Milieu-Stämme in der NAK

Alles rund um die Sondergemeinschaft Neuapostolische Kirche (NAK), die trotz bedenklicher Sonderlehren (u.a. Versiegelung, Entschlafenenwesen mit Totenmission, Totentaufe, Totenversiegelung und Totenabendmahl, Heilsnotwenigkeit der NAK-Apostel, Erstlingsschaft, ..), weiterhin "einem im Kern doch ... exklusiven Selbstverständnis", fehlendem Geschichtsbewusstsein und Aufarbeitungswillen, speziell für die Zeit des Dritten Reiches, der DDR, der Bischoffs-Botschaft ("... Ich bin der Letzte, nach mir kommt keiner mehr. ..."), sowie ihrer jüngsten Vergangenheit und unter erheblichem Unmut ehemalicher NAK-Mitglieder, auch Aussteiger genannt, die unter den missbräuchlichen Strukturen und des auf allen Ebenen ausgeprägten Laienamtes der NAK gelitten haben, weiterhin leiden und für die die NAK nach wie vor eine Sekte darstellt, im April 2019 als Gastmitglied in die ACK Deutschland aufgenommen wird.
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Dieter

#11 Beitrag von Dieter » 23.11.2009, 10:28

Hallo, liebe agape,

habe Deinem Wunsch entsprochen, auch wenn ich nicht tergram bin :D

Dieter

42

#12 Beitrag von 42 » 23.11.2009, 11:33

Bischof Feige hat geschrieben:Eine gute Übung ist es da bei gemeinsamen Gesprächen, wenn jede Seite erst einmal versucht, die Position der anderen darzustellen.
.. so lange, bis die andere Seite bestaetigt: "Ja, jetzt habt Ihr uns verstanden" (frei zitiert nach einem Professor der Theologie).

Das Ergebnis einer solchen "Uebung" haben evangelische und katholische Theologen letztes Jahr publiziert Eilert Herms u. Lubomir Zak, Grund und Gegenstand des Glaubens nach römisch-katholischer und evangelisch-lutherischer Lehre. Theologische Studien, 2008, 610 Seiten, ISBN 978-3-16-149603-5 (fadengeheftete Broschüre € 49) oder ISBN 978-3-16-149592-2.
In den Streitfragen wie gemeinsames Abendmahl sowie gegenseitige Anerkennung der Ämter oder gar der Kirchen kommt man zurzeit in den Kirchenleitungen nicht weiter. Die bisherigen Bestrebungen nach theologischer Annäherung und Übereinstimmung der Kirchen sind nach Ansicht von Ökumene-Experten an ihrem Ende angekommen. Zudem haben Protestanten und Katholiken unterschiedliche Ökumene-Modelle entwickelt. Das neue Projekt soll daher vor allem das gegenseitige Verständnis zwischen den Konfessionen fördern.

Beide Seiten müssten einen Sinn "für die innere Stimmigkeit des theologischen Denkens der jeweils anderen Seite entwickeln", so Huber: "In der Spiritualität und im Gottesdienstverständnis, in der Theologie und im Verständnis der Moderne gibt es Gemeinsamkeiten zwischen der römisch-katholischen und den evangelischen Kirchen, die wir mitunter erst im Dialog mit einem dritten Partner wahrnehmen." Die kulturelle Nähe zwischen reformatorischem und römisch-katholischem Geist sei bemerkenswert, so der Berliner Bischof.

