihrem Selbstverständnis, durch einschlägige Literatur mitgetragen wird, bedeutet nicht zwangsläufig, dass diese Perspektive/Position nicht weltfremd oder gar naiv sein könnte, gell :) oder leben Sie in der Überzeugung, das die Menge gleicher Meinungen grundsätzlich richtig ist nur weil es die Mehrheit ist?

Wäre dem so, gäbe es heute viele bahnbrechende und lebensverändernde Erfindungen nicht 8)
Werter Adler,

die Frage, wie sich das Christentum entwickelt, kann man als Normalbürger aufgrund irgendwelcher laienhafter Beobachtungen oder Erfahrungen beantworten; zumeist handelt es sich dabei um eine Küchenfensterperspektive. Man sieht, was vor der Haustür in Baden-Baden oder Wanne-Eickel passiert, und dann zieht man daraus einen Schluss "auf die ganze Welt". Man kann die Frage aber auch auf der Grundlage fachwissenschaftlicher Forschungen beantworten - u.a. auf der Basis weltweit relevanter statistischer Daten und Hochrechnungen und der Fortschreibung geschichtlicher Erfahrungen.

Antworten auf der Grundlage einer Küchenfensterperspektive können richtig oder falsch sein. Ich gehe davon aus, dass sie einen eher geringen Wert haben. Das ist vernünftig. Fachwissenschaftliche Antworten sind - vermutlich - besser begründet und verlässlicher. Das heißt aber selbstverständlich nicht, dass diese Antworten "zwangsläufig ... nicht weltfremd oder gar naiv sein könnte(n)". Nur - der Hinweis darauf, dass etwas weltfremd oder gar naiv sein könnte, heißt ja nicht, dass etwas weltfremd oder naiv ist, sondern es wird nur gesagt, dass es so sein könnte, und außerdem wird mit einem solchen Hinweis zugleich suggestiv Seriosität in Frage gestellt. Das ist nicht vernünftig, zumal die Wissenschaft ja ein permanentes Kontrollsystem ist, so dass ein gewisses - ein gewisses - Vertrauen erlaubt ist.

Wem würden Sie eher vertrauen? Den Laien, die vielfach "einfach so" irgendwas reden, oder den Menschen, die sich lange und solide mit einschlägigen Fragen befasst haben und die ihre Positionen mit nachprüfbaren Daten vortragen? Meine Antwort ist: Ich bin beiden gegenüber skeptisch, wobei die Auseinandersetzung mit den Laien schwierig ist, weil die Laien selten etwas vortragen, womit man sich wirklich auseinandersetzen kann, während die Fachleute immerhin Argumente vortragen, die einen Diskurs ermöglichen.

Zwei Beispiele:

http://www.vs-verlag.de/Reihe/12575/Ver ... logie.html

Jenkins: Die Zukunft des Christentums. Eine Analyse der weltweiten Entwicklung im 21. Jahrhundert (Jenkins ist Professor für Geschichte und Religionswissenschaft an der Pennsylvania State University)

Mit guten Wünschen
Cemper

dietmar

Re: NAK vor der Abwicklung

#97 Beitrag von dietmar » 30.11.2011, 20:51

tergram hat geschrieben:Hmmm... die Beantwortung dieser Frage können wir wohl getrost der Zukunft überlassen.

In diesem Thread geht es ja nicht um alle religiösen Gemeinschaften, sondern speziell um die NAK in Deutschland.

Dass diese sich in einem existenzbedrohenden Schrumpfungsprozess befindet, ist unbestreitbar. Die aktuelle Schliessungswelle ist nur Auftakt und Vorbote. Man sehe sich Bilder von Gottesdiensten auf den Seiten der Gemeinden an und erhöhe das Alter der Besucher gedanklich um 20-30 Jahre. Da wird es leer in den Bänken. Sehr leer...

Aber vielleicht kommt ja vorher der Herr. Oder so.

dies ist unser Thema....

Cemper

Re: NAK vor der Abwicklung

#98 Beitrag von Cemper » 30.11.2011, 22:25

Was ist das Thema? "NAK vor der Abwicklung" / "existenzbedrohender Schrumpfungsprozess"? Oder "... kommt ja vorher der Herr. Oder so"? Ich meine, dass es einen natürlichen Schrumpfungsprozess geben wird und dass die Existenz der NAK dadurch nicht bedroht wird. Die NAK wird kleiner. Aber sonst wird nicht viel passieren. "Der Herr" wird kommen oder nicht. Ich glaube, dass sich eine Erwartung der Wiederkunft in gewisser Weise mit der urkirchlichen Erwartung der Wiederkunft vergleichen lässt. Anders gesagt: Er kommt nicht. Aber "die Sache Jesu geht weiter" (Marxsen).

Adler

Re: NAK vor der Abwicklung

#99 Beitrag von Adler » 01.12.2011, 05:42

Werter Cemper,

definieren Sie doch bitte einmal, was für Sie, in dem hier diskutierten Zusammenhang, ein Laie ist und worauf sich dabei Ihre Definition stützt.

Was die Frage nach dem Vertrauen anbelangt, so ist es doch wohl so, dass der Mensch ansich geneigt ist, sich zur Stützung seiner eigenen Vorstellung und Meinungen, andere Menschen auswählt, welche seine Meinung ebenfalls vertreten. Wenn diese Menschen dazu noch "einen Namen" haben - um so besser.

Aber wie schon gesagt, die Masse einer Meinung macht diese nicht zwangsläufig zur Wahrheit.

LG Adler

dietmar

Re: NAK vor der Abwicklung

#100 Beitrag von dietmar » 01.12.2011, 06:14

Cemper hat geschrieben:Was ist das Thema? "NAK vor der Abwicklung" / "existenzbedrohender Schrumpfungsprozess"? Oder "... kommt ja vorher der Herr. Oder so"? Ich meine, dass es einen natürlichen Schrumpfungsprozess geben wird und dass die Existenz der NAK dadurch nicht bedroht wird. Die NAK wird kleiner. Aber sonst wird nicht viel passieren. "Der Herr" wird kommen oder nicht. Ich glaube, dass sich eine Erwartung der Wiederkunft in gewisser Weise mit der urkirchlichen Erwartung der Wiederkunft vergleichen lässt. Anders gesagt: Er kommt nicht. Aber "die Sache Jesu geht weiter" (Marxsen).

Wie sollte denn der Schrumpfungsprozess gestoppt werden?? Dieser ist nicht aufzuhalten..

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