ZACHÄUS

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Maximin

ZACHÄUS

#1 Beitrag von Maximin » 09.12.2007, 16:33

Gottesdienst in der Berliner Stadtmissionsgemeinde Kreuzberg, am 08.07.2006

Predigtlied: Nr. 353: (EGB) Jesus nimmt die Sünder an...

Gebet:
Herr Jesus, heilige uns nun in deiner Wahrheit. Dein Wort ist Wahrheit. Amen.
Textwort: „Denn der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.“ (Lukas 19, 1-10)
Kanzelgruß: Ich grüße Euch alle mit dem Gruß des auferstandenen Jesus Christus: Friede sei mit Euch.
Predigttext:

Der Monatsspruch für Juli 2006 lautet: JESUS CHRISTUS spricht: „Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen. (Johannes 6,37).

Sind Sie schon einmal schroff abgewiesen worden? Erinnern sie sich noch daran? Wie war ihnen dabei zumute? Als ich das erlebt hatte, ging es mir ziemlich schlecht:

· Ich hatte vorsichtig angeklopft aber man lies mich nicht hinein.
· Ich hatte mutig angerufen, aber der Hörer wurde wortlos aufgelegt.
· Ich hatte eine einfache Bitte vorgetragen, aber die Antwort war: NEIN!

Und damit bin ich mitten in unserem heutigen Textwort: „Denn der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.“

Es geht um die Begegnung Jesu mit einem gewissen Zollbeamten Zachäus. [vorlesen oder besser kurz erzählen]

1 Und er ging nach Jericho hinein und zog hindurch.2 Und siehe, da war ein Mann mit Namen Zachäus, der war ein Oberer der Zöllner und war reich.3 Und er begehrte, Jesus zu sehen, wer er wäre, und konnte es nicht wegen der Menge; denn er war klein von Gestalt.4 Und er lief voraus und stieg auf einen Maulbeerbaum, um ihn zu sehen; denn dort sollte er durchkommen.5 Und als Jesus an die Stelle kam, sah er auf und sprach zu ihm: Zachäus, steig eilend herunter; denn ich muss heute in deinem Haus einkehren.6 Und er stieg eilend herunter und nahm ihn auf mit Freuden.7 Als sie das sahen, murrten sie alle und sprachen: Bei einem Sünder ist er eingekehrt.8 Zachäus aber trat vor den Herrn und sprach: Siehe, Herr, die Hälfte von meinem Besitz gebe ich den Armen, und wenn ich jemanden betrogen habe, so gebe ich es vierfach zurück.9 Jesus aber sprach zu ihm: Heute ist diesem Hause Heil widerfahren, denn auch er ist Abrahams Sohn.10 Denn der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.

Meine Predigt hat 3 Teile:
1. Wer hat was verloren – Gott seine Menschen oder die Menschen ihren Gott?
2. Wer sucht und stellt Gemeinschaft wieder her – Gott oder wir Menschen?
3. Wie nähert sich Gott seinen Menschen und wie begegnen wir IHM?

Über diese wichtigen Fragen soll heute nachgedacht werden:

Zu 1.: Wer hat was verloren – Gott seine Menschen oder die Menschen ihren Gott?

Haben Sie schon einmal etwas wirklich Wichtiges verloren? Man verliert in seinem Leben viele wichtige Dinge. Etwa einen Wohnungsschlüssel, einen Ausweis oder eine Bahnfahrkarte. Alle diese wichtigen Dinge lassen sich ersetzen.

Was aber, wenn jemand sein Selbstvertrauen verliert, seinen Mut, sich den Wechselfällen des Lebens zu stellen oder seinen Glauben daran, dass über allen Menschen ein liebender und barmherziger Gott waltet, der seit Adam und Eva nur eins im Sinn hat: „Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“ (Johannes 3,16)

Sehen Sie, ich habe Predigten gehört und wie ein Hund unter diesen Predigten gelitten. Da ging es vor allen Dingen immer nur darum, was ich in den Augen Gottes für eine elende und jämmerliche Kreatur bin:

· ausgestoßen aus der liebenden Nähe meines Schöpfers;
· von diesem Gott ein für allemal Schuldig gesprochen;
· dem Verderben ausgeliefert und damit in eine schreckliche und unvorstellbare ewige Verdammnis übergeben aus der es kein Entrinnen gibt...

