Gottes Nähe suchen

Alles rund um die Sondergemeinschaft Neuapostolische Kirche (NAK), die trotz bedenklicher Sonderlehren (u.a. Versiegelung, Entschlafenenwesen mit Totenmission, Totentaufe, Totenversiegelung und Totenabendmahl, Heilsnotwenigkeit der NAK-Apostel, Erstlingsschaft, ..), weiterhin "einem im Kern doch ... exklusiven Selbstverständnis", fehlendem Geschichtsbewusstsein und Aufarbeitungswillen, speziell für die Zeit des Dritten Reiches, der DDR, der Bischoffs-Botschaft ("... Ich bin der Letzte, nach mir kommt keiner mehr. ..."), sowie ihrer jüngsten Vergangenheit und unter erheblichem Unmut ehemalicher NAK-Mitglieder, auch Aussteiger genannt, die unter den missbräuchlichen Strukturen und des auf allen Ebenen ausgeprägten Laienamtes der NAK gelitten haben, weiterhin leiden und für die die NAK nach wie vor eine Sekte darstellt, im April 2019 als Gastmitglied in die ACK Deutschland aufgenommen wird.
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Brombär
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Gottes Nähe suchen

#1 Beitrag von Brombär » 28.03.2010, 16:13

Anlässlich einer Amtsbestätigung ließ Gott verkündigen :


. . . dass der Reiz des Glaubenslebens darin besteht, eigene Vorstellungen zu ändern oder gänzlich über Bord zu werfen. Damit wird die Annäherung zu Gott dokumentiert.

http://cms.nak-sued.de/03-24-Ap-Leonberg.30584.0.html

_______________________________________________

entweder man kapiert es endlich oder man bleibt endlich weg. Der Reinigungsprozess setzt sich fort. Die Altersversorgung der Apostel scheint gesichert. Oder was ?



Bb.
Das ist unsere Berufung, dass einer dem anderen Rast biete, auf dem Weg zum ewigen Haus.

Konzertmeister

Re: Gottes Nähe suchen

#2 Beitrag von Konzertmeister » 28.03.2010, 17:45

Na dieser Priester folgt doch dem Apostel nach, oder? :?

Konzertmeister

tergram

Re: Gottes Nähe suchen

#3 Beitrag von tergram » 28.03.2010, 22:00

Brombär hat geschrieben:.... entweder man kapiert es endlich oder man bleibt endlich weg. Der Reinigungsprozess setzt sich fort.
Ja. Bis auf ein paar erkenntnisresistente Daueroptimisten, die unverdrossen hoffen, aus der NAK würde mal eine richtige Kirche, vielleicht sogar ein ökumenefähiges Gebilde. Aber das ist nur eine Randgruppe, die vom System auch noch ausgeschwitzt wird.
Brombär hat geschrieben:Die Altersversorgung der Apostel scheint gesichert. Oder was ?
Nein. Und genau das ist die Sorge, die die Herren Apostel umtreibt und die das Pfeifen im dunklen Keller immer lauter werden lässt. Ebenso wie die Gebete "Herr, wenn du jetzt nicht endlich kommst, haben wir hier fertig. Aber sowas von."

Ich höre aus meinem Umfeld, dass selbst den getreuen Senioren zunehmend auffällt, dass sich die Predigten nur noch um 2 Themenkreise drehen: "Opfern" und "treu bleiben". Geistgewirkt - selbstverständlich. :wink:

abendstern_
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Re: Gottes Nähe suchen

#4 Beitrag von abendstern_ » 29.03.2010, 06:57

.....dass der Reiz des Glaubenslebens darin besteht, eigene Vorstellungen zu ändern oder gänzlich über Bord zu werfen. Damit wird die Annäherung zu Gott dokumentiert. Der Weg zurück zu Gott könne manchmal sehr lange sein. Gottes Nähe erreicht zu haben, bedeute, das Wirken Gottes an der eigenen Seele zuzulassen. Das spürbare Angenommenwerden von Gott stelle wie beim verlorenen Sohn einen Höhepunkt dar
Diesen Predigtausschnitt des neuen Priesters empfinde ich allerdings als völlig normalen christlichen Text, der in jeder Predigt einer anderen christlichen Kirche auch vorkommen könnte.

Der Christ begreift sein Leben als unvollkommen und er möchte sich immer wieder an Gottes Willen ausrichten, er tut Buße und kehrt um, wenn Gott ihm zeigt, dass er sich in etwas verrannt hat.

Ich hätte beim Lesen eher den Eindruck bekommen, dass sich diese Worte angenehm von dem absetzen, was man den herkömmlichen neuapostolsichen Predigtstil nennt.

Brombär
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Re: Gottes Nähe suchen

#5 Beitrag von Brombär » 29.03.2010, 07:15

. . . eigene Vorstellungen zu ändern oder gänzlich über Bord zu werfen.

_____________________________________________-

" Sowas " habe ich z.B. in der evangelischen Kirche noch nie gehört ! Dieser erzwingende Stil wirkt auf mich einfach widerlich.

