SIND WIR WIEDER WER...?

Allgemeines
Nachricht
Autor
Maximin

SIND WIR WIEDER WER...?

#1 Beitrag von Maximin » 14.09.2011, 18:26

:wink: Lieben Freunde,
ich wurde im Juli 1945 von meiner Mutter mit Mühe und Not geboren. Berlin lag in Trümmern und Mama hat kaum etwas zu fressen. Glücklicherweise hatten wir einen kleinen Garten. So hat man mich denn, parallel zur Muttermilch, mit Grünenbohnen und mit allem was der Garten so hergab über die Runden gebracht.

Als die Russen dann Westberlin von dem Rest der Welt mit ihrer Berlinblockade abgesperrt hatten, überlebten wir den folgenden schlimmen Winter wohl nur deshalb, weil Christen aus den USA sogenannte „Carepakete“ massenhaft nach Westberlin eingeflogen hatten. Das war der Beginn des Kalten Krieges zwischen Ost und West. Es scheint, dass ihn die Russen verloren haben.

Unser Land wollte niemals wieder Krieg. Leider haben unsere Politiker dieses Versprechen schändlich gebrochen. Man war ja schließlich neue Bündnisverpflichtungen eingegangen, die scheinbar wichtiger waren als das Gelöbnis gegenüber den 80 Mio. Leuten im eigenen Lande, die die Folgen dieses unsäglichen Schlamassels bezahlen und ausbaden müssen.
Wissen Sie übrigens, was wir Steuerzahler seither für diese deutschen Militäreinsätze blechen mussten…?

Und nur beiläufig gefragt: „Wie geht es eigentlich ihrer Ortsgemeinde finanziell? Interessieren Sie sich dafür oder ist Ihnen das mittlerweile auch schon völlig Wurscht..?"

Nun fand ich im Internet die für mich unglaubliche Aufzeichnung eines Auftritts der Deutschen Bundeswehr auf dem „Roten Platz“ in Moskau. Diese hier:
http://www.youtube.com/watch?v=C0IYnRQJ ... re=related

Hören Sie sich das ruhig an und bedenken Sie dabei bitte, dass wir Deutsche offensichtlich wieder „wer“ sind. Sogar mit uralten Parademärschen auf dem Roten Platz, mitten in in Moskau. Was meine Sie zu…?
Liebe Grüße, landauf und landab, vom alten Maximin aus der untergegangenen ehemaligen Reichshauptstadt Berlin :wink:
Zuletzt geändert von Maximin am 15.09.2011, 09:17, insgesamt 2-mal geändert.

Adler

Re: SIND WIR WIEDER WER...?

#2 Beitrag von Adler » 14.09.2011, 18:48

Lieber Maxi,

es mag jetzt vielleicht etwas seltsam anmuten, aber ich denke, es ist an der Zeit, dass wir anfangen uns auf das zu besinnen was wir sind –nämlich Deutsche!

Mit eigener Sprache und Kultur!

Der zweite Weltkrieg ist nun fast seit zwei Generationen vorbei und Deutschland hat seine Schulden gegenüber den Siegern beglichen.

Weder du noch ich haben für diese Zeit Verantwortung zu tragen!

Es muss langsam aufhören uns Deutschen immer noch eine Kollektivschuld zu suggerieren.

Wir müssen wieder lernen stolz darauf zu sein, ein Deutscher zu sein. Dies hat nichts mit Nationalsozialismus zu tun sondern ganz einfach mit einer tiefen Verbundenheit zu unserem Land, als unsere Heimat mit seiner eigenen Kultur und Sprache.

Wir müssen uns wieder darauf besinnen, dass wir einmal das Volk der Dichter und Denker waren.

Wir dürfen es nicht zulassen, von „multikultibesessenen“ Politikern eingeredete zu bekommen, andere Kulturen zu akzeptieren von denen wir, nicht einmal ansatzweise akzeptiert werden.

