NAK NRW/Niederlande und der Fall Rohn

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Vogelfrei
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Re: NAK NRW/Niederlande und der Fall Rohn

#271 Beitrag von Vogelfrei » 21.08.2014, 10:08

Heidewolf hat geschrieben:(...)
Sind die Akteure noch in der Lage, einen Vergleich zu schließen, um diesem Trauerspiel ein Ende zu bereiten. Man kann nur hoffen.

(...)


Quelle" Beitrag vom "21.08.2014, 09:26"
@Heidewolf

Am 1. September 2011 habe ich dazu einen schriftlichen Vorschlag übermittelt an den damaligen Bezirksapostel Armin Brinkmann. Er lehnte diesen Vorschlag ab.

MfG,
Vogelfrei
Besser frei in der Fremde, als Knecht daheim!

Matula
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Re: NAK NRW/Niederlande und der Fall Rohn

#272 Beitrag von Matula » 21.08.2014, 10:35

Ich denke, wenn die Protagonisten auf Kirchenseite nicht die Kirchenkasse im Rücken hätte und die Prozesskosten aus eigener Tasche zahlen müssten, wäre es längst zu einem Vergleich gekommen.

Der in den Predigten gegenüber den Gläubigen stets hervorgehobene Versöhnungsgedanke gilt für die hohen Herren selbst natürlich nicht, stattdessen fährt man weiterhin schweres Geschütz gegen einen Alleinkämpfer auf, der auch um seinen guten Ruf kämpft und kämpfen muss.

Franke
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Re: NAK NRW/Niederlande und der Fall Rohn

#273 Beitrag von Franke » 21.08.2014, 12:24

@ Alle,

was wir hier in diesem Thread in eindrücklicher Weise erleben und mitverfolgen können, ist die Aufarbeitung der persönlichen Erfahrung von religiösem Missbrauch, wie er leider in vielen christlichen Kirchen, Denominationen und christlichen Gruppierungen tagtäglich vorkommt.

Inwiefern ein Forum wie gf24, für christlichen Dialog und Austausch, dafür geeignet ist, möcht ich jetzt einmal dahingestellt sein lassen. Darüber gibt es sicher die unterschiedlichsten Meinungen.
Fakt ist allerdings, dass, egal welche Meinung hierüber kusiert, Vogelfrei seinem Herzen Luft macht und weiter postet, was ich persönlich, auch aus eigener bitterer Erfahrung, gut finde.

Sicher werden dadurch die missbräuchlichen Dynamiken im frommen Gewand einer christlichen Sondergemeinschaft nicht aufhören, aber vielleicht lassen sie sich dadurch für den Einzelnen besser erfassen, erkennen, einordnen und schließlich auch verarbeiten.

Insbesonder für Vogelfrei, aber auch für alle Mitleser, die an dieser Thematik interessiert sind bzw. selbst schon religiösen (Macht-) Missbrauch erlebt haben, möchte ich nachfolgend 5 Fachbücher nennen, die auch mir, besonders beim Aufarbeitungs- und Heilungsprozess enorm geholfen haben.

Ausdrücklich erwähnen möchte ich allerdings, dass, je nach Schwere der seelischen Verletzungen, eine therapeutische Begleitung unumgänglich ist.

Der Klassiker...

http://www.amazon.de/Geistlicher-Missbr ... 3417262003

und weiter...

http://www.amazon.de/Geistlicher-Missbr ... 3894901446

http://www.amazon.de/Geistlichen-Mi%C3% ... 3765511285

http://www.amazon.de/Machtfalle-Machtme ... 3765538353

http://www.amazon.de/gp/product/3870678 ... XJZFCGF4CB


Beste Grüße
Franke
Ein Christentum, das nicht frei macht, hat mit Jesus wenig zu tun.

tergram

Re: NAK NRW/Niederlande und der Fall Rohn

#274 Beitrag von tergram » 21.08.2014, 13:46

Franke, das ist alles richtig und ich kann es aus eigener Erfahrung nachvollziehen...

