O Herr!

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tergram

O Herr!

#1 Beitrag von tergram » 17.05.2010, 10:38

Man mag es nicht glauben:

Acht Jahre ist es her, als bei einem Brand in einer Mädchenschule in Mekka 15 Schülerinnen starben, weil die Religionspolizei sie am Verlassen des brennenden Gebäudes hinderte. Der Grund: Sie trugen keine Kopftücher und keine langen Gewänder.

Endlich zieht das Erziehungsministerium Konsequenzen aus dem Skandal. Auch in Saudi-Arabien dürfen Feuerwehrmänner künftig Mädchen retten.Quelle: http://www.ntv.de


O Herr, warum hast du die Menschen so dumm und dumpf in diese Welt entlassen? Konntest du nicht ein bisschen mehr Hirn und Herz...

Knodel

Re: O Herr!

#2 Beitrag von Knodel » 18.05.2010, 22:11

Tergram, ich sehe dich vor meinem geistigen Auge am Tag des Herrn an der Hochzeitstafel.
Alles will anfangen zu essen. Tergram springt auf, einen Beschwerdezettel lang wie eine Klorolle und schreit mit schriller Stimme. "Oh Herr!"
Aber ich bin vor dir dran! Mein Beschwerdezettel ist noch länger.

42
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Re: O Herr!

#3 Beitrag von 42 » 19.05.2010, 11:02

Tergram, ich sehe dich vor meinem geistigen Auge am Tag des Herrn an der Hochzeitstafel.
Alles will anfangen zu essen. Tergram springt auf, einen Beschwerdezettel lang wie eine Klorolle und schreit mit schriller Stimme. "Oh Herr!"
In einer solchen Beschwerde-Situation vermute ich tergram eher allersanftigst. Bestimmt nicht "mit schriller Stimme".

So etwas macht eine Braut an der Hochzeitstafel mit dem Braeutigam sowieso nicht. "Oh Herr!" rufen kann sie spaeter immer noch :mrgreen:
Aber ich bin vor dir dran! Mein Beschwerdezettel ist noch länger.
Bitte formen Sie eine einzelne Warteschlange!
Ich denke da an eine Schwester, deren Beschwerdezettel nach meinem Gefuehl noch laenger ist. Ihre Beschwerden gehen aber an die Adresse des Bodenpersonals und nicht an den vermuteten Eigentuemer der Fluglinie. Mal sehen, was Ihr alle am Zielflughafen sagen werdet. :wink:

Merkwuerdig, die Maenner sind unter den BeschwerdefuehrerInnen deutlich unterrepraesentiert. Da beschwere sich noch einmal jemand ueber die benachteiligten Frauen ...

Aber :oops: 'tschuldigung, tergram, Dein ernstes Thema ist, wie so oft hier, unter die Raeder gekommen. Aber wir sind ja immerhin wieder bei den benachteiligten Frauen angekommen.

tergram

Re: O Herr!

#4 Beitrag von tergram » 19.05.2010, 15:47

Lieber 42,

es macht einen gewaltigen Unterschied, aus abgehobener Position heraus über "ach wie schrecklich" benachteiligte Frauen in unserem Kulturkreis zu lamentieren, oder mit fassungslosem Entsetzen zu sehen, was auf dieser Welt Frauen (und Kindern) angetan wird. Übrigens zumeist von Männern - um auch dieses Klischee wieder zu bedienen. im konkreten Fall geht es nicht um Beanchteiligung, sondern um Leben und Tod.

Wie albern wirkt im Vergleich die Empörung europäischer Berufsemanzen darüber, dass der Vorstand des Unternehmens in einem Rundschreiben wieder mal nur die Mitarbeiter anspricht und die darob tiefbeleidigten "-innen" vergessen hat. Man ist bei solchen Damen versucht, in bester Missfits-Manier bei Tisch "gib mir bitte mal die Salzstreuerin" zu sagen. :roll:

Losgelöst von egomanischem Emanzen-Getue werde ich aber nicht aufhören, immer und immer wieder deutlich darauf hinzuweisen, wie Unerträgliches gegenüber Frauen auf diesem Planeten aussieht - auch und gerade wenn's unbequem ist und wenn's niemand hören mag. Auf dass nicht vergessen werde, was man so gern vergisst.

(Mit warmer, weicher, dunkler Altstimme übrigens. Aber nachdrücklich und notfalls eindrücklich. :wink: )

Lieben Gruß,
t.

42
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Re: O Herr!

#5 Beitrag von 42 » 19.05.2010, 18:43

tergram, Dein Anliegen hatte ich verstanden. Es ist nur zu hoffen, dass es viele verstehen.

Vor allem sollten es die verstehen, welche es angeht, aber daran habe ich Zweifel. Die Motivation zu diesem Handeln mag ganz unterschiedlich sein, aber eine ganz bestimmte Rechtfertigung verursacht mir besondere Probleme: wenn aus Glaubensueberzeugung gehandelt wird. Das war so und ist so, und es kann sich wohl keine Seite davon ausnehmen.

