Pfingsten 2010

Alles rund um die Sondergemeinschaft Neuapostolische Kirche (NAK), die trotz bedenklicher Sonderlehren (u.a. Versiegelung, Entschlafenenwesen mit Totenmission, Totentaufe, Totenversiegelung und Totenabendmahl, Heilsnotwenigkeit der NAK-Apostel, Erstlingsschaft, ..), weiterhin "einem im Kern doch ... exklusiven Selbstverständnis", fehlendem Geschichtsbewusstsein und Aufarbeitungswillen, speziell für die Zeit des Dritten Reiches, der DDR, der Bischoffs-Botschaft ("... Ich bin der Letzte, nach mir kommt keiner mehr. ..."), sowie ihrer jüngsten Vergangenheit und unter erheblichem Unmut ehemalicher NAK-Mitglieder, auch Aussteiger genannt, die unter den missbräuchlichen Strukturen und des auf allen Ebenen ausgeprägten Laienamtes der NAK gelitten haben, weiterhin leiden und für die die NAK nach wie vor eine Sekte darstellt, im April 2019 als Gastmitglied in die ACK Deutschland aufgenommen wird.
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Dieter

Pfingsten 2010

#1 Beitrag von Dieter » 25.05.2010, 08:14

Am Sonntag war ich nach langer Zeit mal wieder in einem Übertragungsgottesdienst der NAK. Aufgrund familiärer Umstände war dies notwendig geworden.

Zwar hatte der Gottesdienst - erfreulicherweise - keine "Aufreger" in den Predigtaussagen, aber mit Ausnahme des Beitrags von Apostel Kainz, der sehr jesusorientiert gepredigt hatte und dessen Beitrag das einzige Highlight war, sonst keinerlei Inhalt. Wenn das der Höhepunkt des neuapostolischen Kirchenjahrs gewesen sein soll, 340 Apostel, vermutlich mit Ehegattin, nach Südafrika einzuladen, um dann als einzige Aussage zu erfahren: "Beten wir um die Kraft, die wir notwendig haben" erscheint mir das Ganze äusserst dürftig.

Durch die Predigt wurde keinerlei Motivation ausgeübt, sein Leben in irgendeiner Weise zu ändern oder Anregung gegeben, es besser zu gestalten. Es wurde ÜBER den Heiligen Geist - eher nur kurz - gepredigt, aber nichts gesagt, wie er in uns wirksam werden kann. Nur dass wirksam werden soll, indem er uns Kraft gibt. Und daß man - unter der richtigen Sehensweise - erkennen kann, welche Kraft in den anwesenden Aposteln wirksam ist. Nun ja, mir erschien dieser Gottesdienst eher kraftlos. Eine Stunde Predigt ohne Inhalt. Es war, wie wenn jemand eine Beschreibung über ein Gerät bekommt und erfährt, was es kann - aber keine Betriebsanleitung um es zu bedienen.

Für mich war der Gottesdienst erträglich, aber leer. Da freue ich mich schon wieder auf den nächsten - in meiner evangelischen Kirche. Da habe ich hinterher wenigstens eine Handreichung erhalten, wie ich mein Leben gestalten darf.

Dieter

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tosamasi
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Re: Pfingsten 2010

#2 Beitrag von tosamasi » 25.05.2010, 12:15

Wissen wir denn nicht in uns selbst, was uns dient? Brauchen wir Maßgaben, Anleitung?
Nur der Einfältige fürchtet die Vielfalt
tosamasi

Dieter

Re: Pfingsten 2010

#3 Beitrag von Dieter » 25.05.2010, 12:29

Wenn Du recht hast: Brauchen wir dann überhaupt noch Gottesdienste? Oder können wir es auch sein lassen, weil wir ja selbst alles wissen?

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agape
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Re: Pfingsten 2010

#4 Beitrag von agape » 25.05.2010, 12:51

Wozu Gottesdienste, etc.

