Pilotprojekt Grundeinkommen: Studie 1 - 120 Personen 3 Jahre lang mtl. 1200 EUR bedingungsloses Grundeinkommen

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Boris
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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen

#11 Beitrag von Boris » 14.02.2017, 10:24

Hier nochmal ein Link zum Thema jährlicher Armuts- und Reichtumsbericht in Deutschland. Kann man beim Thema B. G. ruhig mit in Betracht ziehen.

https://publik.verdi.de/2017/ausgabe-01 ... eite-15/A3

Wenn tatsächlich immer Leistung bezahlt würde, sollte sich eine andere Entwicklung ergeben.
Wenn ich behaupten würde, in Deutschland wird nach Leistung bezahlt, würde man mir sagen:
Anhand der Entwickung der Vermögen der allgemeinen Bevölkerung lässt sich sagen, dass die Deutschen immer weniger Lust auf Arbeit/Leistung haben. Es sind nur verdammt wenige Leute, die übermenschliche Leistung bringen und deswegen übermäßiges Vermögen besitzen,

meint Boris
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glasperle
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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen

#12 Beitrag von glasperle » 16.02.2017, 19:54

Wer Vermögen besitzt, hat es in derRegel nicht nötig Leistung zu erbringen und tut es auch nicht. Die meisten haben von Steuergeschenken profitiert, die sie aufgrund des Mythos standortsicheung bekommen haben.

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Andreas Ponto
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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen

#13 Beitrag von Andreas Ponto » 19.03.2017, 21:48


Gerlinde

Re: Bedingungsloses Grundeinkommen

#14 Beitrag von Gerlinde » 20.03.2017, 03:13

Die Befürchtung vieler in Politik und Wirtschaft, aber auch der Bevölkerung ist, dass ein Grundeinkommen deshalb schädlich sei, weil die Leute faul würden. Quatsch! Natürlich würde es einige geben, aber die meisten würden das tun, das lernen, wozu sie Lust hätten. Ich hätte z.B. einige Drehbuchkurse besucht, weil mein Hobby Drehbücher sind, und diese dann, weil sie professionell wären, verkauft hätte.
Ich glaube heute, man hat deswegen vor dem Grundeinkommen Angst, weil Politiker ihr Wahlvolk dann nicht mehr mit Wahlgeschenken bestechen, oder mit Sanktionen drohen könnte, und die Wirtschaft keine billigen, willigen und ängstlichen Arbeitnehmer mehr hat, die sie ausbeuten kann!

glasperle
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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen

#15 Beitrag von glasperle » 20.03.2017, 06:35

Genau gerlinde. Ich würde noch einen Schritt weiter gehen. Genau diese angstbdavor, dass Menschen faul wären, wenn sie nicht mehr mit existenzentzug bestraft werden können, ist der eigentliche faschismus. Das ist das faschistischen Grundthema. Menschen sind faul und ,äßen diszipliniert werden. Darum bekämpfen unsere rechtspopulistischen Parteien in ganz Europa das sozialsystem und spielen leider mit Erfolg geringverdiener, kranke, Arbeitslose gegeneinander aus. dank der Flüchtlinge haben sie einen Sündenbock um auch behinderte zu schikanieren. Sie tun so als würden die Flüchtlinge das sozialsystem unleistbar machen. Und wie damals bei hitler schreien viele " Hurra" . Ich beginne am ganzen Körper zu zittern, wenn mir klar wird, dass bei uns in Österreich , wenn ich mit einem Menschen rede, den ich nicht gut kenne, die Wahrscheinlichkeit , dass dieser faschst ist fast 50% ist. Das erkennt man ab Ergebnis der Bundespräsidentenwahl. Im Alltag erkennt man es an Sätzen wie" dievruhen sich auf der sozialen hängematte aus". Oder " die wollen ja gar nicht arbeiten".

Boris
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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen

#16 Beitrag von Boris » 20.03.2017, 12:39

Wenn ich die m. E. rechtsgerichtete Entwicklung in Deutschland betrachte, bekomme ich auch Angst. Ich denke aber, dass viele Menschen Angst haben. Angst davor, nicht mehr genügend leistungsfähig für die Arbeitswelt zu sein und nicht genügend Anerkennung in der Gesellschaft zu bekommen.

