Wem ist die Welt?

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Andreas Ponto
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Wem ist die Welt?

#1 Beitrag von Andreas Ponto » 24.02.2011, 18:28

Am 20.02. war folgende Tageslosung zu lesen:

Psalm 103, 19:
"Der Herr hat seinen Thron im Himmel errichtet und sein Reich herrscht über alles."

Matt. 11, 27:
"Jesus sagte: Alles ist mir übergeben von meinem Vater."

Ein Wort von Dietrich Bonhoeffer:
"Die Welt ist nicht zwischen Christus und dem Teufel aufgeteilt, sondern ganz und gar die Welt Christi, ob sie es erkennt oder nicht."

Speziell die Aussage Bonhoeffer's ist mir die letzten Tage nicht aus dem Kopf gegangen.

Hat jemand dazu aufschlussreiche und fundierte Gedanken bzw. theologisches Wissen?

Es wäre schön, wenn diese/r hier etwas Aufschluss dazu geben könnte!

Vielen Dank.

Adler

Re: Wem ist die Welt?

#2 Beitrag von Adler » 24.02.2011, 18:58

In Matthäus 4 Vers 8 + 9 steht folgendes:

8 Darauf führte ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg und zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit
9 und sprach zu ihm: Das alles will ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest.


Dies lässt die Vermutung zu, dass diese Erde der Besitz des Teulels ist (man beachte ausdrücklich hier den Unterschied zwischen Eigentum und Besitz!)

LG Adler

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Andreas Ponto
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Re: Wem ist die Welt?

#3 Beitrag von Andreas Ponto » 25.02.2011, 08:03

OK, mal angenommen, das hat so zugetroffen, dass er ihm die Welt anbieten konnte, dass er tatsächlich Verfügung darüber hatte.

Mit dem Tod am Kreuz hat Jesus doch den Tod überwunden (besiegt) und ist auferstanden. Bleibt also die Frage: Wem ist nun die Welt?

Adler

Re: Wem ist die Welt?

#4 Beitrag von Adler » 25.02.2011, 08:42

Hallo Centaurea,

kann es sein, dass du hier zwei Dinge miteinander verwechselst bzw. in einen Zusammenhang stellst, der SO nicht gegeben ist?

In deinem ersten Satz gehst du auf mein Posting ein, in welchem ich, anhand der zitierten Bibelstelle, von einen möglichen Besitz dieser Welt in der Hand des Teufels ausging.

In deinem zweiten satz sprichst du dann aber vom Tod. Nach meinem Verständnis, sind der Teufel und der Tod zwei unterschiedliche "Gestalten" :)
Darum erschließt sich mir auch nicht, was du damit ausdrücken willst.

Wenn man von dem BIbelvers ausgeht, hat Jesus das Angebot des Teufels ja nicht angenommen. Folglich bleibt die Welt weiter im Besitz des Teufels.

Dem Tod, hat diese Welt nach meinem Kenntnisstand noch nie gehört.

Kannst du bitte etwas ausführlicher erklären wie du den Zusammenhang von Tod und Teufel in Bezug zum Besitz der Welt verstehst?

LG Adler

Maximin

Re: Wem ist die Welt?

#5 Beitrag von Maximin » 25.02.2011, 09:56

:) Grüß Gott Andreas,
Wem ist die Welt? Anders gefragt: „Wem gehört die Welt?“ Ich schließe mich Bonhoeffer an wenn der klar und deutlich sagt: "Die Welt ist nicht zwischen Christus und dem Teufel aufgeteilt, sondern ganz und gar die Welt Christi, ob sie es erkennt oder nicht."

Der Lügner und Betrüger von Anbeginn bietet Dinge an, die ihm gar nicht gehören (z. B. eine Frucht im Garten Gottes, Reiche der Welt). Gemäß Matthäus 4, 8+9 bietet der Teufel alle Reiche der Welt mit ihrer Herrlichkeit an: „8 Darauf führte ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg und zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit 9 und sprach zu ihm: Das alles will ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest.“

Also nicht die Welt, sondern die von Menschen errichteten und beherrschten Reiche. Ein feiner Unterschied.

Nach meinem gegenwärtigen Erkenntnisstand gehört die Welt dem der sie geschaffen hat. Die sichtbaren und die unsichtbaren Welten. Anbei einige Schriftstellen zu dieser Frage.

