Gedankenaustausch zu Zeitzeugenberichte

Alles rund um die Sondergemeinschaft Neuapostolische Kirche (NAK), die trotz bedenklicher Sonderlehren (u.a. Versiegelung, Entschlafenenwesen mit Totenmission, Totentaufe, Totenversiegelung und Totenabendmahl, Heilsnotwenigkeit der NAK-Apostel, Erstlingsschaft, ..), weiterhin "einem im Kern doch ... exklusiven Selbstverständnis", fehlendem Geschichtsbewusstsein und Aufarbeitungswillen, speziell für die Zeit des Dritten Reiches, der DDR, der Bischoffs-Botschaft ("... Ich bin der Letzte, nach mir kommt keiner mehr. ..."), sowie ihrer jüngsten Vergangenheit und unter erheblichem Unmut ehemalicher NAK-Mitglieder, auch Aussteiger genannt, die unter den missbräuchlichen Strukturen und des auf allen Ebenen ausgeprägten Laienamtes der NAK gelitten haben, weiterhin leiden und für die die NAK nach wie vor eine Sekte darstellt, im April 2019 als Gastmitglied in die ACK Deutschland aufgenommen wird.
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Andreas Ponto
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Gedankenaustausch zu Zeitzeugenberichte

#1 Beitrag von Andreas Ponto » 25.07.2011, 12:17

Hier kann der Gedankenaustausch zu den Zeitzeugenberichten erfolgen.

42

Re: Bischoff-Botschaft - Zeitzeugenberichte

#2 Beitrag von 42 » 29.07.2011, 20:09

Was mich irritiert, das ist die vergleichsweise mäßige Beteiligung anderer älterer Teilnehmer (Zeitzeugen) hier. Gibt es keine mehr, traut ihr Euch nicht oder macht Ihr, glaubensgehorsamst, so weiter wie es Euch der Stammapostel Walter Schmidt mit seinem Schweigegebot aufgetragen hat?
Ein Schweigegebot liesse ich (Konjunktiv) nicht gelten und habe ich nicht gelten lassen.

Maximin, das Thema NAK hat fuer mich "absolut sekundaere Prioritaet". Warum soll ich mich also noch mit einer causa finita beschaeftigen? Das duerfte als Grund fuer mein bisheriges und zukuenftiges Schweigen ausreichen.

Es kann doch sein, dass es anderen auch so geht?

Maximin

Re: Bischoff-Botschaft - Zeitzeugenberichte

#3 Beitrag von Maximin » 29.07.2011, 20:35

:) Mein lieber 42er,
gewiss wird es hier einige geben, die sagen: „Roma locuta, causa finita, (lat.) "Rom hat gesprochen, der Fall ist beendet." Halte ich Dir aber dennoch trotzig meinen Einwand entgegen: „Nur für fair gegenüber den uns nachfolgenden Generationen halte ich das nicht.“
Friedliche Grüße vom Maximin :wink:

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Andreas Ponto
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Re: Gedankenaustausch zu Zeitzeugenberichte

#4 Beitrag von Andreas Ponto » 29.07.2011, 23:27

Mir geht es ähnlich, wie Maximin.

Ich kann nichts berichten, weil ich mit der Gnade der späten Geburt leben darf...

Aber es würde mich doch sehr interessieren, was Zeitzeugen zu berichten wissen.

Geschichtsdokumentation, solange es eben noch möglich ist.

Auch wenn es für die Betroffenen überhaupt nicht mehr relevant ist oder sie nichts mehr davon hören wollen.

Für die Allgemeinheit wäre es sehr, sehr hilfreich, wenn sie, die Zeitzeugen, ihr Wissen, ihre Erfahrungen zur Verfügung stellen und dokumentieren würden.

Einfach erzählen, wie es aus ihrer Sicht damals war und gut.

im Voraus vielen herzlichen Dank!

abendstern_
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Re: Gedankenaustausch zu Zeitzeugenberichte

#5 Beitrag von abendstern_ » 30.07.2011, 07:04

Guten Morgen Micha,

du hast an anderer Stelle immer wieder darauf hingewiesen, dass dieses Forum zu NAK-lastig sei, nun fragst du, warum nicht mehr ältere Semester ihre "Botschafts-Erinnerungen" hervorkramen und berichten. Ist das nicht ein Widerspruch?

Vielleicht liegt es ja daran, dass wir es geschafft haben, den "alten Kram" das sein zu lassen was er ist - Vergangenheit.

Ich selbst war zwar schon geboren, aber zu jung um ein Zeitzeuge zu sein. Trotzdem hat mich die Bischoff-Aera mit Sicherheit geprägt. Meine Eltern sind in dieser Zeit neuapostolisch geworden, haben geheiratet, mein Vater hat sein Amt in dieser Zeit bekommen, ich wurde 1957 geboren. Geprägt hat mich außerdem stark die von dir erwähnte Zeit danach unter Stap. Schmid. Bin sozusagen mit dem Sichelbild aufgewachsen und der ständigen Angst, ich könnte bei der Ernte nicht würdig genug sein. Diese ständig vorhandene unterschwellige Angst hat meine Kinder- und Jugendzeit geprägt und ich bin froh, dass dieser Horror lange vorbei ist.