Dazu muss man aber erst mal zu der (schmerzhaften) Erkenntnis kommen, geistlich missbraucht worden zu sein und ggfs. dem geistlichen Missbrauch auch noch in Unkenntnis selbst Vorschub geleistet zu haben. Vielleicht sogar zu der noch schmerzhafteren Erkenntnis, selbst unbeabsichtigt Teil dieses Missbrauchs (gewesen) zu sein. Welche inneren Auseinandersetzungen damit verbunden sind, kann wohl nur ermessen, wer es selbst erlebt hat. Diese Prozesse brauchen Zeit, viel Zeit.

So lange man aber noch mit dem eigenen Schmerz beschäftigt ist und diesen pflegt (füttert....), wird er wachsen. So lange ist man von Heilung noch weit entfernt.

Ich kann "Vogelfrei" und anderen Betroffenen nur raten, den Schmerz und die andauernde Beschäftigung mit seinen Ursachen konsequent zu beenden und sich der Heilung der eigenen Seele zuzuwenden. Es ist Arbeit genug... und vermutlich wird man ein paar tiefe Kratzer aus der Vergangenheit nie ganz los.

Vogelfrei
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Re: NAK NRW/Niederlande und der Fall Rohn

#275 Beitrag von Vogelfrei » 21.08.2014, 15:07

@all

Im Gottesdienst in Nuernberg, Pfingsten 1997, erklärte Stammapostel Richard Fehr: "Berechtigte Kritik nehmen wir zu Herzen, unberechtigte zur Kenntnis". Seitdem übt man aber Selbstjustiz, der Kapitalfehler - mit inzwischen allen daraus sich ergebenden Folgen. (...) "Wer zugrunde gehen soll, der wird zuvor stolz; und Hochmut kommt vor dem Fall" (Sprüche 16, 18).

MfG,
Vogelfrei
Besser frei in der Fremde, als Knecht daheim!

Matula
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Re: NAK NRW/Niederlande und der Fall Rohn

#276 Beitrag von Matula » 21.08.2014, 15:24

Ich finde es richtig, dass man in diesem Forum und/oder anderen Foren auf diese Dinge aufmerksam macht, um damit auch Aufklärungsarbeit zu leisten.

Vogelfrei hat ein Recht, seine Sichtweisen und seine gemachten Erfahrungen hier nieder zu schreiben, auch wenn ich zugegebenermaßen mit den vielen Bibelversen nicht soviel anfangen kann. Wir leben im Jahre 2014 und der Fall Rohn sollte auch in der Sprache der heutigen Zeit beschrieben werden.

Es kann sicherlich nicht sein, dass bei einem geistlichen Missbrauch der Missbrauchte sich noch dem Vorwurf aussetzen muss, selbst Vorschub geleistet zu haben, also letztendlich selbst daran Schuld habe, weil er den sogenannten Segensträgern alles geglaubt hat, weil ihr Wort ja Gotteswort ist. Sie haben sich somit auf eine Stufe mit Gott gestellt und wer will dann schon als Gläubiger solche Männer kritisieren und sich dem Vorwurf aussetzen, dem lieben Gott auf die Füße zu treten !?

tergram

Re: NAK NRW/Niederlande und der Fall Rohn

#277 Beitrag von tergram » 21.08.2014, 15:33

Matula, vielleicht macht es Sinn, meinen Beitrag nochmals in aller Ruhe zu lesen - Wort für Wort.

Und vielleicht macht es auch Sinn, über die Vermischung von Täter- und Opferstatus nachzudenken.

Ich kenne zumindest viele Ex-AT der NAK, die sich im Nachhinein Vorwürfe machen, Falsches gepredigt und gelehrt zu haben. Manche fragen sich ratolos, wie sie sich haben benutzen lassen können, ohne es zu bemerken. Manche haben sich bei ihren Glaubensgeschwistern für ihre Fehler entschuldigt, manche leiden jahrelang unter dieser Verantwortung.

Brombär
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Re: NAK NRW/Niederlande und der Fall Rohn

#278 Beitrag von Brombär » 21.08.2014, 15:49

Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps. Besonders bei Kirchens war Vermischung schon von je her überaus unglücklich.

