Widersprüchliches im neuen Fehr-Buch

Alles rund um die Sondergemeinschaft Neuapostolische Kirche (NAK), die trotz bedenklicher Sonderlehren (u.a. Versiegelung, Entschlafenenwesen mit Totenmission, Totentaufe, Totenversiegelung und Totenabendmahl, Heilsnotwenigkeit der NAK-Apostel, Erstlingsschaft, ..), weiterhin "einem im Kern doch ... exklusiven Selbstverständnis", fehlendem Geschichtsbewusstsein und Aufarbeitungswillen, speziell für die Zeit des Dritten Reiches, der DDR, der Bischoffs-Botschaft ("... Ich bin der Letzte, nach mir kommt keiner mehr. ..."), sowie ihrer jüngsten Vergangenheit und unter erheblichem Unmut ehemalicher NAK-Mitglieder, auch Aussteiger genannt, die unter den missbräuchlichen Strukturen und des auf allen Ebenen ausgeprägten Laienamtes der NAK gelitten haben, weiterhin leiden und für die die NAK nach wie vor eine Sekte darstellt, im April 2019 als Gastmitglied in die ACK Deutschland aufgenommen wird.
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Cemper

Re: Widersprüchliches im neuen Fehr-Buch

#71 Beitrag von Cemper » 24.06.2010, 12:27

Loreley 61 hat geschrieben:Wissen Sie Herr Cemper, was das eigentlich Manko ist? In der offiziellen Verlautbarung fehlt gänzlich ein Hinweis auf den Segen. Stimmen Sie mir das zu? Deshalb ist das eigentlich nur eine "halbe Sache". Man kann einerseits auf die Verlautbarung verweisen, da haben Sie Recht, doch andererseits wird in den Gottesdiensten eine "Hinzufügung" gemacht. Nämlich da gehts dann plötzlich nicht nur ums Opfer, dass die Kirche sich aus freiwilligen Opfern/Spenden finanziert, dass sie keine Kirchensteuer erhebt usw., sondern da kommt dann plötzlich die Sache mit dem Segen hinzu. Das schafft Verwirrung. Liest man nämlich nur die Verlautbarung, weiß man immer noch nicht, wie sich die Sache mit dem Segen fürs Opfer verhält. Kriegt man nun schon einen Segen, wenn man nur wenig opfert, oder muß es der Zehnte sein usw.

LG, Lory
Loreley 61 hat geschrieben:Angenommen die offizielle Verlautbarung hieße so:

Die Neuapostolische Kirche finanziert sich selbst. Sie erhebt keine Kirchensteuern oder sonstigen Pflichtbeiträge von ihren Mitgliedern. Ob oder wie viel jemand spendet, wird nicht kontrolliert. Die Mitglieder können sich, entsprechend der biblischen Grundlage (Maleachi 3, 10), am "Zehnten" orientieren. Die Kirche verknüpft mit der Höhe des finanziellen Opfers keinerlei Segen, oder Segenszusprüche noch Fluch.

Dann wäre das eine runde Sache und man könnte einen DL in die Senkel stellen, falls er mal wieder predigt, dass dem lieben Gott doch der Zehnte zusteht, damit Gott den Spender auch segnen kann. Dann würde auch Stap. Fehr`s Aussage richtig sein - zumindest dann für die Zukunft. Aber leider fehlt der von mir beigefügte Schlußsatz in der offiziellen Erklärung.
Werte Loreley -

ich will Ihnen mal ganz praktisch antworten: Was soll das? Reden wir über die Realitäten oder über eine Welt, die es geben könnte, wenn dieses so und jenes anders wäre und in der meine Mutter nicht meinen Vater, sondern Herrn X geheiratet hätte, so dass es nicht mich, sondern Herrn Y als Sohn der beiden gäbe? Ein anderes Beispiel: Ich arbeite zur Zeit an einem Buch über die DDR und die NS-Zeit. Was würden Sie sagen, wenn ich mich in diesem Buch mit der Fragen befasste, wie die jüngste deutsche Geschichte verlaufen wäre, wenn es 1933 nicht zur "Machtergreifung" durch diese NS-Verbrecherbande gekommen wäre? Sie würden sagen: Warum sollten wir darüber sprechen. Den Y gibt es nicht. Und die andere deutsche Geschichte gibt es auch nicht.

