ENDZEIT - EINE BESTANDSAUFNAHME

Für Zweifler und andere gute Christen
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Maximin

ENDZEIT - EINE BESTANDSAUFNAHME

#1 Beitrag von Maximin » 04.11.2011, 15:46

:)Lieben Freunde,
im Gegensatz zu den meisten christlichen Großkirchen glauben nicht wenige andere christlichen Gemeinschaften, allen voran die Neuapostolische Kirche einschließlich ihrer Tochterkirchen, an die baldige bzw. an die unmittelbar bevorstehende Wiederkunft Jesu Christi.

Wer diesen Glauben hat, der wähnt sich zugleich in der Endzeit zu leben. Das bedeutet für diese Leute, dass ein Ende einer göttlichen Haushaltungsperiode unmittelbar bevorsteht und nun alles darauf ankommt, dass man zu den Auserwählten Gottes zählt, um in eine nachfolgende göttliche Haushaltungsperiode hinübergerettet zu werden.

Nicht erst seit dem NAK-Stammpaostel J. G. Bischoff (+1960) eskalierte die Naherwartung Jesu. Dieser Mann behauptete, dass Jesus Christus noch zu seiner Lebenszeit in Erscheinung treten und damit diese an ihn gerichtete persönliche Offenbarung erfüllt werden und es nach ihm keinen weiteren Amtsnachfolger geben würde. Diese Vorhersage erfüllte sich nicht.

Sein unmittelbarer Nachfolger im Amt, Stammapostel Walter Schmidt, predigte 15 Jahre lang, dass er den Herrn Jesus täglich erwarte. W. Schmidt starb 1981.

Jeder, der sich einigermaßen ernsthaft mit der Geschichte christlicher Naherwartungen beschäftigt erkennt, dass diese Naherwartungen und die damit verbundenen Endzeitvorstellungen mindestens 2.000 Jahre alt sind.

Abgesehen von bestimmten Schriftstellen beim Propheten Daniel im AT spricht Jesus im Matthäusevangelium deutlich über das Ende einer bestimmten göttlichen Haushaltungsperiode:

„29 Sogleich aber nach der Bedrängnis jener Zeit wird die Sonne sich verfinstern und der Mond seinen Schein verlieren, und die Sterne werden vom Himmel fallen und die Kräfte der Himmel werden ins Wanken kommen. 30 Und dann wird erscheinen das Zeichen des Menschensohns am Himmel. Und dann werden wehklagen alle Geschlechter auf Erden und werden sehen den Menschensohn kommen auf den Wolken des Himmels mit großer Kraft und Herrlichkeit. 31 Und er wird seine Engel senden mit hellen Posaunen, und sie werden seine Auserwählten sammeln von den vier Winden, von einem Ende des Himmels bis zum andern." (Matthäus 24, 29-31)

In seinen Gemeindebriefen beschreibt auch der hl. Apostel Paulus seine Endzeit- und Naherwartungsvorstellungen so: „51 Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden; 52 und das plötzlich, in einem Augenblick, zur Zeit der letzten Posaune. Denn es wird die Posaune erschallen und die Toten werden auferstehen unverweslich, und wir werden verwandelt werden.“ (1. Korinther 15, 51+52)

Hat sich der „alte Apostel“ auch geirrt? Ist er vielleicht einem Wunschtraum erlegen oder hat er die von Jesus überlieferte Zusage zu „wörtlich“ genommen: 44 Darum seid auch ihr bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, da ihr's nicht meint,“ (Matthäus 24,44) und deshalb gewarnt: „…denn ihr selbst wisst genau, dass der Tag des Herrn kommen wird wie ein Dieb in der Nacht.“ (1. Thessalonicher 5, 2)

