Permanentadvent

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shalom
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Permanentadvent

#1 Beitrag von shalom » 27.12.2015, 09:03


  • Permanentadvent

    Maria war dem Josef zwar vertraut
    Jedoch noch nicht standesamtlich getraut
    (Grundvoraussetzung für zumindest na-amtliche Besenkammer-Segensgebete)
    Beide waren ineinander total verliebt
    Wie's das sonst halt nur in Märchen gibt.

    Doch noch vor der Heimholung seiner Braut
    wurde Josefs Stimmung durch die leihmütterliche Schwängerung total versaut
    (Josef wollte – wie heutzutage die segensgebetsvorbehaltenden Bavianer – sie nicht in Schande bringen)
    Der designierte Stiefvater erwog sogar, sie heimlich zu verlassen
    Doch der Engel sprach: „Das könnte dir so passen“.

    Ab nach Bethlehem zur amtlichen Steuerschätzung
    Die geistlich-irdischen Origkeiten dulden keine Gebotsverletzung
    (in heutiger Zeit ist Bap. Berndi ben Nemsi syrischer Satthalter mit Residenz in Germanien)
    Josef war ohne Amt und auch Maria war arm
    Und so war’s für sie dort nur im Stall noch warm.

    Nach acht Tagen war der Festgottesdienst von Jesus Beschneidung fein
    Und nach vierzig Tagen die Lichtmess Mariä schon wieder rein
    (finanzieller Opferkult ist übrigens heute immer noch in na-amtlicher Ämtermode)
    Obwohl Herodes schon viele Jahre tot
    Sah der Engel des Herrn die Gottesfamilie von ihm immer noch bedroht.

    Sofortige Flucht mit Asyl in Ägypten
    Solange bis die Pyramiden ob des Todes von Herodes dort vor Freude wyppten
    (auch heute noch sehen manche Apostel das göttlich Glaubensleben bedroht)
    Unmittelbar nach Herodes herrschte in Judäa jedoch dessen Sohn Archelaos
    Rückführung nach Nazareth in Galiläa war Josefs Antwort auf dieses Chaos.

    Sie fühlten sich dort in ihrer Wohlfühlgemeinde wohl und bei ihrem Priester
    Und schenkten dem kleinen Jesus noch ganz viele Geschwister
    (Gott hatte tief innerlich etwas gegen verwöhnte Einzelkinder wie er selber)
    Der Zimmermann im Haus ersparte an Weihnachten dem Baum nicht die Axt
    Und die Christbaumbeleuchtung sah schon damals aus wie gewachst.

    Jesus erlebte eine unbeschwerte Kindheit und wuchs ungetauft famos
    Bis zum – nach seiner Konfirnaktion – vollen Mannesalter Christi groß
    (das mit den korrekten Nakramenten war den damaligen Segensträgern noch nicht so geläufig)
    Erst 29 n. Chr. (im fünfzehnten Jahr der Herrschaft des Kaisers Tiberius) wurde Jesus getauft
    Und apostellos versiegelt (wie oft hatte sich Gott ob der glaubensfahrlässigen Trödelei der Eltern die Haare gerauft).

    Sündenvergebung - bei den realen jesuanischen Familienverhältnissen deplatziert
    Auch Heiliges Abendmahl als drittes Nakrament war damals noch gar nicht generiert
    (Gottes Urweihnachtsfamiliengottesdienste hatten andere liturgische / liedschurkische Inhalte)
    Jedoch in unserer heutigen permanenten Apostelendzeit verwöhnen Nakronenträger unrichtbar
    Mit dressierfähiger Glaubensgrundmasse auf na-übernaktürlich eingeweihte Oblaten unsingbar.

    Bei solchen Glaubenspatentrezepten kann ich nur sagen: „O du fröhliche, o du selige Apostelendzeit“

    s.

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Hermine Breithaupt
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Re: Permanentadvent

#2 Beitrag von Hermine Breithaupt » 27.12.2015, 20:48

Shalombert Olt-Brecht,

da draußen ist's dunkel und feuchte,
drum las ich den Text und mich deuchte,
es ward hier mit acht großen Hieben
der Teufel mit Beelzbub vertrieben

8)

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