Im Namen Gottes.

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tergram

Im Namen Gottes.

#1 Beitrag von tergram » 09.08.2012, 10:55

Sekte sperrte 20 Kinder jahrelang unter der Erde ein

70 Mitglieder einer russischen Sekte haben über zehn Jahre in einem unterirdischen Bunkersystem gelebt. Einige ihrer Kinder waren noch nie an der frischen Luft.

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitges ... kte-kinder

Natürlich...
ist das ein bedauerlicher Einzelfall
ist das alles weit weg und geht uns nichts an

Wirklich?

Die Diskussion, was religös motivierte Eltern dürfen und was nicht, wird auch vor dem Hintergrund des aktuellen "Beschneidungs-Urteils" lebhaft geführt. Wo endet die Freiheit der Religionsausübung, wo beginnt die Straftat?

Wie seht ihr das?

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Gaby
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Re: Im Namen Gottes.

#2 Beitrag von Gaby » 09.08.2012, 13:17

Nun, kein Gericht der BRD hat die Vermittlung religiöser Werte von Eltern an Kindern zur Straftat erklärt ... bei der Diskussion um die Beschneidung entsteht bei mir der Eindruck, dass aber in der Hauptsache dieser Punkt diskutiert wird.

Und ich wehre mich auch dagegen, wenn Atheisten während dieser Diskussion fordern, religiöse Erziehung solle am Besten ganz verboten werden ... dahingehend einzugreifen steht dem Staat m.E. nicht zu (das wurde in der DDR schon versucht und braucht m.E. keine Wiederholung).
Genauso wie es fanatische Gläubige gibt, gibt es auch fanatische Atheisten :-(
Die Religionsfreiheit ist ein hohes Gut ... außerdem wird jedes Kind von seinem sozialen Umfeld geprägt, sei es religiös oder nicht-religiös, politisch, bildungsmäßig oder auf welche Art auch immer ... Eltern werden immer versuchen, ihre eigenen Werte an ihre Kinder weiterzugeben.
Das Elternrecht/die Religionsfreiheit endet m.E. bei der körperlichen Unversehrheit des Kindes.
Ausschließlich darum sollte es bei der Diskussion gehen ... nicht darum zu versuchen die Vermittelung von religiösen Werten generell auf die Anklagebank zu setzen.
Jetzt wird zwar immer wieder angeführt, dass Eltern ihren Kindern letztlich auch Ohrlöcher stechen lassen dürfen, die Ohren anlegen lassen, Ritalin verabreichen, impfen lassen usw. usf. ... das stimmt sicherlich alles.
Geimpft werden Kinder in der Regel, weil es der Arzt empfiehlt (mit meinem heutigen Wissen würde ich meine Kinder übrigens nicht mehr durchimpfen lassen)
und empfehle folgendes sachliche Buch zu diesem Thema: Impfen pro und contra
Ritalin ist auch durchaus umstritten (ich würde es meinem Kind nicht geben und andere Wege suchen) ... aber bis auf den Punkt "Ohrlöcher stechen lassen" gibt es meist medizinische Begründungen für solche körperlichen Eingriffe bei Kindern und Eltern handeln in der Regel auf ärztliche Empfehlung.
Die Beschneidung aber ist defintiv nichts, was unbedingt in der Kindheit passieren müsste, es sei denn, es liegt eine medizinische Indikation vor.
Kleine Jungens laufen in der Regel angezogen durch die Gegend, man sieht also nicht, ob beschnitten oder nicht (bei Segelohren sieht das z. Bsp. anders aus ... darunter kann ein Kind schon leiden) .... das auf den Einwand der Ausgrenzungs-Gedanken hin, der oft kommt.
Ausserdem, werden Kinder auf Grund der strafrechtlichen Relevanz hin in Deutschland generell nicht mehr beschnitten, sind die anderen Jungens die nach dem Sportunterricht duschen ja auch nicht mehr beschnitten ... also gibt es auch keine Ausgrenzung mehr.
Um den Bund mit Gott schließen zu können reicht m.E. auch eine symbolische Beschneidung völlig aus, die der Junge dann mit erreichen der Volljährigkeit per Skalpell in Eigenregie vollenden lassen kann. Damit ist die Religionsfreiheit des Kindes dann mit der Religionsfreiheit der Eltern gleichgestellt.
Das ist meine Sicht der Dinge ...
Denn in alledem liegt der Anfang des Reiches Gottes, das entstehen soll an der Stelle, an der du stehst. Nicht irgendwo, sondern in dir selbst. (Jörg Zink)

Adler

Re: Im Namen Gottes.

#3 Beitrag von Adler » 13.08.2012, 13:14

Heute wird doch allenthalben die Toleranz propagiert. Warum nicht auch zu diesen Fragen?

Wäre es nicht sinnvoller mit der "Zwangskonvertierung" so lange zu warten, bis der mögliche Konvertit selbst entscheiden kann!? Gleichgültig ob es jetzt um das Benetzen des Kopfes mit geweihtem Wasser, oder den Verlust eines Stückchens Haut geht . . .

LG Adler

Adler

Re: Im Namen Gottes.

#4 Beitrag von Adler » 13.08.2012, 13:19

gel.

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Gaby
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Re: Im Namen Gottes.

#5 Beitrag von Gaby » 19.08.2012, 13:11

klick

>>Leutheusser-Schnarrenberger @sls_bmj: Schützen Sie körperliche Unversehrtheit von Kindern #beschneidung<<
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