Bibellesung im Gottesdienst

Alles rund um die Sondergemeinschaft Neuapostolische Kirche (NAK), die trotz bedenklicher Sonderlehren (u.a. Versiegelung, Entschlafenenwesen mit Totenmission, Totentaufe, Totenversiegelung und Totenabendmahl, Heilsnotwenigkeit der NAK-Apostel, Erstlingsschaft, ..), weiterhin "einem im Kern doch ... exklusiven Selbstverständnis", fehlendem Geschichtsbewusstsein und Aufarbeitungswillen, speziell für die Zeit des Dritten Reiches, der DDR, der Bischoffs-Botschaft ("... Ich bin der Letzte, nach mir kommt keiner mehr. ..."), sowie ihrer jüngsten Vergangenheit und unter erheblichem Unmut ehemalicher NAK-Mitglieder, auch Aussteiger genannt, die unter den missbräuchlichen Strukturen und des auf allen Ebenen ausgeprägten Laienamtes der NAK gelitten haben, weiterhin leiden und für die die NAK nach wie vor eine Sekte darstellt, im April 2019 als Gastmitglied in die ACK Deutschland aufgenommen wird.
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abendstern_
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Re: Bibellesung im Gottesdienst

#11 Beitrag von abendstern_ » 23.06.2010, 17:25

Heidewolf schrieb
Lesungen nützen doch nur, wenn auch darüber gepredigt wird.
Wird aber meistens nicht, und wenn, dann wird es verbogen. Genauso wenig, wie oft über das Bibelwort gesprochen wird, dass dem GD zugrundegelegt ist.
Dass ist doch das eigentliche Dilemma.
Hallo Heidewolf,

das habe ich neulich an anderer Stelle schon mal gelesen, da meinte auch jemand, eine Lesung ohne nachfolgende Predigt nütze doch gar nichts.

Ich wundere mich über diese Aussagen. Sind die Bibeltexte denn so schwer verständlich, dass es nicht ausreicht, sie zu lesen, sondern dass man Erläuterungen dazu braucht? In anderen Kirchen nennt man das was bei einer Lesung gelesen wird das "Wort Gottes" - braucht das Erläuterung, Erklärung, Auslegung, Predigt?

Wenn das stimmen würde, könnte man sich das Lesen in der Bibel ja schenken. Das ist schließlich auch nur eine Lesung mit maximal eigener Interpretation des ganzen.

Erklärst du mir, warum du meinst, dass eine Lesung "nichts nützt" ? Vielelicht ist die Tatsache, dass ein Text einfach so gelesen wird und nicht gepredigt, ja eine ungeheure Chance, weil er dann nicht fehlinterpretiert werden kann. :)

Konzertmeister

Re: Bibellesung im Gottesdienst

#12 Beitrag von Konzertmeister » 24.06.2010, 07:47

Guten Morgen,

Lesungen aus der Bibel in den Gottesdiensten (auch) in der NAK sind erstmal ein Schritt in die richtige Richtung. Daß dieses nun (zuerst einmal) an hohen Feiertagen gemacht werden soll, sehe ich als einen Anfang in kleinen Schritten. Es wäre zu begrüßen wenn das Schule macht und in allen Gottesdienst ein fester Bestandteil werden würde.

In der ev. Kirche (bei uns in Bayern) hören wir sonntäglich zwei Lesungen. Die erste aus dem alten Testament, die zweite aus dem neuen Testament. Die Lesung endet mit dem Hinweis "Wir wollen auf Gottes Wort antworten mit dem Bekennen unseres christlichen Glaubens".
Damit ist dieser Liturgiepunkt beendet.

Zur nachfolgenden Predigt wird ein extra Predigttext aus der Bibel verwendet mit den Worten Unser Predigttext steht heute in.....
So - und nun wird gepredigt.

Für die NAK also eine weitere Chance die Gottesdienste mit göttlichem Inhalt zu füllen - [*]Wo Gottesdienst draufsteht, soll auch Gottesdienst drin sein".

