Krieg

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Anne
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#11 Beitrag von Anne » 11.02.2008, 11:46

Phantasie von übermorgen

Und als der nächste Krieg begann,
da sagten die Frauen: Nein!
und schlossen Bruder, Sohn und Mann
fest in die Wohnung ein.

Dann zogen sie, in jedem Land,
wohl vor der Hauptmanns Haus
und hielten Stöcke in der Hand
und holten die Kerls heraus.

Sie legten jeden übers Knie,
der diesen Krieg befahl:
die Herren der Bank und Industrie,
den Minister und General.

Da brach so mancher Stock entzwei.
Und manches Großmaul schwieg.
In allen Ländern gab' s Geschrei,
und nirgends gab es Krieg.

Die Frauen gingen dann wieder nach Haus,
zum Bruder und Sohn und Mann,
und sagten ihnen, der Krieg sei aus!
Die Männer starrten zum Fenster hinaus
und sahen die Frauen nicht an ...

Erich Kästner

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tosamasi
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#12 Beitrag von tosamasi » 11.02.2008, 12:36

In den 70er Jahren, zu Zeiten des Vietnamkrieges und gedanklich mit den Kolonialkriegen beschäftigt, schrieb ich:

Erwachung

Die vielen
schwarz-gelb-roten
getriebenen Leiber
die krachenden Mägen
voll Demut und Zorn
schieben sich leise
mit beharrlichem Fordern
und stummen Augen
noch zögernd
nach vorn

Die vielen
schwarz-gelb-roten
friedvollen Leuchten
die hungrigen Geister
mit fremdweisem Blick
treiben sanft drängend
mit beharrlichem Fordern
die weißen Bleichen
noch zögernd
zurück

Es wandeln sich die Orte, die Generationen, die Mittel, aber die Hand der Starken wird weiterhin gewaltbereit zur Unterdrückung sein.
Nur der Einfältige fürchtet die Vielfalt
tosamasi

Lobo

#13 Beitrag von Lobo » 11.02.2008, 13:12

Schwerter zu Pflugscharen
...Es heißt: alle wollen Frieden.
Gestritten wird um die Wege: Einstweilige Drohung mit Menschheitsvernichtungsmitteln oder sofortige Abrüstung.
Gibt es eine klarere Entscheidungshilfe für den Christen als die Prophetie »Schwerter zu Pflugscharen« mit den dazugehörigen alttestarnentlichen Verkündigungstraditionen und den neutestamentlichen Begründungen?
Es ist unendlich viel gewonnen, wenn die Kirchen der Welt darin mehr und mehr einig werden.
Es zeigen doch nirgendwo nennenswerte Propheten-, Apostel- oder Jesusworte in eine andere Richtung
als in die des Prophetenwortes »Schwerter zu Pflugscharen umschmieden«.
Ich frage Sie: Hören wir auf Gottes schlichtendes Wort und blicken wir auf den Kreuzesweg Jesu,
müssen sich dann unsere Wege noch trennen?
Nein. Auch dann nicht, wenn es uns bei unserem Prophetenwort ergeht,
wie es Mark Twain schrieb: »Mir bereiten nicht die unverständlichen Bibelstellen Bauchweh,
sondern diejenigen, die ich verstehe.« - - -
»Schwerter zu Pflugscharen umschmieden« - das ist gut zu verstehen...
Vision oder Realität?
Ich habe auch oft bei vielen Stellen in der Bibel Bauchweh. :wink:

Gruß
Lobo

tergram

#14 Beitrag von tergram » 11.02.2008, 13:32

Was mich an den Kriegen unserer Zeit immer wieder überrascht und fassungslos macht...

Dass es stets die unteren Schichten der Bevölkerung sind, die nicht viel haben, was sich zu verteidigen lohnt und die dennoch bereit sind, ihr Leben in einem Krieg aufs Spiel zu setzen, von dessen Gewinn sie nichts hätten.

Wird der Krieg gewonnen, streichen sich "die da oben" Ruhm, Ehre, Land, Macht und die eroberte Beute ein.

Wird der Krieg verloren, haben "die da oben" sich selbst, ihre Familien und ihr Vermögen längst in Sicherheit gebracht. Die Zeche zahlt das Volk.

