Massen-Chöre

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simpel

Re: Massen-Chöre

#11 Beitrag von simpel » 07.06.2010, 18:21

agape hat geschrieben: Am Beispiel "Masse, Musik" lässt sich das gut darstellen, wenn auch hier von mir nur sehr verkürzt.

Wie dem auch sei - die Zeitansage für heute muss anders aussehen.
Probleme rufen nach Lösungen und nicht nach Tranquilizern....
Abhängigkeit und Versklavung rufen nach Befreiung.
:- )
endlich befreit zu sein... oder so... 8)
wir lernen, dass dies eben keine spezielle sektenproblematik ist - verführung und verführtwerden ist so alt wie die menschheit selbst. :|

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agape
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Re: Massen-Chöre

#12 Beitrag von agape » 07.06.2010, 18:35

simpel hat geschrieben:
verführung und verführtwerden ist so alt wie die menschheit selbst.[/i] :|
Stimmt, die Verführung ist so alt.
Aber kirchliche Gemeinschaften haben den Auftrag die "Schlange" kenntlich zu machen,
christliche Befreiungsmaßnahmen zu zeigen (durch die Wortverkündigung beispielsweise)
und nicht der verführerische Kopf oder Schwanz der Schlange selbst zu sein.
Sekten und Sonder-Gemeinschaften heißen aber nicht umsonst so.
Der Clip von Dir spricht aus verschiedenen Gründen nicht zur Sache,
obwohl man sich getrost fragen kann,
ob das Rahmenprogramm eines Kirchentages damit bestückt werden muss.
Aber sei es drum. Es muss wohl so sein. ;)


PS: @ simpel: ich wähnte Dich schon gar nicht mehr im forum,
wo Du doch meinetwegen diesen Saal verlassen wolltest. ;)
Trotzdem: Manchmal - aber auch nur manchmal ;) ist es nicht schlecht noch ein bisschen zu bleiben
Jesus war einer der glücklichsten Menschen, der je gelebt hat. Er gab seine Kraft weiter, verschenkte, was er hatte,
weil er in Übereinstimmung mit sich und seiner Botschaft lebte.
„Ich bin, was ich tue.“ Das bewirkt mystische Erfahrung.
Nach D.Sölle

simpel

Re: Massen-Chöre

#13 Beitrag von simpel » 07.06.2010, 19:52

liebe agape,
ich weiß sehr wohl um die gefahr von massensuggestion und der damit einhergehenden instrumentalisierung der menschen. im vertrauen: es stößt mich in höchstem maße ab, mich ekelt davor! dies habe ich auch schon an anderer stelle bezüglich des ejt deutlich zu verstehen gegeben.
was ich sagen will, ist, dass dies keine erfindung von "sektens" ist - das haben andere vorher schon "besser" und professioneller gekonnt (was aber keine entschuldigung sein kann, diese inszenierungen im programm zu haben!).

und nicht der verführerische Kopf oder Schwanz der Schlange selbst zu sein.
hast du´s vielleicht ´ne nummer kleiner? sind wir wieder bei "gute kirche - böse kirche"? schau dich doch bitte in deinem jetzigen religiösem umfeld um und sage ehrlich, ob dort alles in deinem sinne von güldenem glanze ist.
was mir immer wieder aufstößt, ist, dass du beispielsweise vom gesangsfest im ruhrgebiet sofort eine verbindung zu den verblendeten schäflein in den "sondergemeinschaften" herstellst - bleibe doch einfach beim thema "massenpsychologie"; die sich dann entwickelnden schlussfolgerungen kann dann jeder für sich persönlich ziehen.
vielleicht ist es an der zeit, religiöse befindlichkeiten nicht in ein schwarz-weiß-muster zu pressen und zu meinen, man habe der weisheit letzten schluss für sich gepachtet - auch das ist psychologie!

in der hoffnung, jetzt keine "majestätsbeleidigung" begangen zu haben, grüße ich freundlichst und ohne groll (wie christen halt so sind :mrgreen: ),
DEIN simpel :D

p.s.: ist es nicht wunderbar, dass ich wieder hier bin?

tergram

Re: Massen-Chöre

#14 Beitrag von tergram » 07.06.2010, 20:55

Hmmm... alles höchst bedenkenswert. Können wir das Thema mal eine Oktave tiefer hängen, bitte?

Massenhysterie hin oder her: Da haben sich ein paar Tausend Menschen versammelt und mal wieder das getan, wofür in unserem Leben, in unserer Gesellschaft abseits von DSDS und uSfO kein Platz mehr zu sein scheint: Singen. Einfach nur mal aus vollem Herzen singen. Und ein bißchen Spaß haben.