Aber das stimmt ja alles gar nicht! Wenn man dem Bericht des Lukas über den Zollbeamten Zachäus bis zu Ende liest. Wissen Sie, der letzte Satz aus dieser Zachäusgeschichte, der fasziniert mich. Da steht nämlich geschrieben: „Denn der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.“

· Jesus geht nach Jericho. (Ein gottloser Ort....)
· Jesus ruft Zachäus zu sich.(Ein abgrundtief verdorbener Mensch...)
· Jesus ist sich nicht zu heilig, um dennoch in das Haus dieses Zachäus einzukehren.

Und dann macht dieser Jesus das, was sein Auftrag ist:

JESUS MACHT EINEN NEUEN MENSCHEN AUS DEM ZACHÄUS UND GIBT IHM EINEN NEUNEN NAMEN: LEVI!

Wissen Sie was das im Endeffekt bedeutet? Jesus gibt dem abgrundtief verdorbenem und scheinbar gottverlassenem Zachäus seine wahre, seine eigentliche Identität zurück wenn er sagt: „Jesus aber sprach zu ihm: Heute ist diesem Hause Heil widerfahren, denn auch er ist Abrahams Sohn.“ (Lukas 19, 9)

Sehen Sie, mit dieser heutigen Botschaft geht es mir darum, uns allen diesen Gottessohn groß und uns allen Mut zu machen, einzig und allein auf IHN zu hoffen und auf nichts anderes.

Wir hatten gefragt: Wer hat was verloren – Gott seine Menschen oder die Menschen ihren Gott? Antwort: Die Menschen haben ihren Gott verloren. Er ist ihnen abhanden gekommen. Manche haben IHN auch nur verdrängt oder vergessen. Aber in Jesus Christus kommt Gott sichtbar zu den Menschen.


Zu 2.: Wer sucht und stellt Gemeinschaft wieder her – Gott oder wir Menschen?

Ein höchst trauriges Kapitel in der Menschheitsgeschichte. Wollen Sie dazu jetzt wirklich konkrete Beispiele aus meinem Leben hören...? Nein? Danke! Ersparen wir uns lieber diese Peinlichkeiten!

Der Zachäus hatte nach seiner Begegnung mit dem Herrn Jesus allerdings in seinem Leben gründlicher aufgeräumt. Ob der das nachher auch konsequent durchgehalten hat, das bleibt zu hoffen! Ein Bemühen kann man diesem Zachäus aber in keinem Fall absprechen: Denn da steht bei Lukas geschrieben: „Und er (der Zachäus) begehrte, Jesus zu sehen, wer er wäre, und konnte es nicht wegen der Menge, denn er war klein von Gestalt. (Lukas 19,3)

Vielleicht klingt es jetzt bei dem einen oder der anderen von Ihnen so, dass ich mich widerspreche, wonach Gott uns sucht und wir IHN eigentlich nicht. Darauf kann ich nur eine einziger Antwort geben: Möchten Sie gottlos weitermachen? Nein? Ich auch nicht! Und so ging es diesem Zachäus wohl auch: Er wollte Jesus sehen!

Wir hatten gefragt: Wer sucht und stellt Gemeinschaft wieder her – Gott oder wir Menschen?

Zum Liebhaben gehören immer zwei: Einer der liebt und einer der zurückliebt. Da ist wenig Raum für Bedingungen. Entweder es geht durchs Herz oder (Pardon) es geht (nur) in die Hose. Dann war der Herr Jesus zwar ganz nahe, aber geblieben ist er nicht.

Zu 3.: Wie nähert sich Gott seinen Menschen und wie begegne ich IHM?

