Gottesbilder - Versuche, Irrtümer, Zweifel und Überzeugungen

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tergram

Gottesbilder - Versuche, Irrtümer, Zweifel und Überzeugungen

#1 Beitrag von tergram » 09.04.2011, 21:39

10 Thesen über Gott Quelle: http://www.persoenlichkeits-blog.de/art ... ueber-gott#

1. Gott hat nie aufgehört, mit den Menschen zu kommunizieren. Jeder kann Botschaften von Gott empfangen. Jede Botschaft ist genauso wertvoll, wie jede andere Botschaft. Gott schickt jedem nur die Botschaften, die in sein momentanes Glaubenssystem passen. Deswegen widersprechen sich die Botschaften von unterschiedlichen Menschen.

2. Jeder Mensch ist genauso außergewöhnlich, genauso besonders, wie jeder andere Mensch. Kein Mensch wird von Gott mehr geliebt, als ein anderer Mensch. Wir sind alle Boten Gottes in jedem Augenblick unseres Lebens.

3. Kein Weg zu Gott ist direkter als ein anderer. Keine Religion ist “die einzig wahre Religion”, kein Volk ist das “auserwählte Volk” und kein Prophet ist der “grösste Prophet”.

4. Gott hat nichts nötig. Gott braucht nichts, um glücklich zu sein. Gott ist die Glückseligkeit selbst. Deshalb verlangt Gott von nichts und niemanden im Universum irgend etwas. Gott hat keine einzige Regel für uns Menschen aufgestellt.

5. Gott ist kein einzigartiges Superwesen, das irgendwo im Universum oder außerhalb lebt. Gott ist die Gesamtheit aller Seelen, die im und außerhalb des Universums leben. Sie selbst, ihr ärgster Feind, jede Fliege, jeder Grashalm, jeder Stein ist Teil von Gott.

6. Das, was Gott ist, kann in keiner Weise gekränkt oder verletzt werden oder beschädigt werden und hat es deshalb auch nicht nötig zu bestrafen oder sich zu rächen.

7. Alle Dinge sind ‘Ein Ding’. Alle Dinge sind Teil des einen Dings. Wir hängen alle zusammen — ohne uns dessen bewusst zu sein. Alle Menschen, alle Tiere, alle Pflanzen, alle Materie im ganzen Universum… ist EINS.

8. So etwas wie Richtig und Falsch im Bezug auf Gott gibt es nicht. Es gibt nur Ziele, die sich Menschen oder Menschengruppen selbst stecken. Und gemäß diesen selbst gesteckten Zielen gibt es nur ein “funktioniert besser” oder “funktioniert schlechter”.

9. Wir sind nicht unser Körper. Das, was wir sind, ist grenzenlos und hört nie auf zu existieren. Unser Körper ist wie ein Radioapparat, aus dem Musik erklingt. Wir sind nicht das Gerät, wir sind die unsichtbaren Radiowellen dahinter, die auch noch da sind, wenn das Radiogerät nicht mehr existiert.

10. Wir können nicht sterben. Unsere Seele wird ewig existieren. Wir sind weder in Sünde geboren, noch werden wir je zu ewiger Verdammnis verurteilt werden, egal was wir tun.
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Loreley 61
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Re: Gottesbilder - Versuche, Irrtümer, Zweifel und Überzeugu

#2 Beitrag von Loreley 61 » 09.04.2011, 22:08

Phantastische Thesen! Guuuuuuuuuuuuuuuuut! Könnten von Neale Donald Walsch stammen. Er hat wesentlich zu meinem derzeitigen Gottesbild beigetragen - vor allem in seinem ersten Buch-Band: "Gespräche mit Gott" Walsch sagt ebenfalls:


Wir sind alle eins.
Gott ist nicht bedürftig. Er braucht auch kein (Geld)opfer von uns.
Wir sind nicht unser Körper, aber wir sind Schöpfer unserer Realität.
Alle Religionen haben ihre Existenzberechtigung, aber keine ist im Besitz der absoluten Wahrheit. Sie sind bestenfalls unterschiedliche Wege zum selben Ziel.
Gott straft nicht.
Wir sind nicht sündig geboren - wir leben ewig.........usw.

klick


So sehe ich das auch. tergrams eingesetzte Thesen zeugen von einem hohen spirituellen Niveau - so meine Meinung.

LG, Lory
Unsere Gedanken und Gefühle werden durch unsere Überzeugungen geformt.
Was du tief in dir und oft unbewusst denkst, das zeigt die größte Wirkung in deinem Leben.
Brauche nichts ... wünsche alles ... und wähle, was sich zeigt!
______
Namaste

Bedenkenträger

Re: Gottesbilder - Versuche, Irrtümer, Zweifel und Überzeugu

#3 Beitrag von Bedenkenträger » 10.04.2011, 09:11

"tergram", Du Gottesleugnerin ... :mrgreen: :wink:

Aber im Ernst: Mit den Gottesbildern ist es so eine ganz besondere Sache, wie wir ja wissen. Jeder hat da so seine ganz persönliche Vorstellung von Ihm, aufgrund seiner Erfahrungen, der jeweiligen religiösen Prägung durchs Elternhaus, durch Kirche usw. Aber am Anfang von allem kann eigtl. immer nur die Gottesbegegnung, die Gotteserfahrung stehen, denn Gott ist für mich nur dann wirklich, nur dann real und relevant, wenn Er aus den Tiefen meiner Erfahrungen heraus auftaucht, in meine Welt und meine Geschichte. Und aufgrund dieser Erfahrung fertige ich mir dann ganz schnell und quasi zwangsläufig Bilder von Ihm an, wir legen uns eine Vorstellung von Ihm zurecht, denn auf diese Art konkretisieren wir unsere Erfahrung. Wir dürfen aber Gott niemals von den Bildern her denken, sondern von der menschlichen Existenz, wo wir Ihn ja erleben. Die Bilderwelt - wie übrigens auch die Sprache - sind uns nur mehr schlecht als recht behilflich, um Zeugnis von unserer Gottesbegegnung und Gotteserfahrung geben zu können.

Ich hatte mal irgendwo in einem Fachbuch hierzu gelesen, daß wir den lebendigen und wahren Gott, den Gott, dem wir uns wahrhaft hingeben können, nur dann finden, wenn wir zunächst jenen Gott aus uns verbannen, den sich religiöse Fantasien ausgemalt oder den die Dogmatiker gebastelt haben. Es gilt also Abschied zu nehmen von einem Kuschel-Gott bzw. good-guy-Gott, der uns oftmals verkauft wird, und von einem überweltlichen Geist, wie ihn die Theologen letztlich immer wieder definieren.

Dies ist halt irgendwie immer das Problem an der Sache hier: Bei jeder Vorstellung, jedem Bild ist Gott im Grunde immer eher eine Projektion von uns als der Name für das Geheimnis, das alles durchdringt.

Einen schönen Sonntag Euch allen!

salvato
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Registriert: 04.04.2011, 08:55

Re: Gottesbilder - Versuche, Irrtümer, Zweifel und Überzeugu

#4 Beitrag von salvato » 11.04.2011, 07:20

Meine Vorstellung bezüglich Gott, seinem Wesen, seinen Willen richtet sich insbesondere nach demjenigen, das Jesus von Nazareth überall verbreiten wollte. Bislang galt ja dasjenige, das von Mose rachsüchtigem Dialogpartner geprägt wurde.

Jesus Jünger und Apostel und viele jüdischen Glaubensgeschwister kehrten ja auch ab vom bislang aufgedrängten Gottverständnis mit all seinen gottlosen Anordnungen.

Johannes: Gott ist Liebe, wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott in ihm.
Jakobus: Gott verführt nicht zum Bösen und kann auch nicht dazu verführt werden.
Johannes: Und das ist die Botschaft, die wir von ihm vernommen haben, Gott ist Licht und in ihm ist keine Finsternis.

Bonhoeffers Lied erlebe ich die letzten Jahre auch kontinuierlich: Von Guten Mächten treu und wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag, denn Gott ist bei uns heute und auch morgen...Gott gibt Kraft, Gott hilft durch schwere Zeiten.

Also in den evangelikal geprägten Glaubensgemeinschaften wird eher vom zornigen, rachsüchtigen Gott gesprochen. Sie bekennen einerseits, sich zum Glauben an Jesus bekehrt zu haben, doch seiner Gottesoffenbarung glauben sie offenbar nicht.

Die von tergrams aufgeführten Punkte stimmen mit meiner Sicht vollkommen überein.

Cemper

Re: Gottesbilder - Versuche, Irrtümer, Zweifel und Überzeugu

#5 Beitrag von Cemper » 11.04.2011, 13:53

Wenn jemand "von Gott" spricht, sollte er mitteilen, wovon er spricht. Wenn jemand "über Gott" spricht, sollte er wissen, wie das möglich ist - "über Gott" sprechen. Wenn jemand Fragen betr. Gott stellt, sollte er überlegen, ob er richtig fragt. Ein etwas ironisches Beispiel: Wenn jemand wissen will, wie spät es ist, darf er/darf sie nicht fragen: "Welcher Tag ist heute?" Ich will damit andeuten: Wenn wir von oder über Gott sprechen und Fragen stellen, müssen wir bedenken, dass unsere Rede und unsere Fragen von unserem Gottesbild bestimmt werden. Wenn jemand ein personales Gottesverständnis hat, wird er fragen, warum Gott - warum ER - dieses oder jenes so und nicht anders macht. Dabei kann er Opfer seiner subjektiven Gottesvorstellung werden. Wenn jemand Gott "ganz anders" versteht, wird er so nicht fragen ...

Hier ein Hinweis auf einige vielleicht brauchbare Gedanken: KLICK

PS: Siehe besonders die Verlinkung LITERATUR. Die Beschäftigung mit den dort erwähnten Monographien, Aufsätzen usw. könnte dazu führen, Gott nicht so zu verstehen, wie manche oder mancher in diesem Forum eine Märchenfigur verstehen - und sie könnte dazu führen, dass keine Fragen zu Gott in dieser Art gestellt werden: Warum hat denn die Hexe Hänsel und Gretel gefragt, ob ...

Mit besten Grüßen
Cemper

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