Ihre Hinweise auf eine andere amtliche Position kann man einbringen. Ich will das nicht kritisieren. Aber ich frage: Was soll das? Das und das sind die Tatsachen. Darüber sollten wir reden. Und zu den Tatsachen gehört die amtliche Erklärung der NAK zu Spenden/zum Opfer. Auf diese Erklärung kann jeder die Kirchenleitung verweisen. Es führt uns nicht weiter, wenn wir über etwas reden, was es nicht gibt.

Seien Sie freundlich gegrüßt
Heinrich Cemper


PS: In der NAK gibt es vielfach das Problem, dass die Leute nicht reden können. In Glaubensgesprächen in ihren Kirchengemeinden sitzen sie - wie ich hörte - oft stumm wie die Fische und bekommen Bauchweh und Blähungen, wenn jemand normal redet und fragt: Wieso, weshalb, warum? Mich hat vor einiger Zeit mal - ich bitte um Nachsicht, weil ich schon wieder einen Verwandten erwähnte - also ein Verwandter zu einem Vortrag in seine neuap. Gemeinde mitgenommen. Da saßen 30 oder 40 Leute. Als es 20 Uhr war und der Vortrag beginnen sollte, meinte jemand, wir sollten aber zuerst beten. Dann schauten sich alle um. Kein Vorsteher und kein Priester war zu sehen. "Ja, Heinz, dann musst Du wohl ..." Und dann stand ein so was an korrekt-spießig gekleideter mittelalter Mann auf und betete. Nur Formeln und Floskeln. Da habe ich übrigens auch ein Wort gehört, das tergram hier gelegentlich erwähnt: Herzensknie. Und dann kam der Vortrag. Er war so ähnlich wie das Gebet. Und die Diskussion war auch so.
Zuletzt geändert von Cemper am 24.06.2010, 12:43, insgesamt 1-mal geändert.

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Loreley 61
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Re: Widersprüchliches im neuen Fehr-Buch

#72 Beitrag von Loreley 61 » 24.06.2010, 12:42

Ganz einfach:

Die offizielle Verlautbarung besagt ja etwas von Freiwilligkeit, da aber jeglicher Hinweis bezüglich des Segens fehlt, wird diese Freiwilligkeit oft ad absurdum geführt, da ja in den Predigten plötzlich eine Verknüpfung: Opfer/Zehnter und Segen stattfindet. Diese Freiwilligkeit wird dann untergraben, sobald eine Art psychischer Druck ausgeübt wird, indem es u. U. heißt: Nur das Bruttoopfer bringt auch Segen. Ich kann dann zwar immer noch weniger geben, da ja freiwillig und unkontrolliert geopfert wird, aber ich muß dann auch mit einem möglichen Segensentzug leben (können). Manch einer kann das nicht und sieht sich genötigt, den vollen Zehnten zu opfern.
Unsere Gedanken und Gefühle werden durch unsere Überzeugungen geformt.
Was du tief in dir und oft unbewusst denkst, das zeigt die größte Wirkung in deinem Leben.
Brauche nichts ... wünsche alles ... und wähle, was sich zeigt!
______
Namaste

Cemper

Re: Widersprüchliches im neuen Fehr-Buch

#73 Beitrag von Cemper » 24.06.2010, 12:49

Loreley - das ist doch alles bekannt.

Was würde passieren und was würden Sie sagen, wenn in einem neuap. Gottesdienst etwas gepredigt würde, was mit den Glaubensartikeln nicht übereinstimmt? Stellen wir uns vor, dass in einem Gottesdienst, den ein Apostel der NAK hält, ein Bischof der NAK, der zum "Mitdienen" - so heißt das doch - gebeten wird, in einem Predigtbeitrag Art. 4 ff. Glaubensbekenntnis NAK so ergänzen würde, dass der Gehalt der amtlichen Fassung verändert würde? Dieser Mann hätte schnell ein Problem.

