Kinder und Entschlafenenwesen der NAK

Alles rund um die Sondergemeinschaft Neuapostolische Kirche (NAK), die trotz bedenklicher Sonderlehren (u.a. Versiegelung, Entschlafenenwesen mit Totenmission, Totentaufe, Totenversiegelung und Totenabendmahl, Heilsnotwenigkeit der NAK-Apostel, Erstlingsschaft, ..), weiterhin "einem im Kern doch ... exklusiven Selbstverständnis", fehlendem Geschichtsbewusstsein und Aufarbeitungswillen, speziell für die Zeit des Dritten Reiches, der DDR, der Bischoffs-Botschaft ("... Ich bin der Letzte, nach mir kommt keiner mehr. ..."), sowie ihrer jüngsten Vergangenheit und unter erheblichem Unmut ehemalicher NAK-Mitglieder, auch Aussteiger genannt, die unter den missbräuchlichen Strukturen und des auf allen Ebenen ausgeprägten Laienamtes der NAK gelitten haben, weiterhin leiden und für die die NAK nach wie vor eine Sekte darstellt, im April 2019 als Gastmitglied in die ACK Deutschland aufgenommen wird.
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tergram

#41 Beitrag von tergram » 12.12.2009, 12:10

Danke für die Erinnerung an den berührenden Bericht von "panta rhei" zum Thema "Kinder und Entschlafenenwesen".

(Ob Frauen wirklich geeigneter sind für den Umgang mit Kindern... ich weiss es nicht... und habe so meine Zweifel. Es wird wohl weniger vom Geschlecht abhängen, als von anderen Fähigkeiten.)

Was mich etwas erschreckt hat: Der Bericht ist von 2005. Was hat sich seither in der NAK geändert? 2005 hat jemand für Kinder ein Jesus-Licht angezündet, 2009 liegt ein Kind gefesselt am Boden.

Um Gottes Willen: Wohin steuert diese Kirche? :shock:

simpel

#42 Beitrag von simpel » 12.12.2009, 12:47

Ich weiß nicht, ob von diesem Fall auf die NAK (ich weiß, es gibt un-schöne Hinweise) als solches geschlossen werden kann. Selbst wie es in meiner Gemeinde gehandhabt wird, vermag ich Als-am-Rande-Stehender nicht zu beurteilen.
Wahrscheinlich ist es überall anders und es liegt am Einfühlungsvermögen der Lehrer und an deren Standfestigkeit, Unsinniges, ja Schädliches von den Kindern fern zu halten.

Ob diese "Fesselspiele" in der Anleitung zum Unterricht vorgegeben waren, entzieht sich meiner Kenntnis.

(Und dann wundert man sich, wenn aus Kindern Leute, und aus diesen sich der Nachwuchs für kritische Internetforen rekrutiert. - Verzeihung, das sollte kein makabrer Scherz sein). :?

shalom
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#43 Beitrag von shalom » 12.12.2009, 12:54

...was man sich na-amtlicherseits (also wortkirchlich) alles so unter einer "fesselnden Predigt" vorstellt... :mrgreen: .

tergram

#44 Beitrag von tergram » 12.12.2009, 13:08

simpel hat geschrieben:Wahrscheinlich ist es überall anders und es liegt am Einfühlungsvermögen der Lehrer und an deren Standfestigkeit, Unsinniges, ja Schädliches von den Kindern fern zu halten.
Gewiss. Wie überall.

Nur: Wenn das die bedauerliche Entgleisung eines Einzelnen war - was macht der Bericht dann auf einer offiziellen Internetseite der NAK??? Wo ist der Proteststurm der Eltern, der anderen AT, der Gemeinde, der Bezirksleitung?

Hätte mein Kind an einer solchen Veranstaltung teilgenommen, hätte der zuständige Bezirks-wasauchimmer am gleichen Tag einen sehr unerfreulichen Besuch von mir bekommen, der ihm lange und nachdrücklich im Gedächtnis geblieben wäre. Allersanftigst natürlich.

Nein, das war keine bedauerliche Fehlleistung eines Einzelnen. Das hat Methode.

Ich werde mir aber erlauben, Herrn Brinkmann als zuständigen Gebietskirchenpräsidenten zu bitten, mir die biblischen Hintergründe für gottesdienstliche Fesselspiele mit minderjährigen Schutzbefohlenen zu erläutern. Der Antwort sehe ich mit großen Interesse entgegen.

