Von Seele und so

Für Zweifler und andere gute Christen
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dietmar
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#11 Beitrag von dietmar » 23.03.2010, 12:29

wo auch immer ich bring ne Flasche mit :wink:

Hannes

#12 Beitrag von Hannes » 23.03.2010, 12:53

Heidewolf hat geschrieben: Es ist aber eine spannende Sache, noch etwas tiefer in die göttlichen Überlieferungen einzusteigen, unabhängig von konfessionellen Färbungen.
Das befreit dann auch von Ängsten und Verspannungen, macht irgendwie frei.
werter heidewolf,

diese göttlichen überlieferungen, sind das die heiligen schriften? wenn ja, wie steigt man da ein? wo ist da der zugang?

beispiel: christus erweckt einen toten zum leben. christus macht einen gelähmten gehend, einen blinden sehend. moses (ich hoffe, er war das) hat mit seinem zauberstab auch einiges angestellt. irgendeiner konnte mit seinen haaren ziemlich viel ... und was ist heute?

wo gibt es das heute? und wie kannst du in solche themen einsteigen? ich suche den zugang zu dieser freiheit in gott, die verspannungen löst und von ängsten befreit (welchen ängsten?) ... aber wie?

lg - hannes

Gaby

#13 Beitrag von Gaby » 23.03.2010, 14:02

Ein schwieriges Thema "wie erlebt man Gott" ... ich habe einen überwiegend beziehungsorientierten Glauben ... im Miteinander mit anderen Menschen fühle ich mich Gott in erster Linie nahe. Und das unabhängig vom Kirchenbetrieb und ob mein Gegenüber Christ, Moslem usw. oder Atheist ist. Ganz einfach im alltäglichen Leben. Mein Glaube sagt mir, dass Gott in JEDEM Menschen zu finden ist ... auch wenn dieser sich dessen nicht bewußt ist. Eben nach dem Motto nicht der Mensch hat Gott, sondern Gott hat den Menschen. Ich erlebe Gott in erster Linie auf der Gefühlsebene.
Glaube ist für mich nicht etwas, was ich losgelöst von meinem eigentlichen Leben betrachten kann, quasi als zusätzlichen Lebensbereich der unabhängig von meinen anderen Lebensbereichen existiert.
Das wäre dann m.E. geglaubter Glaube auf Grund einer intellektuellen Entscheidung, weil mein Verstand mir sagt, die christliche Lehre ist für mich nach reiflicher Überlegung die logischte Antwort auf meine Fragen zum Sinn des Lebens.
Nun bin ich durch meine Herkunft christlich geprägt, wenn auch nicht darauf fixiert (in ihren Grundlagen ähneln sich die Weltreligionen mehr als mancher denkt), also ist der christliche Glaube Maßstab in meinem Leben .... die Frage "Was würde Jesus tun, antworten, denken, fühlen ...?" prägt mein Leben in allen Bereichen.
Antworten darauf finde ich in der Bibel, deren Geschichten uns von anderen Menschen überliefert wurden, die genauso wie wie wir in sich reingehört haben, weil sie sich fragten, wie sie selbst Gott in ihrem Alltag erleben können.
Ich glaube der Ursprung das Gefühl haben zu können, dass wir Gott erleben liegt wirklich darin, dass wir darauf vertrauen, dass Gott UNS hat ... auch wenn uns manchmal Zweifel plagen. Dadurch kann man eine innere Sicherheit gewinnen, dass man eben keine Selbstgespräche mit sich selbst führt, sondern die Nähe Gottes in uns, dem Gegenüber oder aber auch in der Natur als wirkliche Realität empfinden kann.
Alles steht und fällt mit diesem Urvertrauen ....

Ist vielleicht etwas durcheinander mein Gedankenwirrwar dazu, aber ich hoffe, der ein oder andere versteht meine Gedankengänge ...

