Beispiel "christlicher" Unternehmenskultur,oder

Was sonst nirgends reinpassen würde
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dietmar
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Beispiel "christlicher" Unternehmenskultur,oder

#1 Beitrag von dietmar » 12.02.2010, 17:22

ohne Kommentar :roll: :evil:
News-Ergebnisse für erima kündigung wegen 80 cent
Deutscher wegen 80 Cent fristlos entlassen‎ - Vor 2 Tagen
Ein 35 Jahre alter Mitarbeiter des Sportbekleidungsherstellers Erima (Pfullingen) wurde ... Die Essenmarken im Wert von 80 Cent stellen einen Zuschuss dar, ...
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Erima: Kündigung wegen 80-Cent-Essenbon - Panorama - Nachrichten ...
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Bagatellkündigung: Erima-Mitarbeiter fristlos entlassen wegen 80 ...
12. Febr. 2010 ... Fristlos entlassen wegen 80-Cent-Essenbon. Erschienen am 12. ... Im vergangenen Oktober war die fristlose Kündigung einer Altenpflegerin aus ...
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Erima: Kündigung wegen 80-Cent-Essenbon - Welt - Aktuelles ...
Erima: Kündigung wegen 80-Cent-Essenbon. ... Für die Münchner Löwen gibt Sponsor und Trikot-Ausstatter Erima pro Jahr tausende von Euro aus. ...
http://www.merkur-online.de/.../loewen- ... 25435.html?... - Im Cache
Mitarbeiter wegen 80 Cent-Essensbon gefeuert « DiePresse.com
10. Febr. 2010 ... Kündigung wegen Handy-Aufladen zurückgenommen (05.08.2009) ... Ein 35 Jahre alter Mitarbeiter des Sportbekleidungsherstellers Erima (Pfullingen) wurde ... Die Essenmarken im Wert von 80 Cent stellen einen Zuschuss dar, ...
diepresse.com/home/wirtschaft/international/538725/index.do?from=gl...
Fristlos entlassen wegen 80-Cent-Essenbon

tergram

#2 Beitrag von tergram » 12.02.2010, 18:15

Dietmar, bei allem Respekt:

Wenn man sich bei der Beurteilung arbeitsrechtlicher Fakten schon auf glattes religiöses Parkett begibt, darf der Mitarbeiter doch daran erinnert werden, dass das göttliche Gebot "du sollst nicht stehlen" keine 'Pauschalamnestie wegen Geringfügigkeit' beinhaltet. Gott pflegt auch einzelne Scherflein zu gewichten...

Wieso sollte sich ein Arbeitgeber sich "christlich" verhalten, während man das vom Arbeitnehmer offenbar nicht erwarten darf?

So albern einem diese Dinge vorkommen mögen: Ab welcher Betragsgrenze wäre aus deiner Sicht eine Kündigung aus christlicher Sicht gerechtfertigt?

dietmar
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#3 Beitrag von dietmar » 12.02.2010, 18:43

Mir geht es um die Verhältnissmässigkeit.
Eine Konsequenz ja, eine Abmahnung eventuell, eine Kündigung mit all den Konsequenzen für den Betroffenen? Nein!
es wurde nichts entwendet,nur die Freundin hat etwas in Anspruch genommen,was nur Mitarbeitern zusteht,der übliche Preis wurde bezahlt.
Da sehe ich schon einen Unterschied zum Diebstahl und zu dem von dir zitierten Gebot,meinst nicht ? lg

tergram

#4 Beitrag von tergram » 12.02.2010, 19:36

Ja Dietmar, ich verstehe. Aber...

In letzter Zeit häufen sich solche Fälle, wir alle haben das ja in der Presse verfolgt. Ich habe die Vermutung, dass es immer eine story hinter der story gibt. Sicherlich sind auch Fälle dabei, in denen der Arbeitgeber nur auf einen Geringstverstoß gelauert hat, um sich eines unliebsamen Mitarbeiters abfindungsfrei zu entledigen.

Andererseits: Wenn die Sitation im Unternehmen so ist, warum um alles in der Welt tappen Arbeitnehmen immer wieder willig in die Falle? Wer heutzutage einen Arbeitsplatz wegen einer Boulette o.ä. aufs Spiel setzt, wird letztlich nicht wegen Diebstahls rausgeworfen, sondern wegen Dummheit.

Es hat sich bei manchen Arbeitnehmern eine "ist-doch-nicht-so-schlimm-Selbstbedienungsmentalität" breitgemacht - ein Briefbogen hier, ein Kuvert dort, ein paar Fotokopien, Telefonate, Internetaktivitäten, etc . ...
Das mag geringfügig sein, aber es ist Diebstahl.

Die Lösung ist ganz einfach: Sowas macht man einfach nicht. Fertig. Muss der Arbeitgeber sich halt eine andere Falle ausdenken...

Ergänzend: mit "christlich" oder nicht hat das nix, aber auch gar nix zu tun.

Adler

#5 Beitrag von Adler » 12.02.2010, 19:40

Wie sagt ein Sprichwort so trefflich:

"Vor den Menschen aufrecht und gerade;
vor Gott in Demut und Gnade."

