K.L.A.R.T.E.X.T.

Erlebter Glaube
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simpel

#11 Beitrag von simpel » 03.11.2009, 20:30

Ein guter Artikel? Halt bloß die Esse fest….

In meinen Augen: dumm und polarisierend! Wenn ich es recht in Erinnerung habe, wurde der vorliegende Artikel von seinen Autoren schon insofern entschärft, dass mit dem Begriff „Mietlinge“ vorher noch freizügiger umgegangen wurde – es wurden indirekt auch die mit angesprochen, die vorher begeisterte „Junge Christen“, sich nun aber nicht mehr der Radikalität der federführenden Autorenschaft so ohne weiteres unterordneten. Und falls mein Gedächtnis mich nicht trügt, nahm der Schreiber auch den Gedanken von außen auf, wieso er sich nicht eine andere Gemeinschaft sucht. Seine Antwort, sinngemäß,: er denke gar nicht daran…

Meint hier wirklich jemand allen Ernstes, man könne mit der Brechstange ein gewachsenes System zerstören? Meinen die Autoren wirklich, die geneigte Leserschaft ließe sich in deren Sinne manipulieren? Es gibt viele Gründe, warum sie dieses nicht mit sich machen lässt: Sie kennt die Autoren persönlich und hat ein ganz klares Bild von ihnen; sie lässt sich nicht von „denen“ sagen, wann die Revolution stattzufinden hat; sie fühlt sich wohl, so wie es ist und sperrt sich gegen ein paar „Heißsporne“, die ihr ganzes Glaubensleben in Frage stellen. Kann ich verstehen – in meinen Augen ein psychologischer Rohrkrepierer!

Wenn auf solch einer Seite (die zwar keine offizielle NAK-Site ist, aber doch als Informationsgelegenheit für 3 Gemeinden dient) mit Begriffen wie „Aus Originalen werden Kopien“, „Mietlingen“, „Schoßhündchen bellen nicht“, „eines so genannten Apostels“, „Gib Acht auf die Wölfe im Schafspelz und konzentriere Dich völlig auf die echten Schafe“ jongliert wird, braucht niemand sich über eventuelle administrative Reaktionen wundern - auch unter Inkaufnahme von neuerlichen "Märtyrern".

Leute, Leute, Leute…. Man muss kein Hellseher sein, was folgen wird… Fühlt sich hier wirklich mancher als kleiner „Tempelreiniger“? „Kirche von unten“ gibt´s woanders – Reformation muss m.E. von „oben“ her geschehen. Die Zeichen der Zeit sind „denen“ wohl bekannt…
Es muss aber alles behutsam vonstatten gehen, man muss die Leute dort abholen, wo sie gerade noch stehen.

Ich sehe es so: Die Autoren haben ihren Herzen berechtigte Luft gemacht – sie haben es aber nicht klug gemacht. Und statt Alternativen innerhalb der Gemeinschaft kommt dann:
Nur in der Nähe der richtigen Schafe und der wahrhaftigen Hirten (nicht der Mietlinge) bekommst Du den Freiraum für Deine eigenen Gaben, die Gott speziell Dir gegeben hat. Die richtigen Schafe stimulieren Dich, Deinen Platz in der Herde einzunehmen und Deine Beziehung zum guten Hirten blühen zu lassen. Herzlich willkommen in der Freiheit.
Na denn – wenn das keine Alternative ist… Eine Aufforderung, zu gehen? Oder was? Vielleicht auch ein Stück selbstverliebter Pathos?