Gaby

#14 Beitrag von Gaby » 23.03.2010, 14:39

>>"In der Welt habt ihr Angst, aber vertraut darauf: ich habe die Welt besiegt!"<< Joh. 16,33 Hoffnung für alle

Hannes, ist es nicht auch zu unserm Schutz wenn uns manchmal Ängste plagen? Ich glaube es gibt kaum einen Menschen der von sich behaupten könnte (damals zur Zeit Jesu nicht so wie auch heute nicht), er habe noch nie in seinem Leben Angst verspürt.
Was aber, wenn diese Ängste überhand nehmen?
Denke einmal an die Situation im Garten Gethsemane wo die Bibel schildert, dass selbst Jesus Angst überfällt, weil er ganz genau weiß was auf ihn zukommt. Er der immer andere getröstet hat, anderen Hoffnung vermittelte ... und in dieser Situation ist er plötzlich ganz Mensch ... er hat Todesangst und fühlt sich von den Jüngern allein gelassen ... selbst Gott scheint für ihn in diesem Moment nicht da zu sein, ihn allein gelassen zu haben ... sagt zumindest die Bibel ...
Das einzige was Jesus bleibt ist gegen diese Angst an zu vertrauen ... zu vertrauen, dass er eben nicht allein ist, auch wenn es in diesem Moment so scheint ...
Angst gleich welcher Art rührt m.E. meist daher, das man das Gefühl hat, allein gelassen worden zu sein ... vielleicht gibt es wirklich nur einen Weg aus dieser Angst herauszukommen, indem man beginnt, gegen diese Angst an zu vertrauen .... sei es, dass wir wirklich versuchen darauf zu vertrauen, dass Gott UNS hat, uns nicht allein läßt wie unvollkommen wir auch immer sein werden oder/und in dem wir uns unserm Gegenüber öffnen und anvertrauen um nicht alleine durch eine Situation/eine Gefühlslage hindurch zu müssen.
Sich zu jemanden hinwenden mit seinen Ängsten ... sie nicht verdrängen ... einen anderen Weg sehe ich nicht ...

Hannes

#15 Beitrag von Hannes » 23.03.2010, 14:45

liebe gaby,

also ich verstehe dich gut :wink:

trotzdem: kennst du das, wenn du verliebt bist und "da oben" was völlig durchdreht und sich dinge ereignen, die es gar nicht gibt. ich erinnere mich an einen urlaub vor ein paar jahren, wo dieser zustand 4 tage genau so war ... die wissenschaft (hirnforscher) spricht dann von einem zustand, der gehirntechnisch dem verrücktsein gleicht.

das ist so ein beziehungsglück (seligkeit), weil da ein gleichgeschalteter mensch mit und bei einem ist ... das ist gut!

aber wo ist jetzt der pfad, der mich in dieser situation zu gott und seiner existenz führt. also: warum und vor allem wie schalte ich da jetzt gott dazu (ich würde das gerne begreifen oder erleben können).

lg - hannes


ps. dein gethsemani-beispiel hilft mir hier nicht weiter - da christus vom vater kam und wusste ...

Hannes

#16 Beitrag von Hannes » 23.03.2010, 16:01

liebe gaby,

nochwas: du sagst, das christus dein leben prägt ... ich sage: kann man diese lebensphilosophie nicht auch bei gandhi (gewaltlosigkeit) oder kant (kategorischer imperativ) oder ... finden.

warum also gerade gott? warum glaube statt vernunft? warum alles abschieben auf ein anderes nicht wahrnehmbares sein? warum nicht bei den menschen bleiben ... darum geht es mir. wie komme ich - wie kommt (mancher) mensch da hin ...

lg - hannes

Hannes

#17 Beitrag von Hannes » 23.03.2010, 16:16

tergram hat geschrieben: Die Existenz Gottes hängt doch nicht davon ab, ob wir an ihn glauben. Und unsere Existenz hängt davon auch nicht ab. Die Gläubigen sagen, dass "Gott uns hat" - unabhängig davon, ob wir ihn haben. Na bitte.
ja ja tergram - aber:

lie doch mal bitte in den heiligen schriften oder gehe in eine predigt, da liest und hörst du doch ganz andere aussagen. wenn du die gleichnisse des christus liest (erwählung - berufung) oder die interpretationen meines spezialfreundes paulus oder die blutrünstigen offenbarungs-horrorszenarien, dann sagen die doch etwas ganz anderes.

