Protestant ;-)

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Cerebron

Re: Protestant ;-)

#51 Beitrag von Cerebron » 25.10.2011, 17:05

@Evah

Gustav Mankel ist doch auch derjenige, der im hundsmiserablen Text von "Jesus bleibet meine Freude" die gröbsten Schnitzer ausgemerzt hat und das Lied dadurch auch für Menschen mit geläutertem musikalischen Empfinden erst anhör- und singbar gemacht hat. :roll:

Gruß
C.E.

P.S.: Aber genug zum Gesangbuch. Hier geht's um den Protestanten.

Cemper

Re: Protestant ;-)

#52 Beitrag von Cemper » 25.10.2011, 18:59

Cerebron hat geschrieben:Hier geht's um den Protestanten.
Wie geht's dem denn?

PS: Sie meinen vermutlich diesen Mankel: KLICK. Wenn ich einmal fragen darf: Was waren denn die Schnitzer? Was wurde verändert? Der Choral ist doch "Traditionsgut". KLICK

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evah pirazzi
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Re: Protestant ;-)

#53 Beitrag von evah pirazzi » 25.10.2011, 20:29

Geht es hier nicht irgendwie immer um den Protestanten als solchen, speziell um den in uns?

Das Ceregebrönsel meint hier - schätze ich - den identischen Choral: "Wohl mir, dass ich Jesum habe..." und was er zum Ausdruck bringen will ist, dass auch "traditionsgute" Choräle von Seiten der NAK-Musik-Spezialisten nicht verschont werden. Ein weiteres gutes Beispiel für die Choral-Kastrationswut innerhalb der NAK-Musik-Reformationsgruppe. Man beachte dabei auch, dass nicht nur Texte, sondern auch die Kompositionen/Harmonien gerne bis zur Schmerzgrenze verändert werden.

Nur zur Veranschaulichung hier die Originaltexte:

"Jesus bleibet meine Freude,
Meines Herzens Trost und Saft,
Jesus wehret allem Leide,
Er ist meines Lebens Kraft,
Meiner Augen Lust und Sonne,
Meiner Seele Schatz und Wonne;
Darum lass ich Jesum nicht
Aus dem Herzen und Gesicht."

und

"Wohl mir, dass ich Jesum habe,
O wie feste halt ich ihn,
Dass er mir mein Herze labe,
Wenn ich krank und traurig bin.
Jesum hab ich, der mich liebet
Und sich mir zu eigen gibet;
Ach drum lass ich Jesum nicht,
Wenn mir gleich mein Herze bricht."


im Vergleich zur NAK-Fassung, bzw. zur Mankelschen Fassung:

"Wohl mir, dass ich Jesum habe,
fest ich halte seine Hand;
er ist meines Herzens Labe,
Trost in meinem Pilgerstand.
Jesum hab ich, der mich liebet
Und sich mir zu eigen gibet;
Jesus ist mein Gut und Teil,
meiner Seele ew’ges Heil.

Wohl mir, dass ich Jesum habe,
Jesum will ich lassen nicht.
Er, des Himmels höchste Gabe,
bleibt der Seele Glanz und Licht.
Segnend lenk er meine Schritte,
gnädig hör er meine Bitte,
dass ich, wenn erfüllt die Zeit,
schaue seine Herrlichkeit."


Tja, da können sich die alten Meister doch eine Scheibe abschneiden: Dichtkunst vom Feinsten - vom Heiligen Geiste beflügelt, nicht wahr? Und dazu muss man eigentlich noch die borkowskieske Harmonie hören, am besten gespielt auf einem alten Harmonium, dann steht der reinen Seeligkeit nix mehr im Wege.

:wink:
[i][size=75]"... Ich bin einerseits sehr froh, dass ich diesen Gedanken aussprechen kann, auf der anderen Seite fällt es mir auch nicht schwer..."
(Bap Klingler - Neujahrsgd 2009)[/size][/i]

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agape
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"Verbal-Hornung"

#54 Beitrag von agape » 25.10.2011, 20:53

Die Schmerzgrenze hat die "NAK-Musik-Truppe" mit der "Verbal-Hornung" zu Spittas Liedern erreicht.

Original

4. Ja, Herr Jesu, bei dir bleib ich
so in Freude wie in Leid;
bei dir bleib ich, dir verschreib ich
mich für Zeit und Ewigkeit.
Deines Winks bin ich gewärtig,
auch des Rufs aus dieser Welt;
denn der ist zum Sterben fertig,
der sich lebend zu dir hält.

NAK-Gesangbuch
4. Ja, Herr Jesus, bei dir bleib ich,
so in Freude wie in Leid.
Bei dir bleib ich, dir verschreib ich
mich für Zeit und Ewigkeit,
will auch gern mein Opfer bringen.
Schenk in deines Segens Füll
mir zum Wollen das Gelingen -
führe mich zum höchsten Ziel.

Auffällig ist hier, wie aus dem "Wink Jesu" das "gern gebrachte Opfer" wird und das "Sterben" zugunsten des Hinführens zum "höchsten Ziel" negiert und ausgetauscht wird.
Auch wenn dies nur ein Beispiel von vielen ist, zeigt es sehr deutlich, wie Sondergemeinschaften Texte im Sinne ihres Lehrkonzepts verändern und darüber hinaus den Eindruck erwecken, dass der Text dem genannten Verfasser (Spitta) entspricht.

Das an sich hätte schon 3 mal gereicht, um ...
Jesus war einer der glücklichsten Menschen, der je gelebt hat. Er gab seine Kraft weiter, verschenkte, was er hatte,
weil er in Übereinstimmung mit sich und seiner Botschaft lebte.
„Ich bin, was ich tue.“ Das bewirkt mystische Erfahrung.
Nach D.Sölle

verbindlich

Re: Protestant ;-)

#55 Beitrag von verbindlich » 25.10.2011, 21:07

denn der ist zum Sterben fertig,
der sich lebend zu dir hält.