Was angesichts der desaströsen Verhältnisse, in und unter denen wir auf vielen Gebieten des Alltags leben, doch verständlich ist. Himmel, wer die Zeitungen aufschlägt braucht doch ein Gemüt wie ein Metzgershund, um diesen ganzen Irrsinn noch auszuhalten, ohne Amok zu laufen.

Ein Stück "heile Welt" für einen schönen Frühsommerabend - wohl wissend, dass die Welt eben nicht heil ist.

An vielem un-Heil kann ich aber nichts ändern. Ich habe schon Mühe, den kleinen Schuhkarton auf dem "tergram's Leben" steht, halbwegs in Ordnung zu halten und vor dem Wahnsinn der Welt zu schützen. Und selbst aufopferungswillige Weltretter und Revolutionäre brauchen mal eine Pause und einen netten Abend - einfach nur so und just for fun.

Im Vergleich zur alltäglichen 24-Stunden-Massenverdummung via TV & BILDzeitung scheint mir diese Veranstaltung übrigens geradezu ein bildungspolitisches und kulturelles highlight... :roll: Einen zwingenden Bezug zu religiösen Sondergemeinschaften aller Art vermag ich übrigens nicht zu sehen. Was an meiner Augensalbenverweigerung liegen mag. :wink:

Chor bitte: Schweigend wieder hinsetzen. Bild

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Re: Massen-Chöre

#15 Beitrag von evah pirazzi » 07.06.2010, 21:23

tergram hat geschrieben:Chor bitte: Schweigend wieder hinsetzen. Bild
:lol:
[i][size=75]"... Ich bin einerseits sehr froh, dass ich diesen Gedanken aussprechen kann, auf der anderen Seite fällt es mir auch nicht schwer..."
(Bap Klingler - Neujahrsgd 2009)[/size][/i]

simpel

Re: Massen-Chöre

#16 Beitrag von simpel » 08.06.2010, 06:16

tergram hat geschrieben:Einen zwingenden Bezug zu religiösen Sondergemeinschaften aller Art vermag ich übrigens nicht zu sehen.
ich auch nicht, wie wohl er aber konstruierbar ist... :wink:

um beim wohltuendem, verbindendem und aufbauendem singen zu bleiben: luthers "Ein feste Burg ist unser Gott" entstand bereits 1527, möglicherweise unter dem Eindruck der nahenden Pest. Nach anderer Meinung wurde das Lied von Luther möglicherweise ursprünglich als Kampflied gegen die osmanischen Invasoren verfasst.
Wikipedia hat geschrieben:Das Lied ist für den Protestantismus von großer Symbolkraft; Heinrich Heine bezeichnete es als „Marseiller Hymne der Reformation“, Friedrich Engels als „Marseillaise der Bauernkriege“.
wir lernen von agape: Ein lautes uniformes Staccato "ob wild sich Krieg erhebet...ich fürchte mich nicht"
macht die Gesamtsituation nie einfacher - suggeriert aber Sicherheit und vereinsmäßige Selbstvergewisserung.

tja... 8)

chor bitte: aufstehen!
maul aufmachen! :D

Hannes

Re: Massen-Chöre

#17 Beitrag von Hannes » 08.06.2010, 08:25

ihr lieben sängerknabinnen und chorknaben,

ich mag singen auch ... besonders wenn das ganze in taizé stattfindet. war da schon mal jemand und hat diese stimmung dort erlebt?

als ich das erstemal dort zu besuch war, wollte ich gleich wieder wegrennen. da liefen tagsüber ca. 4.000 junge leute rum und alles war voller betriebsamkeit. also alles nix fürn alten hannes. der mich begleitende jesuitenpater hat mich jedoch "genötigt" bis zum abend zu bleiben ... naja ...

abends dann in dieser riesigen kirche, die sehr wohlig ist, saßen wir dann alle beisammen. und was soll ich sagen: ich habe so etwas noch nie erlebt. so viel schlichte stille. da ist echt etwas passiert. wir haben dort bis kurz vor mitternacht gesungen (über 3 stunden) und ich würde heute noch dasitzen, aber der jesuit ...

und dann mag ich auch riesenchöre, die in alten muffigen, überladenen kirchen die messen und oratorien rausschmettern oder säuseln. und kleine chöre, die in kleinen mittelalterlichen kirchen alte musik singen. und: wenn die bayernfans singen: "stern des südens" ... aber das ist was anneres, gelle.

von daher: nö, keine massenaufläufe - ausser wenn die massen singen (dann könnense schon keinen unsinn reden). :wink:

guten tag!
hannes

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