DIAKONIE, WAS IST DAS...?

Nachricht
Autor
diebasis

Re: DIAKONIE, WAS IST DAS...?

#11 Beitrag von diebasis » 10.02.2011, 14:50

Liebe Maximin!

Das kenne ich SEHR GUT !!! Schule interessiert meinen Vater überhaupt nicht. Für ihn war wichtig, dass ich im GEHORSAM eine "eins" hatte, wenn du versehst.
Als ich Konfirmation hatten, bekamen alle 4 Konfirmanden gleich viel Geld und als ich ihn daraufhin fragt, antwortet er:"Du bist genau so ein "Geschwist" wie die anderen.
Das tut mir heute noch weh.
Ich konnte NIE zu ihm ein Verhältnis aufbauen, denn er sorgte sich um die Gemeinde, aber nie um die Familie.
Meine Mutter hat viel ausgeglichen, ansonsten wäre ich zerbrochen oder ausgebrochen.

Weist du mir hat bei der Aufarbeitung die Ausarbeitungen von Detlef Streich und Ulrike Bär sehr geholfen.
http://www.praxis-ulrike-baer.de/pdf/Risiken.pdf
Sie waren genau so Opfer wie wir. Vielleicht hilft dir das weiter. Mir hat es viel gebracht.

Heute sieht alles ganz anders aus. Die Gemeinde ist als er zur Ruhe gesetzt wurde zerbrochen.
Hauspriester (heute ohne Schulung nennen die sich Seelsorger und kümmern sich um nichts mehr ) sieht er kaum noch. Ich glaube seit vorigem Jahr war keiner bei ihm. Frage nicht nach, weil über das Thema Kirche kaum noch gesprochen wird.
Er ging an dem Tag als er zur Ruhe gesetzt wurde zum Altar und ihm wurde NICHT gesagt, wer sein Nachfolger wird. Er hatte sich gewagt nachzufragen und das duldet der Apostel nicht !!!!
Meine Erachtens wird das Ehrenamt in der NAK missbraucht.
Meine Kinder sind auch ohne Vater groß geworden (bin aber verheiratet) - leider haben wir das zu spät gemerkt.
Jeden Tag war in der NAK etwas anderes zu erledigen, Kinder, Dirigenten, Vorsteherbesprechung, Konfirmandenbesprechung, GD-Mittwoch und Donnerstag in der Nachbargemeinde, Ämterversammlung usw.....- Beschäftigungstherapie, damit man sich nicht mit dem Evangelium beschäftigen kann !!! Die Zeit ist leider nicht mehr rückgängig zu machen.

Helmut Kohl sein Sohn hätte ich auch nicht sein wollen *lach*

Maximin

Re: DIAKONIE, WAS IST DAS...?

#12 Beitrag von Maximin » 10.02.2011, 15:40

... und doch sind und bleiben wir Töchter und Söhne unserer jeweiligen Väter. Sich dann in eine Opferrole zu verkriechen, das hat mir nicht weitergeholfen. Was mir weiter geholfen hat, das war eine genaue Betrachtung des Gleichnisses vom verlorenen Sohn.http://www.gedankenteich.de/wp-content/ ... koeder.jpg

Ich fühlte mich so oft ähnlich, verloren. Nur das meint dieses Gleichnis m. E. gerade nicht allein. Was denn noch?

Na beispielweise die Einsicht und die Erkenntnis, selber ein liebevoller, teilnehmender und gerechter Vater, bzw. auch eine solche Mutter als die zu sein, die man sich immer erträumt hatte. Einiges anders zu machen mit seinen Kindern und Kindeskindern als die es mit uns, aus offensichtlich fehlgesteuerter Religiösität, zu tun wußten.

Wir sitzen hier doch nicht als Ankläger über unsere religiös irregleleiteten Eltern, Großeltern und vermeindlich familienfeindlichen Kirchenbetrieben. Wenn es denn zutrifft, dass die amtliche NAK sogar in unserem kleinen Forum mitliest, wie unser Forumsinhaber das glaubt, dann besteht eine Chance darin, denen mal etwas aus dem realen Leben der Leute in den Reihen rüberzubringen. By the way: "Liebe Grüße an Esperanza...!"

Logisch, dass man diese Erwartungen nicht überbewerten sollte. Nur das ist wohl auch wahr: "Steter Tropfen höhlt den Stein." Unser Freund Shalom macht das auf seine Weise nicht anders. Was denn sonst...?
LG vom alten Maximin aus Berlin :wink:

Adler

Re: DIAKONIE, WAS IST DAS...?

