Der Umgang der Mormonen mit Fakten

Nachricht
Autor
Gerlinde

Der Umgang der Mormonen mit Fakten

#1 Beitrag von Gerlinde » 06.03.2017, 11:50

Nicht erst seit Donald Trumps Sprecherin Conway wissen wir etwas über "alternative Fakten". Die Mormonen sind Meister darin, Dinge zu verschleiern, zu verdrängen, oder Dinge der eigenen Lehre und Geschichte anders darzustellen, als sie wirklich sind. Zum Beispiel wurde die Polygamie schon seit 1831 praktiziert (als Smith, der mit Emma verheiratet war, seine Hausangestellte Fanny Alger "ehelichte"), trotzdem leugneten Smith und andere bis zu Smith Tod im Jahr 1844 die Polygamie. Übrigens, Abschnitt 120 in Lehre und Bündnisse (eine Sammlung von "Offenbarungen,die vor allem Smith gesagt hatte) wurde erst lange nach dem Tod von Smith eingefügt, auf Bestreben von Smiths Nachfolger, Brigham Young.

Brombär
Beiträge: 1217
Registriert: 28.11.2007, 00:15

Re: Der Umgang der Mormonen mit Fakten

#2 Beitrag von Brombär » 06.03.2017, 12:01

hallo Gerlinde,

ein herzliches Willkommen in diesem Forum.
Wo du dich vorstellen kannst, wird dir vom Admin bestimmt in Kürze mitgeteilt.
Ich freue mich, von dir über das Mormonentum zu erfahren. Insbesondere interessiert mich deren Apostelamt im Vergleich zum neuapostolischen Apostelamt.

Also bis demnächst.
Brombär
Das ist unsere Berufung, dass einer dem anderen Rast biete, auf dem Weg zum ewigen Haus.

glasperle

Re: Der Umgang der Mormonen mit Fakten

#3 Beitrag von glasperle » 06.03.2017, 16:21

Hallo gerlinde

Herzlich willkommen. Von Mormonen weiß ich so gut wie gar nichts. Ich bin schon wahnsinnig neugierig auf deine Berichte.

Schwäble
Beiträge: 170
Registriert: 19.08.2013, 18:16

Re: Der Umgang der Mormonen mit Fakten

#4 Beitrag von Schwäble » 06.03.2017, 18:47

Hallo Gerlinde, herzlich willkommen hier.

bin auch gespannt von einem Insider zu hören. Habe das Buch Mormon gelesen und bin völlig geschockt gewesen, was da so abgeht bzw. abgegangen ist...

Gruß vom Schwäble

fridolin
Beiträge: 2653
Registriert: 05.02.2011, 20:10

Re: Der Umgang der Mormonen mit Fakten

#5 Beitrag von fridolin » 06.03.2017, 19:07

Hallo gerlinde

Herzlich willkommen. Von Mormonen weiß ich so gut wie gar nichts. Ich bin schon wahnsinnig neugierig auf deine Berichte.
Wie ich informiert bin, haben die Mormonen die heiligen der letzten Tage, auch ein ausgeprächtes Entschlafenenwesen mit Handlungen an Entschlafene.
Ihre "Handlungsbevollmächtigten" tragen auch den Titel Apostel. Sie betrachten sich als die alleinseligmachende Kirche wo Gott wirkt. Weltweit haben sie fast 15 Millionen Mitglieder.
Die NAK ist nicht alleine auf weiter Flur mit Apostel, Exklusivanspruch und Entschlafenenwesen :D

Gerlinde

Re: Der Umgang der Mormonen mit Fakten

#6 Beitrag von Gerlinde » 07.03.2017, 06:14

fridolin hat geschrieben:
Hallo gerlinde

Herzlich willkommen. Von Mormonen weiß ich so gut wie gar nichts. Ich bin schon wahnsinnig neugierig auf deine Berichte.
Wie ich informiert bin, haben die Mormonen die heiligen der letzten Tage, auch ein ausgeprächtes Entschlafenenwesen mit Handlungen an Entschlafene.
Ihre "Handlungsbevollmächtigten" tragen auch den Titel Apostel. Sie betrachten sich als die alleinseligmachende Kirche wo Gott wirkt. Weltweit haben sie fast 15 Millionen Mitglieder.
Die NAK ist nicht alleine auf weiter Flur mit Apostel, Exklusivanspruch und Entschlafenenwesen :D
Ich weiß nicht, was Du mit "Entschlafene" Meinst, vermute aber die Verstorbenen, und, in dem Zusammenhang die Totentaufe, das Endowment und die Siegelung, die alle im Tempel geschehen. Mormonen beziehen sich bei der Totentaufe auf eine Stelle in der Bibel (1. Korinther 15:29), und entstellen diese Stelle total, denn Paulus sagte dieses in Ermahnung daran, dass diese Menschen das taten, aber nicht an die Auferstehung glaubten.
"Apostel" sind die oberen "Handlungsbevollmächtigsten (der Oberste ist der "Prophet" mit seinen Ratgebern, wovon momentan auch ein ehemaliger Deutscher, Dieter Uchdorf, dabei ist.) Auf Gemeindeebene ist es der Bischof und der Ältestenkollegiumspräsident (der dem Bischof unterstellt ist). Darüber steht der Pfahlpräsident mit seinen Ratgebern und der Hohe Rat (Bischof, Pfahlpräsident, Hohe Rat und Ratgeber sind Hohe Priester. Zu den Priestertümern später mehr. Es ist höchst interessant!).
Ich kenne jemand von der NAK, sie ist Mitglied der "Regenbogen-NAK", und hat mir einiges darüber erzählt. Ein Vergleich: NAK vs LDS wäre interessant, würde nur wenig bringen, da die Ansätze und die Lehren unterschiedlich sind.

