Auferstehung

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agape
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Re: Auferstehung

#31 Beitrag von agape » 05.04.2010, 19:21

Ja, der link von abendstern ist sehr hilfreich. Merci ;- )

Ich denke, dass das Christentum und die christl Lehre niemals untergehen werden.
Worte des Lebens bleiben - Gutes bleibt.
Dank vernetzter Basis und geistlicher Ökumene wird in Zukunft das Christentum
eine ganz besondere Strahlkraft bekommen,
und diese Kraft ist unterhalb der Grasnarbe.

Es gibt derzeit "ehrgeizige Projekte" - irgendwann (bald ? ) wird man etwas davon hören....

Der Paradigmenwechsel ist nämlichschon eingeleitet. ;-)
Jesus war einer der glücklichsten Menschen, der je gelebt hat. Er gab seine Kraft weiter, verschenkte, was er hatte,
weil er in Übereinstimmung mit sich und seiner Botschaft lebte.
„Ich bin, was ich tue.“ Das bewirkt mystische Erfahrung.
Nach D.Sölle

holytux
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Re: Auferstehung

#32 Beitrag von holytux » 05.04.2010, 19:37

Die Diskussion ist mir teilweise unverständlich.
Herr Cemper weiß nicht, was er beim Orgelspiel macht.
Herr Cemper fragt ferner, was die Christen, die diesen Text singen, sagen oder glauben zu sagen.

Die Fragen sind sicherlich berechtigt. Und die wenigsten Christen werden in der Lage sein, auf derlei Fragen intellektuell befriedigend zu antworten:
Wie ist die Inkarnation zu verstehen?
Wie sind die „Wunder“ geschehen oder zu deuten?
Wie und was geschah bei der Auferstehung?

Das wissen weder Laien wie ich noch die klügsten Theologen.
Das weiß auch, liebe Lory, Dein geliebtes Kind, genannt „HKM“ nicht, weil es nämlich in der von Dir immer wieder inniglich ersehnten Form nicht existiert.
Vielmehr findest Du ein unübersichtliches Konglomerat aus diversen Ansätzen, die spannend sind, oftmals auch nur von „Exoten“ vertreten werden, jedenfalls behaupten das gelegentlich die Vertreter der einen Fraktion von den Anderen.
Nehmen wir mal die Frage nach „Wundern“, wie wir sie aus der Bibel kennen.
Ich habe gerade mal nachgeschaut, wie klar sind wir denn hier in der Theologie, welche Ansätze sind „in“ ?

1.Supranaturalistische Wunderinterpretation (Augustinus)
2.Rationalistische Deutung (C.F. Bahrdt)
3.Mythische Interpretation (D.F. Strauß)
4.Religionsgeschichtliche/kerygmatische Wunderinterpretation (R. Bultmann)
5.Redaktionsgeschichtliche Betrachtung (L. Schenke, D.A. Koch)
6.Biblische Theologie (Childs, P. Stuhlmacher)
7.Feministische Hermeneutik (E. Moltmann-Wendel, C. Mulack)
8.Sozialgeschichtliche Betrachtung (G. Theißen)
9.Psychologische Auslegung (M. Kassel, Drewermann)
10.Hermeneutik der Verfremdung (S. Berg)
11.Wirkungsgeschichtliche Auslegung, Rezeptionsästhetik (H. Frankemölle)
12.„Dritter Weg“ zwischen Historisierung und Metaphorisierung (K. Berger, S. Alkier)
(Quelle, Bibel und Kirche 2/06 S. 92/93)

So Lory, Du schreibst:
Scheinbar ist alles andere nur den Theologen vorbehalten. Die wissen mehr, als sie im größeren Stil(Predigten) preisgeben würden. Meine ich jedenfalls.
So sei es. Was hältst Du von einer Osterpredigt, die die Auferstehung in diesen zwölf Varianten (es gibt bestimmt mehr) beleuchtet. Das wird gewiß eine große Auferstehungsfreude auslösen.

Niemand ist gezwungen, an eine „leibliche“ Auferstehung zu glauben. Gerade weil, wie hier auch erwähnt, so viel Mysterium über den Erzählungen liegt, beispielsweise das „Nichterkennen“ des Auferstandenen, oder auch der „versehrte“, also „ungeheilte“ Auferstehungsleib (Wundmale), bleibt hier letztlich vieles im „Glaubensauge“ des einzelnen Betrachters.