Quelle: www.ekd.de

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agape
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#13 Beitrag von agape » 23.11.2009, 11:45

Lieber 42,
das gilt gerne für den inter-konfessionellen Dialog.
Eins ist aber klar: Die EKD und die RKK kennen ihre eigenen Milieu-Stämme. Diese hat der Soziologe und kath Theologe, Prof Ebertz, den ich persönlich kennenlernen konnte und desssen Bücher ich gelesen habe, klar benannt.
Die NAK kannte und kennt auch ihre "Milieu-Stämme", da spiegelt sich aber ebennicht das breite Spektrum der gesamten Stämme der Sinus-Studie wider, sondern eben nur ein Teil von drei bis vier, die auch zur NAK benannt werden. Der Rest fliegt unterhalb ihres eigenen Radars - und schließlich dann auch raus.
Egal, wie man das letztlich bewertet.
Jesus war einer der glücklichsten Menschen, der je gelebt hat. Er gab seine Kraft weiter, verschenkte, was er hatte,
weil er in Übereinstimmung mit sich und seiner Botschaft lebte.
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#14 Beitrag von Brombär » 23.11.2009, 12:35

agape schrieb :

Die NAK kannte und kennt auch ihre "Milieu-Stämme", da spiegelt sich aber ebennicht das breite Spektrum der gesamten Stämme der Sinus-Studie wider, sondern eben nur ein Teil von drei bis vier, die auch zur NAK benannt werden. Der Rest fliegt unterhalb ihres eigenen Radars - und schließlich dann auch raus.
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hallo agape,

aufgrund relativ wenig verfügbarer Zeit wird manche/r Forianer/in nicht ausreichend informiert sein, was die Sinus-Studie im einzelnen aussagt.

Vielleicht kann kurz benannt werden, welche Milieu-Stämme der NAK fehlen. So kann der Satz - wonach der Rest unterhalb des eigenen Radars rausfliegt - besser eingeordnet werden.

Bb.
Das ist unsere Berufung, dass einer dem anderen Rast biete, auf dem Weg zum ewigen Haus.

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#15 Beitrag von agape » 23.11.2009, 13:03

Bild

Dieses Modell zeigt sämtliche "Stämme" von ganz Deutschland

Bei wiki wird dieses :arrow: folgendermaßen dargestellt

Vor einigen Jahren hat der Soziologe und kath Theologe N. Ebertz diese 10 Milieustämme auf die :arrow: Situation in der katholischen Kircheübertragen

Entgegen dazu treten im Wesentlichen nur vier Milieustämme bei der NAK in den Vordergrund, nämlich:

Die Traditionsverwurzelten

Die Konsum-Materialisten

Die (jungen) Hedonisten

(Die Ökumenisch-Progressiven)


http://www.christ-im-dialog.de/index.ph ... Itemid=170

Die übrigen 6-7 der 10 Stämme fehlen in der NAK, dh, diese Stämme hatte die NAK entweder nie oder diese sind gegangen oder als U-Boote in der NAK unterwegs ;)

Auch wenn ich anfänglich schrieb, dass die NAK das Thema "Profilgemeinden "falsch" verstanden hätte, so ist sie doch ihrer Tradition mit ihren sign. Milieu-Stämmen treu geblieben und folgt somit ihrer NAK-Logik. (denn, wie auch Prof Ebertz selbst sagt, kann eine Kirchengemeinde nicht mehr als drei Milieus "abdecken", weil sich die anderen dazu "beißen" würden.
Nur das war eben und ist eben nichts für "Ökumeniker" in der NAK. Das war es , was ich eigentlich damit noch mal zum Ausdruck bringen wollte. Wer keinen Paradigmenwechsel vornehmen will, braucht sich auch nicht um übergangsweise vorhandene Profilgemeinden kümmern.
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#16 Beitrag von Brombär » 23.11.2009, 17:28

agape schrieb :

Es erschien aber mal notwendig überhaupt mal einen Blick auf die NAK Milieu-Stämme zu werfen.

Agape verweist auf Christ im Dialog :

Die Traditionsverwurzelten machen einen großen Teil in der NAK aus.

Als Rentner und Pensionäre, kleine Arbeiter, Angestellte und Beamte zählt man zur unteren Mittelschicht und zur Unterschicht. Und dies gilt auch hinsichtlich der Bildungsabschlüsse. Dazu passt auch das Streben der Traditionsverwurzelten nach Sicherheit und Ordnung, ein u.U. rustikaler Lebensstil, das Lesen Goldener Blätter, Boulevardpresse und die Vorliebe für die so genannte Volksmusik sowie die NAK-Zeitschrift "Unsere Familie", die stets griffbereit liegt.
Höhere Bildung, anspruchsvolle Literatur, Musik und bildende Kunst werden als ‚weltlich’ und schädlich abgelehnt.



