Richtet nicht auf dass...

Nachricht
Autor
Laura1

Richtet nicht auf dass...

#1 Beitrag von Laura1 » 04.10.2012, 16:21

http://kreuz.net/article.15957.html

Es sind zwar Katholische Nachrichten, aber ich habe erlebt, dass nicht nur einige Katholiken so denken.

Vor ein paar Monaten nahm ich auf Wunsch einer Freundin an einem christlichen Gesprächskreis teil. Das Thema an diesem Abend war: Wie können wir Gott gefallen.
Es wurde dies und das zum Thema beigetragen. Irgend eine Person sprach die Homosexualität an.
Und damit kam etwas in Gang...
Homosexuelle und Lesben sind Sünder. Ihr Verhalten ist verwerflich. Dies wäre alles in der Bibel nachzulesen. Wie kann unser Staat dies nur zulassen. Die Eltern von Homosexuellen und Lesben wurden ebenfalls als Sünder bezeichnet, denn sie hätten ja durch ihre Erziehung dazu beigetragen.
Ich dachte ich bin im falschen Film. Da war von Toleranz und christlicher Nächstenliebe keine Spur mehr...
Eine sachliche Diskussion war nicht möglich, da die Mehrheit der Anwesenden so von Vorurteilen diesbezüglich geprägt war. :roll:

Was meint denn ihr zu diesem Thema?

LG Laura1

Benutzeravatar
centaurea
Site Admin
Beiträge: 1807
Registriert: 18.03.2010, 17:55

Re: Richtet nicht auf dass...

#2 Beitrag von centaurea » 04.10.2012, 17:25

Liebe Laura,

so sieht es aus.

Wir haben einfach sehr viele Baustellen...

LG

Andreas

Laura1

Re: Richtet nicht auf dass...

#3 Beitrag von Laura1 » 05.10.2012, 06:38

Was mich interessieren würde, wo steht denn in der Bibel geschrieben, dass Homosexualität Sünde ist?


LG Laura1

tergram

Re: Richtet nicht auf dass...

#4 Beitrag von tergram » 05.10.2012, 08:45

Laura, diese Frage glaube ich dir nicht so recht... Falls sie doch ernstgemeint sein sollte, empfehle ich dir http://www.bibleserver.com/ .

Wenn du dich mit dem AT befasst hast, was ich jetzt mal unterstelle, sind dir bestimmt viele Stellen bekannt, nach denen Dinge aus dem Alltagsleben als sündhaft erklärt werden, über die wir heute nur den Kopf schütteln können.

Vielleicht kennst du den berühmten Brief an "Dr. Schlessinger", der in diversen Varationen durchs www kursiert. Hier eine Variante:

______________________________________________________________

Dr. Laura Schlessinger ist eine US-Radio-Moderatorin, die Leuten, die in ihrer Show anrufen, Ratschlage erteilt. Kürzlich sagte sie, als achtsame Christin, dass Homosexualität unter keinen Umstanden befürwortet werden kann, da diese nach Leviticus 18:22 ein Greuel wäre.

Der folgende Text ist ein offener Brief eines US-Bürgers an Dr. Laura, der im Internet verbreitet wurde.

Liebe Dr. Laura
Vielen Dank, dass Sie sich so aufopfernd bemühen, den Menschen die Gesetze Gottes näher zu bringen. Ich habe einiges durch Ihre Sendung gelernt und versuche das Wissen mit so vielen anderen wie nur möglich zu teilen. Wenn etwa jemand versucht seinen homosexuellen Lebenswandel zu verteidigen, erinnere ich ihn einfach an das Buch Moses 3 (Leviticus) 18:22, wo klargestellt wird, dass es sich dabei um ein Greuel handelt. Ende der Debatte. Ich benötige allerdings ein paar Ratschlage von Ihnen im Hinblick auf einige der speziellen Gesetze und wie sie zu befolgen sind.

a) Wenn ich am Altar einen Stier als Brandopfer darbiete, weiß ich, dass dies für den Herrn einen lieblichen Geruch erzeugt (Lev. 1:9). Das Problem sind meine Nachbarn. Sie behaupten, der Geruch sei nicht lieblich für sie. Soll ich sie niederstrecken?