Anfang der 50-er Jahre haben sich meine Eltern nach solchen Aussagen gerichtet, sie haben ihre Auffassung dem Stammapostelwort untergeordnet. 60 Jahre später komme ich nicht umhin zu resümieren, dass sie besser getan hätten, ihrer eigenen Auffassung zu folgen und in der Landeskirche zu verbleiben, wo sie Gott nicht mit "wechselndem Vaterwillen" umkrempeln wollte.


Bb.
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abendstern_
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Re: Gottes Nähe suchen

#6 Beitrag von abendstern_ » 29.03.2010, 08:21

Brombär, ich höre "so etwas" schon in meiner evangelischen Kirche, vielleicht mit etwas anderen Worten, aber gemeint ist dasselbe.

Allein in musikalischer Form begegnet uns diese Forderung doch im Gottesdienst immer wieder:

Ob wir "Gott vertrauen statt auf (eigenen) Sand zu bauen", (EG369), ob wir ihm "unsere Wege anbefehlen" ob wir "auf sein Werk schauen, wenn unser Werk bestehen soll" (EG 361) ob wir singen "was mein Gott will, gescheh allzeit, sein Will ist uns der Beste" (EG 364) oder "vertraut den neuen Wegen, auf die der Herr uns weist" (EG 395) es geht doch darum, uns immer wieder nach Gott auszurichten und die Wege zu gehen, die er für uns vorgesehen hat. Dazu gehört, dass wir oft auch einen eingeschlagenen Weg wieder verlassen, eigene Vorstellungen ändern oder über Bord werfen, wie es der Priester ausdrückt. Wie können wir neuen Wegen vertrauen auf die der Herr uns weist, wenn wir nicht bereit sind, die alten, selbst gewählten, zu verlassen?

Natürlich kann ich verstehen, was du meinst. Wenn ich diese Worte die du zitierst, mit meinen ehemaligen "neuapostolischen Ohren" höre, verkrampft sich auch einiges, weil ich interpretiere, weil ich dem Predigenden unterstelle, was er damit meinen könnte. Wir sind mit solchen Sätzen regelrecht missbraucht worden, weil die NAK sich sozusagen an Gottes Stelle gestetzt hatte, weil Gottes Wille der Wille der NAK war, weil sich nach ihm ausrichten bedeutet, sich nach der NAK auszurichten, weil "eigene Vorstellungen ändern" bedeutete, sich den Vorstellungen der Apostel anzupassen.

Aber wenn wir dieses Hörgerät mal absetzen und einfach "christlich hören", wenn Gott wirklich Gott bedeutet und nicht Kirche oder deren Amtsträger, dann kann ich mich dieser Aussage ohne Probleme anschließen. Gerade bei diesem Priester hatte ich den Eindruck, dass der kurze Predigtausschnitt christlich gemeint war und nicht neuapostolisch.

Brombär
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Re: Gottes Nähe suchen

#7 Beitrag von Brombär » 29.03.2010, 12:47

Liebe abendstern_,

wir verstehen uns und dennoch

man kann – wenn man will – Gott vertrauen,
ihm die eigenen Wege anbefehlen,
auf sein Werk schauen, (so man glaubt, es erfasst zu haben)
seinen Willen akzeptieren, (so man ihn erkannt hat) usw.

auch ohne dass man eigene Meinung über Bord wirft. Eine Meinung über Bord geben, um sich einer Fremdbestimmung zu unterwerfen, zerstört die Psyche. Seelische Gesundheit ist nur mit eigener Akzeptanz zu erhalten. Das schließt natürlich nicht aus, dass man sich durch Predigten inspirieren lässt.

Wer da will der komme und nehme das Wasser des Lebens umsonst.

„Ich rate dir“ hört sich da viel eingängiger an. Die Aussage etwas „über Bord„ zu werfen, verweigere ich kategorisch, weil auch Geistliche Suchende sind und das sogenannte Wort Gottes oder gar Sicherheit nicht gewährleisten können. Ein Gottsucher muss etwas für sich selbst Fassbares zu seiner Meinung machen können und nicht etwas, was “aufopfernde“ gutmeinende Wortverkündiger von ihm verlangen. Die Bischoff-Botschaft lässt grüßen !

Tja, sodann fragt man sich auch, wieviel der Zuhörer in diesem GD ihr neuapostolisches Hörgerät abgesetzt haben, wenn´s Wort denn christlich und nicht na. gemeint sein sollte :?:


Bb
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Re: Gottes Nähe suchen

#8 Beitrag von Andreas Ponto » 30.03.2010, 08:01

Mit seinem letzten Beitrag hat Brombär die Sache aus meiner Sicht ganz gut benannt.

Wie oft lesen wir in der Schrift: " Ich rate dir", "Komm und folge mir nach", "Dein Glaube hat dir geholfen"

Diesen Rat anzunehmen, nachzufolgen und Glauben aufzubringen bedingt eigenen Willen, eigene Entscheidung, eigenes Handeln.
Ohne diesen eigenen Willen wird es nicht möglich sein, sich für Gott, seinen Rat und Nachfolge zu entscheiden (oder auch dagegen).

Ob und wie wir seinen Willen in unserer eigenen Lebenswelt und -situation umsetzen, müssen wir selbst entscheiden.