Was haben sich über diese einfache Frage in der unendlich langen Menschheitsgeschichte nicht viele tiefgläubige Menschen, kluge Köpfe, geistliche Wissenschaftler, tiefgründige Denker, einfachste Leute und manchmal auch irregeleitete Träumer dazu ihren Kopf zerbrochen? Viele sind an diesen Fragen zerbrochen ! Ein gläubiger christlicher Freund von mir schreibt: „Glaube denen, die die Wahrheit suchen, und zweifle an denen, die sie gefunden haben.“

Darüber muss also unbedingt gesprochen werden: „Wie nähert sich Gott seinen Menschen und wie begegne ich IHM?“

Unserem Zachäus begegnete der Sohn Gottes, Jesus Christus, inmitten einem Volksauflauf. Er hatte „dolle“ Dinge von diesem Nazarener gehört. Nun hört Zachäus: „Jesus von Nazareth kommt nach Jericho.“ So eine Begegnung kann man sich doch nicht entgehen lassen!

Jesus ruft den Zachäus zu sich. Er kehrte bei ihm ein und machte aus diesem Zachäus von jetzt auf gleich einen anderen, einen neunen Menschen. Und dann? Ich meine, irgendwann hat dieser Jesus doch wieder von der Familie des Zachäus Abschied genommen und ist mit seinen Leuten weiter gezogen! Was blieb da dem Zachäus mehr, als ein tiefergreifendes vorübergehendes Gotterleben? Frage ich also noch einmal: Wie nähert sich Gott seinen Menschen und wie begegne ich IHM?

Darauf kann ich Ihnen und mir nach meinem augenblicklichen Erkenntnisstand nur eine einzige Antwort geben. Diese hier: „Denn der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.“

Und wenn Ihnen diese Antwort doch wieder nicht ganz ausreicht? Dann kann ich ihnen zu ihrer und auch zu meiner eignen Beruhigung noch ein weiteres Versprechen des Herrn Jesus mit auf den Weg geben: Es steht bei Matthäus 28, 20 geschrieben. Fühlen Sie mal hin, was dieses Versprechen Jesu mit ihnen macht: „Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ (Matthäus 28,20 – Missionsbefehl)

Ich weiß keine persönlichere Antwort auf unsere Frage: Wie nähert sich Gott seinen Menschen und wie begegne ich IHM?“ Ich habe mich eine Woche lang auf diese Predigt vorbereitet und hatte dabei vorübergehend wenig mehr als nur das nackte nüchterne Gotteswort und ein Lied.

Unser Predigtlied: Nr. 353: (EGB) „Jesus nimmt die Sünder an...“. ist das Ergebnis solcher und vieler anderer Zachäuserlebnisse. Es beschreibt wunderschön, wie sich Gott seinen Menschen bis auf diesen Tag nähert und wie segensreich solche Gottesbegegnungen verlaufen können: „Wenn ein Schaf verloren ist, suchet es ein treuer Hirte; Jesus der uns nie vergisst, suchet treulich das Verirrte, dass es nicht verderben kann: Jesus nimmt die Sünder an.“ (Lied Nr. 353, EGB, Vers 3

Dieses Lied enthält aber auch einen Missionsbefehl. Eigentlich ist es eine sehr zärtliche Bitte: „Jesus nimmt die Sünder an, sagt doch dieses Trostwort allen...“!

Wenn ich mein Ohr an die Heilige Schrift lege höre ich nichts. Nicht ein Wort! Wenn ich die Heilige Schrift jedoch aufschlage und darin lese, dann höre ich Gottes lebendiges Wort. Und wenn ich Gottes lebendiges Wort höre, dann kann ich nicht anders als IHM zu antworten. Bleiben wir im Gespräch mit IHM...
Amen !

Michael Steinbach 08.07.2006 – Es gilt das gesprochene Wort.
Zuletzt geändert von Maximin am 09.12.2007, 16:47, insgesamt 1-mal geändert.

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