Wobei wir dann bei der grundsätzlichen Frage angekommen wären,
was letztlich wirklich heilsnotwendig ist. ;)

Wenn man das in seinem ruhigen Kämmerlein überlegt,
ist auch das schon ein wesentlicher Teil, der zur Klärung helfen würde. ....
Aber: Solange man nicht (wie in einer Differentiadiagnose) untersuchen kann,
WAS SAKRAMENTE bedeuten und WIE sie wirken und
wieviel Anteil Gottes (Heiliger Geist) im Sakrament liegt ((Heilsfrage)(subjektiv und objektiv),
kann auchüber das die letzte Bedeutung von GOTTESDIENST (ob "Wort, Sakrament oder Befähigung zum Glauben") keine abschließendeBeurteilung erfolgen.
Am Ende wird man sagen müssen: Heilsnotwendig ist Gott.
Das hört sich wie eine Kinderformel an, ist aber eigentlich eine "letzte Formel" auch wenn man alle Überlegungen zu göttlichem Zuspruch über die Sakramente voraussetzt.

PS:
Die Herren "C" "CE" können es leider nicht fassen - in und an der NAK. ;)
Und dann kommen Fragen auf, was sie mit snoopy - Katze, Hund und Waage und dem unerklärbaren heilsnotwendigen Apostel machen sollen.
Ich hätte da eine feine Idee: Wenn schon eine kathol. Anlehnung, dann auch ganz und gar:
Man macht ein unerklärliches Mysterium daraus und antwortet theol. wortreich - wie Karl Rahner - und spricht auch so über die Apostel - wie ein "großes Geheimnis" - dem man sich demütig zu beugen habe.
Dann hätten sie (Sie!) es fasst. ;)
Und dann ist Feierabend(haus)!
Lieben Gruß dorthin :- D

(Wie schnell man bei diesen unsäglichen theol. Versuchen doch zum unerträglichen Zyniker werden könnte! :!: )
Oder :?:
:wink:

PPS:
Und - lieber Freund Dieter, was hätten Dir Deine Foriefreunde zu Deinem sonntägl. Eindruck eigentlich antworten sollen - was letztlich immer schon klar war. ;)
Du hast es wohl sogar noch bis zumSchluss ausgehalten, das schaffen manche gar nicht mehr. :- )
Jesus war einer der glücklichsten Menschen, der je gelebt hat. Er gab seine Kraft weiter, verschenkte, was er hatte,
weil er in Übereinstimmung mit sich und seiner Botschaft lebte.
„Ich bin, was ich tue.“ Das bewirkt mystische Erfahrung.
Nach D.Sölle

Cerebron

Re: Pfingsten 2010

#5 Beitrag von Cerebron » 25.05.2010, 13:22

agape hat geschrieben:PS:
Die Herren "C" "CE" können es leider nicht fassen - in und an der NAK. ;)
Und dann kommen Fragen auf, was sie mit snoopy - Katze, Hund und Waage und dem unerklärbaren heilsnotwendigen Apostel machen sollen.
Werte Agape,

leider habe ich Sie nicht verstanden. Was meinen Sie mit "es"? Und wie ist dieses "es" und/oder das "fassen" im Hinblick auf "in und an der NAK" zu verstehen? Und fehlt nicht zumindest ein Satzzeichen zwischen "C und CE"?

Gruß
C.E.

Cerebron

Re: Pfingsten 2010

#6 Beitrag von Cerebron » 25.05.2010, 13:47

Dieter hat geschrieben:Durch die Predigt wurde keinerlei Motivation ausgeübt, sein Leben in irgendeiner Weise zu ändern oder Anregung gegeben, es besser zu gestalten.

Für mich war der Gottesdienst erträglich, aber leer. Da freue ich mich schon wieder auf den nächsten - in meiner evangelischen Kirche. Da habe ich hinterher wenigstens eine Handreichung erhalten, wie ich mein Leben gestalten darf.
Werter Dieter,

so unterschiedlich können Menschen sein. Mir beispielsweise wird es unbehaglich, ständig irgendwelche "Handreichungen" dargeboten zu bekommen, wie ich mein Leben gestalten "darf" (als ob ich es ohne solche "Handreichungen" nicht in genau der angepriesenen Weise gestalten dürfte). Das Inbeziehungsetzen von Predigtgrundlage und Zuhörer wird für mein Empfinden zu häufig verengt auf Appelle. So kommt es beispielsweise, dass aus einem Psalmistenlob der Treue Gottes ein "und deshalb [!] wollen wir alle dem Herrn treu bleiben" gemacht wird. Entsprechende Beispiele evangelischer Predigten kennen Sie gewiss auch.