Mich erschüttert immer wieder die Dreistigkeit gewisser Naherwartungs-Propheten, mit welcher Ignoranz sie sich über das eine und alles entscheidende Wort Jesu hinweggesetzt haben und das bis heute tun: „35 Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte werden nicht vergehen. 36 Von dem Tage aber und von der Stunde weiß niemand, auch die Engel im Himmel nicht, auch der Sohn nicht, sondern allein der Vater.“ (Matthäus 24, 35+36)

Man mag von der Neuapostolischen Kirche halten was man will. In einem Punkt wird m. E. ihrer "neueren Leitung" Unrecht getan wenn sie den Leuten jetzt sagt: „Wir wissen es nicht!“

Und was ist mit den Endzeitvorstellungen? Ich habe vollstes Verständnis dafür, wenn sich heutzutage viele enttäuschte Christenmenschen von ihren Kirchenbetrieben enttäuscht abwenden. Nur eines verstehe ich nicht, wie man sich nämlich über die nachfolgende Schriftstelle akzelzuckend hinwegsetzen kann. Denn ein realistischer Blick in meine Zeit macht mich sehr nachdenklich und der Blick in diese Passege eines Briefes des hl. Apostels Paulus lässt mich erschaudern:

„3:1 Das sollst du aber wissen, dass in den letzten Tagen werden greuliche Zeiten kommen. (s. a. 1.Tim 4:1) 3:2 Denn es werden Menschen sein, die viel von sich halten, geizig, ruhmredig, hoffärtig, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, ungeistlich, 3:3 lieblos, unversöhnlich, Verleumder, unkeusch, wild, ungütig, 3:4 Verräter, Frevler, aufgeblasen, die mehr lieben Wollust denn Gott, 3:5 die da haben den Schein eines gottseligen Wesens, aber seine Kraft verleugnen sie; und solche meide. (s. a.Matth 7:15,21; Titus 1:16) 3:6 Aus denselben sind, die hin und her in die Häuser schleichen und führen die Weiblein gefangen, die mit Sünden beladen sind und von mancherlei Lüsten umgetrieben, 3:7 lernen immerdar, und können nimmer zur Erkenntnis kommen. 3:8 Gleicherweise aber, wie Jannes und Jambres dem Mose widerstanden, also widerstehen auch diese der Wahrheit; es sind Menschen von zerrütteten Sinnen, untüchtig zum Glauben. (s. a. 2.Mose 7:11,22) 3:9 Aber sie werden's in die Länge nicht treiben; denn ihre Torheit wird offenbar werden jedermann, gleichwie auch jener Torheit offenbar ward.“ (2. Timotheus 3, 1-9 / Luther 1912)

Stellen sich mir wenigstens 2 Fragen:

1. Ist die ganze „Schriftstellenklauberei“ müßig und umsonst?
2. Lebe ich vielleicht doch in der Zeit von der der hl. Apostel Paulus schreibt und bin ich so, wie er es vorausschauend beschreibt?

Liebe Grüße, landauf und landab, vom Maximin :wink:
Zuletzt geändert von Maximin am 04.11.2011, 22:48, insgesamt 1-mal geändert.

Magdalena
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Re: ENDZEIT - EINE BESTANDSAUFNAHME

#2 Beitrag von Magdalena » 04.11.2011, 19:30

Ein sehr interessantes Thema, lieber Maxi, wenn man der Heiligen Schrift noch Glauben schenkt ...
Da gibt es die Enttäuschten, die mit ihrem Abwenden von der Kirche gleich Bibel, Gott und Jesus Christus mit entsorgt haben. Ich beneide diese Menschen nicht!

Wenn ich so zurück denke ... vor 50 Jahren haben wir gesagt, ja, jetzt ist es so weit, der Herr kommt bald, in Kürze, seht doch die Zeichen der Zeit ... usw.
Vor 40 Jahren, ja, jetzt muss der Herr kommen, schlimmer kann es gar nicht werden ... usw.
Vor 30 Jahren - also, solche Zustände gab es noch nie auf Erden, es ist klar: jetzt kommt der Herr, usw.
Vor 20 Jahren ...
Vor 10 Jahren - Millenium! Das ist jetzt der Zeitpunkt, wo der Herr kommt; dazu die vielen Katastrophen, Kriege, Gewalttaten und und und ...

