DAS ÄRGERNIS KREUZ...

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Maximin

DAS ÄRGERNIS KREUZ...

#1 Beitrag von Maximin » 20.11.2009, 10:56

Lieben Freunde,
hohe Repräsentanten der Deutschen Katholischen Kirche und des Zentralrats der Juden in Deutschland kritisierten das jüngste Kruzifixurteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte in Straßburg. Beide Religionsgemeinschaften sprachen sich u. a. für die Erziehung zu Toleranz und Dialogbereitschaft in den Schulen aus.

Die NAK konnte sich bisher nicht dazu durchringen, in ihren Ämterzimmern die Apostelbilder ab- und dafür ein Kruzifix bzw. wenigstens ein schlichtes Holzkreuz aufzuhängen. Vorteil: Es müsste nicht alle paar Jahre ein Austausch vorgenommen werden. :wink:

Nach dem o. a. Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte in Straßburg müssten jetzt eigentlich die Kruzifixe in allen Schulen Italiens beseitigt werden. Berichten aus Italien zufolge ist das Gegenteil der Fall.

Frage: Was ist das eigentliche Ärgernis? Dass Kruzifixe an Wänden hängen? Dass Kruzifixe aus der Öffentlichkeit verschwinden sollen? Oder dass der Europäische Gerichtshof ein solches Urteil gefällt hat?

LG vom Micha
Zuletzt geändert von Maximin am 20.11.2009, 12:22, insgesamt 1-mal geändert.

Dieter

#2 Beitrag von Dieter » 20.11.2009, 11:04

Micha,
das wird je nach Betrachtungsweise unterschiedlich sein. Mich ärgert das Urteil. Aber die Kläger hat wohl das Kreuz in der Öffentlichkeit geärgert.
Dieter

btw: könntest Du ggf. die Schreibweise in der Threadüberschrift der gängigen Rechtschreibung anpassen? Am Nichtfunktionieren des "Z" kann es ja nicht gelegen haben. Vor das noch jemand zum Ärgernis wird ;)

Dieter

#3 Beitrag von Dieter » 20.11.2009, 11:05

oha, da warst Du wohl mit dem Ändern schneller, als ich mit dem Reklamieren...

_
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Re: DAS ÄRGERNIS KREUZ...

#4 Beitrag von _ » 20.11.2009, 11:21

Maximin hat geschrieben:Frage: Was ist das eigentliche Ärgernis? Dass Kruzifixe an Wänden hängen? Das Kruzifixe aus der Öffentlichkeit verschwinden sollen? Oder dass der Europäische Gerichtshof ein solches Urteil gefällt hat?
ist doch praktisch: wer sich ärgern will, darf sich gleich über alle drei tatsachen ärgern...

mich beschleicht jedenfalls manchmal das ungute gefühl, dass gerade die personen, die kruzifixe im öffentlichen raum befürworten, gleichzeitig fordern, dass muslimische mitarbeiterinnen des öffentlichen dienstes wie bspw. lehrerinnen bei der arbeit kein kopftuch tragen dürfen.

was würdet ihr denn sagen, wenn an einer staatl. schule ein lehrer eine buddha-statue auf sein pult stellt? oder die rektorin in den klassenräumen werbeplakate für eine pol. partei aufhängen lässt? für die cdu? oder die npd?

da, wo schulen durch den staat betrieben werden, sollte die strikte trennung von staat und religion durchgesetzt werden. also keine kruzifixe. in schulen, die von einer bestimmten konfession oder religionsgemeinschaft betrieben werden, sollte diese die klassenräume so ausstatten dürfen, wie sie es will.

mfg, _

Dieter

#5 Beitrag von Dieter » 20.11.2009, 11:48

Lieber Unterstrich,

ich denke, daß sich die Menschen den vor Ort geltenden Gepflogenheiten anpassen sollten. Wenn ich in Indien wohnen würde, wäre es für mich selbstverständlich, nicht mit kurzen Hosen auf der Straße herumzulaufen. Und wenn meine Kinder dann eine indische Schule besuchen würden, hätte ich mit einem Buddha in einer Ecke kein Problem.