Bb.
Das ist unsere Berufung, dass einer dem anderen Rast biete, auf dem Weg zum ewigen Haus.

Matula
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Re: NAK NRW/Niederlande und der Fall Rohn

#279 Beitrag von Matula » 21.08.2014, 16:17

tergram hat geschrieben:Matula, vielleicht macht es Sinn, meinen Beitrag nochmals in aller Ruhe zu lesen - Wort für Wort.

Und vielleicht macht es auch Sinn, über die Vermischung von Täter- und Opferstatus nachzudenken.

Ich kenne zumindest viele Ex-AT der NAK, die sich im Nachhinein Vorwürfe machen, Falsches gepredigt und gelehrt zu haben. Manche fragen sich ratolos, wie sie sich haben benutzen lassen können, ohne es zu bemerken. Manche haben sich bei ihren Glaubensgeschwistern für ihre Fehler entschuldigt, manche leiden jahrelang unter dieser Verantwortung.

Das sich viele Ex-AT im Nachhinein Vorwürfe gemacht haben und sich entschuldigt haben, spricht für diese und ihren Charakter.

Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass diejenigen Gläubigen, die diesen Männer jedes Wort und jeden Satz geglaubt haben und in die Tat umgesetzt haben, weitreichende Lebensentscheidungen getroffen haben, sich von Freundin oder Freund getrennt haben, weil diese/dieser einen anderen Glauben hat usw. usf. wegen ihres kindlichen Glaubens an diese Aussagen nicht selbstverschuldet Vorschub für geistlichen Missbrauch geleistet haben. Diejenigen, die ihre Amtsmacht ausgespielt haben, sind Schuld und nicht der Gläubige, dem man eindoktriert hat, wenn du die Ratschläge deiner Segensträger missachtest, dann wirst du geistigen und natürlichen Schaden nehmen.


Pagan

Re: NAK NRW/Niederlande und der Fall Rohn

#280 Beitrag von Pagan » 21.08.2014, 16:57

Als stiller Beobachter erfüllt mich eine nicht geringe Portion Häme, wenn ich da mitlese, wie sich die Parteien wegen "irdischer Schätze" (die man bekanntlich nicht sammeln soll) virtuell den Schädel einschlagen, dies ganz entgegen der jesuanischen Weisung, "nicht siebenmal, sondern siebzigmal siebenmal" zu vergeben und nach dem Grundsatz zu handeln "Wenn dich jemand auf deine rechte Backe schlägt, dem biete die andere auch dar. Und wenn jemand mit dir rechten will und dir deinen Rock nehmen, dem lass auch den Mantel."

Tja, so ist das eben mit dieser Bibel, darin ist genügend Vorsorge dafür enthalten, dass die Geschädigten auch weiterhin geschädigt und die (meist ohnehin mächtigeren) Schädiger nicht etwa zur Rechenschaft gezogen werden (können).

Was ich auch sagen will: Mit frommen Bibelsprüchen lässt sich jammern, jubeln, verfluchen, drohen, beweisen, widerlegen .... Man sollte nicht meinen, mit mehr oder weniger frommen Bibelsprüchen eine juristische Angelegenheit kommentieren zu müssen, es gibt immer einen Bibelvers, mit dem man sowohl die eine wie die andere Partei "treffen" kann. "Um sein Ziel zu erreichen, zitiert der Teufel sogar aus der Bibel", das wusste bekanntlich schon Shakespeare.

Ansonsten empfinde ich beim Gedanken an Vogelfrei vermutlich ähnlich wie tergram: Seelisches Leid ist wie ein Sumpf, je mehr man darin rührt und strampelt, desto mehr versinkt man darin. Sich selbst daraus zu befreien, erscheint mir schwierig, da helfen wohl in den meisten Fällen keine Selbsthilfebücher, denn es gibt wohl nur wenige, die sich sozusagen "an den eigenen Haaren" aus solcher Umklammerung zu ziehen vermögen. Vielmehr scheint mir professionelle Hilfe das Mittel der Wahl sein.
Zuletzt geändert von Pagan am 21.08.2014, 21:44, insgesamt 1-mal geändert.

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