Wir dürfen es nicht zulassen, dass uns fremde Kulturen „übergestülpt“ werden, wir haben eine eigene – nur müssen wir uns diese Tatsache wieder bewusst machen.

Also lass doch unsere deutschen Musiksoldaten unsere deutsche Kultur und Musik, auch im Ausland präsentieren.

Wir müssen halt noch lernen, wieder „wer“ zu sein.

LG Adler

Magdalena
Beiträge: 368
Registriert: 07.07.2011, 09:52

Re: SIND WIR WIEDER WER...?

#3 Beitrag von Magdalena » 15.09.2011, 08:44

Irgendwie, lieber Adler, habe ich bei Deinen Ausführungen ein mulmiges Gefühl! Der Christ in mir sperrt sich gewaltig gegen solche Worte. Vielleicht kann ich Dich nur nicht richtig verstehen, aber mir ist in den letzten Jahren mehr als je zum Bewusstsein gekommen, dass es für mich als Christ keinen Unterschied der Nationen mehr gibt. Ich betone hier ausdrücklich: das ist meine persönliche Meinung, mein Empfinden, mein Verständnis von der Jesulehre.
Wenn ich davon lese, wie Christen in anderen Ländern verfolgt, gefoltert, diskriminiert und getötet werden, dann berührt mich das genau so oder noch mehr, als würde es einen Landsmann von mir betreffen. Genau so wie mich das berührt, so freut es mich, wenn ich höre oder lese, dass z. B. in den muslimischen Ländern die Anzahl der Christen gewaltig wächst. Die vom Islam konvertierten Christen geben alles auf, um Jesus Christus nachzufolgen. Sie verlieren oft ihre Familien, ihren Beruf, ihre Existenz ist infrage gestellt. Zusätzlich ist oft ihr Leben bedroht, sie stehen in Gefahr, gefoltert und eingesperrt zu werden z. B. in Eisenbahn-Containern mit geringer Luftzufuhr - tagsüber glühende Hitze, nachts beißende Kälte.

Ich bin nicht stolz, eine Deutsche zu sein, denn ich habe nichts dazu beigetragen. Ich bin von Herzen dankbar, dass ich nicht in Ostafrika geboren wurde. Aber ich selbst kann nichts dafür. Ich kann auch nichts dafür, dass ich vielleicht besondere Eigenschaften habe, eine angenehmere Mentalität als Menschen aus anderen Nationen - es ist nicht mein Verdienst! Dafür habe ich aber auch Charakterzüge, die diese Menschen abstoßend finden würden, und ich könnte es ihnen nachfühlen.

Auch bin ich davon überzeugt, dass Gott die Deutschen nicht gerade als etwas Besonderes ansieht - ER will schließlich, dass allen Menschen geholfen wird. Außerdem liebt er alle Menschen auf dieser Welt, dessen bin ich sicher. Wenn ein Volk wirklich besondere Gaben hat, dann sollte es wie alle Menschen mit besonderen Gaben
diese in den Dienst aller stellen. Jeder Mensch, der in irgendeiner Weise mehr besitzt als der andere, hat auch die Verantwortung, damit anderen zu dienen und zu helfen.

Da ich es hier mit Schriftkundigen zu tun habe, denke ich, dass ich keine passenden Bibelstellen zitieren muss.

Abschließend noch einmal: Alles hier Geschriebene ist nur meine persönliche Denkweise und mein Verständnis von dem. was uns Jesus Christus beibringen wollte.