Und in der Spenden- bzw. Opferfrage ist es anders? Da kann die klare amtliche Aussage nach Belieben ergänzt werden?

Bitte - wer das meint, der soll es tun. Ich will mich damit nicht mehr befassen, weil ich andere Sorgen habe.

HC

Matula
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Re: Widersprüchliches im neuen Fehr-Buch

#74 Beitrag von Matula » 24.06.2010, 13:00

Cemper hat geschrieben:

....Stellen Sie sich das mal ganz praktisch vor. Nehmen wir als Beispiel ein Fahrzeug. Sie sitzen mit einem anderen in einem Auto. Was sehen Sie? Sie sehen das Auto von innen. Wenn man Sie nach dem Kennzeichen dieses Autos fragt, wissen Sie keine Antwort; Sie können das Kennzeichen ja von innen nicht sehen. Sie müssten schon aussteigen....



Falsch Euer Ehren, Dieter müsste nicht aus dem Auto aussteigen um sich das Kennzeichen anzusehen. Er müsste nur Cemper fragen, der sitzt nämlich nicht mit in dem Auto und sieht von aussen "nur" das Kennzeichen.

Lobo

Re: Widersprüchliches im neuen Fehr-Buch

#75 Beitrag von Lobo » 24.06.2010, 13:10

Matula hat geschrieben:...Dieter müsste nicht aus dem Auto aussteigen um sich das Kennzeichen anzusehen. Er müsste nur Cemper fragen, der sitzt nämlich nicht mit in dem Auto und sieht von aussen "nur" das Kennzeichen...
Dieter müsste Cemper noch nicht einmal fragen(er bekäme nur wieder die üblichen "wolkige" Antworten), weil er in seinem eigenen Auto sitzt, von dem Dieter mit Sicherheit das Kennzeichen kennt. :D

Cemper

Re: Widersprüchliches im neuen Fehr-Buch

#76 Beitrag von Cemper » 24.06.2010, 13:27

Matula und Lobo - ich gebe auf. Ich folge dem Rat meiner Frau. Sie hat mir mal gesagt, ich sollte nicht immer versuchen, mit schwerhörigen Menschen über Farben zu diskutieren.

Philippus

Re: Widersprüchliches im neuen Fehr-Buch

#77 Beitrag von Philippus » 24.06.2010, 13:34

Cemper hat geschrieben:Da habe ich übrigens auch ein Wort gehört, das tergram hier gelegentlich erwähnt: Herzensknie.
Geben Sie mal bei einem Schneider entsprechende Knieschoner in Auftrag. Würde mich interessieren was dabei herauskommt. :mrgreen:

Vor ein paar Tagen sah ich durch Zufall Ausschnitte einer Fernsehsendung über die schlimmsten Modesünden der letzten Jahre. Dabei ging es auch um Schulterpolstern, vornehmlich für die Damen, und ich mußte an eben diese bekannten neuapostolischen Herzensknie denken. Sachen gibts ... :P

Übrigens eine interessante Frage der Glaubensanatomie :roll: 8)

Warm heute ...

Maximin

Re: Widersprüchliches im neuen Fehr-Buch

#78 Beitrag von Maximin » 24.06.2010, 14:22

:) Mein lieber Cemper,
in Ihrem Beitrag zitieren Sie, jedenfalls behaupten Sie das ohne Quellenangabe, eine „klare normative Aussage“ der Neuapostolischen Kirche wie folgt: „Die Mitglieder können sich, entsprechend der biblischen Grundlage (Maleachi 3, 10), am "Zehnten" orientieren."

Auf Ihren Exkurs über einen Verfassungsgrundsatz einerseits und die Verfassungswirklichkeit andererseits in Bezug auf das Eigentum gehe ich nicht weiter ein. Nur so viel: Nach meiner über 40jährigen Tätigkeit im öffentlichen Dienst des Landes Berlin habe ich immer wieder erlebt, dass es geschriebenes Recht gibt, dass es gesprochenes Recht gibt und dass es gefühltes Recht gibt. Beispiele gefällig…?

