Gehören Glaube und Kirche zusammen?

Für Zweifler und andere gute Christen
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Maximin

GEMEINSCHAFTSERLEBNIS ESSEN...!

#51 Beitrag von Maximin » 09.01.2010, 12:21

:) Hannes Du Schlingel,
ich freue mich schon darauf, mir demnächst einen deftiges Lammbraten (selber) zuzubereiten. [Rezept aus Nordfrankreich.] Na gut. Eine Familie habe ich zwar nicht mehr. Aber es macht mir dennoch großen Spaß, mich mit viel Einfallsreichtum selber zu bekochen.

Soll ich nun meinen Laden dichtmachen, nur weil ich alleine lebe? Na siehste! :mrgreen: Auf´s geistige übertragen lautet meine Antwort so: „In meiner Küche mag ich lieber alleine werkeln. Es ist für mich jedoch einigermaßen beglückend, andere zu Tisch zu laden.“ Gemeinsam schmeckt´s und bekommt´s halt besser.
LG vom Micha :wink:

Hannes

Re: GEMEINSCHAFTSERLEBNIS ESSEN...!

#52 Beitrag von Hannes » 09.01.2010, 13:00

Maximin hat geschrieben: „In meiner Küche mag ich lieber alleine werkeln. Es ist für mich jedoch einigermaßen beglückend, andere zu Tisch zu laden.“ Gemeinsam schmeckt´s und bekommt´s halt besser.
Dann, werter Micha, dann wärest Du ja, würden wir das jetzt zurückübertragen aufs erdig-irdisch-lebensmittelsechte, eine Kirche ... oder?

Das was Du beschreibst, dass bedeutet für mich Kirche in dem hier genannten Zusammenhang. Gemeinsam feiern bei einem Abendmahl, das mit viel Sehnsucht zubereitet und mit liebevoller Hoffnung gewürzt ist - dazu erdiger Wein ...

Ich bin dabei, mein Lieber ... Bild
Bruder Hannes grüßt

Maximin

#53 Beitrag von Maximin » 09.01.2010, 16:51

:wink: ...

Gaby

#54 Beitrag von Gaby » 10.01.2010, 11:27

Eigentlich haben wir hier im Thread jetzt zwei Baustellen ...

autor merkte an, er käme immer mehr zu der Überzeugung, dass Kirche auch ohne GLAUBEN existieren könne und michas Statement ging eigentlich mehr in die Richtung, Glaube ohne KIRCHE könne er sich nicht so recht vorstellen, für ihn gehöre beides zusammen.

Nun, ich kann mir Glauben ohne Kirche zwar recht gut vorstellen, praktiziere ich das ja mehr oder weniger auch, aber Kirche ohne Glauben halte ich auf Dauer nicht für zukunftsfähig. Ich bin davon überzeugt, wenn etwas die Kirche verändern kann, dann nur der Glaube .... sonst wird alles beim Alten bleiben, bzw. sonst wird die Kirche immer weniger Einfluss auf den Menschen nehmen können und wird immer unbedeutender. Der Mensch wendet sich ab und sucht neue Wege sein spirituelles Bedürfnis zu erfüllen.

Einen schönen Sonntagmorgen übrigens :-)

Liebe Grüße

Gaby

Maximin

EIGENVERANTWORTUNG...!

#55 Beitrag von Maximin » 10.01.2010, 13:06

Ich bin davon überzeugt, wenn etwas die Kirche verändern kannnen, dann nur der Glaube .... sonst wird alles beim Alten bleiben, bzw. sonst wird die Kirche immer weniger Einfluss auf den Menschen nehmen können und wird immer unbedeutender.

Liebe Gaby,
das sind Zeilen mit Gewicht. Ich antworte Dir zunächst mal so:

1. Wenn die christlichen Gemeinschaften (Kirchen) etwas verändern können, dann ist das nach meiner festen Überzeugung die Sache Gott des Herrn allein. Er hat die Mittel.
2. So lange die kirchenbetriebsamen Gemeinschaften glauben, die Gläubigen mit dem Wust einer in 2.000 Jahren aufgehäuften Gelehrsamkeit bei der Stange halten zu können, so lange wird wohl ihr Einfluss deshalb abnehmen, weil sie von den Menschen immer weniger verstanden werden.
3. So lange glaubensbereite Menschen nicht akzeptieren, dass Kirchen kein Selbstzweck, sondern nur Mittel zum Zweck sind, genau so lange wird die Bedeutung der Kirchen missverstanden, überhöht und leider auch missbraucht werden.
4. Nicht der Glaube der Menge kann und wird eine Kirche verändern, sondern das, was die Glaubwürdigkeit einer sich beständig wandelnden Kirche ausmacht.
5. Ja, christliche Kirchenbetriebe sollen und müssen sich wandeln. Sie dürfen dabei nur nicht vergessen, dass die Lehre Jesu eine einfache Lehre ist. Eine Lehre die jeder, auch ohne Theologiestudium, verstehen kann. Nur vertrauenswürdig muss das alles bleiben...

Als 70 nach Christi Geburt der jüdische Tempel in Schutt und Asche versank, versank der jüdische Glaube nicht mit. Im Gegenteil. Die Juden wanderten in die damalige Welt hinaus und mit ihnen der Glaube an den lebendigen Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. Dabei war es egal, wohin sie ihr Weg führte. Ihr Glaube hat weitergelebt. Ihr schöner Tempel nicht...

Und während die Trümmer des jüdischen Tempels noch rauchten, trafen sich die ersten Christen, nur wenige Kilometer entfernt, in ihren Wohnungen, um sich über die Lehre Jesu auszutauschen. Will sagen: „Nicht auf die Verpackung kommt es an, sondern auf den Inhalt.“ Frei nach G. E. Lessing: „Das Echte muss sich als echt erweisen, muss für jedermann nachprüfbar bleiben.“

Ich traue keiner einsturzgefährdeten Brücke und esse nur die Pilze, die ich selber gesammelt, geprüft zubereitet habe. Auf das Geistige bezogen nannte das mal jemand Eigenverantwortung...! Die Menge der Gläubigen hörte das. Verstanden hat sie es leider nicht und den großkopferten Kirchenbeamten war dann wieder wohl.

Liebe Sonntagsgrüße vom Micha :wink:
Zuletzt geändert von Maximin am 12.01.2010, 13:56, insgesamt 1-mal geändert.

Gaby

#56 Beitrag von Gaby » 11.01.2010, 08:23

Lieber Micha,

Du schreibst, nicht der Glaube der Menge kann und wird etwas in der Kirche verändern ... wenn Luther auch so gedacht hätte, gäbe es den Protestantismus nicht. Sicherlich, er hat im Grunde nicht erreicht, was er eigentlich wollte ... nämlich die RKK zu reformieren. Bislang endete der Glaube der Menge oder des Einzelnen meistens in einer Abspaltung.
Aber sofern es grundlegende Unterschiede in der Auffassung der Glaubenslehre gibt, gibt es doch letztlich auch keine andere Möglichkeit, denke ich zumindest aus heutiger Sicht.
Kirche kann zwar ihre Traditionen verändern, eventuell ihre Moralvorstellungen überdenken ... eben das Ganze drum und dran .... aber kann sie auch ihre Überzeugungen verraten?
Damit würde sie ja bekennen, dass der andere "recht" hat, und dass die Trennung in verschiedene Konfessionen überflüssig ist ;-) ... entzieht man sich dadurch nicht letztlich selbst die Legitimation?
Von daher frage ich mich manchmal, ob sich die Organisation Kirche überhaupt nennenswert reformieren kann, ohne ihr Gesicht zu verlieren?
Wenn der Geist Gottes dahingehend wirken würde, wollte man ihn dann überhaupt hören???
Wobei hier bei uns vor Ort die Zusammenarbeit der Katholiken und der EKD selbstverständlich ist (wenn auch aus der Not heraus, da überall gespart werden muss). An der Basis ist das wie wohl meistens kein Problem ... denn der Basis ist es doch in den meisten Fällen gleich, was die "da oben" so denken.

Einen schönen Wochenanfang

wünscht Gaby

Maximin

DENKPAUSE...

#57 Beitrag von Maximin » 11.01.2010, 18:25

:) Meine liebe Gaby, leider komme ich heute nicht dazu, dir zu antworten. Morgen mehr...
LG vom Micha :oops:

Maximin

VIELFALT SCHEINT GEWOLLT...