Es muß aber gleichermaßen anerkannt und respektiert werden, wenn hier ein nicht unerheblicher Teil der Christenheit (übrigens auch erstaunlich viele „moderne“ Theologen, Lorylein) scheinbar naiv an eine „Auferstehung“ glaubt. Ich tue das übrigens auch.
In der „Geschichte des Christentums“ schreibt Henry Chadwick, Cambridge in der Einleitung:
“Für die Gemeinschaft der Jünger bedeutete die Kreuzigung nicht das Ende. In den frühesten christlichen Texten finden sich zwei unterschiedliche Darstellungsformen der Auferstehung Jesu. Die erste spricht vom leeren Grab, der Auferstehung nach der Bestattung, dem Erscheinen vor den Aposteln, weiblichen Anhängern und anderen Augenzeugen. Die zweite spricht von dem Herrn, der nun – von den Beschränkungen des menschlichen Lebens befreit – seinem Volk zu allen Zeiten und an allen Orten gegenwärtig ist. Vorgänge dieser Art entziehen sich den Methoden der historischen Untersuchung. Der Historiker weiß, daß etwas Wichtiges geschah, das die Jünger von einem Haufen ängstlicher Männer in kühne Missionare verwandelte, die bereit waren, für ihren Glauben ihr Leben aufs Spiel zu setzen. Auferstehung ist jedoch nicht gleichbedeutend mit Wiederbelebung (auch nicht in den Texten, die die diesseitige Natur des Ereignisses betonen), sondern meint ein geheimnisvolles „Gehen zu Gott“.
(Campus Verlag, Frankfurt/New York, 1999 S.29f.)

Dem kann ich mich anschließen.
Ansonsten hat agape hier meine absolute Zustimmung:
Und jeder wird seine eigene Herangehensweise
an das große Mysterium haben
und das ist wahrscheinlich auch
vom "Glaubens- und Bilder-Buch" - nämlich der Bibel - so gewollt.
Aber: Christentum OHNE Mysterium kann bestenfalls noch moralischer Kompass zur Lebensgestaltung sein. Das ist Christentum NICHT!
Manchmal habe ich allerdings das Gefühl, dass sich das Christentum anschickt, so lange „modern“ und intellektuell glaubbar zu werden, bis es verschwunden ist.
Andere Weltreligionen werden es uns danken, wenn endlich die Mystik aus dem christlichen Glauben eliminiert wurde. Schließlich gibt es dann sehr verlockende Alternativen.

Österliche Grüße
"Wenn alle Liebe Ewigkeit will - Gottes Liebe will sie nicht nur, sondern wirkt und ist sie."
Joseph Ratzinger

Hannes

#33 Beitrag von Hannes » 05.04.2010, 19:57

auferstehung ... jesus oder christus?

ich frage mich schon den ganzen tag, was diese frage mit mir und meinem leben im alltag zu schaffen hat? in einer zeit, in der es immer schwieriger wird, glauben zu überprüfen (und man sollte glauben überprüfen können) ...

was hat es mit meinem leben zu schaffen, ob jesus für meine sünden gestorben und als chruistus auferstanden ist? doch, sagen mir menschen, er hat dadurch meine schuld getilgt und ich frage: wie spürst, wie weisst du das?

was - ausser einer gewissen hoffnung und (aus)fluchtmöglichkeit - gibt uns, ganz konkret, der tod und die auferstehung des christus hier und heute? kann mir das bitte jemand ganz konkret erklären. wenn alle immer vom ostererleben sprechen, dann stehe ich daneben und wundere mich.

wie ist das bei euch - ganz konkret und zum anfassen?

gruss - hannes

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Loreley 61
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Re: Auferstehung

