Kontemplation & Mystik

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Renders

Kontemplation & Mystik

#1 Beitrag von Renders » 22.12.2007, 16:36

Gott ergreifen

Mitten in den Dingen muss der Mensch Gott ergreifen und sein Herz gewöhnen, ihn allzeit als einen Gegenwärtigen zu besitzen im Gemüt, in der Gesinnung und im Willen. Gib acht, wie du gegen deinen Gott gesonnen bist, wenn du in der Kirche oder in der Zelle weilst: die selbe Gemütsverfassung halte fest und trag sie hinaus unter die Menge und in das Getümmel, in eine so fremde Welt!

Meister Eckhart (1260 - 1328)

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evah pirazzi
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#2 Beitrag von evah pirazzi » 20.04.2008, 20:32

Nachdenkenswertes -


Indianisches Gedicht


Es interessiert mich nicht, womit du deinen Lebensunterhalt verdienst.

Ich will wissen, wonach du dich sehnst,

und ob du es wagst, davon zu träumen, das Sehnen deines Herzens zu erfüllen.

Es interessiert mich nicht, wie alt du bist.

Ich will wissen, ob du es riskieren willst, wie ein Verrückter nach Liebe zu suchen,

nach deinen Träumen, nach dem Abenteuer, lebendig zu sein.

Es interessiert mich nicht, welche Sterne deinen Mond kreuzen.

Ich will wissen, ob du das Zentrum deines eigenen Kummers berührt hast,

ob du geöffnet wurdest durch die Treuebrüche oder verwelkt und verschlossen

aus Angst vor weiterem Schmerz.

Ich will wissen ob du in Freude sein kannst, deiner oder meiner,

ob du ausgelassen tanzen und die Ekstase dich fühlen lassen kannst

bis zu deinen Finger - und Zehenspitzen, ohne dich in Vorsicht zurückzunehmen,

realistisch zu sein oder die Schranken des Menschsseins zu erinnern.

Es interessiert mich nicht zu wissen, wo du lebst und wieviel Geld du hast.

Ich will wissen, ob du matt und erschlagen nach einer Nacht in Kummer

und Verzweiflung, aufstehen kannst und tun was für die Kinder nötig ist.

Es interessiert mich nicht, ob die Geschichte die du erzählst wahr ist.

Ich will wissen ob du einen anderen enttäuschen kannst um dir selber treu zu bleiben.

Ob du die Anklage eines Treuebruches aushalten kannst,

ohne deine eigene Seele zu betrügen.

Ich will wissen, ob du Vertrauen hast und deshalb auch vertrauenswürdig sein kannst.

Ich wil wissen, ob du die Schönheit sehen kannst,

selbst wenn es nicht jeden Tag schön ist, und ob du die Quelle deines Lebens

in Gottes Gegenwart finden kannst.

Ich will wissen, ob du mit Versagen leben kannst, deinem oder meinem,

und immer noch am Ufer des Sees stehen und den silbernen Vollmond zurufen kannst:

JA !

Es interessiert mich nicht , wer du bist und wie du herkamst.

Ich will wissen ob du mit mir im Feuer stehen kannst, ohne zurückzuschrecken.

Es interessiert mich nicht, wo und was du mit wem studiert hast.

Ich will wissen, was dich von innen stützt, wenn alles andere wegfällt.

Ich will wissen, ob du mit dir selber allein sein kannst,

und ob du wahrhaftig die Gesellschaft deiner leeren Augenblicke liebst.

:wink:

Engelchen

#3 Beitrag von Engelchen » 20.04.2008, 21:11

Schön. :wink:

Es ist vielleicht an dieser Stelle etwas unpassend. Aber sei`s drum...
Interessant ist es trotzdem.
http://www.welt-der-indianer.de/geschic ... ichte.html

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Loreley 61
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#4 Beitrag von Loreley 61 » 21.04.2008, 12:33

Wunderschönes Gedicht, mit sehr viel verborgener Weisheit und Tiefgang.

Danke Evah!
Unsere Gedanken und Gefühle werden durch unsere Überzeugungen geformt.
Was du tief in dir und oft unbewusst denkst, das zeigt die größte Wirkung in deinem Leben.
Brauche nichts ... wünsche alles ... und wähle, was sich zeigt!
______
Namaste

Anne

Aus: 7 Wochen anders leben

#5 Beitrag von Anne » 29.03.2009, 13:42

Wo lernen wir?

Wo lernen wir leben
und wo lernen wir lernen
und wo vergessen
um nicht nur Erlerntes zu leben?

Wo lernen wir klug genug sein
die Fragen meiden
die unsere Liebe nicht einträchtig machen
und wo
lernen wir ehrlich genug zu sein
tortz unserer Liebe
und unserer Liebe zuliebe
die Fragen nicht zu meiden?

Wo lernen wir
uns gegen die Wirklichkeit wehren
die uns um unsere Freiheit
betrügen will
und wo lernen wir träumen
und wach sein für unsere Träume
damit etwas von ihnen
unsere Wirklichkeit wird?

Erich Fried

Maximin

SKEPSIS UND ZWEIFEL...

#6 Beitrag von Maximin » 29.03.2009, 14:59

... in dem man seine Zweifel bezweifelt - vielleicht? :wink:

autor

#7 Beitrag von autor » 29.03.2009, 18:19

Wir lernen dort, wo wir zusammenrücken
Wir lernen dort, wohin wir in uns gehn
Wir lernen dort, wohin wir nächtens blicken
Wir lernen dort, wo wir tagtäglich stehn.


a.

Anne

Re: SKEPSIS UND ZWEIFEL...

#8 Beitrag von Anne » 29.03.2009, 20:48

Maximin hat geschrieben:... in dem man seine Zweifel bezweifelt - vielleicht? :wink:
Wenn man seine Zweifel bezweifelt
und das lebt
steht man am Ende da
wo man einmal angefangen hat.
Nur anders. :wink:

Adler

#9 Beitrag von Adler » 30.03.2009, 09:16

Wer sein Heimweh verliert,
verliert auch seine Heimat ...

LG Adler

autor

#10 Beitrag von autor » 19.04.2009, 14:39

  • Immerhin

    Mein Herz, sei nicht beklommen,
    Noch wird die Welt nicht alt.
    Der Frühling ist wiedergekommen,
    Frisch grünt der deutsche Wald.

    Seit Ururvätertagen
    Stehen die Eichen am See,
    Die Nachtigallen schlagen,
    Zur Tränke kommt das Reh.

    Die Sonne geht auf und unter
    Schon lange vieltausendmal,
    Noch immer eilen so munter
    Die Bächlein ins blühende Tal.

    Hier lieg ich im weichen Moose
    Unter dem rauschenden Baum,
    Die Zeit, die wesenlose,
    Verschwindet als wie ein Traum.

    Von kühlen Schatten umdämmert,
    Versink ich in selige Ruh;
    Ein Specht, der lustig hämmert,
    Nickt mir vertraulich zu.

    Mir ist, als ob er riefe:
    Heija, mein guter Gesell,
    Für ewig aus dunkler Tiefe
    Sprudelt der Lebensquell.

    Wilhelm Busch

W E R N E R, Hugo (Hrsg.): Wilhelm Busch Gesamtwerk in drei Bänden. Augsburg: Verlagsgruppe Weltbild GmbH. 2002, Bd.: 3, S.: 533

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