Chor bitte:
  • Hans Baumann

    1. Es zittern die morschen Knochen
    Der Welt vor dem roten Krieg,
    Wir haben den Schrecken gebrochen,
    Für uns war's ein großer Sieg.
    Refrain:
    Wir werden weiter marschieren
    Wenn alles in Scherben fällt,
    Denn heute da hört uns Deutschland
    Und morgen die ganze Welt.
    2. Und liegt vom Kampfe in Trümmern
    Die ganze Welt zuhauf,
    Das soll uns den Teufel kümmern,
    Wir bauen sie wieder auf.
    Refrain:
    3. Und mögen die Alten auch schelten,
    So laßt sie nur toben und schrei'n,
    Und stemmen sich gegen uns Welten,
    Wir werden doch Sieger sein.
    Refrain:
    4. Sie wollen das Lied nicht begreifen,
    Sie denken an Knechtschaft und Krieg
    Derweil unsre Äcker reifen,
    Du Fahne der Freiheit, flieg!
    Wir werden weiter marschieren,
    Wenn alles in Scherben fällt;
    Die Freiheit stand auf in Deutschland
    Und morgen gehört ihr die Welt.


    Quelle
In diesem Sinne: Glück auf!
Di. i. R. (aus Überzeugung) simpel

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evah pirazzi
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#12 Beitrag von evah pirazzi » 03.11.2009, 23:41

simpel hat geschrieben:Ein guter Artikel? … In meinen Augen: dumm und polarisierend!

Meint hier wirklich jemand allen Ernstes, man könne mit der Brechstange ein gewachsenes System zerstören? Meinen die Autoren wirklich, die geneigte Leserschaft ließe sich in deren Sinne manipulieren?

Reformation muss m.E. von „oben“ her geschehen. Die Zeichen der Zeit sind „denen“ wohl bekannt…
Es muss aber alles behutsam vonstatten gehen, man muss die Leute dort abholen, wo sie gerade noch stehen.

Ich sehe es so: Die Autoren haben ihren Herzen berechtigte Luft gemacht – sie haben es aber nicht klug gemacht. Und statt Alternativen ...

Na denn – wenn das keine Alternative ist… Eine Aufforderung, zu gehen? Oder was? Vielleicht auch ein Stück selbstverliebter Pathos?

Chor bitte:
  • 1. Es zittern die morschen Knochen...

    4. Sie wollen das Lied nicht begreifen,
    Sie denken an Knechtschaft und Krieg
    Derweil unsre Äcker reifen,
    Du Fahne der Freiheit, flieg!
Simpel, ich kann deine Aufregung nicht ganz nachvollziehen.
Sicher, der Artikel ist an manchen Stellen überspitzt formuliert oder wie du es bezeichnest: Polarisierend. Aber ist das deine Äußerung nicht auch - siehe Vorschlag Chorlied? (Übrigens ein passender Vorschlag) :wink:

Um etwas anschaulich zu machen, Missstände anzuprangern, ist Übertreibung ein erlaubtes Mittel, wie ich finde. Wahrscheinlich wissen nur Eingeweihte, was konkret der Verfasser des Artikels meint, welche Ärgernisse Grund für seinen Unmut sind. Insgesamt aber werte ich es grundsätzlich positiv, wenn innnerhalb der NAK Meinung frei geäußert wird und sei es nur lokal auf einer kleinen Internetplattform in unklarer Form - am Klartext kann man ja noch arbeiten. :wink:

Du vermisst Alternativvorschläge, aber sind die nicht indirekt hier:
...Eine Gemeinde nach der anderen wird geschlossen! Ein Ergebnis, eine Frucht aus dem Zyklus Saat und Ernte. Die Frage nach den wirklichen Gründen wird aber nicht gestellt

In Apostelgeschichte 17 wird ein positives Urteil über die Gemeinde in Beröa abgegeben. Sie hebt sich durch folgende Vorgehensweise hervor: Man hörte sich zwar die Worte des Paulus und Silas aufmerksam an. Doch die Menschen forschten täglich in der Schrift, ob es sich auch wirklich so verhielte.

....bspw. das Verbot von Gesprächs- und Bibelkreisen...
formuliert? Der Wunsch nach Gesprächsbereitschaft seitens der "geistlichen Führer", auch wenn sie sich und ihr Handeln an der "Schrift" messen lassen müssten, ist doch berechtigt. Ebenso der Wunsch, dass mit Kritik sachlicher und entspannter umgegangen wird, sowie der Wunsch, man möge doch mal darüber nachdenken und nach den Ursachen forschen, warum allerorten die Gemeinden geschlossen werden.