Ich habe auch kein Problem damit, wenn in einer deutschen Schule ein Kreuz an der Wand hängt.

Allerdings hätte ich hier eines mit einem Buddha. Vermutlich wie der Inder, wenn in seiner Schule ein Kreuz hinge.

Wer sich in eine fremde Kultur begibt, sollte sich dort so verhalten, daß er die dort herrschende Kultur akzeptiert. Und nicht versucht, seine Kultur der vorherrschenden überzustülpen.

Hier in Deutschland sind wir immer noch abendländisch-christlich geprägt. Auch ein Atheist hat die Moralvorstellung der christlichen Lehre vermittelt bekommen. Bewusst oder unbewusst.

Wenn Deutschland mal zu 90% islamistisch oder atheistisch oder buddhistisch oder taoistisch oder sonstwas wäre, dann könnte ich verstehen, wenn die Kreuze abgeschafft würden.

Bis dahin würde es mich hier in Deutschland und den anderen europäischen Ländern, die von christlicher Kultur geprägt sind, ärgern. Hingegen ärgert es mich nicht, wenn jemand ein Kopftuch trägt. Dies ist eine persönliche Sache. Sie betrifft nur die Person, die es trägt. Ich kann ja auch einen Kreuzanhänger tragen. Dann betrifft es auch nur mich.

Maximin

KLAMMHEIMLICHE FREUDE...

#6 Beitrag von Maximin » 20.11.2009, 11:55

:) -, Dein Beitrag ist in sich logisch. Er steht allerdings weit neben der christlichen Prägung unseres Kulturkreises und wird m. E. keine Akzeptanz in gewissen auropäischen Regionen finden. Und das bleibt mit klammheimlicher Freude abzuwarten.
LG Micha :wink:

Maximin

ÄRGERNIS KREUZ...?

#7 Beitrag von Maximin » 20.11.2009, 12:14

:) Gleich zu Beginn einer Missionsreise wurde ich von einem leitenden Mitbruder der NAK süffisant nach dem Grund befragt, warum ich am Rockaufschlag an meinem Dienstanzung ein kleines silbernes Kreuz stecken hatte. Meine Erklärungen hatten nicht den geringsten Erfolg. Er gab keine Ruhe. Aus Süffisanz wurde Angriff. Um des lieben Friedens Willen nahm ich das Kreuz nach der Landung in Moskau widerstrebend ab. Für mich ein Schlüsselerlebnis...
LG Micha :roll:

Adler

#8 Beitrag von Adler » 20.11.2009, 15:04

Die Christen glauben doch (zumindest die meisten), dass Jesus auferstanden ist.

Warum binden sie sich dann so verbissen an das Symbol seines Leidens und Todes?

LG Adler

Ruhrgebiet

#9 Beitrag von Ruhrgebiet » 20.11.2009, 15:14

Adler,

Leiden, Sterben und Auferstehung gehören zusammen und können nicht voneinander getrennt werden.

Das hat nichts mit Verbissenheit zu tun. Sieht man ein Kreuz, denkt man an des Leiden und Sterben Christi und wird somit auch an seine Auferstehung erinnert und die darin begründete Hoffnung auf die eigene Auferstehung und Wiederkunft Christi.

Das in der NAK (ausser am Altar) oder in "normalen" NAK (Ein)Familien Häusern :wink: nirgendwo ein Kreuz zu finden ist, irritiert mich auch in der eigenen Rückschau sehr.

RG 8)

Adler

#10 Beitrag von Adler » 20.11.2009, 15:54

Hallo Ruhrgebiet,

das Kreuz (meist mit der Figur eines leidenden oder toten Menschen) symbolisiert nur Leiden und Tot, nicht aber die Auferstehung.

Wo bleibt in dem Symbol dieses Kreuzes die Auferstehung?

Ich finde, dass hier das Kreuz welches die NAK verwendet, mit der aufgehenden Sonne, dieser Symbolik von Leiden, Tot und Auferstehung schon eher gerecht wird.

LG Adler

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