----------------------------------------------------------------------

agape,

was hätte unser Herr Jesus Christ mit einem solch niedrigen Milieustamm angefangen ?
In der Bergpredigt können wir nachlesen, welchen Milieustämmen er sich bevorzugt zugewandt hat.

Auch ich bedauere etliche elementaren Versäumnisse der NAK, aber diese angeführten Milieubetrachtungen erscheinen mir nicht nur unzutreffend, sondern auch am Evangelium ziemlich vorbei.

Bb.
Das ist unsere Berufung, dass einer dem anderen Rast biete, auf dem Weg zum ewigen Haus.

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#17 Beitrag von agape » 23.11.2009, 17:46

Die Milieubetrachtungen finde ich nicht am Evangelium vorbei-
Das sind Betrachtungen von Lebensstilen und Zugängen des Menschen im Hinblick auf etwas, was jeweils Gegenstand der Untersuchung ist.

Prof Ebertz hat damit begonnen das "religiöse Gesicht" zu erfassen, mit dem der Katholik in seiner Kirche unterwegs ist.
Das ist notwendig.

Es ist ja nun kein Geheimnis, dass gerade auch VKühnle und PJohanning ihre Kirche daraufhin angesehen haben und zu diversen Schlüssen kommen. Das weißt Du aber. ;)
Sie begründen ja die mangelnde Offenheit der Kirche auch mit dem Prekariat. (Niehaus, der wenig eloquente, theol ungebildete, etc)
Wer schreibt das schon gerne. Sorry.
Jesus war einer der glücklichsten Menschen, der je gelebt hat. Er gab seine Kraft weiter, verschenkte, was er hatte,
weil er in Übereinstimmung mit sich und seiner Botschaft lebte.
„Ich bin, was ich tue.“ Das bewirkt mystische Erfahrung.
Nach D.Sölle

Ruhrgebiet

#18 Beitrag von Ruhrgebiet » 23.11.2009, 18:14

Ich denke, agape meint "den Sitz im Leben"...oder Liebste :wink:

_

#19 Beitrag von _ » 23.11.2009, 18:22

agape hat geschrieben:Sie begründen ja die mangelnde Offenheit der Kirche auch mit dem Prekariat. (Niehaus, der wenig eloquente, theol ungebildete, etc)
Wer schreibt das schon gerne. Sorry.
die mitglieder der nak mögen zwar materiell reicher geworden sein, geistlich sind sie aber eher noch weiter verarmt. das spirituelle erbe der kag und der erweckungsbewegung sind mittlerweile aufgebraucht.

mfg, _

simpel

#20 Beitrag von simpel » 23.11.2009, 18:52

_ hat geschrieben: die mitglieder der nak mögen zwar materiell reicher geworden sein, geistlich sind sie aber eher noch weiter verarmt. das spirituelle erbe der kag und der erweckungsbewegung sind mittlerweile aufgebraucht.

mfg, _
Meinst du "verarmt worden" oder ist das eine pauschale Abqualifizierung? Man sollte sich nicht täuschen lassen: Die Leutchen in der NAK sind im Allgemeinen nicht so schlicht in ihrer Denke, wie es der sonntäglich biedere Aufzug vermuten lässt.
Bist du denn der Meinung, dass die Mitglieder anderer Kirchen gegenüber denen in der NAK auf geistlichem Gebiet Quantensprünge voraus sind?
Ich bezweifle das.
Meiner Ansicht nach ist die NAK für viele nur das wärmende Mäntelchen, unter dem viele ihren Privatglauben pflegen - sie gehen lächelnd ihren Weg und opfern auf ihren eigenen Altären.

Jedem seine Nische - oder war es Nitzsche? Wir wissen´s nicht. Prof Ebertz weiß es. :wink:

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