Im Namen Jesu?

Wie alles anfing
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tosamasi
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Im Namen Jesu?

#1 Beitrag von tosamasi » 06.04.2014, 11:32

Die Rolle der Kirchen war und ist in politischen Stresssituationen oft verwerflich.

Beispiele:

http://de.wikipedia.org/wiki/V%C3%B6lke ... nd_Genozid

Auch im Dritten Reich verhielten sich die Kirchen nicht “standesgemäß”.

http://www.planet-wissen.de/politik_ges ... chland.jsp

http://www.katholisch.de/de/katholisch/ ... rund_1.php

http://www.apostolische-geschichte.de/w ... ozialismus

Die Ambivalenz verhinderte eine eindeutige Ablehnung, was im Endeffekt auf Billigung hinauslief. Hätte es den christlichen Kirchen nicht besser zu Gesicht gestanden eine eindeutige Position zu beziehen? Dazu wäre allerdings eine Einigung nötig gewesen und die war ist wohl nicht zu erreichen.

Jesus beugte sich der Staatsmacht nicht, er war ein Rebell im Sinne der Erneuerung hergebrachter Denkweisen.
Nur der Einfältige fürchtet die Vielfalt
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salvato
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Re: Im Namen Jesu?

#2 Beitrag von salvato » 03.12.2017, 12:43

tosamasi hat geschrieben:
Jesus beugte sich der Staatsmacht nicht, er war ein Rebell im Sinne der Erneuerung hergebrachter Denkweisen.
Dem kann ich herzhaft zustimmen. Bevor Jesus die Wahrheit über Gott brachte, herrschte ein zwiespältiger Gottesglaube,

Beispielsweise gab es den vielseitig und detailliert aufdoktrinierten Opferkult. Nebst Tieren für dies und das, wurden auch Trank- und Speiseopfer gefordert.3 Mose 23.37.Die levitischen Priester konnten so mit Nahrung versorgt, gesättigt werden.

Dem gegenüber gibt es aber Aussagen von Samuel 1. Sam 15,22 und David in Psalm 40.7 diversen Propheten, dass Gott überhaupt keinen Wohlgefallen an Opfern habe, Jesaja 1,11 -16, Hosea 6.6 wie ja auch Jesus darauf hinweist.Matthäus 9.13 und 7.12.

Dann waren noch die Widersprüche, töten nein oder doch, Gebot und Tötungsgesetze führten zu Zwiespalt, ob man pubertierende Söhne und Töchter vor dem Dorf steinigen soll, was ja deren Tot bedeutete. Auch das Verbrennen eines flatterhaften Priestertöcherchen ward geboten...obschon töten verboten war.

Bei Pilatus sagten die Pharisäer, die die Hinrichtung Jesus forderten zu Pilatus, der alles Mögliche versuchte Jesus freilassen zu können und sagte sie sollen selber tun was sie forderten...sie dürften nicht töten...(forderten aber jeweils vom Volk für dies und das zu steinigen, auszurotten, luden also den jüdischen Glaubensgeschwister Bürden auf, die sie selber klar nicht zu tragen bereit waren, wie Jesus ihnen ja vorwarf.)

Wer je im Namen Jesu etwas anordnete, hätte sich auch an Jesus Gottesdarstellung, Wesen, Willen orientieren sollen. Denn Jesus verkörperte wennschon den Schöpfergott, Gott der Liebe, der Geduld, Getechtigkeit, Wahrhaftigkeit, Geduld, Barmherzigkeit, Krankenheilung, Vergebungsbereitschaft, der Heilwunder, wie er in den Psalmen und Sprüchen auch schon wahrgenommen wurde...und nicht wie Mose, der Anweisungen eines Kriegsgottes, der sich an seinen Plagenwundern dermassen ergötzte, dass er extra das Herz des Pharaos immer wieder verstockte..Gebrechliche vom Priesterdienst ausschloss, statt zu heilen, gar Pest, Aussatz sandte, Schreckensherrscher, der erbarmungslos war, wenn das Volk nicht mehr weiterkriegen wollte, tötete wer zurück wollte, sich wohl zurecht hinters Licht geführt fühlte.

Alle Greuel, die in der Kirchengeschichte seit eh und je geschahen, stammen doch nachweislich weder von Jesus Christus noch von Gottes Geist in ihm. Doch leider Gottes gibt es bis heute solche Bibelgläubige, welche blind zu sein scheinen, wenn es in den Schriften um klare Gegensätze des Gottes der Hebräer und dem Vater Jesus im Himmel geht.

Gruss salvato

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Re: Im Namen Jesu?

#3 Beitrag von Heidewolf » 24.01.2019, 06:25

Durch einen Hinweis auf GK hier ein Bericht über einen Vortrag von Prof. Zimmer.

https://www.forum-fasanenhof.de/nachles ... -16-3-2018
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Andreas Ponto
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Re: Im Namen Jesu?

#4 Beitrag von Andreas Ponto » 24.01.2019, 19:42

Prof. Dr. theol. Zimmer ist in Worthaus sehr engagiert.

