10 Gebote

Für Zweifler und andere gute Christen
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Hannes

#21 Beitrag von Hannes » 22.12.2009, 20:08

"scholzi",

Grüss Gott! Wo bist Du denn gerade unterwegs? Als ich mich so durch Deine Schriftzitate las, kam mir ein guter Freund in den Sinn und mit ihm sein und mein Lieblingszitat: "Das ist Bibelgulasch." Was willst Du uns sagen? Ich verstehs echt nicht - was an mir liegen kann. Wahrlich!

Wenn also "der Herr spricht": Und alles Fleisch wird einen Neumond nach dem andern und einen Sabbat nach dem andern kommen, was heisst denn das für meinen Glauben in meinem kleinen Alltag? Wohin kommt das Fleisch? Und wann ist Neumond? Ich hab gerade den Mondkalender nicht zur Hand.

Oder was meint "In Markus 2,27 teilt uns Jesus mit, dass der Sabbat um des Menschen willen gemacht ist und nicht nur allein für die Juden." Warum zitierst Du solche eigenartigen Sätze? Wie zieht man aus solchen Aussagen einen Nutzen für seinen Weg durch das unverständliche Leben? Was bringt Dir das? Gehts um den Samstag?

Wie gesagt, dass kann an mir liegen - aber ich kapier das alles nicht!

LG - Hannes Bild

Dieter

#22 Beitrag von Dieter » 22.12.2009, 20:23

Lieber scholzi,

ich muß mich auch Hannes Beitrag anschließen, denn ich verstehe auch nicht was ich lese. Es fehlt mir jemand, der mir die Schrift aufschließt.

Wenn schon der Sabbat nicht um Gottes willen sondern um der Menschen willen gemacht ist - was hindert es mich, diesen Tag zu begehen, wenn ihn die allgemeine Christenheit feiert? Oder meinetwegen auch am Freitag, wenn ich ihn einem muslimischen Land bin? Ist mein Gottesdienst ein schlechterer und weniger gesegneter, weil er am falschen Tag stattfindet? Nee, da kann ich Dir nicht folgen.

Oder was wäre, wenn durch eine Kalenderreform der Sonntag plötzlich Samstag und der Samstag Sonntag hieße? Würden dann die Adventisten bei dem jetzigen Tag bleiben oder auf den "neuen" Sonntag ausweichen, der dann ja der Samstag = Sabbat wäre?

Ich denke, Gott will, daß sich die Menschen von der Arbeit erholen können und diese Zeit auch nutzen, um ihrer Seele etwas Gutes zu tun (z.B. in einem Gottesdienst). Aber ich denke auch, daß es ihm ziemlich egal ist, wie dieser Tag heißt.

Dieter

scholzi

#23 Beitrag von scholzi » 22.12.2009, 20:26

@Dieter

ich glaube nicht, das es Gott und uns egal sein kann, was Gott geheiligt hat.

Hannes

#24 Beitrag von Hannes » 22.12.2009, 20:49

"scholzi",

ein letzter Versuch: was möchtest Du dem geneigten Publikum mitteilen? Vielleicht kannst Du mir das kurz sagen. Ich mach es Dir einfach, Du musst nur eine Zahl schreiben:

1. Dir geht es darum, dass der Samstag der Schabbat des Dekalogs ist und auch eingehalten werden sollte, weil das Gott ganz arg wichtig ist.
2. Du bist ein Gewerkschaftler und möchtest den Samstag zum Sonntag machen (2 arbeitsfreie Tage - bin dabei!).
3. Du hast Schichtdienst und das stinkt Dir.
4. Du wohnst in Griechenland, bist Katholik und arbeitest in der Türkei in einer muslimischen Schneiderei. Somit hast Du Freitag und Sonntag frei und willst jetzt auch noch den Samstag rausschinden ...
5. Du nimmst die Bibel wörtlich und nicht ernst ...

Schbas beiseite: sag mir halt bitte mal kurz um was es geht und lass mich nicht dumm in den nächsten Samstag (FEIERTAG!!!) gehen.

Danke - Hannes

scholzi

#25 Beitrag von scholzi » 22.12.2009, 20:54

ich wollte diskutieren wie ihr die 10 Gebote sieht, als aktuell oder nicht, als
bestehend oder nicht.
auch wollte ich eure Meinung zum 7.Tag hören.

Gruss
scholzi

Hannes

#26 Beitrag von Hannes » 22.12.2009, 20:57

Gibts auch noch eine Antwort oder soll ich jetzt meinen Krimi weiterlesen?

Danke - Hannes

scholzi

#27 Beitrag von scholzi » 22.12.2009, 21:02

@Hannes

5. ich nehme die Bibel wörtlich, denn es ist Gottes Wort.

Dieter

#28 Beitrag von Dieter » 22.12.2009, 21:12

Pinchas Lapide, ein bedeutender jüdischer Religionswissenschaftler sagt dazu: Man kann die Bibel entweder ernst oder wörtlich nehmen. Beides geht nicht.

