DEPRESSIONEN...

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Cerebron

#11 Beitrag von Cerebron » 13.11.2009, 09:37

siehe auch hier: Klick
JAGODA MARINIC hat geschrieben:Unsere Diktatur des Glücks ist grenzenlos bis in Bereiche hinein, in denen sie nichts verloren hat. Der Raum, in dem diese Gesellschaft Leid gestattet, darf nicht ins Privateste abgeschoben werden.

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agape
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#12 Beitrag von agape » 13.11.2009, 10:00

In dem Artikel ist sicher ein wichtiger Aspekt, aber dennoch erheblich zu kurz geschossen. (Aber der Artikel heißt ja auch "Enke" und nicht "Depressionen").
Bei der "Diktatur des Glücks" liegen Variablen zugrunde.
Bei der Depression sieht das Ganze schon erheblich anders aus.

Egal wie dieser Satz im Artikel hier stilistisch gemeint ist, er ist verräterrisch in Bezug auf eine zynisch gewordene hedonstische Gesellschaft:
"Die Menschen müssen natürlich mit Späßen an dieses Thema herangeführt werden, schließlich ist es ein ernstes."
Jesus war einer der glücklichsten Menschen, der je gelebt hat. Er gab seine Kraft weiter, verschenkte, was er hatte,
weil er in Übereinstimmung mit sich und seiner Botschaft lebte.
„Ich bin, was ich tue.“ Das bewirkt mystische Erfahrung.
Nach D.Sölle

Anne

#13 Beitrag von Anne » 13.11.2009, 10:14

Humor kann an dieser Stelle schon sehr sinnvoll sein. :wink:

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tosamasi
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#14 Beitrag von tosamasi » 13.11.2009, 10:34

Ich habe auch den Eindruck, dass die -zunächst depressiven Verstimmungen- zu lange getarnt vor sich hin schlummern, bevor Kranke bereit sind, sich in Behandlung zu begeben.
Diese Schatten im Leben werden anfänglich als 'nicht gut drauf sein' etc. deklariert und auch die Umgebung diagnostiziert schlechte Laune, schlechtes Befinden usw. und so kann sich die Krankheit manifestieren.
Evtl. wird die Einsicht auch durch die Krankheit selbst erschwert.
Nur der Einfältige fürchtet die Vielfalt
tosamasi

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Heidewolf
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#15 Beitrag von Heidewolf » 13.11.2009, 10:38

Hallo,
in dem Artikel eben ist eine Ursache genannt worden: ANGST

Tritt nebenbeigesagt oft auch bei dementen Menschen auf.

In der deutschen Gesellschaft wird viel mit Angst gearbeitet, ist mein Eindruck. Auch die Angst, wertlos oder besser gesagt minderwertig zu sein ist oft ein Auslöser oder Verstärker. Passt ja auch zu dieser Leistungsgesellschaft.

Dabei ist Loben so wichtig. Lernen schon Eltern, um ihre Kinder zu erziehen.

Später, im Erwachsenenleben, so sagt man heute, ist es wichtig, die Balance zu finden.
Wer oder was kann einem dabei helfen.
- Echte Freunde
- Entspannung und Mentalübungen
- Ventile

Und welche Rahmenbedingungen braucht der Mensch dazu?
Ein intaktes Umfeld und Vorbilder und Anleiter in, ich nenne es mal Sozialethik.
Wir wissen alle, dass gerade daran in unserer Gesellschaft ein Mangel besteht.

Hier seinen Weg zu finden bedeutet aber auch, nicht nur Nörgler zu sein oder Superfrau oder Mann. Fehlentwicklungen zu benenen, aber nicht daran stehen zu bleiben, eben nur um daran vorbeizugehen.
Gute Dinge zu zeigen und sich dahin zu bewegen.

Ich denke auch, das der Leistungsgedanke kanalisiert werden muss im setzen von realistischen Zielen und Zwischenzielen. Und der Portion Flexibilität, die das Leben nicht zum Streß werden lässt.

So, das hört sich jetzt ziemlich theoretisch an, aber anhand praktischer Beispiele kann Frau/Mann das ja einfach mal durchdenken.

Das Leben ist nicht mehr nur schwarz/weiss; und das ist auch oftmals gut so.
LG, H
Das sind die Weisen,
Die durch Irrtum zur Wahrheit reisen.
Die bei dem Irrtum verharren,
Das sind die Narren.