LG Adler

dietmar
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#6 Beitrag von dietmar » 12.02.2010, 19:56

tergram, da kann ich dir nicht zustimmen. Ein christl. Unternehmer sollte eine andere Handlungspalette zur Verfügung haben. Auch da sollte ein Unterschied im Handeln erkennbar sein. Es gilt doch nicht nur für einfache Mitglieder die Aufgabe, den christlichen Glauben zu leben,oder? Auch hierfür gibt es Beispiele.Sonst geht es halt über den "Sonntagschrist" nicht hinaus.

tergram

#7 Beitrag von tergram » 12.02.2010, 22:51

Dietmar,

vielleicht haben wir unterschiedliche Vorstellungen von Begriff "christlich" und seiner alltagpraktischen Auswirkung.

Du bist Christ? Prima! Wenn also jemand nächtens versucht, in dein Haus einzubrechen, dann zieh ihm keins mit dem Baseballschläger über und ruf nicht die Polizei, sondern heisse ihn herzlich willkommen, biete ihm die linke Wange, einen Kaffee und deinen Besitz an...

Nee, so funktioniert das nicht. Es gibt in diesem Land Gesetze. Die sind zu achten. Wer sie nicht achtet, hat mit Konsequenzen zu rechnen.

Was übrigens wirklich christlich ist, was Gott/Jesus wirklich von uns erwartet und was wir von ihm erwarten dürfen - das scheinen mir Fragen zu sein, die mit Strafrecht und Arbeitsrecht nicht zu erfassen sind. Wir sollten die Ebenen sauber trennen.

Ob aber die Vorhaltung eines Christen an einen anderen Christen, er sei kein rechter Christ, wirklich christlich ist...?

dietmar
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#8 Beitrag von dietmar » 13.02.2010, 07:21

tergram, nochmals es wurde nicht eingebrochen,nichts gestohlen,nichts..es wurde in einer Kantine etwas gekauft,bezahlt mit Verwendung eines Bons im Wert von 80Cent.Es hat nur die falsche Person den Einkauf verzehrt.
Tausche das Wort christlich einfach mit menschlich,wenn dir dies besser gefällt.In vielen Predigten wurde ich ermahnt und aufgefordert,als Christ im Alltag zu handeln.Das ist auch richtig so.Ein Christ muss ja nicht schweigen,oder?Ein Christ muss sich aber auch an seinen Ansprüchen messen lassen.

tergram

#9 Beitrag von tergram » 13.02.2010, 08:46

Dietmar,

das Handeln des Mitarbeiters war höchst suspekt: Er hat nicht etwa eine eigene Essensmarke für seine Freundin mit benutzt, sondern sich zuvor einen Kupon von einem Kollegen besorgt. Ihm ist also nicht aus Irrtum oder Gedankenlosigkeit ein Mißgeschick passiert, sondern er hat geplant und mit Vorsatz gehandelt.

Als Einkäufer des Unternehmens ist ihm ein millionenschwerer Etat anvertraut - und da stolpert der Idiot über einen Kupon im Wert von 80 Cent und riskiert einen sicheren und gut bezahlten Job. Wie dumm kann man sein? Ein Arbeitsgericht wird sich im konkreten Fall ja mit der Sache befassen müssen.

Müssen wir darüber nachdenken, bei welchem Betrag Recht und Unrecht beginnen und aufhören?.

(Du weisst, dass diese Kantinenzuschussgeschichten auch eine steuerliche Komponente beinhalten. Der Arbeitgeber kann die Kosten für die Essensbons seiner Mitarbeiter teilweise steuerlich absetzen. Damit hat er zu gewährleisten dass die Vergünstigungen auch nur den Mitarbeitern zugute kommen. Insofern ist er allein aus steuerlichen Gründen schon gehalten, für die Einhaltung der Regeln zu sorgen und bekannt gewordene Missbrauchsfälle zu ahnden - aber das ist hier sicher nur ein Randaspekt.)

Mich stört es, die Verantwortung dem "bösen" Unternehmer zuzuweisen, der Christ ist und trotzdem - wie ungeheuerlich! - sein Recht durchsetzt.

Ist man als Christ der Depp vom Dienst? Muss ich mir
Unrecht gefallen lassen, weil ich Christ bin und muss ich die andere Wange... und immer vergeben... und immer edelmütig und gut sein... ??? Sorry, ich bin nicht Jesus. Ich bin nur Mensch. Und ich erlaube mir, meine Rechte zu wahren. Notfalls gegen Widerstand. Ich werde - soweit es in meiner Macht liegt - das Unrecht nicht hinnehmen. Ich bin Christ, aber ich bin kein Opfer.

Nachgiebigkeit gegen Unrecht ist nämlich einer der Gründe für die Herrschaft der Ungerechtigkeit auf dieser Welt.

Cemper

#10 Beitrag von Cemper » 13.02.2010, 09:44

tergram hat geschrieben:Die Lösung ist ganz einfach: Sowas macht man einfach nicht. Fertig. Muss der Arbeitgeber sich halt eine andere Falle ausdenken... .
Sehr effektiv ist es, einem Arbeitnehmer in einem arbeitsvertraglich noch zulässigen Umfang Aufgaben zu übertragen, mit deren Ausführung er Schwierigkeiten hat. Er liefert dann immerzu Beweise seiner Unfähigkeit. Und dann kann tergram ihm sagen: "Ich muss mich leider von Ihnen trennen. Sie bekommen aber ein gutes Zeugnis."

:mrgreen:

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