NAK am Scheideweg?! Was sich aus meiner Sicht in der NAK ändern müsste.

Alles rund um die Sondergemeinschaft Neuapostolische Kirche (NAK), die trotz bedenklicher Sonderlehren (u.a. Versiegelung, Entschlafenenwesen mit Totenmission, Totentaufe, Totenversiegelung und Totenabendmahl, Heilsnotwenigkeit der NAK-Apostel, Erstlingsschaft, ..), weiterhin "einem im Kern doch ... exklusiven Selbstverständnis", fehlendem Geschichtsbewusstsein und Aufarbeitungswillen, speziell für die Zeit des Dritten Reiches, der DDR, der Bischoffs-Botschaft ("... Ich bin der Letzte, nach mir kommt keiner mehr. ..."), sowie ihrer jüngsten Vergangenheit und unter erheblichem Unmut ehemalicher NAK-Mitglieder, auch Aussteiger genannt, die unter den missbräuchlichen Strukturen und des auf allen Ebenen ausgeprägten Laienamtes der NAK gelitten haben, weiterhin leiden und für die die NAK nach wie vor eine Sekte darstellt, im April 2019 als Gastmitglied in die ACK Deutschland aufgenommen wird.
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Re: NAK am Scheideweg?!

#111 Beitrag von Comment » 22.02.2011, 18:42

Hallo Adler,

die von Ihnen gestellten Fragen sind sehr berechtigt. Man kann m.E. sogar die Frage stellen, ob Jesus überhaupt das Wort 'Apostel' gebraucht hatte; es ist eher wahrscheinlich, dass die Autoren der Evangelien dieses griechische Wort aus sich in die Texte hineinbrachten, allerdings, wie nachzulesen, auch nur an sehr wenigen Stellen. Daraus ist m.E. abzuleiten, dass Jesus ein Amt mit einer ein für allemal feststehenden Bezeichnung 'Apostel' überhaupt nicht eingerichtet hat. Davon gingen wohl auch Petrus, Paulus usw. nicht aus, denn sie unterliessen es ja, Nachfolger mit einer solchen Amtsbezeichnung zu berufen.

Von daher steht m.E. die sog. 'apostolische Bewegung' mit ihrer Überzeugung, es müsse zwecks Brautbereitung oder zwecks Erlangung des Heils Männer mit dieser Bezeichnung 'Apostel' bis zur Wiederkehr Jesu geben, auf sehr wackeligen Füssen. Sie und natürlich auch die NAK sind hier zu sehr auf eine Äusserlichkeit fixiert, denn ein blosses Wort oder eine Bezeichnung kann aus sich nichts Konstitutives erbringen; es ist lediglich Etikett, wie ein Aufkleber auf einer Flasche - es kommt halt immer darauf an, was drinnen ist.

Kurz: Weil nun die NAK ihren führenden Kräften die Bezeichnung 'Apostel' gibt, bedeutet das nicht per Automatik, dass hinter dieser Aktion, der kirchlichen Ordination, Gott als Auftraggeber steht, und es bedeutet ebenso nicht, dass Amtsträger in anderen christlichen Kirchen automatisch ohne göttlichen Sender sind, nur weil sie die Bezeichnung 'Apostel' nicht tragen.

Die NAK hat sich da in eine Ecke verrannt, aus der sie nicht wieder ohne Schaden herauskommt. Deshalb versucht sie, wie erkennbar, ihre Überlegungen, die so gar nicht biblisch erscheinen, mit allen Mitteln zu 'stärken', doch muss, da das Procedere für jedermann einsehbar, die erhoffte 'Stärkung' ihres Standpunktes ausbleiben, ausser unter den Mitgliedern der Kirche, die immer und alles absorbieren, was die Kirchenführung vorgibt glauben zu sollen.