Liebe Grüße vom Micha :wink:

Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. (1. Mose 1, 1)

1 Warum toben die Heiden und murren die Völker so vergeblich? 2 Die Könige der Erde lehnen sich auf, / und die Herren halten Rat miteinander wider den HERRN und seinen Gesalbten: 3 »Lasset uns zerreißen ihre Bande und von uns werfen ihre Stricke!« 4 Aber der im Himmel wohnt, lachet ihrer, und der Herr spottet ihrer. 5 Einst wird er mit ihnen reden in seinem Zorn, und mit seinem Grimm wird er sie schrecken:
6 »Ich aber habe meinen König eingesetzt auf meinem heiligen Berg Zion.« 7 Kundtun will ich den Ratschluss des HERRN. Er hat zu mir gesagt: »Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt. (Psalm 2, 1-7)

1 "Ein Psalm Davids, vorzusingen." 2 Die Himmel erzählen die Ehre Gottes, und die Feste verkündigt seiner Hände Werk. (Psalm 19,1+2)

1 So spricht der HERR: Der Himmel ist mein Thron und die Erde der Schemel meiner Füße! Was ist denn das für ein Haus, das ihr mir bauen könntet, oder welches ist die Stätte, da ich ruhen sollte? 2 Meine Hand hat alles gemacht, was da ist, spricht der HERR. Ich sehe aber auf den Elenden und auf den, der zerbrochenen Geistes ist und der erzittert vor meinem Wort. (Jesaja 66, 1+2)

18 Und Jesus trat herzu und sprach zu ihnen: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. (Matthäus 28, 18)

15 Und der siebente Engel blies seine Posaune; und es erhoben sich große Stimmen im Himmel, die sprachen: Es sind die Reiche der Welt unseres Herrn und seines Christus geworden, und er wird regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit. (Offenbarung 11, 15)

Adler

Re: Wem ist die Welt?

#6 Beitrag von Adler » 25.02.2011, 11:37

Gott ist Eigentümer und der Teufel Besitzer.

LG Adler

shalom
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Re: Wem ist die Welt?

#7 Beitrag von shalom » 25.02.2011, 12:53

centaurea hat geschrieben:
Wem ist die Welt?
Werter centaurea 8),

danke für Ihre Gedanken. Zunächst einmal möchte ich sprichwörtlich sagen: „Den Mutigen gehört die Welt:mrgreen: . Das möchte ich auch einfach so zeitzeugenwölklich im Raum stehen gelassen sehen.

In einer anderen Glaubenskultur findet man diesen Gedankengang: „Kein Mensch kann seine Mutter besitzen, keiner kann die Erde ... Du kannst sehen, wo der Regenbogen die Erde berührt“ und da wird es schon schwieriger mit dem Besitz.

Bei der gedanklichen Vorstellung, dass in den offenbaren und verborgenen Welten der „Kirche Jesu Christi“, insbesondere auch in der „Neuen Apostelwelt“ Reservate für rechtlich Unselbständige existieren, bin ich bei der fiktiven (Rede des Indianer-Häuptlings Seattle) hängen geblieben, ein altes, kleines Büchlein in meinem Regal.

In enger Anlehnung an den Text, möchte ich es als eine mögliche Antwort leicht modifiziert hier einmal einstellen:
  • An den weisen Häuptling in Zürich

    Die großen Stammesältesten in Deutsch-Neuapostolien senden Nachricht,
    dass sie unrentable Filialen zu verkaufen gedenken. Der große Häuptling in Zürich
    sendet uns aber auch Worte der Freundschaft und des guten Willens in seinem
    neuen Kirchenverständnis. Das ist sehr freundlich von ihm, denn wir wissen seit
    Bischoffszeiten, so ein Mächtiger bedarf unserer Freundschaft nicht wirklich.

    Wir kirchenrechtlich Unselbständigen werden die Angebote bedenken, denn wir
    wissen - wenn wir nicht mitmachen - kommt der Petrusdiensthabende in großer
    gewaltenungeteilter Selbstbildjustiz und nimmt sich was ihm ohnehin gehört, denn
    viele haben in der Leichtigkeit des kirchenverständlichen Glaubens ohnehin schon
    ihre Seele geopfert oder verkauft.

    Wie kann man Teile der „Kirche Jesu Christi“ kaufen oder verkaufen - oder die
    Wärme der Gemeinde? Diese Vorstellung klingt fremd. Wenn schon wir wir das
    Wehen des Geistes Gottes und das Glitzern seiner Gnade spüren - dann könnt
    Ihr sie anderen doch nicht einfach absprechen.

    Jeder Teil dieser Kirche Jesu Christi ist heilig, jede glitzernde Glaubensnadel, jeder
    sandige Strand, jeder Nebel in den dunklen Wäldern, jede Lichtung, jedes summende
    Insekt ist heilig in den Gedanken und Erfahrungen des Glaubensvolkes.

    Wir sind ein Teil der Erde, und sie ist ein Teil von uns. Die duftenden Blumen sind unsere
    Schwestern, die Rehe das Pferd, der große Adler, der kleine Gecko sind unsere Brüder.
    Die felsigen Höhen, die saftigen Wiesen, die Körperwärme des Ponys - und des Menschen - sie
    alle gehören nach unserem Verständnis zum Werk des Herrn. Wenn also der große Häuptling
    in Zürich uns Nachricht sendet, dass er unser einfaches Verständnis in Züricher Händel zu
    verstricken gedenkt - so verlangt er extrem viel von uns.

    Wir werden Euer Angebot unsern Glauben für euer Kirchenverständnis einzutauschen,
    bedenken. Das wird nicht leicht sein, denn das Werk Gottes ist uns heilig. Wir erfreuen
    uns an der Souveränität Gottes. Ich weiß nicht - unsere einfache Art ist anders als die
    der NaKi-Multi-Kulti-Häuptlinge, die wie Manager unstet rumdüsen und nichts Besseres
    zu tun haben, als Opfer und Subordination für ihr Kirchenverständnis einzufordern.

