Beten in der Kantine – ja oder nein ?

Gebet, Gottesdienstgestaltung, Liturgie
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Heinrich

Beten in der Kantine – ja oder nein ?

#1 Beitrag von Heinrich » 17.02.2011, 16:42

@alle

Heute mittag sah ich einen Kollegen, der sein Mittagessen auf den Kantinentisch stellte, dann die Hände faltete und anscheinend ein kurzes Gebet sprach, bevor er zu essen anfing.........

Nun, ich bete auch – aber nicht in der Kantine.

Meine Frage in die Runde: Wie halten Sie/wie haltet Ihr es in diesem Fall ?

Gruss aus dem kalten Süden,
Heinrich

Adler

Re: Beten in der Kantine – ja oder nein ?

#2 Beitrag von Adler » 17.02.2011, 17:06

Hallo Heinrich,

also wir beten für das Essen nur wenn wir auswärts essen, weil – meine Frau kann kochen … :mrgreen:

Aber Spaß beiseite. Wir halten es generell so, dass wir im Morgengebet für die Speisen beten welche wir am Tage zu uns nehmen. Es ist zwar OK vor dem Essen zu beten aber ich finde man sollte es nicht zur Schau stellen und sich somit evtl. dem Gespött der Anderen hingeben. Leider ist es aber in unserer Gesellschaft mittlerweile Usus, selbst intimste Dinge in die Öffentlichkeit zu zerren.

LG Adler

fridolin
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Re: Beten in der Kantine – ja oder nein ?

#3 Beitrag von fridolin » 17.02.2011, 17:41

Es ist schon ein paar Jahre her, eine Mutter mit ihren Kindern betrat die Pommesfritbude. Nach den Erhalt der Pommes stellte die Familie sich an einem der Stehtische. Ich wusste die Familie war Mitglied der Zeugen Jehovas. Soweit ich weis beten die Zeugen nicht mitgefalteten Händen, sondern pressen beide Handinnenflächen an den Oberschenkeln. Genau das beobachtet ich bei der Mutter und den Kindern. So standen praktisch auf Kommando die Kinder und die Mutter still vor dem Stehtisch. Die Mutter murmelt ganz leise ein kurzes Gebet, das merkte man an den Lippenbewegung. Erst als die Lippenbewegung der Mutter aufhörte begann das Essen. Da ich ein klein bisschen mit den Gepflogenheiten der Zeugen vertraut bin, wusste ich was da vor sich ging. Den anderen Anwesenden fiel das nicht auf.
Ich selber würde das nicht tun, sonst müsste auch bei jeder Tafel Schokolade die unterwegs verzehrt wird ein Gebet gesprochen werden. Wenn Gläubige das Bedürfnis dazu haben, sollte man es nicht lächerlich machen, ob in der Pommesbude oder in der Kantine. Die haben ihren Glauben sichtbar gemacht und dazu gehört viel Mut, denke ich mir.

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Re: Beten in der Kantine – ja oder nein ?

#4 Beitrag von Comment » 17.02.2011, 18:10

Hallo,
ich halte es mit meiner Familie so, dass wir im Morgengebet Gott bitten, er möge unsere Speisen, die wir am Tag zu uns nehmen, segnen. Das ist vergleichbar mit der Bitte, uns für den Tag den Engelschutz zu geben, eine Bitte, die wohl niemand an jeder nur denkbaren Gefahrenstelle wiederholt.
Das tun wir im Vertrauen auf Gott, dass er das so kann und auch tut.
LG
Com.

Maximin

Re: Beten in der Kantine – ja oder nein ?

#5 Beitrag von Maximin » 18.02.2011, 06:54

:) Gefragt ist, ob man in Gastbetrieben öffentlich beten sollte. Meine Antwort
lautet „Ja“.

Begründung:

5 Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht sein wie die Heuchler, die gern in den Synagogen und an den Straßenecken stehen und beten, damit sie von den Leuten gesehen werden. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon gehabt. 6 Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir's vergelten. 7 Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört, wenn sie viele Worte machen. (Matthäus 6, 5-7)

Was ist beim Gebet wirklich wichtig? Die sichtbaren Gesten (Knie beugen, Augen schließen, Hände falten usw.)? Oder kommt es beim Gebet nicht viel mehr auf die Worte an? Kommt es aber auf die Worte an, dann tun es wenige Worte auch (s.o.). Wenn es aber wenige Worte auch tun, muss ich dann unbedingt die wenigen Worte aussprechen? In gewissen Situationen kann ich getrost meinen Mund verschlossen halten und so, für wenige Augenblicke, in mein "inneres Kämmerlein" gehen.

23 Aber es kommt die Zeit und ist schon jetzt, in der die wahren Anbeter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn auch der Vater will solche Anbeter haben. 24 Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten. (Johannes 4, 23 + 24)

Liebe Morgengrüße vom alten Maximin :wink:

Lavendelknäblein

Re: Beten in der Kantine – ja oder nein ?

#6 Beitrag von Lavendelknäblein » 20.02.2011, 16:25

Ein kurzes Tischgebet ist gut; jedoch es sollte in der Öffentlichkeit unauffällig und kurz sein;
"Herr, segne diese Speise, nimm den Fluch der Erde davon, danke,
um Jesu Willen Amen."

abendstern_
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Registriert: 25.11.2007, 13:44

Re: Beten in der Kantine – ja oder nein ?

#7 Beitrag von abendstern_ » 21.02.2011, 07:01

eine christliche Kollegin von mir betet gerne lachend und ohne die Hände zu falten

"Herr lass deinen reichen Segen über unsere Teller fegen".

Mir gefällt das besser als eine Art Pflichtgebet in der Öffentlichkeit. Ich bete in der Öffentlichkeit nicht so, dass es jemand bemerken könnte. Man kann auch dankbar für das Essen sein, ohne das verbal äußern zu müssen.

Adler

Re: Beten in der Kantine – ja oder nein ?

#8 Beitrag von Adler » 21.02.2011, 07:29

Tischgebet bei Familie Unbekannt:

"Komm Herr Jesus und sei unser Gast;
segne was du uns bescheret hast.
Doch heute bleibe lieber fern;
wir essen alles selber gern."

:mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:

LG Adler

Hoffnung49

Re: Beten in der Kantine – ja oder nein ?

#9 Beitrag von Hoffnung49 » 21.02.2011, 22:40

Das sichtbare beten am Kantinentisch ist wohl das Bedürfnis, sich als
"Bekennender" zu fühlen. Dahinter steckt meist die Suggestion einer
fundamentalen Glaubensgemeinschaft oder Sekte, die ihre Schäfchen
vorprogrammiert. Es ist mehr ein innerer Zwang.
Ich habe kein Problem damit, wenn das jemand so macht, würde es
selbst aber nicht so machen.
abendstern_ hat geschrieben:
Mir gefällt das besser als eine Art Pflichtgebet in der Öffentlichkeit. Ich bete in der Öffentlichkeit nicht so, dass es jemand bemerken könnte. Man kann auch dankbar für das Essen sein, ohne das verbal äußern zu müssen.
Das ist auch mein Empfinden.
Adler hat geschrieben:Tischgebet bei Familie Unbekannt:

"Komm Herr Jesus und sei unser Gast;
segne was du uns bescheret hast.
Doch heute bleibe lieber fern;
wir essen alles selber gern."

:mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:

LG Adler
Ich könnt mich beölen!!!!!!!!!! :)


L.G. Hoffnung49

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