Ich gestatte mir ein bißchen "Spekulier":
Wie vielerorts zu beobachten ist der Bedarf an Amtsträgern hoch. Durch das Einbinden der Frauen (zum Lesen) könnte doch auch "mehr" daraus werden.

Das wäre dann ein absolut weiterer Fortschritt in der NAK

Gruß vom
Konzertmeister

tergram

Re: Bibellesung im Gottesdienst

#13 Beitrag von tergram » 24.06.2010, 08:23

Konzertmeister hat geschrieben:Durch das Einbinden der Frauen (zum Lesen) könnte doch auch "mehr" daraus werden.
Darauf kann ich nur mit einem Zitat antworten:
shalom hat geschrieben:...Vorleseschwestern als BaVi-Hinhaltetaktik zum Hinauszögern der Frauenordination...
Frauen dürfen in der NAK künftig nicht nur Kinder hüten, die Kirche putzen und Blümchen stecken, sondern jetzt auch lesen. Richtig lesen, aus einem dicken Buch. 8) Man(n) stelle sich das vor! Natürlich ohne Amt. Mehr so als Hilfe: Als Lesehilfe.

Und das nennt man Fortschritt? :roll: :shock:

Cemper

Re: Bibellesung im Gottesdienst

#14 Beitrag von Cemper » 24.06.2010, 08:33

Sie haben vergessen:

Frauen dürfen auch noch in der Kirchenküche Kaffee kochen, ihn anbieten und vielleicht ein kleines Gespräch beginnen. Ich habe es vor einigen Wochen in einem Gottesdienst in einer neuap. Kirche - den ein Apostel gehalten hat - erlebt. Nach dem GD gab's im Kirchenvorraum Kaffee. Eine Frau reichte mir eine Tasse und fragte: "Kann ich Ihnen helfen?" Ich sagte: "Ich weiß es nicht, was meinen Sie? Vielleicht kann ich Ihnen helfen?" Und dann sagte sie: "Nein, vielen Dank, mit dem Kaffee komme ich schon alleine klar."

Konzertmeister

Re: Bibellesung im Gottesdienst

#15 Beitrag von Konzertmeister » 24.06.2010, 08:58

Guten Morgen,

Die Rolle der Frau in der NAK ist mir sehr wohl, auch als Mann, bekannt. Ohne Frage - vom Kircheschrubben über Kinderchor, Vorsonntagsschule bis hin zum Kaffeekochen - ist in dieser Richtung alles drin.

Vielleicht habe ich schon etwas zu weit gedacht und gehofft, dass sich über die neue Funktion Vorleserin oder "Lesehilfe" etwas entwickeln könnte?

Aus meinem NAK-Verwandtenkreis höre ich aktuell, daß die Zahl der Amtsträger rückläufig ist, schwer bis unmöglich keine neuen ordiniert werden können und so weiter.
Aus diesem Personalnotstand heraus wäre es doch sehr naheliegend schlicht und einfach Frauen als Amtsträger einzusetzen.
Wenn das geschieht, wäre die (vorläufige) Vorleserolle als Fortschritt zu sehen.

Ob das jemals geschieht, oder ob im alten Fahrwasser weitergefahren wird - das ist die Frage.

In meiner evangelischen Kirche in Bayern ist das kein Thema und in anderen Landeskirchen auch nicht.

Gruß vom
Konzertmeister

tergram

Re: Bibellesung im Gottesdienst

#16 Beitrag von tergram » 24.06.2010, 09:27

Konzertmeister hat geschrieben:Aus diesem Personalnotstand heraus wäre es doch sehr naheliegend schlicht und einfach Frauen als Amtsträger einzusetzen.
Genau das ist der Punkt: Frauen sind keine Lückenfüller, kein Not-Ersatz für männliche Personalnotstände.

Ich wäre mit deinem Ansatz - und der möglichen Weiterentwicklung - herzlich gern einverstanden, wenn die NAK endlich erkannt hätte, dass Frauen sowohl im geistlichen Amt, der Wortverkündigung, als auch in der Seelsorge an geistigen und geistlichen Gaben den Männern ebenbürtig sind und dass es keine haltbare biblische oder sonstige Begründung für die Verweigerung der Frauenordination gab/gibt.

