Auferstehung

Nachricht
Autor
Knodel

Re: Auferstehung

#41 Beitrag von Knodel » 06.04.2010, 11:17

tergram hat geschrieben:Hannes, vielleicht besteht die Gotteserfahrung, das Wunder, ja darin, dass wir für Andere da sein können und Andere für uns da sind. Uneigennützig. Selbstlos.

Dann kann ich auf Wolkenkuckucksheime und ähnlich eindrückliche Erfahrungen gut verzichten. Ganz ohne Aspirin (lies übrigens nie den Beipackzettel!). Und für die Tagesfragen gab Gott dir einen funktionierenden Kopf und ein fühlendes Herz. Damit musste wohl zurechtkommen... :wink:
So isses. Bei schweren Kopfschmerzen verursacht durch Zustände bei denen man mit dem Kopf durch die Wand will hilft im Zweifelsfall auch Ibu 600.
Ansonsten werde ich mich jetzt wieder meinen ganz profanen Alltagsproblemen widmen. Was bei mir bedeutet permanent anderen Menschen zuzuhören und ihre Probleme aufzulösen. Für die Meinigen bleibt da wenig Zeit.

Benutzeravatar
Heidewolf
Beiträge: 1126
Registriert: 03.03.2009, 11:24
Wohnort: Zum Glück wieder auf der Suche.

Re: Auferstehung

#42 Beitrag von Heidewolf » 06.04.2010, 11:21

tergram schrieb:
Die Sache mit Gott ist kompliziert - viel komplizierter, als zufällige Kuschelhasen-Wolkengebilde, beeindruckende Taschenspielertricks (die dem staundenen Volk dann als Wunder präsentiert werde - Gruß nach Turin) und die leicht beleidigte Feststellung, man müsse "eben auch glauben wollen".
------------------------------------------------
In der tagesschau sah ich Ostern, wie da auf wundersame Weise in einer Grabeskapelle bei Jerusalem ein heiliges Feuer auf herreingehaltene Fackeln fiel.
Prächtige Inzenierung. :D
Das sind die Weisen,
Die durch Irrtum zur Wahrheit reisen.
Die bei dem Irrtum verharren,
Das sind die Narren.

Friedrich Rückert

Benutzeravatar
tosamasi
Beiträge: 2157
Registriert: 24.11.2007, 15:56
Wohnort: tief unten

Re: Auferstehung

#43 Beitrag von tosamasi » 06.04.2010, 11:48

tergram hat geschrieben: Die Sache mit Gott ist kompliziert - viel komplizierter, als zufällige Kuschelhasen-Wolkengebilde, beeindruckende Taschenspielertricks (die dem staundenen Volk dann als Wunder präsentiert werde - Gruß nach Turin) und die leicht beleidigte Feststellung, man müsse "eben auch glauben wollen".
AMEN!
Nur der Einfältige fürchtet die Vielfalt
tosamasi

Knodel

Re: Auferstehung

#44 Beitrag von Knodel » 06.04.2010, 12:20

Heidewolf hat geschrieben:tergram schrieb:
Die Sache mit Gott ist kompliziert - viel komplizierter, als zufällige Kuschelhasen-Wolkengebilde, beeindruckende Taschenspielertricks (die dem staundenen Volk dann als Wunder präsentiert werde - Gruß nach Turin) und die leicht beleidigte Feststellung, man müsse "eben auch glauben wollen".
------------------------------------------------
In der tagesschau sah ich Ostern, wie da auf wundersame Weise in einer Grabeskapelle bei Jerusalem ein heiliges Feuer auf herreingehaltene Fackeln fiel.
Prächtige Inzenierung. :D
Coole Show oder?
Weisst du was ich dabei immer denke? Ihr da oben seid ganz schön eitle Fazkes. Dafür "lieben" die Menschen euch.....

Maximin

Re: Auferstehung

#45 Beitrag von Maximin » 06.04.2010, 13:28

Lieben Freunde,
nun diskutiert Ihr seit Tagen über die Kernfrage unseres christlichen Glaubens: Ist Jesus Christus von den Toten auferstanden oder nicht. Alles nur ein frommer Taschenspielertrick? Das Totschlagargument wäre zu antworten: Das musst du einfach im Glauben annehmen.

