Positives

Alles rund um die Sondergemeinschaft Neuapostolische Kirche (NAK), die trotz bedenklicher Sonderlehren (u.a. Versiegelung, Entschlafenenwesen mit Totenmission, Totentaufe, Totenversiegelung und Totenabendmahl, Heilsnotwenigkeit der NAK-Apostel, Erstlingsschaft, ..), weiterhin "einem im Kern doch ... exklusiven Selbstverständnis", fehlendem Geschichtsbewusstsein und Aufarbeitungswillen, speziell für die Zeit des Dritten Reiches, der DDR, der Bischoffs-Botschaft ("... Ich bin der Letzte, nach mir kommt keiner mehr. ..."), sowie ihrer jüngsten Vergangenheit und unter erheblichem Unmut ehemalicher NAK-Mitglieder, auch Aussteiger genannt, die unter den missbräuchlichen Strukturen und des auf allen Ebenen ausgeprägten Laienamtes der NAK gelitten haben, weiterhin leiden und für die die NAK nach wie vor eine Sekte darstellt, im April 2019 als Gastmitglied in die ACK Deutschland aufgenommen wird.
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agape
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Positives

#1 Beitrag von agape » 29.12.2009, 00:02

Wer kommt, bekommt etwas":
Gemeinde Cottbus öffnet Kirche für Bedürftige


http://www.nak-berlin-brandenburg.de/in ... 10f0759941

Etwas Positives
Die Initiatorin der Cottbuser Bedürftigenspeisung: Karin Unger
Jesus war einer der glücklichsten Menschen, der je gelebt hat. Er gab seine Kraft weiter, verschenkte, was er hatte,
weil er in Übereinstimmung mit sich und seiner Botschaft lebte.
„Ich bin, was ich tue.“ Das bewirkt mystische Erfahrung.
Nach D.Sölle

Gaby

#2 Beitrag von Gaby » 29.12.2009, 00:41

Ist das nicht gelebtes Evangelium?
Wieviel wichtiger als die Hierarchieordnung der Kirchen oder Streitigkeiten über die Auslegung des Abendmahlgeschehens, des Exklusivgedankens ... hat Jesus uns laut Überlieferung nicht genau das gelehrt? Die Menschen anzunehmen wie sie sind, auf sie zuzugehen, ihnen zu helfen und durch das eigene Handeln das Evangelium nahezubringen ...

danke agape ... positives ist es immer wert bekannt gemacht zu werden ...
aus welcher Ecke es auch kommt ;-)

Hoffentlich gibt es solche Berichte öfter ... aber nicht auf Befehl der Kirche um Leistung für Gott zu erbringen, sondern aus der Überzeugung heraus, dass dies das Evangelium ausmacht.

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agape
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#3 Beitrag von agape » 29.12.2009, 10:22

Liebe Gaby,

was Du da ansprichst ist sicher richtig,
dennoch zeigt es die Grundproblematik, wie unterschiedlich die Konfessionen die "Ökumene" verstehen. Bei der RKK ist es ein theologisches Problem (dem ich mich selbst ja nun auch sehr widme ;) ), während es nach protestantischem Prinzip tendentiell um die Frage nach gemeinsamen Handeln geht (Dazu gehört quasi auch die theologisch gedachte gemeinsame Abendmahlsgemeinschaft).

Es ist aber durchaus originell, dass Du hier am Beispiel "Armenspeisung", was ja letztlich auch eine Tischgemeinschaft (Abendmahl zur Mittagszeit) ist, den Abendmahlsstreit nennst. ;)

Wenn man Frau Ungers Thema theologisch darstellt, ist sie es nicht, die zum Tisch einlädt, sondern abstrakt gesprochen die Nächstenliebe, die Liebe.
Und an diesem Thema bin ich wieder ganz in meiner theologischen Argumentation und behaupte, dass nicht der römisch-katholische Kardinal oder der Priester einlädt, sondern Jesus selbst, der zum Tisch ruft, wie es im Wesentlichen die ev. Kirche lehrt.

Vom Kleinen zum Großen gedacht, müssten sich alle "Abendmahls-Kirchen" an allen Kostenlos-Essen-Anbietern und -Zubereitern und liebevollen Servierern ein Beispiel nehmen.
Da sind wir dann wieder bei der natürlichen Ebene....aber auch bei der geistlichen... ;)

Schön bei Frau Unger ist, falls der Bericht so stimmt, dass sie es war, die etwas wollte und dann auch organisierte und dies dann auch von der NAK abgesegnet wurde. (Warum auch immer, will ich hier mal außen vor lassen). Das war sehr häufig nicht der Fall...in dieser Kirche.
Hoffentlich gibt es solche Berichte öfter ... aber nicht auf Befehl der Kirche um Leistung für Gott zu erbringen, sondern aus der Überzeugung heraus, dass dies das Evangelium ausmacht.
Ja, hoffentlich!