Warum sollte ich zum Sterben fertig sein, ich warte auf die Wiederkunft Christi.
Hört sich nach Lebensmüdigkeit an, oder nicht?

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Re: Protestant ;-)

#56 Beitrag von agape » 25.10.2011, 21:42

Nein.
Jesus war einer der glücklichsten Menschen, der je gelebt hat. Er gab seine Kraft weiter, verschenkte, was er hatte,
weil er in Übereinstimmung mit sich und seiner Botschaft lebte.
„Ich bin, was ich tue.“ Das bewirkt mystische Erfahrung.
Nach D.Sölle

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Re: Protestant ;-)

#57 Beitrag von evah pirazzi » 25.10.2011, 22:42

verblichlich hat geschrieben:...denn der ist zum Sterben fertig,
der sich lebend zu dir hält.

Hört sich nach Lebensmüdigkeit an, oder nicht?
Irgendwann wirst auch du den tieferen Sinn des alten Liedverses verstehen - verblichlich - da bin ich zuversichtlich...!

:wink:

Agga von Kebnekaise,

das "will-auch-gern-mein-Opfer-bringen"-Lied haben wir neulich gerade wieder gesungen und mir floss kurz das Blut links herum - es ist wirklich unglaublich und gehört wegen Sachbeschädigung vor Gericht!!

Bild

Aber vielleicht hast du ja (zum "Abchillen") mal wieder ein schönes Rätsel für uns?

:mrgreen:
[i][size=75]"... Ich bin einerseits sehr froh, dass ich diesen Gedanken aussprechen kann, auf der anderen Seite fällt es mir auch nicht schwer..."
(Bap Klingler - Neujahrsgd 2009)[/size][/i]

Cerebron

Re: Protestant ;-)

#58 Beitrag von Cerebron » 26.10.2011, 11:50

verbindlich hat geschrieben:Warum sollte ich zum Sterben fertig sein, ich warte auf die Wiederkunft Christi.
Hört sich nach Lebensmüdigkeit an, oder nicht?
Sind Sie sicher, verstanden zu haben, was der Dichter meint? Erwägen Sie mal, was mit "Sterben" im Römerbrief so alles gemeint ist.
Falls Sie dazu aber keine Lust haben, kritisieren sie ruhig weiter den Schreiber des Philipperbriefs:
Phil. 1, 21 hat geschrieben:Denn Christus ist mein Leben und Sterben ist mein Gewinn.
Oder mäkeln Sie doch mal an der Offenbarung herum:
Offb. 14, 13 hat geschrieben:Und ich hörte eine Stimme vom Himmel zu mir sagen: Schreibe: Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben von nun an. Ja, spricht der Geist, sie sollen ruhen von ihrer Mühsal; denn ihre Werke folgen ihnen nach.
Dazu können Sie übrigens gute Musik hören. Brahms, sagt man.

Maximin

Re: Protestant ;-)

#59 Beitrag von Maximin » 26.10.2011, 12:08

Andreas,
Paulus sagt es so: "So nun der Geist des, der Jesum von den Toten auferweckt hat, in euch wohnt, so wird auch derselbe, der Christum von den Toten auferweckt hat, eure sterblichen Leiber lebendig machen um deswillen, daß sein Geist in euch wohnt. So sind wir nun, liebe Brüder, Schuldner nicht dem Fleisch, daß wir nach dem Fleisch leben. Denn wo ihr nach dem Fleisch lebet, so werdet ihr sterben müssen; wo ihr aber durch den Geist des Fleisches Geschäfte tötet, so werdet ihr leben." (Römer 8, 11-13 /Luther 1912)
LG Micha + + +

Maximin

Re: Protestant ;-)

#60 Beitrag von Maximin » 26.10.2011, 12:23

:) Andreas,
zu diesem hier am Rande angerissenen Thema "Sterben" ist für mich eine der interessantesten Schriftstellen eine im Römerbrief. Diese hier:

"1 Was sollen wir nun sagen? Sollen wir denn in der Sünde beharren, damit die Gnade umso mächtiger werde? 2 Das sei ferne! Wie sollten wir in der Sünde leben wollen, der wir doch gestorben sind? 3 Oder wisst ihr nicht, dass alle, die wir auf Christus Jesus getauft sind, die sind in seinen Tod getauft. 4 So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus auferweckt ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, auch wir in einem neuen Leben wandeln.

5 Denn wenn wir mit ihm verbunden und ihm gleich geworden sind in seinem Tod, so werden wir ihm auch in der Auferstehung gleich sein. 6 Wir wissen ja, dass unser alter Mensch mit ihm gekreuzigt ist, damit der Leib der Sünde vernichtet werde, sodass wir hinfort der Sünde nicht dienen. 7 Denn wer gestorben ist, der ist frei geworden von der Sünde. 8 Sind wir aber mit Christus gestorben, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden, 9 und wissen, dass Christus, von den Toten erweckt, hinfort nicht stirbt; der Tod kann hinfort über ihn nicht herrschen. 10 Denn was er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben ein für alle Mal; was er aber lebt, das lebt er Gott. 11 So auch ihr, haltet dafür, dass ihr der Sünde gestorben seid und lebt Gott in Christus Jesus.“ (Römer 6, 1 – 11 / Luther 1984)


Schwer zu fassen? Nein, das ist nicht schwer zu fassen, wenn man es denn bis auf den Grund durchdringt.

LG vom Micha :wink:

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