Mein ganzes neuapostolisches Leben war ich hochmütig und immer besserwisssend als alle anderen Menschen, da ich ja zur Klasse der "Auserwählten" gehörte. Ich war immer etwas Besseres, etwas ganz Besonderes - ich stand als Gotteskind und Braut Jesu Christi hoch erhaben über den "Sandhaufen" dieser Zeit, ich war eine besondere Perle, herausgezogen aus dem Unrat dieser Welt. Ich war bestrebt, alle anderen Menschen von dieser Einmaligkeit der NAK-Lehre zu überzeugen und scheute auch die uns eingeimpften Drohungen und Verurteilungen anderen Menschen gegenüber nicht.
Mit dieser ganzen Denkweise will ich nichts mehr zu tun haben!!!
Ich will nicht mehr WER sein. Ich will endlich allein meinem Herrn und Heiland die ganze Ehre geben. Ich will mich nie, nie wieder über andere stellen, ich möchte allen anderen Menschen in Ehrerbietung zuvorkommen, ich möchte, dass sie durch mich die Liebe Jesu verspüren können, seine Freundlichkeit durch mich erleben. Da habe ich bis zum Ende meiner Tage genug zu tun, jeden Tag neu darum zu bitten, ja zu ringen.

Maximin

Re: SIND WIR WIEDER WER...?

#4 Beitrag von Maximin » 15.09.2011, 09:52

Mein lieber Adler,
Du schreibst u.a. so: “Der Zweite Weltkrieg ist nun fast seit zwei Generationen vorbei und Deutschland hat seine Schulden gegenüber den Siegern beglichen. […]Es muss langsam aufhören uns Deutschen immer noch eine Kollektivschuld zu suggerieren.“

Danach haben wir inzwischen als Volk unsere Schuld gegenüber den von uns überfallenen Nachbarvölker beglichen? Wie viel muss man übrigens dafür zahlen um 50 Mio. Tote auszugleichen…?

Der erste Bundesspräsident, Theodor Heuss, lehnte den Vorwurf der Kollektivschuld wiederholt ab. Vielmehr betonte er die „Kollektivscham“, in die jeder Deutsche nach 1945 eingetreten sei.

Ob die uralten deutschen bzw. preußischen Militärmärsche zu unserem Kulturgut gehören, darüber ließe sich trefflich streiten. Ich finde das jedenfalls nicht und empfinde den Auftritt des Musikkorps der Bundeswehr in Moskau als peinlich.
Gruß vom Maximin + + +
Zuletzt geändert von Maximin am 15.09.2011, 12:47, insgesamt 2-mal geändert.

Adler

Re: SIND WIR WIEDER WER...?

#5 Beitrag von Adler » 15.09.2011, 10:30

Mein lieber Maxi,

wenn du die alten Märsche ablehnst und nicht zum Kulturgut rechnest, solltest du auch keine alten Bücher der alten Dichter lesen.Und erst die Bibel - viel zu alt ... 8) :lol: Ebenfalls solltest du es dann auch unterlassen Musik von Mozart , Bach etc. zu hören. Auch die "alte" Militärmusik zählt zum Kulturgut! Mein Lieber, weder du noch ich haben Menschen getötet, warum müssen wir dennoch Schuld/Scham haben für "uralte" Taten unserer Vorfahren? Natürlich dürfen wir heute diese Taten nicht wiederholen, dass ist klar, aber wir tragen nur für das Verantwortung, was wir selber getan haben!

Niemand kommt doch auf den Gedanken, den Amerikanern heute noch die Ermordung unzähliger Indianer vorzuhalten, um nur eins von vielen Beispielen zu nennen. Warum also sollten wir Deutsche uns noch in zwanzig Generationen für etwas schämen oder Schuld an etwas tragen, was wir nicht zu vertreten haben?

Liebe Magdalena,

was hat das Christsein mit dem Deutschsein zu tun? Das Eine schließt doch das Andere nicht aus, oder!?
Auch als Christ habe ich das Recht, auf meine Heimat, meine Kultur usw. stolz zu sein. Niemand verlangt von einem Christen, das er ausschließlich mit gesenktem Haupt einhergeht. Ganz im Gegenteil! Natürlich darf uns dieser Stolz nicht überheblich oder gar fanatisch machen, das darf nie wieder geschehen! Aber ein Stolz, gepaart mit Dankbarkeit, steht auch einem überzeugten Christen sehr wohl zu.

LG Adler

Maximin

Re: SIND WIR WIEDER WER...?