lg - hannes

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Heidewolf
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#18 Beitrag von Heidewolf » 23.03.2010, 16:26

Lieber Hannes,
aber auch das ist Jesus. Er schrieb was in den Sand. Er wusch seinen Jüngern die Füße. Er schimpfte mit den Schriftgelehrten. Er wies auf den Balken im eigenen Auge hin. Er sah ganz oft zu seinem Vater auf. Er predigte SEIN Reich, ihm vom Vater gegeben.
Ich denke, in all dem liegt ein Stück des göttlichen Reiches schon auf dieser Erde.
Sich versuchen da hineinzufühlen, ja einfach Gottes Größe zu erfühlen kann sehr befreiend sein. Vielleicht nennt das manch einer Suggestion.
Wie z.B. progressive Muskelentspannung oder autogenes Training mit Tiefenentspannung. Das ist schon sehr entspannend, wenn man es häufiger macht. Ich denke, dann ist der Geist etwas bereiter sich in die geistige Welt hineinzufühlen.
Schau mal, Jesus zeigte die Schwächen auf. Aber er half sofort, wenn es im Glauben aufgenommen wurde. Und er vergab die Sünden. Das gehört zur Freiheit dazu.

Insofern denke ich, dass die ganz persönliche Beziehung zu Gott und Jesus sehr wichtig ist, um sich selber besser kennen zu lernen.

Die berechnende Denkweise dieser Welt wird einem da wohl nicht weiterhelfen.
Wie soll man das nennen? Spiritualität?

Nicht das du denkst, ich wär jetzt abgehoben. Ne, ist (leider) nicht mein Naturell.
Aber wie Jesus schon sagte 'Der Tempel Gottes ist in euch.'
Einfach mal in diesen Tempel reingehen und Andacht halten.
Wenn eben dafür mal Zeit ist.
LG, Heidewolf
Das sind die Weisen,
Die durch Irrtum zur Wahrheit reisen.
Die bei dem Irrtum verharren,
Das sind die Narren.

Friedrich Rückert

Hannes

#19 Beitrag von Hannes » 23.03.2010, 16:53

ja, lieber heidewolf, ja!

das, was du sagst, ist aber ja alles schon eine stufe weiter. du argumentierst als gottgläubiger, als christ. ich aber frage aber, wie du dahin gekommen bist und geblieben bist. verstehst du?

ich bin ein sehr kontemplativer mensch. wenn ich einen traum von glück beschreiben sollte, dann wäre dieser in einem burgundischen karmelitter(innen)kloster mit den schwestern dort 1,5 stunden im schweigen zu sitzen und innenschau halten oder im benachbarten taizé am boden sitzend in die nacht hinein diese mantras singen.

und trotzdem frage ich mich, ist das gott oder ist das mensch? und wenn gott, wie zeigt er sich dann anders als sich ein mensch zeigen (spüren lassen) würde?

schwierig, oder? :oops:

trotzdem lg - hannes

tergram

#20 Beitrag von tergram » 23.03.2010, 17:05

Hannes,

die sog. "Heiligen Schriften" sind von Menschen geschrieben. Menschen haben entschieden, was warum Eingang in die Schriftensammlung findet - und was eben nicht.

Predigten werden von Menschen gehalten; Kirchen werden von Menschen bestimmt.

Vieles geschieht in bester Absicht, mit bestem Willen und hohem Engagement. Manches geschieht aus kirchenpolitischem Kalkül.

Ich kann das alles unkritisch aufnehmen und mir zu eigen machen. Ich kann es komplett ablehnen. Ich kann es "nehmen, prüfen und das Beste behalten". Unb ich kann irgendwann zu der Erkenntnis kommen, dass ich das nicht (mehr?) brauche.

Andere mögen zu anderen Erkenntnissen kommen.

Vielleicht ist das hier ein gutes Rezept: Wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm. *sing*

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