Pfarrer ohne Gott - was müssen Geistliche glauben?

Für Zweifler und andere gute Christen
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Lobo

#31 Beitrag von Lobo » 12.02.2010, 13:17

simpel hat geschrieben:Was ist denn daran progressiv, wenn ein Geistlicher sich vor seine Gemeinde stellt und ihr verkündigt, dass es keinen Gott gibt?
Weil ein konservativer Geistlicher dazu nicht in der Lage wäre.
simpel hat geschrieben:Da kann sich auch der Sparkassenchef vor seine Kunden stellen und ihnen verkündigen, dass ab heute nur noch der Tauschhandel mit Naturalien gängiges Zahlungsmittel ist und sie in vergangener Zeit nur einem Irrtum aufgesessen seien...
Wo ist das Problem? Es ist doch alles nur eine Frage der Vereinbarung.

simpel hat geschrieben:Wahrscheinlich ist es aber zeitgemäß, den Leutchen ihr bis dato stabiles Fundament unter den Füßen weg zu ziehen - und das auf allen Gebieten.
Zeitgemäß oder nicht zeitgemäß, das ist halt die fortschreitende Erkenntnis, oder anders formuliert: Schärfung.

Cemper

#32 Beitrag von Cemper » 12.02.2010, 13:20

Hannes hat geschrieben:Und im Theater gehts ums Theater ...
Im Theater geht's - und das gar nicht selten - auch um Gott.

shalom
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#33 Beitrag von shalom » 12.02.2010, 13:20

"Gott ohne Pfarrer" - Was müssen Neuapostolismen glauben?

simpel

#34 Beitrag von simpel » 12.02.2010, 13:27

Wenn ich mir mal so versuche vorzustellen, wieviele Vorstellungen, Ansichten, Meinungen, Ideen, Visionen, Gewissheiten etc sich in den Köpfen eines Volkes - oder nur mal herunter reduziert auf seine christlichen Mitglieder - lautstark verkündigt werden, überkommt mich das blanke Entsetzen.
Welcher Mensch kann denn das alles noch vernünftig für sich einordnen, ohne irgendwann mal reif für die Klapse zu sein?
Ich hege die Befürchtung, dass dieses Gebräu irgendwann mal den ganzen Kessel in die Luft fliegen lässt - auch ohne Deckel! Und ich verstehe die Sehnsucht nach einfachen Wahrheiten - auch wenn es die so nicht gibt.
agape hat geschrieben:Man kann es "verpredigen", aber nur in bestimmten Kreisen. :wink:
Schon klar... selbst der Dünkel bleibt nicht vor kommenden Erschütterungen verschont. Jede Wette!

simpel

#35 Beitrag von simpel » 12.02.2010, 13:32

Lobo hat geschrieben:
simpel hat geschrieben:Was ist denn daran progressiv, wenn ein Geistlicher sich vor seine Gemeinde stellt und ihr verkündigt, dass es keinen Gott gibt?
Weil ein konservativer Geistlicher dazu nicht in der Lage wäre.
Dann soll er aber seine Kutte an den Nagel hängen und sich weigern, Geld für seinen Job zu nehmen (auch, wenn nicht nur das Predigen dazu gehört).

Hannes

#36 Beitrag von Hannes » 12.02.2010, 13:35

simpel hat geschrieben: Ich hege die Befürchtung, dass dieses Gebräu irgendwann mal den ganzen Kessel in die Luft fliegen lässt - auch ohne Deckel! Und ich verstehe die Sehnsucht nach einfachen Wahrheiten - auch wenn es die so nicht gibt.
Doch, diese (zum Glück sehr individuellen) Wahrheiten gibt es - und das ist auch sehr wichtig ... ich persönlich brauche und habe ein Glaubenssystem und eine Glaubenswahrheit. Und das kann mir auch keiner nehmen. Und das wird immer einfacher - am Ende werde ich wohl nur noch Holz hacken (und das meine ich jetzt als stimmiges Bild für einen sehr einfachen und erdigen Glauben).

Und wenn "das Gebräu in die Luft fliegt", dann ruf bitte vorher kurz durch ... :wink:

Gruss - Hannes

simpel

#37 Beitrag von simpel » 12.02.2010, 13:45

Hannes, bevor ich mich neben dich an den anderen Hackstock stelle, muss ich erst mal meine geschwollenen Mandeln kühlen.

Bis denne und... ja, ich sag Bescheid...
:wink:

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Loreley 61
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#38 Beitrag von Loreley 61 » 12.02.2010, 13:51

Ja, es stimmt durchaus: Der Boden unter den Glaubensfüßen kann gewaltig ins Wanken kommen - aber da muß man irgendwie durch. :wink: Ist mir auch so ergangen, als ich mich mit der HKM beschäftigt habe. Ich habe ab und an noch Kontakt zu meinem alten Bez.Ältesten i.R. Bei einem unserer letzten Gespräche fragte ich ihn, ob er die Verlautbarung des Stap. bezüglich dessen, was in der Bibel steht und wie man es verstehen sollte, schon gelesen hätte. Hatte er - und er war nicht begeistert. Er hatte mir vor etlichen Jahren schon mal gesagt, dass man verschiedene bibl. Geschichten nicht als Realgeschehen ansehen sollte. Er stimmte also eigentlich dem Stap. durchaus zu. Aber: Er sagte mir, dass diese Wahrheiten nicht dazu geeignet wären, sie dem Glaubensvolk zu präsentieren - denn es könnte dadurch zum Unglauben kommen. (sinngemäß) Ich mag den alten Herrn sehr gerne, auch heute noch, aber da habe ich ihm widersprochen. Er nahms nicht tragisch, denn er kennt mich schon sehr lange und recht gut. :wink: Ich bin der Meinung gewisse Wahrheiten müssen raus, auch wenns unbequem wird.

Was ich unter Kirche verstehe? Wahrscheinlich dasselbe wie du. :wink: Wenn ich mal dort bin, möchte ich aufbauende Predigten hören, die einen Bezug zu meinem Leben haben. Keinerlei Drohbotschaften - und/oder Uraltgeschichten aus der Bibel, speziell dem Alten Testament. Ich sag es gerne nocheinmal: Ich kann mir kein Vorbild an fiktiven Gestalten aus der Bibel nehmen, wenn es diese nie real gegeben hat. Bisher waren die Predigten die ich in der ev. Kirche gehört habe sehr gut. Das Alte Testament und seine Legenden waren fast nie ein Gottesdienstthema.

LG, Lory
Unsere Gedanken und Gefühle werden durch unsere Überzeugungen geformt.
Was du tief in dir und oft unbewusst denkst, das zeigt die größte Wirkung in deinem Leben.
Brauche nichts ... wünsche alles ... und wähle, was sich zeigt!
______
Namaste

simpel

#39 Beitrag von simpel » 12.02.2010, 14:26

Und während ich das Holz spaltete, zwitscherte ich mir eins...

Hannes

#40 Beitrag von Hannes » 12.02.2010, 14:42

simpel hat geschrieben:Hannes, bevor ich mich neben dich an den anderen Hackstock stelle, muss ich erst mal meine geschwollenen Mandeln kühlen.
Wennste noch laufen kannst/darfst, dann mach einen Winterspaziergang zur nächsten Tanke und hol Dir das da ... glaub mir, das ist die leckerste Medizin für Mandeln (probier Caramel Chew Chew ...).

Gute Gesundung und zurück zu den Atheisten
Hannes
:wink:

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