Friedrich Rückert

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Heidewolf
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#16 Beitrag von Heidewolf » 13.11.2009, 11:05

Liebe Anne,
ist das Buch gut?
LG, H.
Das sind die Weisen,
Die durch Irrtum zur Wahrheit reisen.
Die bei dem Irrtum verharren,
Das sind die Narren.

Friedrich Rückert

Hannes

#17 Beitrag von Hannes » 13.11.2009, 11:27

Heidewolf hat geschrieben: in dem Artikel eben ist eine Ursache genannt worden: ANGST

(...)

In der deutschen Gesellschaft wird viel mit Angst gearbeitet, ist mein Eindruck. Auch die Angst, wertlos oder besser gesagt minderwertig zu sein ist oft ein Auslöser oder Verstärker. Passt ja auch zu dieser Leistungsgesellschaft.
Hallo Heidewolf,

und nicht nur "in der Gesellschaft" wird mit Angst gearbeitet - gerade auch in Kirchen ist das aber doch oft auch das Thema. Angst und Macht. Wo es doch eigentlich Liebe(volle Ermahnung) und Freiheit (in ...) sein sollte ...

Hannes

Anne

#18 Beitrag von Anne » 13.11.2009, 16:08

Heidewolf hat geschrieben:Liebe Anne,
ist das Buch gut?
LG, H.
Heidewolf, ich habe mich bisher erfolgreich davon abhalten können, es zu kaufen, weil die Liste der "ich-brauche-die-unbedingt-Bücher" schon so ungeheuerlich ist. :wink:

Ich habe allerdings ein paar Reaktionen von Betroffenen erlebt und die sprachen sehr dafür.

LG Anne

Maximin

AUFHÖREN UND WEGGEHEN...

#19 Beitrag von Maximin » 16.11.2009, 13:54

Lieben Freunde,
in unserem medienbeherrschten Gemeinwesen braucht es nur wenige Tage, bevor die allgemeine Sprachlosigkeit nachlässt und eine menschlich verständliche Betroffenheit in Resignation abebbt. Dann hört man über Nacht auch solche Vokabeln wie diese hier: Ergriffenheitsbededürfnisse, Erregungsgemeinschaft usw..! Da wird anhaltend nachdenkliche Schweigsamkeit in Hinterzimmer weggedrückt, mit vorgeblichen Sachverständigenäußerungen überstimmt und als schwächelnde Weinerlichkeit abgetan.

Nein, 80 Mio. Menschen kann niemand auf einen Schlag therapieren oder wenigstens zum Umdenken bewegen. Wer ist gesund? Wer ist krank? Wer ist zu behandeln und wer braucht keine Behandlung mehr? (Lb. Gruß an Frau Anne). Einer sagt: „Es muss ja weitergehen.“ Recht hat der. Man möchte ihn allerdings fragen: „Wie bitteschön?“

Die Angst eines Torwarts, unmittelbar vor dem Elfmeterschuss, kann nur einer verstehen, der mal im Tor stand. Der zu Tode gekommen Hannoveraner von 96 stellte sich einem auf sich zurasenden Eisenbahnzug. Er hatte keine Chance den zu fangen oder wenigstens über die Seitenlinie ins Toraus abzulenken. Er war gefangen. Worin auch immer...

Nach meinem Eindruck gibt es in unserer Gesellschaft, auf vielen Ebenen, noch ganz andere Systemgefangene, die sich mit ihren Versuchen übernehmen, brutale Gewalten aufzuhalten, die ein Einzelner realistisch unmöglich aufhalten kann. Gibt´s Alternativen? Ich finde ja. Aufhören und weggehen. Was denn sonst.

Liebe Grüße, landauf und landab, vom Micha

Hannes

Re: AUFHÖREN UND WEGGEHEN...

#20 Beitrag von Hannes » 16.11.2009, 14:06

Maximin hat geschrieben: Nach meinem Eindruck gibt es in unserer Gesellschaft, auf vielen Ebenen, noch ganz andere Systemgefangene, die sich mit ihren Versuchen übernehmen, brutale Gewalten aufzuhalten, die ein Einzelner realistisch unmöglich aufhalten kann. Gibt´s Alternativen? Ich finde ja. Aufhören und weggehen. Was denn sonst.
Lieber Micha,

Du beschreibst in diesem Abschnitt die Crux der ganzen Thematik. Darf ich Dir dazu eine Frage stellen?

Wie kann ein (System) Gefangener aufhören und vor allem weggehen?

Gruss landauf :wink:
Hannes

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