Ein Mensch mit Angst reagiert nur sehr selten besonnen. Das ist von der Natur so vorgegeben. Angst schafft im Ernstfall einen Tunnelblick und setzt Adrenalin frei, um in den Angriffs- oder Fluchtmodus zu schalten.
Der Plan von Grundeinkommen: Diese Angst zu nehmen und den Kopf für die eigenen Potentiale frei zu bekommen.

Hätten jetzt alle Deutschen ein Grundeinkommen, von dem sie angstfrei leben könnten, müssten sie sich nicht mehr von Arbeitgebern schikanieren lassen. Einen Arbeitstag von bis zu 16 h, unbezahlte Überstunden, Demotivation und anschließend vielleicht noch aufstocken. Diese unseriösen Machenschaften wären dann nicht mehr haltbar. Das Management müsste sich ein tragfähiges Personalkonzept überlegen, oder sinnvollerweise Insolvenz anmelden. Mehr als genug Konkurrenz steht bereit. Wir brauchen keine Überproduktion.

Wir brauchen Menschen, die für Menschen eintreten.
Wir brauchen Politiker, die tatsächlich Probleme lösen wollen,
wir brauchen keine Politiker (und Kirchenfürsten), die ständig um den heißen Brei herumreden,

meint Boris
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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen

#17 Beitrag von Boris » 20.03.2017, 12:50

Wären diese Politiker doch nicht so verdammt abhängig von ihren zusätzlichen Einkommen, bzw. den Firmen, von denen sie dieses beziehen. Würden sie doch an sich selbst dieselben Maßstäbe setzen, wie an die Benachteiligten in ihrer Gesellschaft ...
Ich finde es unverschämt, dass Politiker teilweise soviel Nebeneinkünfte haben. Diese Nebeneinkünfte gehören abgezogen und der Gemeinschaft zur Verfügung gestellt,

meint Boris
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Brombär
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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen

#18 Beitrag von Brombär » 20.03.2017, 14:47

Boris schrieb:
Wenn ich die m. E. rechtsgerichtete Entwicklung in Deutschland betrachte, bekomme ich auch Angst. Ich denke aber, dass viele Menschen Angst haben. Angst davor, nicht mehr genügend leistungsfähig für die Arbeitswelt zu sein und nicht genügend Anerkennung in der Gesellschaft zu bekommen.

Lieber Boris,
wo sind die Zusammenhänge zwischen rechtsgerichteter Entwicklung und der Angst in der Arbeitswelt nicht mehr genug leistungsfähig zu sein, und was hat rechtsgerichtete Entwicklung mit ungenügender Anerkennung in der Gesellschaft zu tun? Irgend wie scheinen mir hier Begriffe durcheinanderzukommen. :?:
Das ist unsere Berufung, dass einer dem anderen Rast biete, auf dem Weg zum ewigen Haus.

glasperle
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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen

#19 Beitrag von glasperle » 20.03.2017, 17:13

Ich sehe das wie Boris. Zumindest bei uns in Österreich wählen tatsächlich die " globalsierungsverlierer" rechtspopulistisch. Man bemerkt, wenn man masochistisch genug ist, mit denen zu reden, deutlich die Angst hinter der Aggression.
Jetzt haben sie zu. "Glück" das Feindbild Flüchtlinge. In der letzten Legislaturperiode waren es noch die faulen "faulen" Arbeitslosen. Das Feindbild " nutzloser fresser mit körperbehinderung " ist noch (!!!!) nicht mehrheitsfähig. Darum wird hier "nur" gespart aber noch keine Hassreden genaut.