#6 Beitrag von Maximin » 15.09.2011, 11:01

Mein lieber Adler,
mein Evangelisten-Vater hat mir eine reingehauen als er herausgefunden hatte, dass ich heimlich Vorbereitungen traf, um aus Deutschland auszuwandern. Da war ich 17 Jahre alt und es war meine letzte Maulschelle.

Warum diese Züchtigung? Vater brüllte mich an: „Du bist doch ein Deutscher!“ Meine Entgegnung: „Auf dieses Deutschsein Sch.... ich!" Rums…!

Ich kann Magdalena gut verstehen wenn ihr angesichts Deines Beitrages „mulmig“ wird. Willhelm II verkündete, dass die Welt am deutschen Wesen genesen müsse. Die nationalsozialistischen Erziehungsmethoden wollten eine Herrenrassen heranziehen, um die ganze Welt beherrschen zu können. Und was in diesem Zusammenhang unsere "Kinderkirche" angeht, dazu schließe ich mich den Ausführungen von Maglena an. :wink:

Anbei nur zwei Beispiele aus der jüdischen Bibel was die über die Stolzen sagt:

Von David, ein Wallfahrtslied." HERR, mein Herz ist nicht hoffärtig, und meine Augen sind nicht stolz. Ich gehe nicht um mit großen Dingen, die mir zu wunderbar sind. (Psalm 131,1)
Wenn einer zugrunde gehen soll, wird sein Herz zuvor stolz; und ehe man zu Ehren kommt, muss man demütig sein. (Sprüche 18,12)


Gruß vom Maximin + + +

Adler

Re: SIND WIR WIEDER WER...?

#7 Beitrag von Adler » 15.09.2011, 11:07

Lieber Maxi,

kann es sein, dass du hier Dinge vermischt, die man nicht vermischen sollte? 8)

Würdest du mir mit den selben Bibelstellen, über den "Stolz", antworten, wenn ich dich fragen würde, ob du stolz auf deine Frau und deine Familie bist?

Denk mal drüber nach . . . :)

LG Adler

P.S. Auch Stolz, gehört zu DEN Eigenschaften, die uns von Gott gegeben sind! Warum also, sollten wir nicht stolz sein dürfen. Allerdings dürfen wir nicht den Fehler mach, Stolz mit Hochmut und Überheblichkeit zu verwechseln!
Zuletzt geändert von Adler am 15.09.2011, 12:23, insgesamt 1-mal geändert.

Maximin

Re: SIND WIR WIEDER WER...?

#8 Beitrag von Maximin » 15.09.2011, 12:22

Eine interessante Rückfrage. Ich folge Deiner Einladung und werde in heftiges Nachdenken verfallen. Kann etwas dauern..! :mrgreen: Nur so viel schon mal vorab: Ich lebe seit 14 Jahren allein. Und mein einziges Kind hält seit Jahren auf Abstand. Es kann nicht akzeptieren, dass ich meine Kirchenzugehörigkeit gewechselt habe.
Maximin + + +
Zuletzt geändert von Maximin am 15.09.2011, 12:48, insgesamt 1-mal geändert.

Adler

Re: SIND WIR WIEDER WER...?

#9 Beitrag von Adler » 15.09.2011, 12:26

OK, mein Lieber, dann frag ich mal anders.

Warst du am Tag deiner Hochzeit nicht stolzer Bräutigam?

Warst du am Tage der Geburt deines Kindes nicht auch ein stolzer Vater?

Warst du nicht auch stolz, als du dein erstes eigenverdientes Geld nachhause gebracht hast?

usw.

usw.

8)

LG Adler

Maximin

Re: SIND WIR WIEDER WER...?

#10 Beitrag von Maximin » 15.09.2011, 12:33

Ich werde in meinem Besinnungsprozess auch über den Unterschied zwischen Stolz und großer Freude nachdenken.
Maximin + + +

Antworten

Zurück zu „Zeitgeschehen“