Mann, bin ich sauer! :twisted:

dietmar
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#45 Beitrag von dietmar » 12.12.2009, 13:27

ein Einzelfall? sicherlich nicht. In der Form der bildlichen Umsetzung vielleicht..... Es wird nur das dargestellt was gepredigt und erzählt wird.Also die Vermittlung der Glaubensinhalte und der Lehre der Nak..
Die bildliche Darstellung zeigt wie krank und krankmachend diese Inhalte sind. Mit diesen Inhalten sind die Eltern aufgewachsen..so wird in den Familien gedacht und geredet.....dies wird den Großen und den Kleinen weiterhin vermittelt, in Wort und Schrift--oder wie hier mal auch im Rollenspiel.
Eine religiöse Erziehung die das Wohl, seelisch und psychisch, der Kinder gefährdet und nicht mehr gewährleistet.

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agape
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#46 Beitrag von agape » 12.12.2009, 14:49

tergram hat geschrieben:
Ebenso erinnere ich mich deutlich , dass uns im KiGo vor Entschlafenen-GD die unglaublichsten Jenseits-Geschichten erzählt wurden: Täume, Gesichter und beängstigende Berichte über Erscheinungen Verstorbener.

Beides hat mich damals sehr geängstigt und ich habe viele Jahre gebraucht, die alten Bilder wieder loszuwerden. Manches davon werde ich allerdings wohl nie mehr loswerden.

....
Nein, liebe NAK-Mitglieder: Es hat sich nichts geändert. Nicht wirklich. Die Fassade wurde ein bißchen aufpoliert, aber inhaltlich und im Kern der Sache ist es unverändert die alte J.G.Bischoff-Sekte.



Es bleibt wahrscheinlich immer ein sehr unangenehmes Gefühl, darüber nachzudenken und auch zu merken, dass eine "Kirche, Sekte, Gemeinschaft, etc) eine derart nachhaltige Macht hat, dass sie eine "unversaute Kinderseele" mit ihrem MeneTekel beschriften durfte...

Möge der HERR uns alle frei machen!

Es wird - wenn auch nicht 100% -, aber dennoch wohl gehen, wenn wir uns ihm anvertrauen. Mit der Wut, mit dem Verbogensein, mit Allem, was jeder bei sich so merkt...

Ich zitiere Ap Stegmaier, dessen Wort ich hier als sein "Vermächtnis"
nutze:

Apostel Stegmaier machte viele Glaubenserfahrungen, die er in fünf Kernaussagen für sein Leben zusammenfasste und in den Mitarbeiter-Versammlungen den Anwesenden nahe brachte und näher ausführte:

* Wir müssen lernen, das eigene Leben loszulassen und es Christus
überlassen.

* Wir müssen das, was Gott will, selbst tun, nicht nur davon
reden und es von anderen erwarten.

* Unsere innere Einstellung zu Gott und zu unseren Mitmenschen
bestimmt die Qualität unseres Lebens, bestimmt darüber, wie es uns geht.

* Nichts bleibt und kann bleiben, wie es ist. Gottes Werk ist
nicht fertig. Es muss sich weiterentwickeln und wir selbst müssen das
auch.

* Werde in deinem Herzen wie ein Kind.


Man kann vermuten, dass viele dort oben bestens BESCHEID wissen und mindestens so stocksauer sind wie manche hier, aber es ist alles SYSTEM.
Sie hätten wie Sepers und weitere gehen können.
Nicht jeder ist Arzt und kann sich auf seinen alten Beruf zurückbesinnen.
Erst kommt das Fressen, dann die Moral, sagt Brecht und viele hungrige Mägen.

Deswegen nützen auch Anfragen bei Brinkmann oder Ehrich oder Klingler nichts.
Kann man im großen Radius voll vergessen.
Jesus war einer der glücklichsten Menschen, der je gelebt hat. Er gab seine Kraft weiter, verschenkte, was er hatte,
weil er in Übereinstimmung mit sich und seiner Botschaft lebte.
„Ich bin, was ich tue.“ Das bewirkt mystische Erfahrung.
Nach D.Sölle

tergram

#47 Beitrag von tergram » 12.12.2009, 17:15

agape hat geschrieben:Deswegen nützen auch Anfragen bei Brinkmann oder Ehrich oder Klingler nichts.
Ja. DurchAnfragen ändert sich das System nicht. Das stimmt.

Aber "sie" sollen wissen, dass sie aufmerksam beobachtet werden. Und dass wir es ihnen nicht ohne Aufmucken durchgehen lassen, wenn sie Kinder entwürdigend behandeln, ängstigen, etc. .

Wir müssen das, was Gott will, selbst tun, nicht nur davon reden und es von anderen erwarten.