#58 Beitrag von Maximin » 12.01.2010, 12:58

„Bislang endete der Glaube der Menge oder des Einzelnen meistens in einer Abspaltung. Aber sofern es grundlegende Unterschiede in der Auffassung der Glaubenslehre gibt, gibt es doch letztlich auch keine andere Möglichkeit, denke ich zumindest aus heutiger Sicht.“ [Gaby am 11.01.10.]

:) Ja liebe Gaby. Das Christentum ist mittlerweile in über tausend Teile mit entsprechend unterschiedlichen Bekenntnissen, Lehren und Kirchenbetrieben zerspalten. Das kann man bedauern. Es gibt jedoch auch eine andere Betrachtungsmöglichkeit...

M. E. spiegelt sich hier nicht nur die Entwicklung der Artenvielfalt in Flora und Fauna wieder. Könnten wir vernünftigerweise etwas dagegen haben? Ist es nicht auch höchst erfreulich, dass Menschen unterschiedlich gestaltet sind, unterschiedlich empfinden, denken, glauben und handeln? Wer wünschte sich schon einen Einheitsmenschen...?

Die sich in Glaubens- und Kirchenfragen aufdrängende Frage scheint mir bei unserem Disput diese zu sein: „Wie kann, bei aller Unterschiedlichkeit, ein friedliches Miteinander gelingen?“ Soll man sich wirklich eine christliche Einheitskirche wünschen? Wünschen kann sich das wer will. Ich halte es für unmöglich...

Wenn die Christenwelt auf der Lehre des Evangeliums fußt, dann ist das Christentum insgesamt SEIN Werk. Ist es aber sein Werk, dann muss ER es richten wie er das für richtig hält. Wir würden uns m. E. verheben, wollten wir IHM in den Arm fallen oder IHM gar vorschreiben, was ER zu tun hat. An dieser Stelle zeigen sich mir nämlich nicht nur die Grenzen des einzelnen Christenmenschen, sondern insbesondere auch die der vielen verschiedenen Kirchenbetriebe. Hies geht es nicht nur um wahrhaftige Gottesfurcht, sondern auch um gegenseitigen Respekt unter den Christen selbst sowie um Toleranz gegenüber allen Nichtchristen...

Das, was wir tun können oder wenigstens aufrichtig anstreben sollten ist, unseren Gottglauben nicht wegen der christlichen Glaubensvielfalt infrage zu stellen, sondern bescheiden einsehen, dass christliches Leben ohne Gemeinschaft einigermaßen unvollständig bleibt. Egal, ob es sich um 2 oder 3 im Wohnzimmer, um 11 Menschen in einem Gasthof unterhalb der Wartburg, um 10 Millionen in schmucken Wohlfühlkirchengebäuden, oder um 1 Milliarde in 1.000-jährigen Kathedralen weltweit handelt. Zu Deinen weiteren Ausführungen später gerne mehr.

Es grüßt Dich vielmals und herzlichst, Micha :wink:
Zuletzt geändert von Maximin am 12.01.2010, 14:04, insgesamt 6-mal geändert.

dietmar
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#59 Beitrag von dietmar » 12.01.2010, 13:14

die Irrungen und Wirrungen der Christenheit hingen immer mit diesen Gebäuden,ihren Machtstrukturen und Machtkämpfen zusammen. Ohne diese Organisationen hätte es viel Leid, Mord und Krieg nicht gegeben.
Ich halte erstmal grossen Abstand zu diesen Gebäuden.Die Fehler die kleine Einheiten machen können sind weniger gravierend.

Maximin

KONSEQUENZEN ABER WELCHE...?

#60 Beitrag von Maximin » 12.01.2010, 14:23

:) Mein liebe Dietmar,
wenn ich mein weiteres Leben von der Vergangenheit (beispielweise) meines Vaterlandes abhängig gemacht hätte, dann hätte ich die deutsche Staatsbürgerschaft mit Vollendung meines 18. Lebensjahres (1963) abgegeben und wäre in irgendein anderes Land ausgewandert. Willste wissen warum...?

Christ bin ich geblieben, obwohl ich (spät genug) aus der NAK ausgezogen, genauer gesagt, in eine andere chistliche Kirche umgezogen bin. Warum? Na weil für mich Glaube und Gemeinschaft (Kirche) zusammen gehören. Nein, ich bin für ein Eremitendasein nicht geeignet.
LG vom Micha :wink:

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