Die Motivation "derer da oben" ist klar: Der Krieg ist nun einmal die Mutter der Wirtschaft...

Wieso gelingt es aber "denen da oben" immer wieder, "denen da unten" einzureden, sie hätten eine Motivation, in den Krieg zu ziehen und ihr Leben "für eine gute Sache" einzusetzen?

Anne
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#15 Beitrag von Anne » 11.02.2008, 13:43

Vielleicht deshalb, weil die 'Starken' auch die Schwäche in sich selbst zu besiegen glauben und die 'Schwachen' keinen eigenen, starken Ausweg aus ihrer Situation sehen und an die Stärke der 'Starken' glauben wollen...

tergram

#16 Beitrag von tergram » 11.02.2008, 13:56

Ja... auch...

Aktuelles Beispiel in Kurzform:
Der Krieg im Irak, der international als Kampf gegen den Terrorismus verkauft wurde/wird. Dessen Basis war die "gesicherte Erkenntnis", dass der Irak den Terrorismus unterstützt, ABC-Waffen besitzt/herstellt und daher eine Gefahr für die Weltgemeinschaft ist. Inzwischen musste zurückgerudert werden - die "Erkenntnisse" der Geheimdienste erwiesen sich als falsch, Staatsführer mussten öffentlich eingestehen, zum Kriegszweck gelogen zu haben.

An diesem Punkt sollte man doch meinen, dass die Soldaten, deren Angehörige und das Volk aufstehen und laut und deutlich "NEIN" rufen, ihre Sachen packen und schlichtweg nach Hause gehen.

Aber nein...

Anne
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#17 Beitrag von Anne » 11.02.2008, 13:59

Filmtipp: Der neunte Tag

Eine Wiederholung wurde vor kurzem ausgestrahlt. Der Film ist so realitätsnah, dass er manchmal kaum auszuhalten ist. Aber vielleicht liegt genau darin die Chance, es anders zu versuchen: indem man die Bereitschaft aufbringt, sich diesen zu stellen...

Lobo

#18 Beitrag von Lobo » 11.02.2008, 14:00

tergram hat geschrieben: ...Wird der Krieg gewonnen, streichen sich "die da oben" Ruhm, Ehre, Land, Macht und die eroberte Beute ein...
Fett schwimmt bekannterweise oben.
tergram hat geschrieben: ...Wird der Krieg verloren, haben "die da oben" sich selbst, ihre Familien und ihr Vermögen längst in Sicherheit gebracht. Die Zeche zahlt das Volk...
Es gibt leider noch genügend Menschen, die für Kriegsgewinne über Leichen gehen,
im wahrsten Sinne des Wortes. Zum Beispiel, Waffenhändler, Fahrzeugbauer, Bauunternehmungen...

Gruß
Lobo

Maximin

DIE STÄRKE DER STARKEN...?

#19 Beitrag von Maximin » 11.02.2008, 16:16

Anne schrieb: ... „weil sie an die Stärke der 'Starken' glauben wollen...“. . Warum wollen sie das? Ich meine, weil sie abhängig gemacht wurden und sie die eigene Stärke verdrängen. Welche eigene Stärke? Die, die sich aus ihrer Mehrheit ergibt, die aber immer wieder hinter Trägheit und Feigheit versteckt wird.
Micha :oops:

Hannes

#20 Beitrag von Hannes » 11.02.2008, 16:45

Anne hat geschrieben:Vielleicht deshalb, weil die 'Starken' auch die Schwäche in sich selbst zu besiegen glauben und die 'Schwachen' keinen eigenen, starken Ausweg aus ihrer Situation sehen und an die Stärke der 'Starken' glauben wollen...
Die Verlierer
(Walter H. Fritz)

Nicht die Sieger
mit ihrer Gleichgültigkeit
werden uns helfen

sondern die Verlierer
mit ihrer Enttäuschung,
mit ihrer Unruhe und Sehnsucht

die wund sind
von einem geborstenen Leben

die jetzt ihr Gesicht
in den Händen vergraben,
weil es ihnen schwarz wird
vor den Augen

die nachher
von einem Ort
zum andern laufen
auf der Suche
nach denen,
die verstanden haben.

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