Manchesmal wäre es hilfreicher - nach meinem Empfinden -, sich mit einer Darstellung des biblisch geschilderten Sachverhalts zu begnügen, und das Dargestellte auf den Hörer wirken zu lassen. Ansonsten entsteht leicht der Eindruck bei einem Hörer, es reiche (zumindest für den Moment), dem konkreten Appell des Predigers gemäß zu handeln, obwohl doch der Einzelne unter dem Eindruck des Dargestellten nach gründlicher Herzenserforschung womöglich zu anderen oder weitergehenden Schlüssen gekommen wäre. Aber dieses Auf-sich-wirken-lassen wird ein Hörer nach einer "Du sollst"/"Wir sollen"/"Wir wollen"-Predigt in der vielleicht irrigen Annahme unterlassen, er wisse ja nun, was zu tun sei, denn der Prediger habe es ja klar gesagt.

Gruß
C.E.

Anne

Re: Pfingsten 2010

#7 Beitrag von Anne » 25.05.2010, 14:11

Guten Tag Herr Cerebron,

in der Ev. Kirche habe ich noch nie erlebt, dass den Gottesdienstbesuchern so "auf die Pelle gerückt" wurde, wie Sie es (in etwa :wink:) beschreiben: Hier besteht aus meiner Sicht immer mehr Distanz zwischen Sprechendem (Predigendem) und Hörenden, weshalb die Eigenverantwortung nicht in dem Maß aufgehoben wird, wie Sie (in etwa :wink:) beschreiben.

Und diese aus meiner Sicht "gesunde Distanz" empfinde als sehr angenehm.

Gruß
Anne

Dieter

Re: Pfingsten 2010

#8 Beitrag von Dieter » 25.05.2010, 14:22

Werter C.E.

ich habe das Wort "darf" extra gewählt, weil ich die Selbstverantwortung des Hörenden damit herausstellen wollte. Mir wird ein Angebot gemacht, das ich annehmen kann, wenn ich es will. Oder das ich nicht annehmen brauche. Sicher ist es so, daß jedes Angebot auch mit Konsequenzen verbunden ist. Aber der Prediger gibt mir nicht vor, daß ich es annehmen muss. Er zeigt mir auf, wie ich mich verhalten könnte. Eine "wir-wollen-Predigt" wirkt immer sehr engstirnig und gesetzlich - was ich wiederum eher nicht möchte.

Aber die Predigt von Dr. Leber beinhaltete weder einen Vorschlag, wie ich mein Leben aus NAK-Sicht einrichten könnte um Gott wohlgefällig zu sein, noch was dadurch erreicht werden könnte. Sie war für mich einfach nur leer. Wie gesagt, sie lieferte mir eine "Gegenstandsbeschreibung" des Heiligen Geistes aber zeigte mir nicht, wie ich dazu kommen könnte, ihn in mir wirken zu lassen. Auch die verbundene Ansprache an die Apostel, den Heiligen Geist wirken zu lassen, hat sich auf mich, der ich nicht zu diesem exklusiven Kreis gehöre, nicht motivationssteigernd auswirken können, da ich nicht angesprochen wurde.

Mit Ausnahme von Apostel Kainz haben die anderen Co-Prediger nur wiedergegeben, was sinngemäß schon gesagt worden ist. Also auch hier weder im Westen, noch im Osten noch im Süden was Neues. Ich kann mir nicht vorstellen, daß die vielleicht vorhandenen Gäste durch diesen Gottesdienst hätten motiviert sein können, vom Gast- zum Mitgliedsstatus wechseln zu wollen. In der Predigt waren keine Kernpunkte vorhanden. Und das Bitten um Kraft ist eine Standardaussage, die zudem noch nicht mal näher spezifiziert worden ist. Anleitung und Hilfe fand ich keine.

Dieter

Philippus

Re: Pfingsten 2010

#9 Beitrag von Philippus » 25.05.2010, 14:44

Mein Pfingsten 2010:

Tja, eigentlich hätte ich schreiben müssen: mein Pfingstmontag 2010.
Aber der Fred heißt nun mal Pfingsten 2010 und nicht Pfingstmontag.