Reformation von oben her? Das wird nicht geschehen. Die Entwicklung geht tendenziell eher in die andere, fundamentalistische Richtung. Die sogenannte "Reformation" ist auch zur Zeit Martin Luthers nicht von der Führung der Katholischen Kirche ausgegangen, sondern wurde eingeleitet mit den 95 Thesen Luthers, die er zu Papier brachte und - so sagt man - an die Kirchentür zu Wittenberg heftete. Will sagen, auf eine Revolution von oben können wir lange, wenn nicht länger, warten.

Von daher, um es noch einmal zusammenfassend zu sagen, finde ich es unterm Strich gut, wird persönliche Meinung frei und öffentlich geäußert und sei sie auch etwas konfuzius oder selbstverliebt pathetisch. Reformatorische Veränderungen geschehen meistens von "unten", der "Leidensebene" her, wenn sich vermehrt ähnliche Meinungen häufen.

Ist, nebenbei gefragt, nicht auch die NAK so ähnlich entstanden?

:wink:
[i][size=75]"... Ich bin einerseits sehr froh, dass ich diesen Gedanken aussprechen kann, auf der anderen Seite fällt es mir auch nicht schwer..."
(Bap Klingler - Neujahrsgd 2009)[/size][/i]

Gaby

#13 Beitrag von Gaby » 04.11.2009, 08:36

Wie hat Abendstern in der Zusammenfassung des Reformationsgottesdienstes auf der Wartburg geschrieben?

>>Kirche ist im Reformprozess zu einer Kirche der Freiheit. Woran erkennt man das? Sie hat keine festgelegten Antworten auf das Leben, sondern sucht immer wieder nach neuen Antworten, das befreit im Denken und verhindert dogmatische Enge. (Bild vom Vogel im Käfig mit der offenen Käfigtür). Die freie Kirche ist aber trotzdem eine gebundene Kirche, gebunden an das Wort der hl. Schrift. Sinn der Reformation war es nicht, die Kirche zu spalten, sondern dem Glauben Raum zu schaffen.<<

Ich bin ebenso der Auffassung, dass die Reformation niemals von oben her geschehen wird. Das lehrt uns die Geschichte. Man denke hier in Deutschland an den Mauerfall ... nur weil das Volk auf die "Barrikaden" gegangen ist, sich nicht mehr alles gefallen ließ, konnte die Mauer fallen.

Nun und was gewesen wäre, hätte es Luther nicht gegeben?
Ich zumindest bin froh, dass es ihn gab.

Will die NAK eine Zukunft haben, in der sie nicht eine unbedeutende Minderheit wird, muss sie lernen, dass die Hierarchie wie sie bislang funktioniert hat von vielen so nicht mehr akzeptiert wird. Und so etwas wie in Blankenese geschehen ist wird sich sicherlich noch öfter wiederholen, wenn die KL nicht lernt zu akzeptieren, dass ihre Mitglieder auf dem Weg sind mündige Christen zu werden. Wieviele dieser Gemeinde sind noch Mitglieder der NAK geblieben? BZA Schumacher hat wie die Axt im Walde reagiert, mit dem Ergebnis, dass am Ende nur Zerstörung übrig geblieben ist.
Glaube hat m.E. wenig mit enger Konfessionalität und wenig mit dogmatischer Kirchlichkeit zu tun. "Das Reich Gottes ist inwendig in euch"
... diesen Spruch habe ich sinngemäß nicht einfach so als Signatur ;-)
Kommt es nicht mehr auf tätige Liebe, praktische Toleranz und gelebten Glauben an? Nicht geglaubter Glauben. Jesus hat doch vor allem Lippenbekenntnisse und Heuchelei verurteilt. Und trotzdem ist genau das oft die Krankheit des Christentums. Es kommt mehr darauf an Dogmen zu akzeptieren, als seinen Glauben wirklich zu leben.
Wenn die NAK lernt, worauf es in einer Gemeinde wirklich ankommt, wird sie auch Zulauf bekommen, wird ihre Mitglieder halten können.
An Dogmen zu glauben hat wenig mit gelebter Nächstenliebe zu tun.
"Einheit in der Vielfalt" (Gruß an Anne :-) ) ... nur wenn die NAK das hinbekommt, hat sie m.E. eine Chance.