#13 Beitrag von Adler » 10.02.2011, 16:30

Zitat:

Ich bin mir sehr sicher, dass es in unserem kleinen Forum weitere zu kurz gekommene Töchter und Söhne gibt, die ihre Väter, in ungesunder Weise, mit der „hl. Mutter Kirche“ teilen mussten, weil ihre Väter den Amtsauftrag in unangemessener Weise über das Wohlbefinden ihrer Familien stellten.


Zitat Ende

Mein lieber Maxi,

kennst du nicht mehr den oft gepredigten und zitierten Standartsatz: "Erst der Höchste, dann der Nächste .... " :(

Dieser Satz war doch das Lebensmotto vieler NAK-ATs und für den einen und anderen auch eine willkommene Ausrede um sich vor häuslichen und familieren Konflikten und Problemen sowie deren Bewältigung zu drücken. Anderen gab es auch die Möglichkeit ihre Neigungen zu befriedigen, wenn sie sich als Jugendführer besonders intensiv um die "Belange" der weiblichen Jugendlichen kümmerten ... :shock: :(

LG Adler

Maximin

Re: DIAKONIE, WAS IST DAS...?

#14 Beitrag von Maximin » 10.02.2011, 20:24

:) Ja, diesem bzw. ähnlichen Kernsätzen bin ich selbstverständlich auch begegnet:"Erst kommt der HErr und dann..." etc.! Was wollte man als Kind, Jugendlicher oder als Ehefrau dagegensetzen, ohne befürchten zu müssen, dass "Unserer Familie", der Segen entzogen wird?

Nun könnte man schlußfolgern, dass das eine eingebildete, eine selbstgemachte Bedrohung ist. Die Natur jeder Bedrohung hat jedoch stets ihren Ursprung von außen. In diesem Fall in einem anmaßenden und irregeleiteten Kirchenbetrieb mit einem unsäglichen Alleinvertretungsanspruch, dem man sich entweder bedingunglos zu unterwerfen hat, anderenfalls vom "Höchsten" als untauglich verworfen wird.

Der liebe Gott hat nicht nur uns Menschlein einen lebenserhaltenden Reflex mitgegeben. Den Fluchtreflex! "Renne weg so schnell du kannst. Fliehe der unheimlichen Bedrohung und bringe dich in Sicherheit."

Ein Kirchenbetrieb der Sicherheit und Geborgenheit erst in einem Jenseits in Ausicht stellt, der muss sich nicht wundern, wenn sich die Leute auch in ihrem Heute und Jetzt sicher und geborgen wissen wollen. Da reicht das Angebot einer "scheinheiligen Kuschelkirche" nicht aus. Warum nicht? Na deshalb, weil Sicherheit und Geborgenheit vor allen Dingen transparente Verlässlichkeit bedingt und eben nicht Verlassenheit im entscheidenden Augenblick.

LG vom alten Maximin :wink:

Benutzeravatar
Andreas Ponto
Site Admin
Beiträge: 2251
Registriert: 18.03.2010, 17:55

Re: DIAKONIE, WAS IST DAS...?

#15 Beitrag von Andreas Ponto » 10.02.2011, 23:44

Hallo zusammen,

mir würde es sehr gefallen, wenn wir uns hier gemeinsam etwas allgemeiner bzw. grundsätzlicher über Diakonie unterhalten könnten.

Was meine ich damit?

Nun, was versteht jeder von uns unter Diakonie?
Wie ist Diakonie definiert?
Was sollte Diakonie sein?
Wo erleben wir Diakonie in unserem Leben an uns und an anderen?
Wie sind wir diakonisch tätig oder könnten es sein?

Vielleicht schaffen wir es so uns etwas davon zu lösen, was die NAK tun sollte/nicht tut/wo sie fehlt und nähern uns dem, was Christen und christliche Institutionen im Allgemeinen und wir selbst im Besonderen tun können und sollten?

Versteht mich bitte nicht falsch. Es ist mein herzliches Anliegen, dass unter der Rubrik Neuapostolische Kirche alles zu dieser Kirche besprochen/diskutiert werden kann und soll. Aber in den übrigen Foren möchte ich das Thema nur beispielhaft neben den anderen christlichen Kirchen besprochen haben. Der Schwerpunkt ist hier einfach ein anderer.

Diakonie ist aus meiner Sicht vor allem ein christliches Thema und weniger ein NAK-spezifisches Thema.

Liebe Grüsse in die Runde

Andreas

Philippus

Re: DIAKONIE, WAS IST DAS...?

#16 Beitrag von Philippus » 10.02.2011, 23:52

So etwa: Klick :?:

Benutzeravatar
Andreas Ponto
Site Admin
Beiträge: 2251
Registriert: 18.03.2010, 17:55

Re: DIAKONIE, WAS IST DAS...?