Die Bibel berichtet, dass die Frauen am Grab Christi dem Engel glaubten. Sie berichtet ferner, dass Petrus den Frauen nicht glaubte. Das wollte er selber sehen. Der hl. Apostel Thomas glaubte weder den einen noch den anderen. Er wollte die Sache mit seinen eigenen Händen anfassen, sie nachprüfen, um sich ein eigenes Bild zu verschaffen. Der weitere Bibelbericht ist ja bekannt...

Wenn ich meinen Bibelberichten glaube, und das tue ich, dann nehme ich sie als wahrheitsgemäße Überlieferung an. Glaube ich den Bibelberichten jedoch nicht, dann versinkt mein christlicher Glaube hinter den vielen buntbemalten Kulissen der Weltgeschichte. Und die ist ja nun wirklich voll von Unwahrscheinlichkeiten, die meinem Verstand und erst recht meiner Vernunft widerstreben, auch widerstreben dürfen...

Ich fand ein wunderbar aufhellendes Wort: „Opfer meines Verstandes“. In meiner Kinderkirche war es eine heilsnotwenige Voraussetzung, den eigenen Verstand an der Garderobe abzugeben. So wird man entmündigt! Der hl. Apostel Thomas wurde nicht entmündigt. Der Philippus wurde auch nicht entmündigt bzw. wegen einer unerschämten Frage ausgeschlossen, nur weil er von Jesus verlangte, dass der ihm den Vater, von dem er dauernd redete, zeigen möge.

Ungläubigkeit ist für mich eine zutiefst menschliche Eigenschaft. Eine Eigenschaft, die mich jeden Tag neu sicher macht und nicht endlos verunsichert. Eines meiner Glaubensfundamente ist meine Bibel, die ich als eine heilige Schrift anerkenne. Wäre sie nur mehr ein Märchenbuch, dann hätte ich sie spätestens im Erwachsennalter wehmütig im Bücherregal abgelegt. Gleich neben den Märchen von den Brüdern Grimm und den spannenden Geschichten aus tausend und einer Nacht.

Nein! Für mich ist die Sache mit Gott nicht kompliziert. Jedenfalls dann nicht, wenn ich dieses Sache nicht dadurch selber verkompliziere, in dem ich den biblischen Berichten kein Wort mehr glaube. Sorry, außer meiner Bibel und meinem lebendigen Glauben habe ich nix anderes anzubieten...

Nur dessen bin ich mir sehr sicher: Selbst wenn ich alle meine Bibeln beerdigen oder sie in den Ofen werfen würde, es würde mir nichts helfen. Keine Bücherverbrennung hat je die Sehnsucht von uns Menschen nach Wahrheit und Wahrhaftigkeit ersticken können. Warum nicht? Weil ich erwarte und fordere, dass sich Wahrheit als wahr erweisen wird. Wenn gewiss auch sonst absolut nichts, das wenigstens ist mir mein Gott schuldig...

Liebe Grüße, landauf und landab, von Eurem Maximin

Hannes

Re: Auferstehung

#46 Beitrag von Hannes » 06.04.2010, 13:47

ja, micha, ja ... ich will dir deinen glauben nicht nehmen oder ihn dir madig machen wollem. niemals, weil ich weiss, wie sehr so ein konstrukt tragen kann durch die zeiten.

aber: diese sog. heiligen schriften haben doch menschen geschrieben - oft im großen zeitlichen abstand zu den ereignissen - und dann haben menschen ein buch aus den verschiedensten teilen zusammengesetzt. und manches auch weggelassen. vielleicht entscheidentes.

das ist die eine seite. die anderen seite ist, dass gott, der hauptakteur zu dem allen schweigt und schweigt ... und wenn er nicht schweigt, dann "redet" er - aber eben in jeder gemeinschaft anders. total anders. und aber immer die wahrheit.

wenn ich dann noch zufällig (?) in irgend so einen haufen hineingeboren oder sozialisiert wurde, dann wirds doch immer blöder. weil ja andere nicht und wieder andere woanders anders und manche zus pät und und und ...

und jetzt? das sagte einmal ein schriftschreiber, dass man alles prüfen soll und das beste behalten ... was heisstn das? muss ich jetzt in alle kirchen und mir das ganze zinober anhöre und antun?

weisst du, was ich meine? und wenn man dann sich noch die neuesten forschungsergebnisse ansieht (hirnforschung, das glaubensgen, ...), dann wirds doch vollends heikel.

