"Macht endlich Frieden!" v. Helmut Schmidt

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Andreas Ponto
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"Macht endlich Frieden!" v. Helmut Schmidt

#1 Beitrag von Andreas Ponto » 30.04.2011, 10:44

Macht endlich Frieden!

Ein Artikel von Helmut Schmidt in der Zeit und Auszug aus dem neuen Buch von Helmut Schmidt: "Religion in der Verantwortung. Gefährdungen des Friedens im Zeitalter der Globalisierung."

Ein lesenswerter Artikel, wenn auch mir persönlich der Biss etwas fehlt (Liegt wohl daran dass es sich um einen Auszug aus seinem neuen Buch und nicht um einen eigenständigen Artikel dazu handelt?).

Beim Lesen kommen mir viele Fragen. Wie ist es nun?

Ist die Religion am Krieg schuld? Sind es die Menschen? Ist es die Gesellschaft? Sind es die religiösen und oder die politischen Führer?

Wer ist verantwortlich dafür, dass folgender Satz umgesetzt wird?
Zitat: "Toleranz und der Wille zur Kooperation sind Gebote einer Weltpolitik im 21. Jahrhundert. Wir müssen uns auf eine Ethik verständigen!"

Sind religiöse Führer für Weltpolitik verantwortlich? Sind politische Führer für eine globale Ethik verantwortlich?

Wie könnte dieses obige Zitat umgesetzt werden. Wer wartet auf wen? Wo und wie kann angefangen werden?

Ökumene ist schon ein riesiges Unterfangen, gemeinsames Abendmahl scheint für die christlich-religiösen "Machthaber" (ein unmögliches Wort) undenkbar und der Nachbarschaftsstreit von Hubert und Lieschen treibt mächtig Stilblüten, die NATO fliegt nach Nordafrika, Afrika ist zu Fuss und per Boot auf dem Weg nach Europa, etc...

Wie schaffen wir da eine Verständigung auf eine global akzeptierte und angewandte Ethik, die allen gerecht wird?

Möglich - unmöglich? Nötig - unnötig? Kleine Schritte oder grosser Wurf?

Grüsse

Andreas

tergram

Re: "Macht endlich Frieden!" v. Helmut Schmidt

#2 Beitrag von tergram » 30.04.2011, 17:00

Ach, hochverehrter Herr Schmidt,

wie schön Sie das doch schreiben. Und wie wahr. Wenn ich nur nicht so eine seltsame Erinnerung im Hinterkopf hätte... Sie, damals als Bundeskanzler... und der unsägliche NATO-Doppelbeschluss... was Sie ja dann wohl die Wiederwahl gekostet hat... hätten Sie mal 1982 auf uns in der Friedensbewegung gehört... aber Sie hielten uns ja für weltfremde, pazifistische Spinner, damals, auf dem Gewerkschaftstag in Essen, nicht wahr? Schade, Herr Schmidt. Wirklich. Was ist eigentlich aus den Pershing II Raketen im Hunsrück geworden? Ist wohl inzwischen auch egal. Statt des damals befürchteten "Euroshima" haben wir jetzt Fukushima.

Na ja, Jahrzehnte später und frei von politischer Verantwortung lässt sich dann herrlich darüber philosophieren... und man wird ja auch reifer...

Bedenkenträger

Re: "Macht endlich Frieden!" v. Helmut Schmidt

#3 Beitrag von Bedenkenträger » 01.05.2011, 13:32

Liebe Schwester "tergram",

es ist doch so: Ein jeder hat seine persönlichen Überzeugungen und zumeist hat er/sie dafür auch eine Menge guter Gründe. Ich finde, man muß den Standpunkt des anderen nicht verstehen oder gar teilen, aber man sollte sich stets eine differenzierte Betrachtung erlauben und dem anderen nicht den guten Willen bei seinen Überzeugungen und Handlungen absprechen, der doch zumeist vorhanden ist, und den ich beim Altkanzler Schmidt doch sehe, wie auch beispielsweise bei einem Herrn Westerwelle (und zu beiden Herren habe ich sehr verschiedene Meinungen).

Einen sonnigen Sonntag! :wink:

tergram

Re: "Macht endlich Frieden!" v. Helmut Schmidt

#4 Beitrag von tergram » 01.05.2011, 16:00

centaurea hat geschrieben: Ist die Religion am Krieg schuld?
Sind es die Menschen?
Ist es die Gesellschaft?
Sind es die religiösen und oder die politischen Führer?
Wer ist verantwortlich dafür, dass folgender Satz umgesetzt wird?
Zitat: "Toleranz und der Wille zur Kooperation sind Gebote einer Weltpolitik im 21. Jahrhundert. Wir müssen uns auf eine Ethik verständigen!"
Sind religiöse Führer für Weltpolitik verantwortlich?
Sind politische Führer für eine globale Ethik verantwortlich?
Wie könnte dieses obige Zitat umgesetzt werden?
Wer wartet auf wen?
Wo und wie kann angefangen werden?
Lieber Andreas,
wir hatten den Themenkomplex im erweiterten Sinn ja schon. Ich fragte ratlos
tergram hat geschrieben:Wie weit geht die Verantwortung eines Christen in diesen Dingen?
Müssten wir nicht allesamt aufstehen und laut "nein" sagen?
Müssten wir uns nicht viel mehr und bei viel mehr Themen engagieren?
Verstecken wir uns nicht nur zu gern hinter dem (falsch verstandenen) Satz "Mein Reich ist nicht von dieser Welt"?
Ist "Christ sein" ohne (politisches) Engagement möglich?
War Christus nicht (auch) ein Revolutionär?
Ist das 'Himmelreich in uns' denkbar ohne erlebbare Zeichen äußerer, irdischer Gerechtigkeit?
und Bruder Bedenkenträger beschied mich
Bedenkenträger hat geschrieben: Deine Fragen sollte sich ein jeder nun mal selbst an sich stellen und dann die passenden Antworten für sich finden. Und vor allen Dingen wäre dann entsprechend zu handeln, und daran scheitert es leider oftmals. Es bleibt beim Reflektieren und Diskutieren, aber Konsequenzen wollen wir nicht gleich ziehen - Nein, erst einmal abwarten oder mal testen, ganz vorsichtig, und dann schauen wir mal, was der Nachbar so macht und dann gucken wir nochmal ... Oder wir ziehen die falschen Konsequenzen, was leider oft genug auch der Fall ist und dann haben wir den Salat … c'est la vie, so sind wir …
SO sind wir. Im Krieg und im Frieden. Wobei man manchmal nicht mehr weiss, was denn nun schlimmer...
Egal, c'est la vie. Oder so.

Einen strahlenden Sonntag,
t.

Adler

Re: "Macht endlich Frieden!" v. Helmut Schmidt

#5 Beitrag von Adler » 01.05.2011, 16:33

Nutze den Krieg - der Frieden wird grausam sein ... ! ... oder war es umgekehrt ... ?

LG Adler

P.S.

So lange es eine Macht gibt, welche an den Börsen dieser Welt mit dem Elend ganzer Völker spekulieren und sich daran dumm und dämlich verdienen, kann es geben was es will; - es sei Krieg oder Frieden - diese Macht wird in jedem Fall daran verdienen!

Bedenkenträger

Re: "Macht endlich Frieden!" v. Helmut Schmidt

#6 Beitrag von Bedenkenträger » 01.05.2011, 17:05

Adler hat geschrieben:[...]

So lange es eine Macht gibt, welche an den Börsen dieser Welt mit dem Elend ganzer Völker spekulieren und sich daran dumm und dämlich verdienen, kann es geben was es will; - es sei Krieg oder Frieden - diese Macht wird in jedem Fall daran verdienen!
Was für eine "Macht" soll dies sein?

Geht es hier evtl. ein klein wenig konkreter?

Adler

Re: "Macht endlich Frieden!" v. Helmut Schmidt

#7 Beitrag von Adler » 01.05.2011, 17:22

Bedenkenträger hat geschrieben:
Adler hat geschrieben:[...]

So lange es eine Macht gibt, welche an den Börsen dieser Welt mit dem Elend ganzer Völker spekulieren und sich daran dumm und dämlich verdienen, kann es geben was es will; - es sei Krieg oder Frieden - diese Macht wird in jedem Fall daran verdienen!
Was für eine "Macht" soll dies sein?

Geht es hier evtl. ein klein wenig konkreter?

Mit Verlaub, mein lieber Bedenkenträger, aber ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass Sie derart weltfremd sind, um hier noch eine Erklärung zu benötigen!

LG Adler

Bedenkenträger

Re: "Macht endlich Frieden!" v. Helmut Schmidt

#8 Beitrag von Bedenkenträger » 01.05.2011, 17:25

Ich bin keinesfalls weltfremd, aber wenn ich was von "Mächten" höre oder lese, da denke ich immer, SIE sind am Werk. Erst Bielefeld und nun die Börse und die Wirtschaft ... wir müssen uns vor IHNEN in acht nehmen ... :mrgreen:

Adler

Re: "Macht endlich Frieden!" v. Helmut Schmidt

#9 Beitrag von Adler » 01.05.2011, 17:29

Sorry, aber jetzt stehe ich wohl etwas auf der Leitung :shock: Wer bitte sind/ist >SIE<? Meinen sie nun mich oder evtl. die NAK-KL? 8)

LG Adler

Bedenkenträger

Re: "Macht endlich Frieden!" v. Helmut Schmidt

#10 Beitrag von Bedenkenträger » 01.05.2011, 17:38

Es gibt größere Mächte auf dieser Erde als die NAK-KL, es sind :arrow: SIE. :mrgreen: :wink:

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