Den Sonntagsgottesdienst kann ich leider nicht wiedergeben, da ich als Organist mit der Liturgie in der evangelischen Gemeinde, der wir uns angeschlossen haben, noch ziemlich zu tun hatte, insbesondere da der Pfingstgottesdienst mein erster Abendmahlsgottesdienst war, den ich orgelnder-weise zu begleiten hatte.

Aber vom Montag kann und will ich berichten:
Wir hatten uns gegen 11:00 Uhr im Schloßpark eingefunden auf der dortigen Freiluftbühne. Hier findet seit 10 Jahren am Pfingstmontag ein ökumenischer Gottesdienst statt.

An der Liturgie beteiligten sich Geistliche von Glaubensgemeinschaften, die auch im örtlichen ACK – Arbeitskreis christlicher Kirchen – zusammenarbeiten, u.a. evangelische (einschl. ev.-methodist.) und katholische Geistliche aus verschiedenen städtischen Gemeinden, jeweils ein Pastor der SELK und der Anskar-Kirche. Die Predigt hielt der Dekan des evang. Stadtkirchenkreises. Umrahmt wurde der Gottesdienst durch das Spiel des Posaunenchores der Stadtmission.
(Obwohl die NAK hier im ACK einen Beobachterstatus hat, glänzten die lieben Geschwister am Montag komplett durch Abwesenheit.)

In dem Predigttext aus 1.Kor.12,4-11 geht es um die verschiedenen Gaben des Geistes und ihren Nutzen und Stellenwert in der Gemeinde. In der Predigt hieß es dann sinngemäß, vom Verfasser sei bekannt, dass er sich richtig aufregen, aber auch an manchen Stellen als ein fast zartfühlender, empatischer Hirte schreiben und lehren konnte.
Dann wurde aber auch gesagt, dass die korinthische Gemeinden alles andere als einig waren. Der Apostel musste wohl auch damals schon immer mal wieder zur Kenntnis nehmen und dagegen angehen, dass sich Glaubensgeschwister gegenseitig von Veranstaltungen, von Handlungen und vom Segen ausschlossen, weil die Lehrauffassungen damals in Korinth offenbar schon sehr weit auseinandergingen. Paulus soll durchaus auch darüber nachgedacht haben, ob in einer Stadt wie Korinth nicht mehrere Gemeinden und Gemeinschaften – durchaus auch unterschiedlicher Prägung – möglich wären. - Ob der Apostel gewisse christliche Sonderentwicklungen schon damals hat kommen sehen?

Der Gottesdienst stand unter dem Motto „Vielfalt statt Einfalt“ – Zunächst sei die Einfalt - obwohl oftmals belächelt - doch eine lobenswerte Eigenschaft, da sie für Berechenbarkeit und Zuverlässigkeit stehe. Allerdings wurde auch darauf hingewiesen auf die vielen Versuche, wo Einfalt, (im Sinne von) Einheitlichkeit und Gleichmacherei missbräuchlich angestrebt wurden. Dem direkt gegenüber gestellt war die versöhnte Verschiedenheit aller Versammelten, die - zumindest in diesem Moment - gelebte Vielfalt aller versammelten Christen, die gemeinsam an diesem Vormittag „gottesdiensteten“.

Handreichung hin oder her - Ich wurde wieder einmal erinnert an einen Liedtext aus dem alten Gesangbuch(AGB) der NAK:

„Zu eng wird die Kammer,
es treibt mich hinaus
mit Kindern des Höchsten
zu gehen in sein Haus.“

(AGB Nr. 281, „O seliger Sonntag“)

In diesem Sinne: allen „ein frohes Pfingstfest gehabt zu haben“

Liebe Grüße

Frank

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Andreas Ponto
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Re: Pfingsten 2010

#10 Beitrag von Andreas Ponto » 25.05.2010, 21:40

Es ist schon lustig.

Am vergangenen Sonntag war ich mit meiner Familie in einem Gottesdienst der Evangelischen Kirche.

Wegen einer Familienfeier haben wir den Gottesdienst dort besucht. Er wurde durch unseren Schwager, der in dieser Gemeinde der Pfarrer ist, gehalten.

Alles in allem ein ansprechender und bewegender Pfingstgottesdienst mit Taufe.

LG

centaurea

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