gott aber schweigt weiter und redet auch weiter - überall etwas anderes ... und die menschen sagen dann: "ich glaube an die heilgen schriften!" und ich frage mich ... nichtsmehr!

lg - hannes

Maximin

Re: Auferstehung

#47 Beitrag von Maximin » 06.04.2010, 14:15

:) Hannes, Dein Gott schweigt? Wenn das so wäre, dann ist der ja nicht anders als die vielen von Menschenhand gemachten anderen Anbetungsbilder aus Stein, Holz oder aus sonst welchen Materialien. Nee, nee mein lieber Hannes. Mit einem Gott der mich anschweigt, mit dem will ich nichts zu tun haben. Ich lass mich doch nicht veralbern. Ich lege mein Ohr in die Bibel und dann redet ER mit mir. Höchst verständlich! Das ist alles...
Gruß vom Micha :wink:

Hannes

Re: Auferstehung

#48 Beitrag von Hannes » 06.04.2010, 14:55

Maximin hat geschrieben:Ich lass mich doch nicht veralbern. Ich lege mein Ohr in die Bibel und dann redet ER mit mir. Höchst verständlich! Das ist alles...
und du meinst, ich lasse mich veralbern? ohr auf die bibel und ER redet (das bitte niemals laut sagen, wenn männer mit weissen kitteln in der nähe sind) ... aber warum redet ER zu jedem etwas anderes? was ist das für ein ER? darum gehst mir (u.a.) ...

warum gibt es niemanden, der mir diesen gott erlebbar macht? live und in voller tiefe ... ich will ER erleben! verstehste ... die eine ist in frankfurt und erlebt dort osterhasenwolken und der nächste legt das ohr ...

gruss - hannes

simpel

Re: Auferstehung

#49 Beitrag von simpel » 06.04.2010, 15:04

Da sieht einmal der Pfarrer wie ein alter Bauer in der Mittagszeit in die Kirche geht, auf deren Tür der Pfarrer von seinem Amtszimmer aus blicken kann. Nach etwa einer halben Stunde verlässt der Bauer die Kirche wieder.

Am nächsten Tag dasselbe. Auch am übernächsten. Ja, es wird von da an eine feste Übung: Täglich betritt der Bauer gegen Mittag die Kirche und verlässt sie nach etwa einer halben Stunde wieder.

Nach einigen Wochen übermannt den Pfarrer die Neugier. Er möchte doch zu gern wissen, was der alte Bauer in der Kirche macht, gehört er doch ansonsten nicht zu den besten Kirchgängern! Und so folgt er dem alten Mann eines Tages, drückt sich leise in die letzte Bankreihe und schaut, was der Bauer tut. Der hat sich in die allererste Bank gesetzt und sitzt nur da - den Blick unverwandt auf das Altarkruzifix geheftet. So geht das eine halbe Stunde, dann steht er auf und geht wieder nach draußen. Nun kann sich der Pfarrer nicht länger zurückhalten. Er fragt den Alten, nachdem er ihn höflich begrüßt hat: "Ich beobachte nun schon seit einer geraumen Zeit, dass sie immer gegen 12 in unsere Kirche gehen. Mich freut das ja, aber ich hätte doch gar zu gern gewusst, warum sie das tun? Ich habe sie heute nur still vor dem Kreuz sitzen sehen." - "Herr Pfarrer", antwortet da der Alte, "das ist auch alles, was ich tue. Ich sitze vor dem Kreuz unseres Herrn. ER sieht mich an und ich sehe ihn an!"

Quelle

Hannes

Re: Auferstehung

#50 Beitrag von Hannes » 06.04.2010, 16:05

simpel hat geschrieben: dass sie immer gegen 12 in unsere Kirche gehen.
jetzt schlägts aber gleich 12 ... oder 5 nach 12, um im kirchenjargon zu bleiben ...

ja, lieber simpel, das klingt erstmal gut. aber sage das einmal einem urwaldbewohner, den du mit in die kirche nimmst und vor einem toten platzierst, der gerade elend dahinstirbt ... was würde er sagen? und was sagt dieser dort am kreuz in diesem zustand? dir, mir, dem urwaldbewohner ...

lg - hannes

Zurück zu „Ostern“