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Anne

Re: RECHT WIRD AM JÃœNGSTEN TAG GESPROCHEN...

#31 Beitrag von Anne » 12.03.2008, 18:18

Paul hat geschrieben:
organa hat geschrieben:Was ist das Besondere am Pfarramt? Sind Pfarrer die wichtigeren Mitarbeiter [...] ?
Hier antworte ich Dir ganz unevangelisch: Ja!

LG Paul :wink:
Das meine ich: Es ist eine Frage der Sichtweise. Es hängt davon ab, ob man den Wert der Musik erkennt und zu schätzen weiß; ob man wahrnimmt, wie sehr die Musik ein Teil des Gottesdienstes ist; ob man die "menschlichen" Bemühungen dahinter, die Seele und Geist zugleich ansprechen, anerkennt.

Ich antworte dir: Nein, nicht wirklich.

Und wollte genau von sowas gesprochen haben. :wink:

Herzlich
Anne

Maximin

GEISTLICHE ÄMTER IN DER EKD...

#32 Beitrag von Maximin » 12.03.2008, 19:54

„Was ist das Besondere am Pfarramt? Sind Pfarrer die wichtigeren Mitarbeiter oder Gemeindeglieder?“

Liebe Organa,
nein, Pfarrer sind nach evangelischer Glaubensauffassung neben den Gemeindegliedern nicht die wichtigeren Mitarbeiter in einer Gemeinde. Also, Du wirst mich doch nicht etwa foppen wollen...?

Richtig ist allerdings, dass das Pfarramt in der Vielfalt kirchlicher Ämter nach Alter, Herkunft und Fülle der Aufgaben in einer evangelischen Gemeinde eine faktische Sonderstellung einnimmt. So kann man es jedenfalls in einem Grundlagenpapier der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck aus dem Jahre 2002/04 hier nachlesen.

In diesem Grundlagenpapier wird einleitend natürlich auf das allgemeine Priestertum aller Getauften hingewiesen, dann aber auch auf die Notwendigkeit einer ordentlichen Berufung in ein Kirchenamt.

Der Vollständigkeit halber hier ein kleiner Auszug: „Hatten schon in den früheren Jahrhunderten die Lehrer die Pfarrer durch Lesegottesdienste entlastet, so brachten die letzten zwei Jahrhunderte, vor allem aber die Zeit nach dem 2. Weltkrieg, eine starke Ausdifferenzierung des einen geistlichen Amtes mit sich.
Neben den Pfarrer (heute auch die Pfarrerin) traten in der Gemeindearbeit zunächst die Diakonissen, später Lektoren und Lektorinnen, Prädikanten und Prädikantinnen, Diakone und Diakoninnen. Im pädagogischen Bereich kamen Kindergärtnerinnen und Religionslehrerinnen und -lehrer hinzu. Weiterhin zu nennen sind hier – neben anderen ehrenamtlich Tätigen - die erwachsenen und jugendlichen Kindergottesdienstmitarbeiter und -mitarbeiterinnen.“


Übrigens, mein Neuapostolischer Jugendfreund ist heute nebenberuflich Organist und Chorleiter in einer Berliner Evangelischen Kirchengemeinde. Vor einiger Zeit haben sie ihn in einem feierlichen Gottesdienst als Kantor berufen.

Liebe Grüße vom Micha + + +

Paul

#33 Beitrag von Paul » 13.03.2008, 11:34

Moin Anne! :)
Anne hat geschrieben:An einer Stelle bleibe ich trotzdem hartnäckig :wink:: In der NAK wird schnell etwas als Eigensinn betrachtet/bewertet, was der 'allgemeinen Richtigkeit' (einem gefühlten Wert) nicht entspricht. Und dann frage ich: Auf welcher Grundlage werden 'sachliche' Entscheidungen getroffen?
Hier sprichst Du in der Tat einen wichtigen Punkt an. Denn in den "Großkirchen" gibt es ein ausgefeiltes und kodifiziertes Personalrecht, welches alle (hauptamtlichen) Mitarbeiter kennen. In der Laienkirche NAK ist dies meiner Beobachtung nach nicht der Fall. Die AT-Richtlinien sind Verschlußsache und ich habe auch den Eindruck, daß in Personalfragen vieles von der Willkür des jeweiligen Bezirksvorstehers und der zuständigen Apostel abhängt. Das öffnet dann viel Raum für "gefühlte Werte".

Anne hat geschrieben: Das meine ich: Es ist eine Frage der Sichtweise. Es hängt davon ab, ob man den Wert der Musik erkennt und zu schätzen weiß; ob man wahrnimmt, wie sehr die Musik ein Teil des Gottesdienstes ist; ob man die "menschlichen" Bemühungen dahinter, die Seele und Geist zugleich ansprechen, anerkennt.

Ich antworte dir: Nein, nicht wirklich.
Als jemand, der eine gute Kirchenmusik sehr zu schätzen weiß, :wink: muß ich trotzdem darauf bestehen, daß die Spendung der Sakramente und die Durchführung der GDs (insbesondere die Predigt) wichtiger sind als die Musik. Das ist natürlich nicht gegen Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker gerichtet. :wink:

In einigen katholischen und lutherischen Gottesdiensten, an denen ich bisher teilgenommen habe, war kein Organist anwesend. Der Gesang der Choräle hat auch so geklappt. Der Pfarrer hat die erste Zeile vorgesungen, dann hat die Gemeinde eingestimmt. Mein Respekt für die dortigen Geschwister: die konnten Text und Melodie, weshalb der orgellose Gemeindegesang nicht halb so langweilig war die der übliche Gemeindegesang mit Orgelbegleitung in der NAK. :P Fazit: Ein musikalischer Pfarrer ist ein Segen. :wink:

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#34 Beitrag von tosamasi » 16.03.2008, 11:24

Paul schrieb:
Fazit: Ein musikalischer Pfarrer ist ein Segen.
Und, glaube ich, unerlässlich, wenn man die Litaneien bedenkt. :wink:
Nur der Einfältige fürchtet die Vielfalt
tosamasi

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