Ich versuche sie ernst zu nehmen und werde daher ohne schlechtes Gewissen nächsten Samstag als Werktag ansehen und den nächsten Sonntag als Feiertag. Das soll jetzt aber nicht heißen, Scholzi, daß ich jemand, der es umgekehrt ansieht, nicht schätzen würde. Aber mir scheint ein Gott, der auf solche formalen Dinge Wert legt, ein kleinlicher Erbsenzählergott zu sein. Ihm würde ich nicht zutrauen, die Welt und die wunderbare Schöpfung und alles was es gibt, geschaffen zu haben. Und ehrlich: Bei einem Erbsenzähler würde ich mich nicht wohlfühlen können.

Hannes

Re: FREIHEIT VOM JÃœDISCHEN GESETZ...

#29 Beitrag von Hannes » 22.12.2009, 21:20

Maximin hat geschrieben: Denn das Gesetz des Geistes, der da lebendig macht in Christo Jesu, hat mich frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes. 8:3 Denn was dem Gesetz unmöglich war (sintemal es durch das Fleisch geschwächt ward), das tat Gott und sandte seinen Sohn in der Gestalt des sündlichen Fleisches und der Sünde halben und verdammte die Sünde im Fleisch, 8:4 auf dass die Gerechtigkeit, vom Gesetz erfordert, in uns erfüllt würde, die wir nun nicht nach dem Fleisch Wandeln, sondern nach dem Geist. (Luther 1912“)
Servus Michl,

warum verstehe ich nur diesen Paulus nicht? Das ist sowas von weit von meinem kleinen Alltag entfernt ... aber von vorne:

Was ist für Dich das Gesetz der Geistes im Gegensatz zum Gesetz der Sünde (Fleisch?), von dem der Schreiberling hier schreibt? Da schickt also Gott seinen Sohn als der Sünde ausgesetzten Mensch unter Menschen. Damit wir - vom Gesetz erfordert (von welchem Gesetz?) - nach dem Geist wandeln. Ist das ein Geist, der vor Christus nicht da war?

Mein lieber Schwan - ich kapiere nichts. Bin ich wirklich so daneben oder geht es anderen auch so? An diesem Paulus verzweifle ich regelmäßig. Der ist so intellektuell und weit weg von meinem Leben ... also mir bringt das - ausser Wirrnis - nix!

Mein Glaubenskonstrukt, um mal wieder auf den Dekalog zurückzukommen: Dieser (für sein Volk neue und unbekannte) Gott gab seinem jungen Volk, das wohl keine Ahnung von diesem Gott und einem zivilisierten sozialen Leben untereinander und einem Leben mit diesem Gott hatte, Ge- und Verbote: Regeln für den Menschenpark (Gruss an den Herren Oberphilosophen S.) sozusagen. Ein wenn-dann-Regelwerk, sehr eng und unfreiheitlich.

Irgendwann sitzt Herr Gott da und merkt: Mist! Das ist plöde - das haut nicht hin. Da ist soviel Angst und Abhängigkeit. Und ich sitze da, völlig isoliert und habe eine komische Rolle. Ungeliebter Chef, kleinlich, gesetzesfanatisch ... da läuft was schief. Und während er so denkt, läuft ihm der Junior über den Weg ... PLING!

Und dann kommt also Christus zu uns und lebt uns gesetzestreue Glaubensbuchhalter mal kurz das Gegenteil vor: Freiheit, Selbstverantwortung, Gesetze aus dem Innen, Liebe, Unabhängigkeit, Weite, Wahlmöglichkeit, Eigenverantwortung, ... "Liebe deinen Nächsten wie dich selbst" ... PLING! Und damit ist für mich der alte Gesetzesschmonz nicht aufgehoben - aber sowas von hinfällig. Braucht kein Mensch mehr, der das neue Gebot verinnerlichen kann. Und Gott hat auch mehr Spaß an dem ganzen Treiben. Und muss nicht dauernd erklären und Untersuchungsausschüsse leiten und Schlichtungsgespräche führen ... er hats uns ja vorleben lassen. Also gezeigt.

Schade nur, dass dann Paulus kam und nicht Bilder gemalt hat oder Sümfonien komponiert hat. Hätte man ihm doch den Griffel geklaut ... :wink:

Verstehst Du das?

Guten Abend - Hannes
Zuletzt geändert von Hannes am 23.12.2009, 06:50, insgesamt 1-mal geändert.

Hannes

#30 Beitrag von Hannes » 22.12.2009, 21:26

scholzi hat geschrieben:@Hannes

5. ich nehme die Bibel wörtlich, denn es ist Gottes Wort.
BINGO, scholzi ...

dann darfst Du also kein Straussenfleisch essen ... und musst immer zusehen, dass kein schuppenloser Fisch auf Deinem Teller liegt ... und dürfte ich mir dann Deine Tochter als Sklavin ausleihen - nur bis nach die Feiertage ... und solltest Du beim Friseur gewesen sein um das Haupt- und Barthaar zu schneiden, dann müsste ich Dir ein paar Killer vorbeischicken ... sage nicht ich, sondern Dein Gott - wörtlich!

Scherzle - lies genau hin ... und pass auf! :wink:

Hannes

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