Eigentlich hätte ich ja gar nicht zur Welt kommen sollen. Meiner zarten schwangeren Mutter sagte man damals, sie müsse sich nicht vor der Geburt fürchten, denn vorher komme der Herr. Der Herr hat dann anders entschieden...

Magdalena
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Re: Gedankenaustausch zu Zeitzeugenberichte

#6 Beitrag von Magdalena » 30.07.2011, 09:54

Zitat:
Was mich irritiert, das ist die vergleichsweise mäßige Beteiligung anderer älterer Teilnehmer (Zeitzeugen) hier. Gibt es keine mehr, traut ihr Euch nicht oder macht Ihr, glaubensgehorsamst, so weiter wie es Euch der Stammapostel Walter Schmidt mit seinem Schweigegebot aufgetragen hat?

Ich hatte bisher nur mit einem einzigen Zeitzeugen vorsichtigen, NAK-kritischen Kontakt. Er war Amtsträger, ein sehr intelligenter Mensch, trotzdem seinen "Vorangängern" ergeben bis zur Hörigkeit und Kadavergehorsam. Was alles daraus folgte, können sich "Insider" zusammenreimen. Das will ich auch nicht mehr aufwärmen; wir ehemaligen 100 und noch mehr %igen haben alle unsere kleinen oder größeren "Leichen" im Keller ...
Also, dieser alte "Gottesmann" kommt mit den Neuerungen der NAK überhaupt nicht zurecht, weder mit den "guten" noch den weniger guten. Er hat natürlich auch mit der NAK-Geschichte zu tun, sie stößt ihm unangenehm auf - aber er will damit nichts mehr zu tun haben, er möchte, dass alles unter den dicken Teppichen bleibt, auch wenn sie sich noch so wölben sollten. Er meint, es interessiert heute sowieso keinen Menschen mehr und es bringt nichts sich weiter damit auseinanderzusetzen.
Meiner Meinung nach geht es vielen älteren und alten Geschwistern, die sich doch ein wenig mit der Geschichte im Nachhinein befassen, so :
Sie haben einfach nur Angst, Angst, dass ihr ganzes Leben und Streben für die NAK plötzlich nichts mehr wert ist. Sie kommen sich ungefähr so vor wie die Kommunisten am 9. November 1989 in der DDR. Der Boden rutscht unter den Füßen, es wankt das "Glaubensgebäude", das Leben erscheint plötzlich sinnlos und leer. Deshalb klammert man sich mit Händen und Füßen an sämtliche Fassaden und will die Wahrheit nicht sehen. Es wird alles ausgeschaltet, was Licht ins Dunkel bringen könnte. Je mehr sich einer für das "Werk des Herrn" eingesetzt hat, um so mehr hält er alles fest, was er nur halten kann, auch wenn es nur noch die Tapete des "Glaubenshauses" ist.

Wir haben doch nie gelernt, dass Jesus Christus unser Fundament sein sollte. Wir haben nur für die "Kirche" gearbeitet. Ich mache das für die Kirche, ich gebe dieses für die Kirche ... Unser Fundament war die Apostellehre, die Gottesdienste waren (und sind leider auch oft noch) nur voll mit Apostel und dem Stammapostel. Jesus Christus wurde mal am Rande erwähnt aber nur in Bezug darauf, dass er ja die Apostel gesendet hat. (Das hat sich heute ein ganz, ganz kleines bisschen geändert.)

Fazit: Das "Werk des Herrn" war auf Menschen gebaut - egal, wie man das zu erklären versucht.
Mit dieser Schlussfolgerung "NAK=Menschenwerk" kommen die "Alten" nicht klar, sie wollen es auch nicht, sie wollen es weiter gemütlich haben im Seniorenkreis, mehr nicht. Das ist jetzt ihr Leben, und irgendwie kann man es auch verstehen.

Außerdem werden wenige dieser o. g. Geschwister Internet haben, und wenn, dann werden sie solche gefährlichen Seiten wie diese hier nicht lesen.

Oben erwähnter Amtsträger hat jeglichen Kontakt mit mir ohne Begründung abgebrochen - ich kann nur vermuten, dass der Umgang mit mir ihm auch zu gefährlich wurde.

verbindlich

Re: Gedankenaustausch zu Zeitzeugenberichte

#7 Beitrag von verbindlich » 30.07.2011, 12:12

@ magdalena,
ich arbeite seit meiner Konfirmation ausschließlich für Jesus Christus, was anderes wurde mir in der NAK auch nicht beigebracht. Ich glaube, das menschliche Interpretationen dazu geführt haben, das Irritationen auftraten.
Ich habe mich von solchen Meinungen und Ansichten nie beeindrucken lassen. Man hat schließlich einen freien Willen, oder etwa nicht? Bin von Geburt an NAK- und das gerne!!