Heilig! Herr Gott Sabaoth!
Heilig! Herr der Kriegesheere!
Starcker Helfer in der Noth,
Himmel, Erde, Luft und Meere ...
Zu diesem Liedtext eines bekannten Kirchenliedes ist zu bemerken, dass es diverse Fassungen gibt. Diese von Ignaz Franz (1719 - 1790) ist nur eine davon. In anderen Fassungen ist die bewusste Zeile anders formuliert.
And I wear it for the thousands who have died
Believin' that the Lord was on their side
I wear it for another hundred thousand who have died
Believin' that we all were on their side

Well, there's things that never will be right I know
And things need changin' everywhere you go
But 'til we start to make a move to make a few things right
You'll never see me wear a suit of white

Ah, I'd love to wear a rainbow every day
And tell the world that everything's okay
But I'll try to carry off a little darkness on my back
Till things are brighter, I'm the Man In Black
Man in Black
Much of Cash's music, especially that of his later career, echoed themes of sorrow, moral tribulation and redemption. Cash, a devout but troubled Christian ... Quelle: Wikipedia

tergram

Re: O Herr!

#6 Beitrag von tergram » 20.05.2010, 06:28

42 hat geschrieben:tergram, Dein Anliegen hatte ich verstanden.
Ja, das weiss ich.
42 hat geschrieben:tVor allem sollten es die verstehen, welche es angeht, ...
Ja, aber Menschenrechtsverletzungen gehen immer uns alle etwas an. Auch und besonders die "religionsbedingten". Jemand in diesem Forum hat mal geschrieben "Wie friedlich könnte eine Welt ohne Religionen sein".

Danke für den Johnny - er geht einem immer wieder unter die Haut. Grund, mal wieder die "Best of" CD rauszuholen.


Knodel

Re: O Herr!

#8 Beitrag von Knodel » 07.06.2010, 21:10

O Herr!

Jetzt bin ich dran mit nölen!
Man sagt immer Morgens um 7 ist die Welt noch in Ordnung. Herr! Ich schlürfte wirklich ganz friedlich heute Morgen an meinem Kaffee und sinnierte über Ruhrgebiets Unzufriedenheit ärgerte mich ein wenig, weil ich immer hoffte er würde mal was über seine Kirche in diesem Forum erzählen. Aber nein, er lässt mich den ganzen Mist tun. :(
Urplötzlich klingelte das Telefon, die "Tafel" am anderen Ende der Leitung ließ mir die Nachricht zukommen, 4 Mitarbeiter samt Leitung seien ausgefallen und ob ich nicht mal einspringen könnte, weil ich doch immer ehrenamtlich was mache..... :roll:
Herr..... :roll:
Meine 2 Kids geschnappt, die heute es sei gedankt einen freien Tag hatten, und bin losgedüst.
Mich erwartete 1 riesiger Lastwagen mit Lebensmitteln, die im wahrsten Sinne des Wortes bearbeitet werden mussten.
Du weisst, es ist nicht mehr alles ganz taufrisch und muß alles schön appetitlich in den langen Regalen landen sonst weigern sich die Leute es zu nehmen.
Die hilflosen Mitarbeiter in diesem Chaos die mich erwartungsvoll anstarrten müssen angeleitet werden und zwischendurch das Telefon bedient und die langen Listen abgearbeitet werden.
Selbstverständlich habe ich ohne Murren auch für die Alkis unter den Helfern starken Kaffee gekocht, damit sie ihre Arbeit ausführen konnten. Lobe mich Herr, ich habe dabei noch allersanftigst gelächelt.
Zu allem Überfluß stolperte noch der liebe Herr Pfarrer in die Hütte und will sich salbaderisch bei mir bedanken.
Während ich dabei war schlechtes Gemüse von Gutem zu trennen, lud er mich zu einer Wallfahrt zu einer kleinen Kapelle in der Nähe ein. "Der Bischof ist auch da Frau Knodel."
Du Blödmann habe ich mir gedacht, meinst du ich bin katholisch? Weisst du wie lange ich meinen Apostel nicht mehr gesehen habe? Deinen Bischof sehe ich vermutlich mehr als meinen Apostel. :?
Sohnemann, der dieses Gespräch bemerkte setzte seine liebenswürdigste Mine auf, drückte Herrn Pfarrer eine Salatkiste und ein Messer in die Hand und bekundete freudig wie schön es doch sei das er auch zum Helfen käme. :mrgreen:
Hat er brav eine Stunde gemacht und dabei versucht mit den verschiedensten Menschen jedweder Couleur ein Gespräch zu führen.
Erleichterung als er ging. Wie bemerkte eine eine Frau aus Kasachstan? "Man kann mit ihm einfach nicht über Gott reden. Warum nur?"
So Herr, der Tag ist fast geschafft, bis auf die 5 Kilo Erdbeeren die in der Hitze bis morgen schlecht geworden wären und noch heute verarbeitet werden müssen.
Und noch was Herr, wenn du mir das nächste Mal so viel zu verarbeitende Lebensmittel aufhalst, denke an eine größere Gefriertruhe.

Isch habe fertisch

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