Und die Nachfolge ist auch unbedingt und ausschliesslich an Jesus Christus gekoppelt. Sonst an keinen anderen.

Die Aussage "Wer euch hört, hört mich" (u.A.) wurde und wird in diesem Zusammenhang leider zu oft misbraucht. Eben weil wir IHN hören, können, sollen und dürfen wir nur IHM nachfolgen.

Und wenn im Namen des Dreieinigen Wort Gottes verkündigt wird, kann es wiederrum nur sein, dass wir in diesem Sinn IHN hören und uns dann dafür oder dagegen entscheiden.

Wie oft ist es aber, dass sein Wille unserem entgegen steht und wir dann hoffentlich trotzdem, wenn auch unter Trauer und Tränen, aber hoffentlich dennoch im Glauben sicher sagen können: "..aber dein Wille geschehe". Da ist dann trotzdem noch mein Wunsch und Wille da, dass dieses oder jenes so geschieht wie ich es mir vorstelle, aber ich akzeptiere, dass ER es ander vorgesehen hat (Verlust, Trauer, Krankheit, Schmerz, Enttäuschung, etc...).

Es kann also nicht heissen, dass wir unsere eigenen Willen über Bord werfen, sondern dass wir uns seinen Willen, wo wir ihn erkennen und unser Wille dem nicht entgegen steht, zu eigen machen. Oder einfach nur akzeptieren, dass er es nicht nach unserem Willen beschlossen und ausgeführt hat, sondern nach seinem.

Nachsatz:
Wie anders könnte das Wort sonst Bestand haben: "Bittet, so wird euch gegeben.", wenn wir keinen eigenen Willen haben sollten.

abendstern_
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Re: Gottes Nähe suchen

#9 Beitrag von abendstern_ » 30.03.2010, 08:41

Guten Morgen,Brombäer
ich glaube wir sind gar nicht so weit auseinander. Was mich betrifft, so habe ich folgende Veränderung festgestellt im Laufe der Jahre:

Viele Begriffe, Inhalte, Bibelzitate waren bei mir sehr stark von der NAK besetzt und geprägt und zu einem großen Teil aus heutiger Sicht fehlgeprägt. Das trifft auch auf das hier angesprochene Thema "den eigenen Willen unter den Willen Gottes stellen" zu. Das bedeutete mit dem "neuapostolsichen Hörgerät" gehört: "tu das, was dir deine Vorangänger sagen, denn sie verkündigen dir den Willen Gottes". Diese Fremdbestimmung (so nenne ich es heute) reichte manchmal bis in den letzten Lebenswinkel hinein, sie bestimmten über die Freizeit, über die Weiterbildung, über die Frage, ob man umziehen soll oder nicht. Schrecklich! Das war aber nicht Gottes Wille, das war der Wille einer Kirche, die versuchte, ihre Macht auf ihr Schäfchen auszuüben und das Schäfchen hat mitgespielt weil es gar nichts anderes kannte. Ich weiß, dass man in meiner Kindheit und auch noch 20 Jahre später davon sprach, man müsse den Willen der Kinder brechen. :shock:

Je länger man von der NAK weg ist, um so mehr verblassen diese Interpretationen. Irgendwann wurde mir bewusst, dass der Wille Gottes mir von keinem anderen vermittelt werden kann, dass ich selbst herausfinden muss, was für mich das jeweils richtige ist. Das kann mir keiner abnehmen, das muss ich mit ihm sozusagen persönlich ausmachen. Und von dieser Warte aus gesehen, kann ich heute auch sagen, ich möchte meinen Willen an dem ausrichten, was ich meine, von Gott zu erfahren. Das ist für mich keine Fremdbestimmung, sonder meine eigentliche Bestimmung. Fremdbestimmung ist es nur dann, wenn andere Menschen sich zwischen Gott und Mensch stellen und meinen ihm sagen zu müssen, was er denken dürfe und was nicht.

Ich musste schon oft etwas "über Bord werfen", etwas was ich mir in den Kopf gesetzt hatte und ich dann einsehen musste, dass es so nicht geht. Auch das hat nichts damit zu tun, dass man nicht Pläne und Ziele haben darf und muss. Aber manchmal verrennt man sich auch in etwas und muss sich irgendwann eingestehen, dass das eine Sackgasse ist. Dann ist Umkehr angesagt.

LG
abendstern_

Hannes

Re: Gottes Nähe suchen

#10 Beitrag von Hannes » 30.03.2010, 08:47

werter centaurea,

du sagst: "Wie oft ist es aber, dass sein Wille unserem entgegen steht (...)" und ich frage dich, wie du seinen willen erfährst. ganz konkret bei einer ganz konkreten sache ...

beispiel: du verlierst gerade deinen job und willst ihn aber gerne behalten. jetzt kommt gott und sagt: "nö, kein job mehr." ... oder: du machst alles für deine gesundheit und dann kommt gott und der oberarzt und sagen: "krebs - denn: mein wille geschehe!"

wie äussert sich gott in diesen fällen konkret? welche "sprache" spricht gott?

lg - hannes

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