Vielleicht hätte sie, die NAK, es einfacher, wenn sie ihr (!) Apostelamt nicht so überhöht nach aussen positionieren wollte. Sie sollte dieses Wort 'Apostel' nicht als eine Art 'Kampfmittel' einsetzen, um damit Positionen anderer christlicher Kirchen, die ihre führenden Kräfte nicht 'Apostel' nennen, verbal zu verletzen. Es hätte im neuen Kirchenverständnis doch genügt zu sagen: "WIr NAK-ler glauben daran, dass Gott unsere Apostel befähigt, ermächtigt hat, in unserer Kirche dieses oder jenes wirksam zu tun. Ob Gott auch durch andere Kirchen den Menschen Heil und Erlösung anbietet, wissen wir nicht; das überlassen wir der Souveränität Gottes" (das war doch bisher immer die Erklärung von StAp Leber! Weshalb eigentlich jetzt nicht mehr??) Und dann wäre es doch gut gewesen. Aber so, wie es jetzt in dem Kirchenverständnis steht, stellt die NAK sich selbst als eine Institution dar, die alles genau wisse und vor allem weiss, dass die anderen Christen 'total daneben liegen'.

Man wird abwarten müssen, wie die NAK amtlich auf die aufgekommene Ablehnung unter den Mitgliedern reagieren wird. Allerdings könnte es sein, das L. das zwar schmerzt, ihn aber letztlich nicht dazu bringt, noch etwas zu ändern. Vielleicht stecken die NAK-Amerikaner hinter dieser Schärfe der Abgrenzung gegenüber anderen christlichen Kirchen, denn in Amerika scheint ja die Ökumene wenig zu bedeuten, und außerdem blüht da wohl das Geschäft mit dem Evangelium, was die inzwischen dort vorhandene Vielzahl von christlichen Gemeinschaften vermuten lässt. Also, so nehme ich an, hat L. den Amis klein beigegeben, wenn sie in erster Linie für eine Zementierung der Bedeutung des Amtes mit der Bezeichnung 'Apostel' und 'Stammapostel' eingetreten sein dürften. Klar, das ist spekulativ, doch ich denke, dafür spricht einiges.

Freundliche Grüße
Com.

diebasis

Re: NAK am Scheideweg?!

#112 Beitrag von diebasis » 22.02.2011, 19:11

Lieber Adler!
haben sie schon einmal das Buch "Die Kirche" von Hans Küng gelesen???
Er beschreibt hervorragend, was Kirche ist und welcher Missbrauch mit Amt und Sakramenten in den Kirchen betrieben wird.
Er schon dabei KEINE Kirche, ist also nicht katholisch geschrieben.
Menschen wie St.ap. Bischoff bezeichnet er sehr human, als Schwärmer.

Adler

Re: NAK am Scheideweg?!

#113 Beitrag von Adler » 22.02.2011, 19:12

Zitat:

Man wird abwarten müssen, wie die NAK amtlich auf die aufgekommene Ablehnung unter den Mitgliedern reagieren wird. Allerdings könnte es sein, das L. das zwar schmerzt, ihn aber letztlich nicht dazu bringt, noch etwas zu ändern. Vielleicht stecken die NAK-Amerikaner hinter dieser Schärfe der Abgrenzung gegenüber anderen christlichen Kirchen, denn in Amerika scheint ja die Ökumene wenig zu bedeuten, und außerdem blüht da wohl das Geschäft mit dem Evangelium, was die inzwischen dort vorhandene Vielzahl von christlichen Gemeinschaften vermuten lässt. Also, so nehme ich an, hat L. den Amis klein beigegeben, wenn sie in erster Linie für eine Zementierung der Bedeutung des Amtes mit der Bezeichnung 'Apostel' und 'Stammapostel' eingetreten sein dürften. Klar, das ist spekulativ, doch ich denke, dafür spricht einiges.

Zitat Ende

Hallo Comment,

deine, von mir zitierten, Gedanken zu einer möglichen Einflußname der Amis, auf das neue Grundlagenwerk, hatte ich auch schon. Meine Überlegung ging dahin, dass die Amis evtl. mit einer Abtrennung gedroht haben, wenn nicht dieser konservative Kurs gefahren wird. Alleine das finanzielle Disaster welches eine Abkoppelung der NAC von der NAKI hervorrufen würde, lies Dr. Leber wohl aufmerken und letztlich zu Gunsten er Amis entscheiden. Ich möchte nicht wissen, wie hart auf dieser BAV verhandelt wurde und wie hoch die Wellen der Emotionen schlugen. Letztlich hat man sich für "das kleine Übel", nämlich den Austritt bzw. die Amtsrückgaben, einer, -gemessen an den evtl. verlorenen Amerikanern-, eher geringen Zahl von Mitgliedern entschieden. Dieses kleinere Übel hielt man offensichtlich für besser vertretbar, als eine Abspaltung der Amis mit all ihren Dollars ...