Vielleicht wäre es sinnvoll sich Korinther 12 noch einmal ins Gedächtnis zu rufen?
http://www.bibel-online.net/buch/46.1-korinther/12.html

Passt das mit dem Hierarchiegedanken zusammen?

Gibt es irgendeinen Teil des Leibes Christus der weniger wert wäre, als der andere?

Reicht es nicht aus, wenn der Glaube an Jesus uns eint?

Kann man unterschiedliche Glaubensauffassungen nicht auch als Reichtum
einer Gemeinde betrachten? Muss es deshalb "Grabenkämpfe" geben?

Kirche/Gemeinde als Baugerüst unseres Glaubens ... für den Bau selbst ist aber letztlich jeder selbst verantwortlich.
Jeder hat Stärken und Schwächen, miteinander aber ist man stark, weil man sich ergänzt.

Ich bin davon überzeugt, nur wenn Kirche/Gemeinde sich in diese Richtung bewegt (nebenbei angemerkt nicht nur die NAK), wird sie eine Zukunft haben.

Liebe Grüße

Gaby

Gaby

#14 Beitrag von Gaby » 04.11.2009, 08:52

Übrigens, ich finde auch, dass es in einer Kirche möglich sein muß, seine Gedanken und Gefühle so zu äußern, wie es der Schreiber des Artikels getan hat ... auch wenn es wohl etwas "überspitzt" war.

Und ich denke auch, dass dieser Artikel mehr für den Schreibenden selbst war und nicht dafür, andere irgendwie auf die "eigene Seite" zu ziehen ...
es hat sich jemand "Luft gemacht" ... manchmal sind solche Gewitter notwendig um wieder frei atmen zu können ...

Anne

#15 Beitrag von Anne » 04.11.2009, 10:37

Gaby hat geschrieben:Kommt es nicht mehr auf tätige Liebe, praktische Toleranz und gelebten Glauben an? Nicht geglaubter Glauben.
Liebe Gaby,

allein dafür: Bitteschön.

Und guten Morgen!
Anne

dietmar
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Registriert: 22.07.2008, 04:08

#16 Beitrag von dietmar » 04.11.2009, 11:00

Gaby hat geschrieben:Übrigens, ich finde auch, dass es in einer Kirche möglich sein muß, seine Gedanken und Gefühle so zu äußern, wie es der Schreiber des Artikels getan hat ... auch wenn es wohl etwas "überspitzt" war.

Und ich denke auch, dass dieser Artikel mehr für den Schreibenden selbst war und nicht dafür, andere irgendwie auf die "eigene Seite" zu ziehen ...
es hat sich jemand "Luft gemacht" ... manchmal sind solche Gewitter notwendig um wieder frei atmen zu können ...
für den Schreibenden selbst ja , sicherlich.Eben auch für all diejenigen, welche die selben Gedanken bewegt, sich die selben Fragen stellen. Manche sicher auch nur in Teilen, aber für alle eine Anregung, eine Hilfestellung. Deshalb ,auch wenn ich manches anders formulieren würde, ein guter Artikel.
Auch für Simpel, wenn er die aufgeworfenen Fragen beantworten kann.
lG Dietmar

Gaby

#17 Beitrag von Gaby » 04.11.2009, 13:03

Nichts zu danken Anne ... gern geschehen ... ich freue mich aber schon jetzt auf den nächsten Kaffee/Cappuchino den wir gemeinsam trinken werden ... :-)

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