Magdalena
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Re: Gedankenaustausch zu Zeitzeugenberichte

#8 Beitrag von Magdalena » 30.07.2011, 12:37

Glückwunsch, verbindlich!

Du hattest einen freien Willen - ich hatte Amtsträger, deren Wort = Gottes Wort war. Ich habe das damals sehr ernst genommen. Wenn ich mal über die Stränge geschlagen habe, dann nur mit schlechtem Gewissen und Angst vor den "versprochenen" Folgen wie mir muss unbedingt etwas Schlimmes passieren, Segensverlust, keine Gnade, nicht dabei sein, wenn der Herr kommt ... Du hast ganz sicher in einer anderen Gegend gelebt als ich und darfst dafür dankbar sein!

Ich war auch immer sehr gern neuapostolisch, bis ich an anderen merkte und dann zum Schluss sogar an mir, wie man uns über Jahrzehnte lang gedemütigt hat, behandelte wie Marionetten - mal brauchte man uns, dann war man gut; dann brauchte man uns wieder mal nicht, und wir wurden in die Ecke gestellt. Wir haben es nicht bemerkt oder immer wieder entschuldigt.
So lange ich alles tat, was man von mir verlangt hat, war ich das allerbeste Gotteskind; tat ich mal etwas anderes - ja, dann habe ich sie kennen gelernt, meine Segensträger! Da war die Freundlichkeit verschwunden, dann nahte eisige Kälte und Lieblosigkeit.

Endlich ging ich dann eines Tages in die Tiefe - und dann schämte ich mich auf einmal, neuapostolisch zu sein. Ich erkannte die unglaubliche Arroganz, diese Überheblichkeit anderen Christen gegenüber, ich sah die Lügen der Geschichte, die ich früher schon erahnte aber nie wahrhaben wollte, ich erinnerte mich an die Lügen, die ich selbst erlebt hatte und immer entschuldigte usw. - plötzlich ging mir ein Licht auf, Gott sei Dank!

Aber gut, Du hast es anders erlebt. Wie gesagt, Glückwunsch!

Maximin

Re: Gedankenaustausch zu Zeitzeugenberichte

#9 Beitrag von Maximin » 30.07.2011, 13:47

:) Grüß Gott abendstern_ (editiert centaurea 2011-07-30),
Du fragst mich, ob es nicht ein Widerspruch ist, wenn ich mich früher darüber mokierte, dass unser friedliches kleines Forum „NAK-Lastig“ ist. Was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben und ich sehe das heute immer noch so.

Der Forumsgründer....hatte das Forum in andere Hände gegeben und sich bald danach verabschiedet. Na klar hätte ich mich alsbald ebenfalls abschalten können. Können schon, müssen nicht. Warum nicht…?

Sieh mal, ich war vorübergehend drauf und dran mich ebenfalls abzuschalten. Nach reiflicher Überlegung kam ich zu einem anderen Ergebnis. Ich habe mich gefragt: „Micha hast du noch etwas sinnvolles beizutragen?“ Genauer gesagt: „Kannst Du etwas sinn volles danebenstellen?“

Meine Antwort kennst Du. abendstern_ (editiert centaurea 2011-07-30), das Leben ist voller Widersprüche. Ich finde nur, dass man sich Widersprüchen stellen sollte, statt sich um sie herum zu schummeln. Ach ja, ich hätte mich ja auch ersatzweise bei "Quo Vadis" einmischen können, um dort kräftig mit zu giften. Glaubst Du, dass ich dafür geeignet bin und dort hingehöre? :oops: Nee, nee, der bin ich nicht. Da gehöre ich einfach nicht hin. :D

Natürlich ist auch ein wenig persönliche Eitelkeit dabei. Eine ältere Schauspielerin sagte im FS dieser Tage sinngemäß: „Ich habe ein bestimmtes Talent mitbekommen. Warum sollte ich dieses Talent nicht mit anderen teilen? Schließlich bekomme ich von denen auch ein ganze Menge zurück.“ So ähnlich geht es mir auch, obwohl ich kein Schauspieler bin. Inzwischen vielleicht so etwas wie ein alternder evangelischer Wanderprediger mit neuapostolischem Hintergrund. Schlimm…?

Liebe Grüße in das Ländle vom Micha. :wink:

Maximin

Re: Gedankenaustausch zu Zeitzeugenberichte

#10 Beitrag von Maximin » 30.07.2011, 19:14

:) Meine liebe Tosi,
dankeschön für Deinen Bericht. Wie sich die Bilder gleichen. Man hat uns mit Angst eine alleinseligmachende Kirche vorgegaukelt und Angst hat lange Zeit unser Leben beherrscht. Jesus hat seinen Leuten damals gesagt: "Fürchtet euch nicht!" Wohl dem, der das inzwischen ergriffen und seine Ängste abgetan hat.

Liebe Grüße vom alten Maximin :wink:

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