#34 Beitrag von Loreley 61 » 05.04.2010, 20:22

nee Holxtux, ist schon klar, dass "Aufklärung über die unterschiedlichen theologischen Sichtweisen" nicht im GD behandelt werden können. Was mich nur etwas stört, dass es in den Gottesdiensten scheinbar nur in eine Richtung geht. Thematisiert wird die leibliche Auferstehung. Für andere Sichtweisen ist kein Platz. Oder ich soll etwas aufsagen, dass ich SO nicht mehr glaube. (Jungfrauengeburt) Ich habe dann das Gefühl, dass ich fehl am Platze bin, obwohl ich doch gläubig bin und mir die eigentlichen Predigten in meiner ev. Kirche bisher gut gefallen haben. Aber anscheinend bin ich für XY nicht richtig gläubig. Es kommt zu kurz, dass Kirche doch Raum bieten sollte, für unterschiedliche Glaubensauffassungen. Die Predigten und die Feier des hl. Abendmahles sind in der Ev. Kirche nach meinem persönlichen Empfinden besser als in der NAK. Aber das Brimborium drumherum ist nichts für mich. Da ist die NAK klar im Vorteil.(für mich) Die haben zwar auch diese Glaubensartikel ( z.B. bezgl. Jungfrauengeburt), aber man muß es im GD nie aufsagen und somit blieb/bleibt dem Gläubigen eine ständige Identifizierung damit erspart. Ich hoffe, du verstehst mich jetzt etwas besser. Jedenfalls stelle ich immer mehr fest, dass die Institution Kirche für mich und meine Glaubens-und Sichtweise (noch) keinen Platz bietet. Aber wie agape schon schrieb: Der Paradigmenwechsel ist schon eingeleitet. :wink:

LG, Lory
Unsere Gedanken und Gefühle werden durch unsere Überzeugungen geformt.
Was du tief in dir und oft unbewusst denkst, das zeigt die größte Wirkung in deinem Leben.
Brauche nichts ... wünsche alles ... und wähle, was sich zeigt!
______
Namaste

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Loreley 61
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Re: Auferstehung

#35 Beitrag von Loreley 61 » 05.04.2010, 22:11

Hi holytux,

noch kurz zu deinem Zitat von Henry Chadwick:

Ich kann mir gut eine geistige Auferstehung vorstellen. Er schreibt ja: Auferstehung ist nicht mit Wiederbelebung gleichzusetzen. Das macht für mich sogar Sinn. Er ist den Frauen und Jüngern mit einer Art Astralleib erschienen. Sowas erleben auch heute noch Menschen, die einen geliebten Freund oder Angehörigen verloren haben. Sie erleben Erscheinungen. Das kann ich also durchaus glauben und für möglich halten. :wink:

LG, Lory
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Knodel

Re:

#36 Beitrag von Knodel » 06.04.2010, 04:50

Hannes hat geschrieben:auferstehung ... jesus oder christus?

ich frage mich schon den ganzen tag, was diese frage mit mir und meinem leben im alltag zu schaffen hat? in einer zeit, in der es immer schwieriger wird, glauben zu überprüfen (und man sollte glauben überprüfen können) ...

was hat es mit meinem leben zu schaffen, ob jesus für meine sünden gestorben und als chruistus auferstanden ist? doch, sagen mir menschen, er hat dadurch meine schuld getilgt und ich frage: wie spürst, wie weisst du das?

was - ausser einer gewissen hoffnung und (aus)fluchtmöglichkeit - gibt uns, ganz konkret, der tod und die auferstehung des christus hier und heute? kann mir das bitte jemand ganz konkret erklären. wenn alle immer vom ostererleben sprechen, dann stehe ich daneben und wundere mich.

wie ist das bei euch - ganz konkret und zum anfassen?

gruss - hannes


Hmmmm, Glauben sollte man überprüfen können?
Meines Erachtens kann man das normalerweise ebensowenig überprüfen wie Liebe.
Wie ich das meine, will ich versuchen zu erklären.
Gestern haben wir einen kleinen Ausflug nach Frankfurt gemacht. Nach dem Besuch des Kaiserdoms (dort kann man übrigens die Hirnschale des Apostel Bartholomäus bewundern) spazierten wir über den Römer am Mainufer entlang Richtung Nizza.
Ein Hauch von Mittelmeer mit Palmen, Feigenbäumen, Zitronenbäumen und südländischen Pflanzen erleben Spaziergänger am nördlichen Mainufer, zwischen Friedens- und Untermainbrücke. Dank der Südlage, des Windschattens der Kaimauern und der vom Fluss reflektierten Sonneneinstrahlung können im „Nizza“ in einem mediterranen Mikroklima auch exotische Pflanzen gedeihen. Die 4,42 ha große Anlage ist einer der größten südländischen, öffentlich zugänglichen Gärten nördlich der Alpen. Die heutige Pflanzenauswahl macht keine winterliche Auslagerung in eine Orangerie notwendig, denn hier wurden frostresistente Arten gewählt, die warm eingepackt auch in der kalten Jahreszeit vor Ort verbleiben können.
Dort setzten wir uns auf eine Parkbank in die warme Sonne und schauten dem Fluß zu.
Alles blühte schon wunderbar und Menschen aus aller Herren Länder erfreuten sich daran.
Auf einmal schreit meine Tochter ganz laut und aufgeregt: "Schaut mal in den Himmel, was da zu sehen ist!"
"Ein riesiger Osterhase!"
In der Tat war dort ein überdimensionaler Osterhase aus Wolken zu sehen, wie ihn der beste Künstler nicht hätte zeichnen können. Flugs bildete sich eine Menschenansammlung die dieses Spektakel faszinierte. Die Menschen lachten und waren glücklich und teilweise haben sie Beifall geklatscht. Eine Frau wendete sich zu mir und meinte: "So muß es damals gewesen sein als sie Jesus Christus gen Himmel fahren sahen."
Der junge Mann der am Morgen über seinen Zartbitterschokihasen meckerte, meinte trocken: "Hoffentlich hat Gott der Herr wenigstens an Vollmilch gedacht."
Danach war ich vollumfänglich in der Lage Gespräche auch über Turiner Grabtücher und das Thema "Starb Jesus in Indien" zu führen. Ich bekam auf der Parkbank eine ausführliche Erklärung eines Inders hierzu.