b) Ich würde gerne meine Tochter in die Sklaverei verkaufen, wie es in Exodus 21:7 erlaubt wird. Was wäre Ihrer Meinung nach heutzutage ein angemessener Preis für sie?

c) Ich weiß, dass ich mit keiner Frau in Kontakt treten darf, wenn sie sich im Zustand ihrer menstrualen Unreinheit befindet (Lev. 15:19-24). Das Problem ist, wie kann ich das wissen? Ich hab versucht zu fragen, aber die meisten Frauen reagieren darauf pikiert.

d) Lev. 25:44 stellt fest, dass ich Sklaven besitzen darf, sowohl männliche als auch weibliche, wenn ich sie von benachbarten Nationen erwerbe. Einer meiner Freunde meint, dass würde auf Mexikaner zutreffen, aber nicht auf Kanadier. Können Sie das klären? Warum darf ich keine Kanadier besitzen?

e) Ich habe einen Nachbarn, der stets am Samstag arbeitet. Exodus 35:2 stellt deutlich fest, dass er getötet werden muss. Allerdings: bin ich moralisch verpflichtet, ihn eigenhändig zu töten?

f) Ein Freund von mir meint, obwohl das Essen von Schalentieren, wie Muscheln oder Hummer, ein Greuel darstellt (Lev. 11:10), sei es ein geringeres Greuel als Homosexualität. Ich stimme dem nicht zu. Könnten Sie das klarstellen?

g) In Lev. 21:20 wird dargelegt, dass ich mich dem Altar Gottes nicht nähern darf, wenn meine Augen von einer Krankheit befallen sind. Ich muss zugeben, dass ich Lesebrillen trage. Muss meine Sehkraft perfekt sein oder gibt es hier ein wenig Spielraum?

h) Die meisten meiner männlichen Freunde lassen sich ihre Haupt- und Barthaare schneiden, inklusive der Haare ihrer Schläfen, obwohl das eindeutig durch Lev. 19:27 verboten wird. Wie sollen sie sterben?

i) Ich weiß aus Lev. 11:16-8, dass das Berühren der Haut eines toten Schweins mich unrein macht. Darf ich aber dennoch Fußball spielen, wenn ich dabei Handschuhe anziehe?

j) Mein Onkel hat einen Bauernhof. Er verstößt gegen Lev. 19:19 weil er zwei verschiedene Saaten auf ein und demselben Feld anpflanzt. Darüber hinaus trägt seine Frau Kleider, die aus zwei verschiedenen Stoffen gemacht sind (Baumwolle/Polyester). Er flucht und lästert außerdem recht oft. Ist es wirklich notwendig, dass wir den ganzen Aufwand betreiben, das komplette Dorf zusammenzuholen, um sie zu steinigen (Lev. 24:10-16)? Genügt es nicht, wenn wir sie in einer kleinen, familiären Zeremonie verbrennen, wie man es ja auch mit Leuten macht, die mit ihren Schwiegermüttern schlafen? (Lev. 20:14)

Ich weiß, dass Sie sich mit diesen Dingen ausführlich beschäftigt haben, daher bin ich auch zuversichtlich, dass Sie uns behilflich sein können. Und vielen Dank nochmals dafür, dass Sie uns daran erinnern, dass Gottes Wort ewig und unabänderlich ist.

Ihr ergebener Jünger und bewundernder Fan Jake

_______________________________________________________________

abendstern_
Beiträge: 673
Registriert: 25.11.2007, 13:44

Re: Richtet nicht auf dass...

#5 Beitrag von abendstern_ » 05.10.2012, 11:45

Laura, lass mich raten - war der Geprächskreis in einer Freikirche?

Laura1

Re: Richtet nicht auf dass...

#6 Beitrag von Laura1 » 05.10.2012, 14:10

Hi tergram, die Frage war erst gemeint. Allerdings vergaß ich in der Eile zu schreiben, wo denn in der Bibel, im neuen Testament geschrieben steht, dass Homosexualität Sünde wäre.

Hat Jesu, in Bezug auf Homosexualität, eine Aussage gemacht...? Ich wüsste nicht. Bin aber darin lernfähig. :wink:

Den Brief habe ich schon mal wo gelesen. Er ist.... 8)

LG Laura1

tergram

Re: Richtet nicht auf dass...