Und heute? Wenn ich so überlege, hat sich wirklich nichts verbessert, im Gegenteil. Die Münchener Rückversicherung z. B. hat festgestellt, dass es weltweit noch nie so viele Naturkatastrophen gegeben hat wie im Jahr 2011.

Ich selbst bin davon überzeugt, dass Jesus wiederkommt - er hat es versprochen. Aber wie er schon sagte, nur Gott allein kennt den Tag und die Stunde.

Dass wir damals auf den ganzen Botschaftsbetrug reingefallen sind bzw. dass er überhaupt solche Wellen schlagen konnte, lag m. M. nach vor allem daran, dass die Bibel ja altes Stroh von gestern war und nur die Apostel das frische Brot lieferten, den klaren Quell sprudeln ließen. Hätte man damals wirklich in der Bibel gelesen, dann hätte man festgestellt, fetstellen müssen, dass es noch ein ganzes Weilchen dauern wird, bis Jesus wiederkommt.

Endzeit, ja wann begann sie? Ich denke, wir sind mitten drin. Allerdings glaube ich von mir persönlich, dass ich noch den Bestatter werde bemühen müssen oder besser: bemühen lassen muss, leider. Aber wenn ich die Bibel richtig verstehe, muss es noch bisschen enger werden, es wird noch einiges mehr geschehen, was uns nicht gefallen wird. In vielen Ländern der Welt ist es jetzt schon lange nicht mehr so gemütlich wie in Deutschland bzw. Europa - besonders für Christen. Ich glaube nicht, dass wir hier so ungeschoren davon kommen, sondern vermute eher, dass wir wirklich auch hier noch zeigen müssen, wie wir zu unserem Herrn und Heiland stehen. Das muss uns aber keine Angst machen, denn wer heute zum Herrn gehört, wird auch morgen zu ihm gehören und dann auch für alle Zeit und Ewigkeit. Es war schon immer das Ziel gläubiger Christen "nahe bei Jesus" zu sein - hier und jetzt und für immer. "Und niemand wird sie aus meiner Hand reißen", das hat er auch versprochen; genau so, wie er versprochen hat, wieder zu kommen

Übrigens gibt es auch in den Großkirchen etliche, welche noch an die Wiederkunft Christi glauben!

Maximin

Re: ENDZEIT - EINE BESTANDSAUFNAHME

#3 Beitrag von Maximin » 04.11.2011, 20:14

:) Meine liebe Lena,
das haste sehr gut gesagt. Vielleicht verstehen uns beide hier nur sehr wenige Leute. Kann sein, kann nicht sein. Auf Dich und mich kommt es ja auch gar nicht an, sonder auf „IHN“ kommt alles an.

Denn unser zeitliches und ewiges Leben hängt davon ab, ob wir „IHN“ erkennen. Bitten wir um geöffnete Augen und um ein reines Herze.

Nun habe ich für Dich ein mutmachendes Lied gefunden welches Dir hoffentlich so gut gefällt wie mir. Hier isses:
http://www.youtube.com/watch?v=cHyWf9sT ... re=related

Herzlichst Micha :wink:

Magdalena
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Re: ENDZEIT - EINE BESTANDSAUFNAHME

#4 Beitrag von Magdalena » 05.11.2011, 10:07

Danke, lieber Maxi, für Lied und Worte! Es ist traurig, vermuten zu müssen, dass uns hier nur wenige verstehen. Aber was habe ich heute Morgen gelesen?