Jedweder Versuch ein solches Geschehen erklären zu wollen, würde Gott zur Micky Maus degradieren.

So und nun mache ich das einzig Vernünftige was ein Mensch zu dieser Uhrzeit tun kann.
Frühstück.
Guten Morgen
Knodel

Hannes

Re: Auferstehung

#37 Beitrag von Hannes » 06.04.2010, 06:31

knodel, vielleicht solltest du deinen beitrag verschieben lassen in den thread "indische grabosterhasen in wolkenkleidern" ... und darüber eine nak-predigt planen ... dort wird nämlich ähnlicher unsinn gesagt, wenn man eine vernünftige frage hat.

ansonsten einfach woanders witze erzählen, ok! mir wäre das thema ernst!

gruss - hannes

tergram

Re: Auferstehung

#38 Beitrag von tergram » 06.04.2010, 06:37

Moin, moin, Knodel,

ich hab mir eben den zweiten Kaffee gemacht - darf ich mich dazusetzen?

Natürlich versucht niemand, "ein Wunder zu erklären" - das wäre unsinnig und würde der Natur des Wunders zuwiderlaufen. Darum geht es doch nicht. Es geht darum, dass man mal sehr konkret und alltagspraktisch fragen darf, was und warum geglaubt wird.

Glauben spielt sich nicht im luftl- und menschenleeren Raum ab. Glauben braucht neben dem tiefen Vertrauen an das, woran geglaubt wird, doch auch eine belastbare Grundlage, eine gute Basis. Wäre dem nicht so, könnte ich ebensogut an das "fliegende Spaghettimonster" glauben. ( http://de.wikipedia.org/wiki/Fliegendes ... ttimonster )

Da darf die Frage nach der Belastbarkeit der biblischen Texte doch erlaubt sein. Ebenso wie die Frage, ob der "richtige" Glaube der christliche Glaube ist resp. sein muss. Und was mit den Nicht-Christen ist.

Die Sache mit Gott ist kompliziert - viel komplizierter, als zufällige Kuschelhasen-Wolkengebilde, beeindruckende Taschenspielertricks (die dem staundenen Volk dann als Wunder präsentiert werde - Gruß nach Turin) und die leicht beleidigte Feststellung, man müsse "eben auch glauben wollen".

hannes, du auch einen Kaffee? :wink:

Hannes

Re: Auferstehung

#39 Beitrag von Hannes » 06.04.2010, 06:46

tergram, nach dem schokihasenbeitrag brauch ich eine aspirin ... man muss nämlich über den tag kommen mit all seinen fragen, die sich wohl bei anderen in osterhasiwolken auflösen - bei mir nicht. das ist schade und das würde ich gerne ändern. und bräuchte dafür anhaltspunkte ...

verstehst du das?

lg - hannes

tergram

Re: Auferstehung

#40 Beitrag von tergram » 06.04.2010, 10:51

Hannes, vielleicht besteht die Gotteserfahrung, das Wunder, ja darin, dass wir für Andere da sein können und Andere für uns da sind. Uneigennützig. Selbstlos.

Dann kann ich auf Wolkenkuckucksheime und ähnlich eindrückliche Erfahrungen gut verzichten. Ganz ohne Aspirin (lies übrigens nie den Beipackzettel!). Und für die Tagesfragen gab Gott dir einen funktionierenden Kopf und ein fühlendes Herz. Damit musste wohl zurechtkommen... :wink:

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