#7 Beitrag von tergram » 05.10.2012, 15:00

Hallo Laura,

explizit zur Homosexualität hat Jesus nicht Stellung genommen, allerdings hat er häufig darauf verwiesen, dass "die Gebote zu halten" und die alten jüdischen Glaubensväter zu ehren seien - was wohl die Beachtung von deren überkommenem Wertesystem einschliesst. Andererseits hat er an den Priestern und Schriftgelehrten kein gutes Haar gelassen und die überbordende Zahl von Regularien für das Alltagsleben scharf kritisiert.

Jesus hat zu vielen Dingen keine Stellung bezogen - jedenfalls nicht nach dem, was wir heute nachlesen können. Dass das NT ebenso wie das AT mit gewisser Vorsicht hinsichtlich konkreter Aussagen zu betrachten sind, versteht sich aufgrund der Entstehungsgeschichte der Bibel ja von selbst.

Jesus hat zur Betrachtung anderer Menschen durch jeden von uns etwas gesagt - neben dem berühmten "deinen Nächsten lieben wie dich selbst" gibt es viele Hinweise darauf, dass uns ein Urteil über andere nicht zusteht, sondern das Urteil über jeden Menschen bei Gott liegt und dies ein Gott der Liebe und der Gnade ist. Immer wieder versehen mit dem Hinweis, dass alle Menschen der Gnade Gottes bedürfen.

Ansonsten empfehle ich dir gern nochmals den bibelserver; in der Suchfunktion kannst du das NT ja mal auf relevante Begriffe durchforsten.

Laura1

Re: Richtet nicht auf dass...

#8 Beitrag von Laura1 » 05.10.2012, 15:02

Hi abendstern, der Gesprächskreis fand nicht in einer Freikirche statt. Es war in einem von der Stadt zur Verfügung gestellten Raum.
Aber die Mehrheit der Teilnehmer waren Mitglieder von Freikirchen.

LG Laura1

Kalter Walter

Re: Richtet nicht auf dass...

#9 Beitrag von Kalter Walter » 05.10.2012, 16:00

Ich hätte wohl eher eine Stelle aus dem NT zitiert, dort steht nämlich etwas ähnliches.

In den christlichen Kirchen wird Homosexualität häufig überbewertet, denn sie ist genau so schlimm wie Fremdgehen, Pornografie, Götzendienst (z. B. in der Freizeit stundenlang vor dem Internet hängen). Denn "Angewohnheiten", die unser Leben ausfüllen entsprichen etwa gelebter Homosexualität, jedenfalls vom Grad der Lebensgewohnheiten her. In unsere offene und tolerante Kultur passt die christliche Ablehnung von Homosexualität nicht, weil es als unmodern und überholt angesehen wird. Aber, ich glaube, dahinter steckt eine Ordnung. Denn Zwei Penise können noch kein Kind zeugen. Genau so wenig wie zwei Frauen ein Kind zeugen können. Denn eigentlich ist Sexualität für die heterosexuelle Ehe vorgesehen. Nach der Bibel gibt es ja auch keine Beziehung zwischen Mann und Frau ohne Eheschließung. Nur da hat Sexualität irgendwas zu suchen Aber ich seh schon verbale Panzer anrollen...

Sicherlich sind das Vorstellungen von anno dazumals. Aber sie erfüllen ihren Zweck. Sind nicht viele Menschen unglücklich durch mehrfache Partnerschaften? Welche sozialen Abgründe treffen wir heute an, weil die Familien keine festen Wurzeln mehr für Kinder bilden und sie nicht wissen, zu welchen Eltern sie gehören? Welches Elend macht heute so manche Mutter mit, weil sie allein erziehend ist?

Wir sehen ja bereits jetzt, welche Folgen die Pille/Abtribungen demografisch jetzt schon haben. Sie sind für mich Inbegriff für sexuelle Freizügigkeit ohne Schmerzen.

Das sollte man schon im Kontext zu unser bundesdeutschen Toleranz für Alles und Jedermnn sehen.


Antworten

Zurück zu „Christ in der Gesellschaft“