"An keinem Lebenden hat man zu verzweifeln". Augustinus

Übrigens besitze auch ich die "Schatzkammer Davids" von Spurgeon. Wenn Du gewisse Bücher suchst, dann wirst Du ganz gewiss unter amazon.de fündig. Preiswert und schnelle Lieferung. Ich hoffe sehr, dass das jetzt nicht eine verbotene Werbung ist? Aber die hat amazon bestimmt nicht nötig.
Soeben habe ich das Buch "Im Kraftfeld des Heiligen Geistes" von Arnold Bittlinger gelesen. Also, ich sage Dir, da steckt Weisheit und Erkenntnis drin!!! Dieser Mann steckt sämtliche APs der NAK in einen ziemlich kleinen Sack! Kleine Empfehlung an Dich - es lohnt sich, das Büchlein zu lesen, außerdem ist es nicht teuer.

Noch eine Empfehlung an Dich und natürlich nicht nur an Dich, sondern an alle, die sich wirklich noch für Gottes Werk im wahrsten Sinne des Wortes interessieren: "Nimm sein Bild in dein Herz" von Henri Nouwen - da lernt man unter anderem erkennen, was wirklich in uns steckt und wie wir uns mit Freude und Begeisterung Seinem Bilde nähern können, ohne Angst und Bangen aber im Vertrauen auf Seine Hilfe und Sein Erbarmen.

Ich wünsche Dir und allen anderen ein friedliches Wochenende

Magdalena

Maximin

Re: ENDZEIT - EINE BESTANDSAUFNAHME

#5 Beitrag von Maximin » 05.11.2011, 13:55

:) Meine liebe Magdalena,
vielen Dank für Deinen Buchtipp: "Im Kraftfeld des Heiligen Geistes" von Arnold Bittlinger“ (5. Auflage, Marburg an der Lahn, Oekumenischer Verlag Dr. R. F. Edel, 1976, 218 Seiten 8, (Paperback). Ich werde es mir kommende Woche bei Hugendubel in Berlin-Neukölln bestellen. Von Internetgeschäften halte ich aus verständlichen Gründen nichts…!

Wer ist Arnold Bittlinger? Hier kann man etwas über diesen Mann erfahren: http://www.bittlinger.ch/tp/index.php?id=4

Dass Leute wie wir in diesem Forum kaum auf nennenswerte Rückmeldungen treffen werden, das überrascht mich schon lange nicht mehr. Die hier aktiven Mitglieder haben, wie man ja sehen kann, ganz andere Probleme. Macht nichts. Tun wir das Unsere und auf unsere Weise.

Ich versuche jedenfalls seit wenigen Jahren, mit meinen bescheidenen Mitteln, den nie versiegenden NAK-Kreisverkehrs-Debatten etwas gegenüber zu stellen. Manchmal treffe ich bei dem einen und bei der anderen doch auf ein wenig Interesse.

Beste Wochenendgrüße mit diesem „besonderen“ Lied:
http://www.youtube.com/watch?v=nqp89bkF ... re=related

Herzlichst Micha :wink:

Magdalena
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Re: ENDZEIT - EINE BESTANDSAUFNAHME

#6 Beitrag von Magdalena » 05.11.2011, 20:15

Danke, lieber Maxi,

das war wirklich eine gelungene Überraschung, für alte NAK-Ohren und -Augen sehr ungewohnt ... Aber ich habe in den letzten drei Jahren sehr, sehr viel gelernt, lernen müssen; auch, dass man Lobpreis, Anbetung und andere Lieder von überzeugten Christen aus den verschiedensten Denominationen einfach respektieren, anerkennen und schließlich verstehen lernen muss. Das war nicht so einfach für mich! Du kennst das. Tief drinnen in der Hirnrinde hockte lange Zeit noch so eine Made, die dir einflüstern wollte, dass wir doch etwas anderes, ja besonderes sind. Ich denke, das habe ich nun endlich hinter mich gebracht. Hoffentlich!!!

Den Film hatte ich übrigens vor etlichen Jahren gesehen, damals noch als 150%ige NAKlerin. Also höchste Zeit, ihn wieder mal "rein zu ziehen"!

Nochmals danke, alles Liebe,

Magdalena

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