Ja. Amen. Ich mach dann mal...

:wink:

autor

#48 Beitrag von autor » 12.12.2009, 18:27

dietmar hat geschrieben:ein Einzelfall? sicherlich nicht. In der Form der bildlichen Umsetzung vielleicht..... Es wird nur das dargestellt was gepredigt und erzählt wird.Also die Vermittlung der Glaubensinhalte und der Lehre der Nak..
Die bildliche Darstellung zeigt wie krank und krankmachend diese Inhalte sind. Mit diesen Inhalten sind die Eltern aufgewachsen..so wird in den Familien gedacht und geredet.....dies wird den Großen und den Kleinen weiterhin vermittelt, in Wort und Schrift--oder wie hier mal auch im Rollenspiel.
Eine religiöse Erziehung die das Wohl, seelisch und psychisch, der Kinder gefährdet und nicht mehr gewährleistet.
Richtig. Es wird nur das dargestellt, was gepredigt und erzählt wird, wie in den Familien gedacht und geredet wird. Wer wollte Eltern verbieten, ihren Glauben ihren Kindern zu vermitteln? Erziehungsberechtigt ist man – ganz archaisch – qua Elterneigenschaft. Ich frage mich, was manchen Schreiber bewegt, mit den Bezeichnungen „krank“, „krankmachend“ und „Seele und Psyche gefährdend“ bei der Hand zu sein. Moralische Schauergeschichten gibt es nicht nur in Kirchen. Wer wurde nicht mit dem Märchen „Hänsel und Gretel“ "psychisch misshandelt" und "seelisch versaut"? Das Leben ist kein Ponyhof. Wer wollte darüber Bescheid wissen, was jeden Menschen glücklich macht? Wer wollte vorschreiben, was der Mensch zu glauben hat? Den Grad der „Versautheit“ einer Seele zu bestimmen, sich anzumaßen, zeugt von Selbstüberschätzung. Ich spüre bei manchem Ex-Naki, dass die Entzauberung der ehemals geglaubten Inhalte Grund der Verletzung und Impetus des andauernden Verachtens dieser Glaubensgemeinschaft ist. Da wir aus dem „Anderssein“ schnell „Kranksein“.

Liebe Ex-NAK-ler! Nein, die Kirche hat sich nicht geändert. Und sie hat auch keinen Grund dazu. Freut euch, dass ihr den Kram nicht mehr glauben müsst! Und wenn euch manches an eure dunkle Vergangenheit erinnert, und ihr euch seelisch verletz fühlt, seid gewiss: Ihr seid nicht krank, ihr seid nur anders als die anderen.

tergram

#49 Beitrag von tergram » 12.12.2009, 18:37

autor hat geschrieben:Das Leben ist kein Ponyhof.


Genau. So isses. Da kann man nicht früh genug anfangen, die Kinder seelisch etwas abzuhärten. Bunte Papptäfelchen mit "ich lebe" und "ich bin tot" werden bedarfsweise hochgehalten, jemand hat einen Strick um den Hals - ist doch alles auch irgendwie lustig, oder? Und überhaupt: Etwas gesunder Realismus hat noch keinem geschadet, nicht wahr? Jawoll.

Und Priester XY aus Köln-Sonstwo weiss genau wie das so ist mit dem "Tag des Herrn" und der ganzen Ewigkeit. Ganz genau weiss er das. Er sollte es mal seinem Stammapostel erzählen - der bekennt nämlich immer noch "wir wissen es nicht". Sowas aber auch.

Ja, auch die Kirche ist kein Ponyhof. Und um ein Tempel zu werden, müsste mal jemand eine Reinigungsaktion via Kälberstrick... aber das hatten wir ja alles schon.

Blöde Aussteiger aber auch - alle seelisch defekt. Eben anders.

dietmar
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#50 Beitrag von dietmar » 12.12.2009, 18:41

Autor wie du selbst geschrieben hast, Hänsel und Gretel ist ein Märchen.
Beim Entschlafenenwesen vermittelt die Nak aber den Kindern eine angebliche Realität,ein riesiger Unterschied.
Wer mit Kindern und Jugendlichen berufl. zu tun hat,u.a. mit Kindern die seelisch,psychisch misshandelt wurden, der weis wovon er hier redet. Du hast die Dimension dessen offensichtlich nicht verstanden. Meinerseits ist dies kein zurückschlagen,oder nachtreten lediglich eine Stellungnahme zu erlebtem und zu diesem Bericht.
Und dies ist leider bittere Realität und nicht nur ein grausiges Märchen.

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