Die NAK habe also ihren Mitglieder gesagt: „Die Mitglieder können sich, entsprechend der biblischen Grundlage (Maleachi 3, 10), am "Zehnten" orientieren." Pardon mein Herr, was ist das für eine „klare normative Aussage“ die einerseits einen bestimmten Eindruck erweckt und andererseits, jedenfalls formell, alles offen und kirchenangehörige Menschen mit einem furchtbaren Gewissenkonflikt alleine lässt?

Was lässt diese Sonderkirche denn schlussendlich offen, wenn sie ihren Mitgliedern einerseits empfiehlt sich an der alttestamentlichen Grundlage nach Maleachi 3, 10 zu orientieren und sie ihre Mitglieder von der Kanzel parallel darauf konditioniert, wonach die Fülle des göttlichen Segens vom Sollmaß der Opferbereitschaft abhängig ist?

Ich erlebe es als fair, wenn ein gemeinnütziger Verein von seinen Mitgliedern einen bestimmten Mitgliedsbeitrag verlangt, um seine Vereinszwecke zu realisieren. Ich empfinde es als missverstandene, ja sogar als anmaßende Bibelauslegung, wenn eine Sonderkirche, mit dem Anspruch die allein seligmachende sein zu wollen, Dinge vermischt die nicht vermischt gehören, wenn man denn ehrlich vor sich selber und vor Gott und den Menschen redlich bleiben will. Der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs und der Vater unseres Heilandes ist nicht nur ein sprechender, ein schweigender sondern auch ein hörender Gott.

Schade, dass Sie sich mit der Lory zu dieser Frage nicht weiter austauschen wollen. Warum schade? Wer nicht mehr zuhört, der verstopft seine Ohren vor der Menge, versteht sie nicht mehr. Im Tagesgeschehen führt das u. a. zu Politikverdrossenheit und Wahlverweigerung. In meiner jahrzehntelangen NAK-Zugehörigkeit habe ich, auch auf dieser Ebene, dieselbe Entwicklung erlebt und durchlitten.

Noch etwas zum guten Schluss: Was ich mit meinem lieben Gott berede, das geht niemanden anderen etwas an. Und was ich meinem lieben Gott, sichtbar oder unsichtbar, opfere auch nicht.

Mit freundlichen Grüßen, der Maximin :wink:

P.S.: Sir, sie sollten nicht kneifen...! :mrgreen:

Matula
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Re: Widersprüchliches im neuen Fehr-Buch

#79 Beitrag von Matula » 24.06.2010, 14:33

Cemper hat geschrieben:Matula und Lobo - ich gebe auf. Ich folge dem Rat meiner Frau. Sie hat mir mal gesagt, ich sollte nicht immer versuchen, mit schwerhörigen Menschen über Farben zu diskutieren.

Cemper, Sie geben auf und folgen tatsächlich dem Rat Ihrer Frau !

Ich denke mal eher, der Satz mit den schwerhörigen Menschen, die über Farben diskutieren wollen, hat wohl Ihre Frau erst jüngst einmal an Sie gerichtet.

Ich würde allzu gerne einmal bei Ihnen zu Hause Mäuschen spielen, wenn Sie mit Ihrer Frau während eines romantischen Abendessens darüber diskutieren, wie denn nun der Abend bei Ihnen zu Hause so weiter verlaufen solle ! :wink:
Zuletzt geändert von Matula am 24.06.2010, 15:50, insgesamt 1-mal geändert.

Matula
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Re: Widersprüchliches im neuen Fehr-Buch

#80 Beitrag von Matula » 24.06.2010, 14:37

Lobo hat geschrieben:
Matula hat geschrieben:...Dieter müsste nicht aus dem Auto aussteigen um sich das Kennzeichen anzusehen. Er müsste nur Cemper fragen, der sitzt nämlich nicht mit in dem Auto und sieht von aussen "nur" das Kennzeichen...
Dieter müsste Cemper noch nicht einmal fragen(er bekäme nur wieder die üblichen "wolkige" Antworten), weil er in seinem eigenen Auto sitzt, von dem Dieter mit Sicherheit das Kennzeichen kennt. :D

Hoffentlich ist Cemper im eigenen Auto angeschnallt, sonst könnte er Dieters Kennzeichen doch gar nicht sehen !
:wink:

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