Lieben Gruß,
agape

* * *

Liturgisches Segensgebet

Wie dieses Brot,
aus vielen Körnern bereitet,
jetzt ein Brot ist

und wie dieser Wein,
aus vielen Beeren gewonnen,
jetzt ein Trank ist,

so führt Gott viele Menschen zueinander
zu einer Gemeinschaft
und auf der ganzen Erde.

Kommt und esst von diesem Brote, das uns eint!
Jesus, der Herr, gebe uns seinen Frieden!

* * *

Alt-Präses Kock in Köln:
In Sachen gemeinsames Abendmahl vertrat Kock eine eindeutige Meinung:
"Warum verstehen wir unseren Gott nicht als einen, der uns auf dem Weg zur Einheit speist?"


:) :) :)
Jesus war einer der glücklichsten Menschen, der je gelebt hat. Er gab seine Kraft weiter, verschenkte, was er hatte,
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rfw
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#4 Beitrag von rfw » 29.12.2009, 11:20

Gaby hat geschrieben:Ist das nicht gelebtes Evangelium?
(...)

Hoffentlich gibt es solche Berichte öfter ... aber nicht auf Befehl der Kirche um Leistung für Gott zu erbringen, sondern aus der Überzeugung heraus, dass dies das Evangelium ausmacht.
"Ist das nicht gelebtes Evangelium?" Gegenfrage: Wird durch diese Betrachtung das gelebte Evangelium nicht auf eine warme Mahlzeit reduziert?

"Kommt immer erst das Fressen und dann erst die Moral", wie Brecht glauben machen möchte? Ist Evangelium das Trostpflästerchen für die Kollateralschäden einer sozialstaatlichen Wohlstandsgesellschaft im 3. Jahrtausend nach der Verkündung "froher Botschaft"?

Kann man jemandem glaubhaft eine warme Suppe anbieten, ohne zugleich etwas gegen die Ursachen seines "Hungers" zu unternehmen? Ist Christentum nichts weiter als der bessere Sozialstaat?

Das, was wir für das Ursprungsevangelium halten, wurde zu einer Zeit vermittelt, als die Menschen unter einer Steuerlast von ca. 10% ihres Einkommens stöhnten. Damit war alles abgegolten. Diese Abgaben wurden als Joch erlebt. Die Botschaft der Freiheit richtete sich jedoch auch dagegen, dass niemand Eigentum eines anderen Menschen sei.

Heute fließt ein Vielfaches der individuellen Wirtschafts-, Arbeits- und damit Lebensleistung in einen gemeinsamen Haushalt statt in die Taschen eines Königs oder die Töpfe einer imperialen Besatzungsmacht. Wir zahlen Steuern, keinen Tribut. Das Ergebnis scheint freilich das gleiche. Und es sind inzwischen bei weitem mehr als 10% von uns, die der Gemeinschaft gehören. Der deutsche Sozialstaat ist gieriger als das römische Reich...

Niemand müsste hungern, niemand frieren. Niemand wird wegen einer Krankheit vor die Tore der Stadt auf die Müllhalde verwiesen. Warum tun wir dennoch so, als wäre dies so; schlimmer gar als vor 2000 Jahren? Damit wir eine warme Suppe kochen und dies für das Evangelium halten können?

Diese Form der Wohltätigkeit ist die Subtilste aller Grausamkeiten, die man einem Mitmenschen zufügen kann. Man macht ihn zum Objekt des eigenen Gutmenschentums und tauscht seine Würde gegen eine warme Mahlzeit.

Es ist ein billiges Evangelium, das einen mit einer warmen Suppe davon kommen lässt! Es ist eine unglaubwürdige frohe Botschaft, die ihre Stimme gegen die Armut in der Welt erhebt, aber nicht einmal die Machtverhältnisse zwischen Gott und den Menschen in den vier Wänden der eigenen Kirche geregelt bekommt!

Wenn Menschen hungern und frieren, dann ist das eine Sache zwischen den Menschen. Da versagt die Menschlichkeit, nicht das Christentum. Das Evangelium ist aber keine Sache zwischen den Menschen, es ist eine Sache zwischen Gott und den Menschen.
Das Evangelium ist keine Sozialstaatsverfassung. Wo es darauf reduziert wird, ist es zutiefst missverstanden. Da verstellt dann der Aktionismus im Bereich zwischen Mensch und Mensch das Wesentliche zwischen Mensch und Gott.

Freilich wird niemand in eine tragfähige Gottesbeziehung kommen, der schon am Zwischenmenschlichen scheitert. Dennoch bleibt Menschlichkeit und Mitmenschlichkeit eine Sache zwischen den Menschen. Wo sie verklärt wird zu einem religiösen Großtat, da rückt das Evanglium in unerreichbare Ferne.