Boris
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Re: Bedingungsloses Grundeinkommen

#20 Beitrag von Boris » 21.03.2017, 15:43

Brombär hat geschrieben:... wo sind die Zusammenhänge zwischen rechtsgerichteter Entwicklung und der Angst in der Arbeitswelt nicht mehr genug leistungsfähig zu sein, und was hat rechtsgerichtete Entwicklung mit ungenügender Anerkennung in der Gesellschaft zu tun? Irgend wie scheinen mir hier Begriffe durcheinanderzukommen. :?:
Lieber Brombär,
die rechtstrendige Entwicklung sehe ich nur als letztendliche Folge.
Im Grunde sind die meisten von uns so erzogen, dass wir uns als wertvoller Bestandteil der Gesellschaft fühlen, wenn wir schön fleißig arbeiten. Das hat auch jahrzehnte so funktioniert (wobei Menschen mit Behinderungen bei dieser Betrachtung immer schon im Hintertreffen waren. Ob regionale Unterschiede, wie Ostzone und BRD, bestanden, vermag ich nicht zu beurteilen).

Die Arbeitswelt hat sich bekanntlich verändert. Es gibt einfach nicht genug wertschöpfende Arbeit für alle Arbeitswilligen. Zur Strafe müssen die Arbeitslosen z. T. sogar noch mit Repressalien und Denunziation rechnen. Das macht echt wütend und baut jede Menge Frust auf.

Real betrachtet sollte es kein Problem darstellen. Eigentlich ist es logisch: Zu wenig Jobs = entsprechend Arbeitslose. Ich möchte jetzt nicht auch noch auf die vielen unzumutbaren Jobs eingehen.

Dieser Entwicklung der Arbeitswelt steht eine veraltete Moralvorstellung gegenüber. Und diese Moralvorstellung wird benutzt, um andere Menschengruppen zu diskreditieren. Bewusst oder unbewusst.

Wer in unserer menschlichen Gesellschaft, wer von uns will schon weniger wertvoll sein als alle anderen.
Kommen wir in eine Situation, in der wir keine Möglichkeit sehen, unseren Moralvorstellungen zu entsprechen, also schön zur Arbeit zu gehen, kommt automatisch das Grundgefühl Angst hoch. Dieses Gefühl wird so oft geleugnet und auch umbenannt. Es ist aber verdammt präsent. Es ist in so vielen Verhaltensweisen der Menschen zu erkennen.

Da die Menschen Angst davor haben, z. B. ihrer Rolle als Ernährer der Familie nicht gerecht zu werden, suchen sie einen Weg, dieser Angst zu begegnen. Ich will hier jetzt nicht allzu weit ausholen. Ein Weg ist z. B., eine Partei oder einen Politiker zu wählen, die ihre Not erkennen/anerkennen und entsprechend "gerechtere" Verhältnisse schaffen. Dabei werden sie permanent enttäuscht. Da sammeln sich Wut, Frust und Enttäuschung. Die Wahlbeteiligung sinkt.

Nun kommen politische Gruppierungen oder Parteien daher, die diese Themen mit aufgreifen und ansprechen. Plötzlich steigt die Wahlbeteiligung. Alle anderen Parteien verlieren Stimmen zugunsten dieser neuen Partei. Wie deutlich brauchens die Politiker denn noch?
Das diese Partei in Wahrheit vielleicht ganz andere Ziele verfolgt und nicht willens ist, sich von der Verherrlichung des Nationalsozialismus zu distanzieren, wird dabei völlig aus den Augen verloren. Die AfD ist m. E. sehr weit rechts.

Ich hoffe, dass ich mich halbwegs verständlich ausgedrückt habe. Ich neige dazu, mich zu "verlieren". Wenn die Gedanken zu schnell weiter wollen ...

Übrigens: Als Kind hatte ich eine Hüft-OP. In Folge besuchte ich erst eine Körperbehinderten-Schule. Als ich die darauffolgenden Jahre in einer regulären POS (Polytechnische Oberschule) lernte, hatte ich eine Sportbefreiung bis zum Schulabschluss. Und bis zum Schulabschluss konnte ich mir der Hänseleien und Sticheleien meiner Mitschüler sicher sein. Wir Menschen sind nunmal so. Wir müssen immer schön achtgeben, dass wir unsere Mitmenschen gerecht behandeln. Ein ewig aktuelles Thema. Hat viel mit Wahrnehmungsvermögen und Selbstehrlichkeit zu tun. Ich beziehe mich dabei bewusst mit ein. Möchte aber natürlich nicht jeden bezichtigen. Ein Stück weit verstehe ich glasperles Probleme. Nur ein Stück.


LG Boris
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