Gerlinde

Re: Der Umgang der Mormonen mit Fakten

#7 Beitrag von Gerlinde » 07.03.2017, 06:24

Schwäble hat geschrieben:Hallo Gerlinde, herzlich willkommen hier.

bin auch gespannt von einem Insider zu hören. Habe das Buch Mormon gelesen und bin völlig geschockt gewesen, was da so abgeht bzw. abgegangen ist...

Gruß vom Schwäble
Hi Schwäble,
Ist ja momentan einiges los im Ländle!
Jaja, das Buch Mormon! Die Entstehungsgeschichte ist interessant, vor allem, da er einen teilweise okkulten Hintergrund hat. So "übersetze" Smith nicht so, wie Mormonen es darstellen, sondern, indem er eine "Seherbrille" in einen Hut steckte, und dann Oliver Cowdery, seiner Frau Emma oder anderen diktierte. Dazu schrieb ich in meinem Manuskript über die Mormonen:

Schon den Kindern der Primarvereinigung (Kinderorganisation der Mormonen), wird beigebracht, und wird hier mit Aussagen von Zeitzeugen verglichen.
Joseph Smith sagte immer, dass er nur mit „göttlicher Hilfe“ das Buch Mormon übersetzte, worunter er die Hilfsmittel des Urim und Thummim verstand, „Sehersteine, die er tief in einen Hut vergrub, und so das Buch Mormon „übersetzte“, während die offizielle Kirchengeschichte es so formulierte:

Joseph Smith saß während der Übersetzung an einem Tisch, studierte intensiv die goldenen Platten, und diktierte alles dem jeweiligen Schreiber (Emma Smith oder Oliver Cowdery).

Gemäß anderer Zeugenaussagen, darunter seiner Frau Emma und die der drei Zeugen des Buches Mormon, lief die „Übersetzung“ jedoch anders ab. Sie alle erzählten, dass Joseph Smith einen Seherstein in einen Hut warf, sein Gesicht in den Hut legte, und dann erst mit der „Übersetzung“ begann, wobei erwähnt wurde, dass die Goldenen Platten nicht vorhanden oder sichtbar waren. In den letzten Jahrzehnten war diese Vorgehensweise der Übersetzung öfters Themen von Artikeln (Z.B. in James E. Lancaster, By the Gift and Power of God, Saints Herald 109:22, S.14-18, 22, 33 oder in F.A.R.M.S The Translation and Publication of the Book of Mormon. 1994), aber anscheinend möchte sich die Mormonenkirche davon distanzieren, weiß aber nicht, wie dieses ohne Gesichts- und Imageverlust geschehen könnte.
Über die Übersetzungsart schrieb seine Frau Emma, ebenfalls die erste Schreiberin:

„Als ich für eueren Vater schrieb, schrieb ich oft Tag für Tag. Oft saß ich am Tisch nahe bei ihm. Er saß, sein Gesicht in seinem Hut begraben, indem der Stein lag, und diktierte Stunde um Stunde und nichts war zwischen uns."(History of the RLDS Church, Band 8, Last Testimony of Sister Emma, 3:356, gefunden in: http://www.mormonismus-online.de/index. ... etzung.htm)

David Whitmer, in dessen Haus der größte Teil der „Übersetzungsarbeit“ getan wurde, und der ebenfalls einer der drei „Zeugen für das Buch Mormon“ war, sagte dazu aus:

„Ich und alle von meines Vaters Familie, Smiths Frau, Oliver Cowdery und Martin Harris waren anwesend während der Übersetzung...Er [Joseph Smith] benutzte keine Platten während der Übersetzung."
(Aus einem Interview im Kansas City Journal, 5. Juni. 1881, wiedergegeben im RLDS Journal of History, Band 8, S.299-300. Gefunden in: http://www.mormonismus-online.de/index. ... etzung.htm)