Frauen sind 50% - der Welt, des Himmels und der Hölle. :wink:

Cemper

Re: Bibellesung im Gottesdienst

#17 Beitrag von Cemper » 24.06.2010, 09:52

Aber in Deutschland ist der Anteil der Frauen in der Altersgruppe ab 50 höher als 50 Prozent.

In der Gruppe 50 bis 59 sind es 50,1 %; in der Gruppe 60 bis 69 sind es 51,6 %; in der Gruppe 70 bis 79 sind es 56,8 %, und in der Gruppe 80 bis 89 sind es - ACHTUNG! - 70,6 %. Danach sind es dann sogar 77 %. (Angaben aus 2005).

Und darum ist es in Deutschland so schön.

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Re: Bibellesung im Gottesdienst

#18 Beitrag von Heidewolf » 24.06.2010, 09:59

Lieb verbindlich,
selbstverständlich habe ich auch schon Lesungen in der NAK erlebt. Aber eben mit der Einschränkung, das das Knistern daher kam, weil die Entscheidung dafür eine politische war, ausdrücklich angemerkt, dass es mit dem Apostel abgestimmt ist.
So richtig Erleben kommt da nicht auf.

Ansonsten schau ich oft da http://www.fernsehgottesdienst.de/64_3552.htm hinein. Unter Live-Video kann man sich da etliche GDs anschaun.
Eben auch die Lesungen, oft von Laien vorgetragen.
Sogar noch mit Fersehlautsprechern oder am PC verständlich.

Wenn du schönes im GD erlebst, freu dich dran.

Ich bin im Augenblich gefrustet, hier auf dem Dorf.
- Wenig herzliche Atmoshäre, eher beobachtende Adlerblicke
- Undeutliches Vorlesen des Bibeltextes (Textwort)
- Undeutliche Aussprache etlicher Prediger, manchmal zum überschlagen neigend
- Viele Metabegriffe werden verwendet
- Viele Apelle, was man nicht soll, was man soll
- 80% immer noch beschleunigtes Abendmahl

Ich möchte mehr so etwas erleben, wie Adler es beschrieben hat.
Und das geht eben doch viel besser, wenn da vorne welche sprechen, die sich ehrlich mit den Bibeltexten beschäftigt haben, ohne auf Kirchenstrategie zu achten.

Das merkt man, glaube es mir.

Mir fehlt jetzt die Zeit, aber ich melde mich nochmal zum Thema, wie ich GDs erleben möchte.

LG, Heidewolf
PS: Bei den Fernsehgottesdiensten gelingt es mir recht gut über die verschiedenen Rituale hinwegzusehen. Komisch, nicht?
Ich empfinde es einfach wohltuend, mit anderen Christen zusammen zu sein, wenn auch nur virtuell.
Das sind die Weisen,
Die durch Irrtum zur Wahrheit reisen.
Die bei dem Irrtum verharren,
Das sind die Narren.

Friedrich Rückert

tergram

Re: Bibellesung im Gottesdienst

#19 Beitrag von tergram » 24.06.2010, 10:00

Cemper, bei allem Respekt: Sie wirken aktuell etwas "weg vom Thema". Vielleicht mögen sie ja doch noch etwas dazu beitragen?

_
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Re: Bibellesung im Gottesdienst

#20 Beitrag von _ » 24.06.2010, 10:18

tergram hat geschrieben:
shalom hat geschrieben:...Vorleseschwestern als BaVi-Hinhaltetaktik zum Hinauszögern der Frauenordination...
Frauen dürfen in der NAK künftig nicht nur Kinder hüten, die Kirche putzen und Blümchen stecken, sondern jetzt auch lesen. Richtig lesen, aus einem dicken Buch. 8) Man(n) stelle sich das vor! Natürlich ohne Amt. Mehr so als Hilfe: Als Lesehilfe.

Und das nennt man Fortschritt? :roll: :shock:
immerhin wird dadurch ja schonmal das von manchen vorgebrachte pseudoargument entkräftet, frauen sollten deshalb im gottesdienst schweigen, weil sie so schrille stimmen haben.

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