LG Adler

Adler

Re: NAK am Scheideweg?!

#114 Beitrag von Adler » 22.02.2011, 19:14

Liebe diebasis,

ich kenne das Buch zwar, habe es aber nocht gelesen. Werde ich aber sicherlich noch nachholen.
Danke für den Hinweis.

LG Adler

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Andreas Ponto
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Re: NAK am Scheideweg?!

#115 Beitrag von Andreas Ponto » 22.02.2011, 19:57

Gibt es denn irgend welche Hinweise, Indizien oder Nachweise für einen Machtkampf unter den BezAps?
Das wäre für alle sicherlich wichtig in der Gesamtbeurteilung der Situation.

In diesem Zusammenhang ist meiner Meinung nach sehr bedeutsam, dass ein hoher Prozentsatz der Namen auf der GK-Liste aus Niedersachsen kommt. Dort wurde 2010 verwirklicht (und Ende 2010 in einer Abschlussveranstaltung erfolgreich abgeschlossen - zu Grabe getragen?!) und das zerreisst nach meinem Empfinden die Geschwister dort jetzt.

Als in Sachsen 1. Infoveranstaltungen durchgeführt wurden (Vision 2014) habe ich mehrfach nachgefragt, wie denn dieser Gegenkurs zur Gesamtkirche gefahren werden kann und wer denn die daraus nahezu zwangsweise erfolgenden Konsequenzen verantworten möchte. Achselzucken, Hilf- und Ratlosigkeit war die (Nicht-)Antwort.

Mich würde ernstahft sehr interessieren, wie BezAp Klingler seine Vision und die neue Realität für sich und den ihm anvertrauten Amtsträger- und Geschwisterkreis in Einklang bringt.

Da warten sicher auch einige seiner Geschwister und Amtsträger auf eine deutliche und ins Detail gehende konkrete Aussage und öffentliche Stellungnahme.

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tosamasi
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Re: NAK am Scheideweg?!

#116 Beitrag von tosamasi » 22.02.2011, 20:03

Ich bin jedenfalls begeistert. Ich glaube nicht, dass man diesen "kleinen Aufstand" so einfach ignorieren, also unter den Teppich kehren kann. Manche Geschwister und sicher auch At aus anderen Bezirken haben schon ein wenig neidisch in den Klingler-Bezirk geschielt, ich auch.
Man darf die Hoffnung nicht aufgeben.
Nur der Einfältige fürchtet die Vielfalt
tosamasi

Ökumeniker

Re: NAK am Scheideweg?!

#117 Beitrag von Ökumeniker » 22.02.2011, 20:31

Lieber Bruder A.P.,
Ihre Darstellung zu NAK am Scheideweg halte ich für ein gutes Arbeitspapier in einem möglichen Reformprozeß unserer Gemeinschaft. Ich kann nur hoffen, dass sich in der NAK damit vorurteilsfrei auseinandergesetzt wird.
Mich erstaunt jedoch, dass Sie zu den genannten Punkten bis zu Ihrem Weggang aus der Gemeinde nicht das Gespräch mit Ihren Mitbrüdern gesucht haben.
Glaubten Sie vielleicht, dass keine(r) Ihrer Mitbrüder/-schwestern die Problematik inhaltlich und in ihrer Tragweite erfassen könne?
Kopfschütteln allein reicht nicht. Es bedarf "Anschieber","Kümmerer" und Vorbilder. Besonders in der Dikonie und bei der sie tragenden Nächstenliebe.
Die Änderungen in der DDR haben die Dagebliebenen bewirkt.
Sie haben sich durch Ihren Kirchenaustritt der weiteren Mitwirkung und Gestaltung benommen. Ich bedaure Ihren Schritt und staune wie publikumswirksam Sie ihn vollzogen haben.
Dennoch in Freundschaft
Ihr HHK

Konzertmeister

Re: NAK am Scheideweg?!