    Wir wissen, dass der große Neuapostolisman in Zürich unsere einfache Art nicht versteht, denn er
    ist ein Fremder, der kommt im Jet und nimmt von der Erde, was immer er braucht.

    Ich weiß nicht - unsere Art ist anders als die Eure. Der Anblick Eurer selbstbildgerechten
    Glaubenswelt schmerzt die Augen. Vielleicht, weil wir Eingeborene sind, welche die
    Eingebildeten nicht verstehen. Es gibt keine Stille in den neubabylonischen Stätten
    der Eventapostel. Keinen Ort, um das Entfalten der Blätter im Glaubensfrühling zu hören
    oder das Summen der Insekten in der Gnadensonne der Kirche Jesu Christi.

    Vielleicht aber auch nur deshalb, weil ich zu einfach bin und nicht verstehe. Das
    Geplappere der permanenten Fortentwicklungen scheint meine Ohren nur zu beleidigen.
    Was gibt es schon im Leben, wenn man nicht mehr die Vielfalt göttlichen Lebens zu
    hören bekommt?

    Ich bin ein einfacher Mensch und verstehe das nicht. Ich mag das sanfte Geräusch
    der Religionen, das über die Erde streicht. Die Luft ist kostbar für die Menschsöhne
    und Töchter - denn alle Dinge teilen denselben Atem - das Tier, der Baum der
    Mensch - sie alle teilen denselben Atem. Der Odem gab unseren Vätern den ersten
    Atem und empfängt ihren letzten. Und der Wind muss auch unseren Kindern den
    Glaubenslebensgeist geben. Ein linder Geruch des Windes, gereinigt vom Mittagsregen
    und nicht schwer vom theologischen Mief zwischen Kiefern.

    Das Ansinnen, unser Kirchenverständnis einzutauschen, werden wir bedenken, und wenn
    wir uns entschließen, anzunehmen, so nur unter einer Bedingung. Der weise
    Neuapostolisman muss die Menschen der Erde behandeln, wie seine Geschwister.

    Alle Dinge sind miteinander verbunden. Was die Erde befällt, befällt auch die Söhne
    der Erde. Denn das wissen wir, die Erde gehört nicht den Menschen, der Mensch
    gehört zur Erde - das wissen wir. Was die Erde befällt, befällt auch die Söhne der Erde.
    Der Mensch schuf nicht die Kirche Jesu Christi, er ist darin nur eine Faser. Was immer
    ihr der Kirche Jesu Christi antut, das tut Ihr Euch selber an.

    Denn eines wissen wir - unser Gott ist derselbe Gott. Diese Erde ist ihm heilig.
    Selbst der weise Mann in Zürich kann der gemeinsamen Bestimmung nicht entgehen.

    Vielleicht sind wir doch Brüder - Wir werden sehen :wink: .
Ihnen alles Gute und shalom

Maximin

Re: Wem ist die Welt?

#8 Beitrag von Maximin » 25.02.2011, 13:23

:) Shalom, Du bist ein Schelm. Also antworte ich Dir schelmisch, in Deiner Sprache. In der früheren DDR gab es ein sehr beliebtes Kinderlied. Nach der sog. Wende, als die in der DDR Verbliebenen noch daran glaubten, "ihre" DDR neu gestalten zu können, da gab es den ernsthaften Vorschlag, dieses Kinderlied zur neuen Nationalhymne einer runderneuerten DDR zu erheben. Dann kam alles ganz anders. Hör Dir das mal an. Vielleicht fällt Dir auf was die meinten wem was gehört:
http://www.youtube.com/watch?v=Idw1Ub32 ... re=related:

Brd. Adler befindet, dass Gott der Eigentümer und der, dessen Namen ich nicht ausspreche, ihr Besitzer sei. Die Frage war: Wem gehört die Welt...? :mrgreen:

Mit brüderlichem Schelmengruß vom alten Maxi :wink:
Zuletzt geändert von Maximin am 25.02.2011, 14:53, insgesamt 1-mal geändert.

Adler

Re: Wem ist die Welt?

#9 Beitrag von Adler » 25.02.2011, 14:18

Lieber Bruder Maxi,

zu den Besitz- resp. Eigentumsverhältnissen, wie von dir dargestellt :) fällt mir spontan der Spruch ein, welcher im Flur meines Hauses an der Wand hängt:

"Dies Haus ist mein und doch nicht mein;
der nach mir kommt, kanns auch nur leihn;
und wirds dem Dritten übergeben, er kanns nur haben für sein Leben.
Den Vierten trägt man auch hinaus,
sag: wem gehört nun dieses Haus?"


(unbekannt)

LG Adler

Maximin

Re: Wem ist die Welt?

#10 Beitrag von Maximin » 25.02.2011, 14:48

:) ... M... :mrgreen:

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