Die frohe Botschaft ist, dass der Himmel leer ist zwischen den Menschen und Gott. Der Himmel der Kirchen hingegen ist voller Gerümpel. Das bekommt man auch durch Füttern noch so vieler Bedürftiger nicht aufgeräumt. Wer von der Kirche darauf verwiesen ist, dass es immer jemanden gibt, der noch schlechter dran ist, der ist nicht gelenkt sondern abgelenkt. So wird man fein in die Hierarchie eingefügt, erhoben zu einem vermeintlich Privilegierten. So wird einem auch zugleich die eigene Menschlichkeit als hehres Glaubensgut verkauft. Nur mit froher Botschaft hat das alles nichts zu tun.
LG
win
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"In Deutschland gilt derjenige als viel gefährlicher, der auf den Schmutz hinweist, als der, der ihn gemacht hat." (Carl von Ossietzky)

Gaby

#5 Beitrag von Gaby » 29.12.2009, 11:21

Liebe agape,

nun zum Thema Abendmahl habe ich mich in der Diskussion über die Ausarbeitung von Pfarrer Gandow zur NAK wohl schon genügend ausgelassen ... denke ich zumindest ... :roll:

Ich werde nie verstehen können, warum sich Christen beim Abendmahl gegenseitig ausgrenzen ... und bin immer noch etwas fassungslos, dass dies wie es scheint auch in evangelischen Gemeinden praktiziert wird, je nachdem mit welchem Pfarrer es man grad zu tun hat.

Liebe Grüße

Gaby

tergram

#6 Beitrag von tergram » 29.12.2009, 11:26

Die Antwort, wer hier der Einladende ist, ergibt sich als "schöner Hinweis" aus dem Text:

"Sie schickt der Himmel!" Das waren die Worte, die sie von einer freundlichen Stimme am anderen Ende der Leitung zu hören bekam, gleich beim ersten Anruf. Na bitte! :wink:

Vielleicht ist es eine typisch weibliche Betrachtungsweise, statt gedankenschwerer Hirnverknotungen zunächst mal ganz alltagspraktisch zu fragen ob alle ein Dach über dem Kopf, was zu essen und zum anziehen haben. Kirchengedöns hin oder her.

Schiller lässt grüßen - der Schiller: {1796}
DIE WÜRDE DES MENSCHEN
"Nichts mehr davon, ich bitt euch. Zu essen gebt ihm, zu wohnen, zu kleiden. Habt ihr die Blöße bedeckt, gibt sich die Würde von selbst."

Sehr weiblich - an dieser Stelle, der Alte.

Gaby

#7 Beitrag von Gaby » 29.12.2009, 11:33

rfw ... natürlich versagt in diesem Punkt die ganze menschliche Gesellschaft.
Ich hatte schon öfter einmal das Thema Grundeinkommen angesprochen, von dessen Sinn ich absolut überzeugt bin, weil sich unsere Gesellschaft nämlich langsam etwas einfallen lassen muss, wenn die Schere arm und reich nicht immer weiter auseinanderklaffen soll.
Aber wie entsteht das Reich Gottes in dieser Welt? Doch in dem wir in unserem Umfeld erst einmal Zeichen setzen.

Folgende Geschichte die ich vor einigen Jahren im Netz fand spricht dazu:

Die drei Wege

klick

Hannes

#8 Beitrag von Hannes » 29.12.2009, 11:34

Der gute alte Jesaja hat Gott das dazu sagen lassen:

"Brich dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus! Wenn du einen nackt siehst, so kleide ihn, und entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut!"

Ein sehr beeindruckende Aktion, die diese Frau dort macht! Chapeau!

LG - Hannes

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tosamasi
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#9 Beitrag von tosamasi » 29.12.2009, 11:49

Lk 9,13 Er aber sprach zu ihnen: Gebt ihr ihnen zu essen. Sie sprachen: Wir haben nicht mehr als fünf Brote und zwei Fische, es sei denn, dass wir hingehen sollen und für alle diese Leute Essen kaufen. 14 Denn es waren etwa fünftausend Mann. Er sprach aber zu seinen Jüngern: Lasst sie sich setzen in Gruppen zu je fünfzig. 15 Und sie taten das und ließen alle sich setzen. 16 Da nahm er die fünf Brote und zwei Fische und sah auf zum Himmel und dankte, brach sie und gab sie den Jüngern, damit sie dem Volk austeilten.17 Und sie aßen und wurden alle satt; und es wurde aufgesammelt, was sie an Brocken übrig ließen, zwölf Körbe voll.
Jesus speiste die Menge mit Brot und Fischen und er machte Wasser zu Wein. Insofern wusste er, was der Mensch (auch) braucht.
Nur der Einfältige fürchtet die Vielfalt
tosamasi

Gaby

#10 Beitrag von Gaby » 29.12.2009, 11:58

Und rfw ... allein vom Evangelium wird der Hungrige nicht satt ...
klick

Kauz: Fühlte er nicht, helfen zu müssen aus diesem Überfluß?
Eule: Er fühlte schon was, aber er schob es wieder beiseite und dachte, dass er ja vor allem das geistige Brot und die geistige Hilfe gleich einem Seelenarzt zu bringen hatte...


Übrigens steht dies auch auf einer neuapostolischen Internetseite ....

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