#118 Beitrag von Konzertmeister » 22.02.2011, 21:00

Guten Abend lieber Ökumeniker (HHK),

willkommen hier im Forum, verbunden mit dem Wunsch einer lebhaften Diskussion - ohne persönliche Entscheidungen der Forenmitglieder in leiser Form in Frage zu stellen.

Gruß vom
Konzertmeister

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Re: NAK am Scheideweg?!

#119 Beitrag von Comment » 22.02.2011, 22:32

Hallo Adler,

ich sage mal: 'Ja, ja, die Amerikaner, die machen Politik mit ihrem Geld. Und das nicht nur in der großen Politik, sondern auch auf anderen Gebieten.'
So scheint mir auch in der NAK ein gewisser richtungsweisender Wind von der anderen Seite des Ozeans nach Zürich zu wehen!

Mir fällt übrigens auf, dass StAp Leber gar nicht mehr von der Souveränität Gottes spricht, der letztlich alles überlassen bleibt. Das war ja vor nicht allzu langer Zeit noch ein Punkt, den er mehrfach brachte, wenn es um die Frage ging, wie die NAK die Zukunft der Anderen sieht.

Jetzt scheint L. mehr auf seine Erkenntnis zu setzen, die er offenbar richtig klar sieht. Dazu ein Beispiel aus der neuen Unsere Familie, GD-Bericht von Berlin, Entschl.GD 7.11.10, Zitat:

'...So mag nun vielen der Weg bereitet werden, dass sie das ewige Leben ergreifen, die Sakramente hinnehmen können und damit auch erfüllt werden vom Frieden Gottes [...] Ich denke auch an unsere Glaubensgeschwister, die ihre Gotteskindschaft nicht mehr ernst genommen haben, die, aus welchen Gründen auch immer, den Kontakt zur Gemeinde verloren haben und ihre eigenen Wege gegangen sind. Nun kommen sie in die jenseitige Welt. Sind sie erlöst? Meine Erkenntnis sagt mir: Nein. ...'

L. meint also zu erkennen, dass diese Kirchenmitglieder nach ihrem Tod nicht erlöst sind. Er überläßt das nicht der Souveränität Gottes, nein, er weiss sozusagen, was im Jenseits Sache ist. Und predigt das auch so, damit alle es erfahren, was er an Erkenntnis hat.

Ist schon eigenartig, nicht?

Übrigens könnte es entsprechend labilen GD-Teilnehmern bzw. auch Lesern der UF, Amtsträgern usw. auch Angst machen: Wenn wir nicht die GD besuchen, wenn wir gar von der NAK weggehen, dann: nix mit Erlösung! Sagte der StAp! Also weiter kommen, bleiben ...

Ob L. das im Hinterkopf hatte?
Bemerkenswert ist, dass er gar nicht in Betracht zieht, dass die weggebliebenen Mitglieder ja zu einer anderen christlichen Kirche gewechselt sein könnten, wo sie erst so richtig gläubig wurden! Und dann auch unerlöst nach dem Tod? Nichts mit Souveränität Gottes?

Ich bin schon sehr verwundert. Das sind doch alte Glaubenslehre-Bestandteile! Zurück zu den alten Jahren? Ob das nicht so in Einklang steht mit dem neuen Kirchenverständnis? Ultra-fundamentalistische Ansichten, etwa aus USA herrührend? Böse, böse!!

Gut, wenn sich keiner einschüchtern lässt.

LG
Com.
Zuletzt geändert von Comment am 22.02.2011, 23:14, insgesamt 1-mal geändert.

John

Re: NAK am Scheideweg?!

#120 Beitrag von John » 22.02.2011, 22:49

Vielen Dank für diese Hinweise.

Aber.. es ist für mich noch erfreulicher, dass hier niemand auf evtl.
Schreibfehler aufmerksam macht, sondern dies verzeihen wird.

Weht da der geist vom Dieter?

Wäre schön.
John

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