#17 Beitrag von Andreas Ponto » 11.02.2011, 00:04

OK und dann fang ich mal mit meiner Sicht an.

Diakonie - der Dienst am Menschen - ist zentrales Anliegen einer christlichen Gemeinde und des einzelnen Gemeindemitgliedes.

Diakonie kann sein:

- Besuchsdienst
- Seelsorge
- Unterstützung schwacher und benachteiligter in Ausbildung und Bildung
- Unterstützung sozial benachteiligter Menschen (Kleiderkammer, Tafel, ...)
- Integration von Randgruppen
- Kinder- und Jugendhilfe
- Alten- und Pflegedienste
- Betreiben von sozialen Einrichtungen

Als Organisationen sind mir Diakonisches Werk und Caritas bekannt, wobei ich in einer diakonischen Einrichtung ehrenamtlich beratend tätig bin.

Auf Grund der Anforderungen, die an sie gestellt werden, sind die diakonischen Einrichtungen sehr stark professionalisiert. Das könnte dazu führen, dass der einzelne Christ diese institutionalisierte Form der Diakonie emotional als solches nicht mehr wahrnimmt, sondern eher als eine soziale "staatliche" Einrichtung weit weg vom christlichen Alltag?

Wie erlebt ihr Diakonie?

Adler

Re: DIAKONIE, WAS IST DAS...?

#18 Beitrag von Adler » 11.02.2011, 05:51

Zitat:


Hallo zusammen,

mir würde es sehr gefallen, wenn wir uns hier gemeinsam etwas allgemeiner bzw. grundsätzlicher über Diakonie unterhalten könnten.

Was meine ich damit?


Zitat Ende


Meintest du etwa so?:



http://pressetext.de/news/090714036/ver ... igloehnen/


http://wirtschaft.t-online.de/diakonie- ... 7792/index


LG Adler

Benutzeravatar
Andreas Ponto
Site Admin
Beiträge: 2251
Registriert: 18.03.2010, 17:55

Re: DIAKONIE, WAS IST DAS...?

#19 Beitrag von Andreas Ponto » 11.02.2011, 07:41

Warum nicht?

Das zu benennen gehört auch dazu! :evil:

Vielleicht haben wir uns in der Vergangenheit zu wenig dafür interessiert und gedacht, die anderen werden das schon machen.

Mit uns wird alles besser, oder? :? :roll:

Was meinst du?

Maximin

Re: DIAKONIE, WAS IST DAS...?

#20 Beitrag von Maximin » 11.02.2011, 13:22

Grüß Dich Andreas,
am 4. Februar hatte ich in der Rubrik „Verantwortliches Christsein“ ein Thema mit der Überschrift „Diakonie, was ist das?“ eröffnet. Bei bisher rd. 400 Zugriffen gab es bislang 18 Beiträge. Nun schreibst Du u. a. so: …“Mir würde es sehr gefallen, wenn wir uns hier gemeinsam etwas allgemeiner bzw. grundsätzlicher über Diakonie unterhalten könnten.“ Und dann kommt von Dir noch der Zusatz: „Vielleicht schaffen wir es so uns etwas davon zu lösen, was die NAK tun sollte/nicht tut/wo sie fehlt und nähern uns dem, was Christen und christliche Institutionen im Allgemeinen und wir selbst im Besonderen tun können und sollten?“

Möchtest Du bitte zur Kenntnis nehmen, dass ich meine Beiträge nicht unter dem Gesichtspunkt verfasse, ob sie Dir gefallen könnten oder nicht. Wenn sich einer wie ich über Diakonie Gedanken macht, dann geschieht das selbstverständlich zunächst vor dem Hintergrund eigener Lebenserfahrungen. In meinem Fall fanden die nun aber eben überwiegend in der NAK statt.

Natürlich kann man dieses Thema auch mit einem raschen Click auf Wikipedia (vgl. Philippus vom 10.02.2011) http://de.wikipedia.org/wiki/Diakonie abhandeln und fertig. Das ist in diesem Zusammenhang meine Sache nicht. Warum nicht? Weil für mich Diakonie zunächst im familiären Umfeld erfahren, geübt und gelebt wird:
„Einer trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.“ (Galater 6,2)

Zu guter letzt noch etwas. Ich hatte in meinem Konzept mehrere Teile vorgesehen. U. a. "Diakonie im Alten Testament und Diakonie im Neuen Testament". Inzwischen bin ich mir nicht mehr so sicher, ob derartig breit angelegten Ausführungen noch gewünscht werden.
Micha + + +

Zurück zu „Diakonischer Dienst“