Origenes über die Dreizahl der Weisen aus dem Morgenland

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lukra
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Origenes über die Dreizahl der Weisen aus dem Morgenland

#1 Beitrag von lukra » 13.09.2019, 17:51

Liebe Mitglieder,
Weihnachten nähert sich und ich habe mir vorgenommen mich mehr mit der dem Matthäus Evangelium zu beschäftigen. Während des Lesend von Mt 2 fiel mir zum ersten mal auf, dass anstelle von den Heiligen Drei Königen, von den Weisen aus dem Morgenland berichtet wird. Nach eingehender Recherche fand ich heraus, das die Dreizahl der Weisen durch Origenes von Alexandria belegt wurde. Nirgendwo habe ich jedoch eine Textstelle finden können wo dies ausgeführt wird. in - Contra Celsum, Erstes Buch, 60. - thematisiert er die Weisen zwar und bespricht auch die durch sie erbrachten Gaben, leitet jedoch nicht ihre Dreizahl ab!!! Ich habe das Gefühl das die meisten Verfasser im Internet auf diese Stelle Bezug nehmen, jedoch verstehe ich nicht wie sich aus ihr zwingend die Anzahl der Weisen ergibt.

Ich freue mich über jede Unterstützung und danke im voraus!

Hier der Link zu Buch 1, 60. (https://www.unifr.ch/bkv/kapitel137-59.htm) sowie dem Gesamtwerk (https://www.unifr.ch/bkv/kapitel136.htm)

holytux
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Re: Origenes über die Dreizahl der Weisen aus dem Morgenland

#2 Beitrag von holytux » 15.09.2019, 17:47

@lukra,

Du wirst höchstwahrscheinlich auch nirgends eine zwingende Begründung der Dreizahl finden, da es letztlich ein Produkt der Tradition ist, kein historisch rekonstruierbares Detail.

..."Noch relativ leicht lässt sich erklären, warum man meistens von drei Personen spricht - diese Zahl entspricht einfach den drei Gaben Gold, Weihrauch und Myrrhe, die sie dem Kind schenken. Vielleicht liegt eine Assoziation an den Besuch der drei Männer vor, die Abraham die Geburt Isaaks ankündigen (Gen. 18). In den verschiedenen Auslegungstraditionen variiert die Zahl der Magier. Vor allem im christlichen Osten, etwa in Syrien, konnte auch von zwölf Magiern die Rede sein."...
(Welt und Umwelt der Bibel, 4/2007 S. 26)


FG
H.
"Wenn alle Liebe Ewigkeit will - Gottes Liebe will sie nicht nur, sondern wirkt und ist sie."
Joseph Ratzinger

Hatikwa
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Re: Origenes über die Dreizahl der Weisen aus dem Morgenland

#3 Beitrag von Hatikwa » 15.09.2019, 21:36

ja, liebe Lucra, --- herzlich willkommen in diesem Forum.

--- Assoziationen durchziehen die ganze sog. Bibel ---
die drei Weisen, sind von der kath. Religion sogar schon heilig gesprochen,
als die hl. drei Könige --- daran gibts nichts zu rütteln ---
egal wie, ein Witz zu dieser Nacht im Stall zu Bethlehem:

Die hl. drei Könige betreten den Stall, finden das Kind in der Krippe,
seinen Vater Josef, und eine weinende Maria.
Die hl. drei Könige fragen den Josef:
"was hat sie denn, warum flennt sie so?"
"Ach" antwortet Josef, "sie hätte gerne ein Mädchen gehabt".

Die Weltgeschichte sähe anders aus -------------------

schöne Grüße und gute Nacht --- hatikwa

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Andreas Ponto
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Re: Origenes über die Dreizahl der Weisen aus dem Morgenland

#4 Beitrag von Andreas Ponto » 16.09.2019, 13:09

Hallo Lukra,

wahrscheinlich ist im Zusammenhang mit der Begründung der Trinität zu suchen, so zumindest meine aktuellen Recherchen.

Zur Zahl der Magier ist unabhängig von Origenes zu sagen:
Neben der Anzahl von 3, gingen die einen von 12, wieder andere von 4 und auch 2 Magiern aus.

Hier wird die Quelle genannt, in der Origenes mit der Dreizahl der Magier argumentiert:
" ..Die Dreizahl (häufig dachte man auch an zwölf) ist aus der Zahl der Geschenke ab-geleitet (Origenes, hom. 14 in Gen 26,23ff); ..."
Quelle: Thomas Söding, Die Anfänge im Kleinen.Neutestamentliche und apokryphe Kindheitsevangelien S. 26
Download: http://www.kath.ruhr-uni-bochum.de/imperia/md/content/nt/nt/aktuellevorlesungen/vorlesungsskriptedownload/vl-skriptews1314/skript_kindheitsgeschichten_ws_201314.pdf

Auch an anderer Stelle habe ich den Hinweis auf die Genesishomilie (26,26) von Origenes gefunden.

LG
Andreas

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