In der Mediathek von Worthaus stehen tolle Vorträge.
Unter anderem von ihm "Der Sinn der Bergpredigt".

Die Bergpredigt als Orientierung für Handeln im Sinne Jesus für uns alle? Auch für die Kirche?

Immer wieder wundere ich mich über den übersteigerten Anspruch an eine Volkskirche, die doch auch nur aus der breiten Bevölkerungsschicht besteht wie sie ist.
Kirche ein unverfälschtes Bild der Gesellschaft wie sie ist.

Heilige finden wir eher in Klöster, Communitäten und bei Einsiedlern.

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Re: Im Namen Jesu?

#5 Beitrag von Heidewolf » 24.01.2019, 21:47

Sehe ich das richtig, dass dann Prof Zimmer im Sinne von Ökumene wirkt?
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Re: Im Namen Jesu?

#6 Beitrag von Andreas Ponto » 24.01.2019, 22:14

Nun ich zitiere mal aus seinem theologischen Leitbild:

"...
Erneuerung:
...
3.
…geschieht im Vertrauen auf das Wirken des Heiligen Geistes und im Vertrauen auf unsere Beziehung zu Gott im Gebet; der Heilige Geist schafft Gemeinschaft (Gemeinde) und bewirkt eine schöpferische Vielfalt in den Ausdrucksformen des Glaubens. Er ermutigt, weckt Sehnsucht und Neugier. Er fördert ein achtsames, rücksichtsvolles Miteinander ohne Herrschaft von Menschen über Menschen.
...
4.
...
Es gibt keine Erneuerung des christlichen Glaubens ohne neue Zuwendung zur Heiligen Schrift. Martin Luthers „sola scriptura“ (allein die Schrift) ist gerade auch in modernen, pluralistischen Gesellschaften unverzichtbar. Jesus Christus ist die Mitte der Heiligen Schrift und der Maßstab für ihre Auslegung. Man kann allerdings auch die Bibel missbrauchen. Nicht wenige Menschen wurden im Namen der Bibel in eine religiöse Enge und Angst geführt.
...
18.
...
…führt zu einer tiefgreifenden Reform der traditionellen volkskirchlichen und freikirchlichen Gottesdienste.
...
20.
...Die Erneuerung des christlichen Glaubens überwindet diese Polarisierung...
... grundlegende[r] Bedeutung, das Zusammengehörigkeitsgefühl und die Einheit aller Christen zu stärken. Mit „Einheit“ der Christen ist keine lehrmäßige Einheit gemeint – ... –, sondern eine vom Heiligen Geist gewirkte Einheit der Herzen.
"
Ich denke, er lässt sich vor keinen Karren spannen, außer vor Jesus Christus. Auch nicht vor den der Theologie.
Sein Credo ist vielleicht "in versöhnter Verschiedenheit, aber unbedingt auf der Basis der Schrift und gegen Enge, Angst und (Macht-)Mißbrauch?

Wer die 20 Punkte aufmerksam durchliest bekommt vielleicht eine Ahnung.
Christus das Zentrum, der Dreh- und Angelpunkt, immer wieder neu in der Schrift zu finden.
Ohne Theologie geht nichts, aber die Theologie selbst schafft nichts?

Vielleicht hofft er auf eine Jesusjüngerbewegung, auf Erneuerung; u.a. auch in der NAK?

Selbst habe ich von ihm keine Ahnung. Das sind alles nur Vermutungen.
Aber wie er es angeht und wie er Theologie ganz praktisch anwendet und vermittelt, damit die Freiheit in Christo verkündet, das finde ich klasse.

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Re: Im Namen Jesu?

#7 Beitrag von Heidewolf » 25.01.2019, 20:20

1. …ist konzentriert und gegründet auf Jesus Christus, dem Erfreulichsten und Glaubwürdigsten was Christen in religiöser Hinsicht kennen, weil er den Menschen Gott nahebringt und sie auf einzigartige Weise für Gott gewinnen kann.
Das ist ein wichtiger Punkt im Glaubensleben. Es darf sich niemand zwischen Gott und den Menschen stellen. Das kann sich als Hindernis erweisen.

Auch Punkt 3 ist wichtig. Kirchen neigen dazu, über die Gläubigen herrschen zu wollen.
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Re: Im Namen Jesu?

#8 Beitrag von Heidewolf » 25.01.2019, 20:25

Selbst habe ich von ihm keine Ahnung. Das sind alles nur Vermutungen.
Aber wie er es angeht und wie er Theologie ganz praktisch anwendet und vermittelt, damit die Freiheit in Christo verkündet, das finde ich klasse
Es ist auf alle Fälle gut, wenn er sich nicht auf eine Konfession festlegt. Dadurch kann er auch von Niemand vereinnahmt werden, sondern bleibt ein unabhängiger Forscher. Das ist dann auch für Überraschungen gut, falls ihn jemand einseitig in Anspruch nimmt. :D
Das sind die Weisen,
Die durch Irrtum zur Wahrheit reisen.
Die bei dem Irrtum verharren,
Das sind die Narren.

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