Edward Stevenson, später ein Mitglied des Rates der Siebzig, hörte von Martin Harris, ebenfalls einem der drei Zeugen des Buches Mormon, die folgende Geschichte:

„Martin Harris erzählte von einem Ereignis, welches sich zu der Zeit begab, als er den Teil des Buches Mormon schrieb, den er direkt vom Mund des Propheten Joseph Smith entnahm. Er sagte, dass der Prophet einen Seherstein besaß, mit dem er genauso wie mit dem Urim und Thummim übersetzen könnte und den er aus Annehmlichkeit dann auch benutzte. Martin schilderte die Übersetzung wie folgt:
Mit Hilfe des Sehersteines erschienen Sätze, die von Joseph gelesen und von Martin aufgeschrieben wurden und wenn diese beendet waren würde er sagen 'geschrieben' und wenn es korrekt geschrieben war, verschwand der Satz und ein anderer trat an die Stelle..."

(Edward Stevenson, One of the three Witnesses, abgedruckt in Deseret News, 30. Nov. 1881 im Millenial Star, 44 , S. 86-87, Zitatquelle: http://www.mormonismus-online.de/index. ... etzung.htm)

Isaac Hale, der Schwiegervater Joseph Smiths, berichtete:

„Die Art in der er vorgab zu lesen und zu interpretieren war die selbe, die er nutze, wenn er für die Schatzsucher arbeitete, mit einem Stein in seinem Hut, der über sein Gesicht gestülpt war, während die Buch Mormon Platten zur selben Zeit im Wald versteckt waren."
(Aus einer beeidigten Erklärung von Isaac Hale, vom 20. März 1834. Zitiert in Rodger I. Anderson, Joseph Smith's New York Reputation Reexamined, S. 126-128 Zitatquelle: http://www.mormonismus-online.de/index. ... etzung.htm)

In der offiziellen Kirchenversion der „Übersetzung“ des Buches Mormon werden all diese Tatsachen nicht erwähnt. Denn sie lassen nur einen Schluss zu:

Joseph Smith konnte nicht übersetzen, und das Buch Mormon ist, wenn er der Autor war (zur Autorenschaft später mehr) mit Hilfe von Magie entstanden.

glasperle

Re: Der Umgang der Mormonen mit Fakten

#8 Beitrag von glasperle » 07.03.2017, 11:54

habe ich jetzt richtig verstanden, das Buch Mormon hat einen höheren Stellenwert als die Bibel?

Ein Sehterstein? Hmmm, das klingt mehr nach magie als nach christentum. Interessant.
Aber gut, warum nicht? vielleicht Ist es ja wirklich anmaßend zu glauben man könne gleich von Angesicht zu Angesicht mit Gott sprechen ohne Hilfsmittel.
Lt. Kaballah reist man ein gute Strecke auf magischen Pfaden bevor man zum abyss gelangt, den man auch noch überqueren muß um wirklich mit Gott sprechen zu können. Für mystiker ist dieses wegstückmsehrvirritiwrend, wollen sie doch zu Gott. Für Magier soll es irritietend sein am abyss festzustellen, dass es einen Willen über dem ihren gibt.

Gerlinde

Re: Der Umgang der Mormonen mit Fakten

#9 Beitrag von Gerlinde » 07.03.2017, 12:35

glasperle hat geschrieben:habe ich jetzt richtig verstanden, das Buch Mormon hat einen höheren Stellenwert als die Bibel?
Bei den Glaubensartikeln der Mormonen heißt es in etwa (zitiere aus dem Kopf): Wir glauben an die Bibel, soweit sie richtig übersetzt ist. Wir glauben an das Buch Mormon als das Wort Gottes".
Anders ausgedrückt: Die Bibel hat Einschränkungen, die das Buch Mormon nicht hat!
Ersteres wurde, was die archäologischen Fakten angeht, teilweise bewiesen, vom Buch Mormon, das Mark Twain einmal "gedrucktes Chloroform" nannte, kann man das nicht sagen, ganz im Gegenteil, was selbst mormonische Wissenschaftler wissen.
glasperle hat geschrieben: Ein Sehterstein? Hmmm, das klingt mehr nach magie als nach christentum. Interessant.
Aber gut, warum nicht? vielleicht Ist es ja wirklich anmaßend zu glauben man könne gleich von Angesicht zu Angesicht mit Gott sprechen ohne Hilfsmittel.
Ich sagte doch OKKULTISMUS! Aber das ist nicht das einzige okkulte im Mormonismus! An den ersten Tempeln (Kirtland, Nauvoo, Salt Lake City) prangt ein Freimaurersymbol und ein Pentagramm an der Außenmauer. Kein Wunder, Smith und viele andere waren freimaurer, und Smith hat die Endowmentzeremonie von den Freimaurern abgekupfert und neu interpretiert, weswegen die Loge von Nauvoo damals zur "Winkelloge" (abtrünnige Loge) erklärt wurde von den Freimaurern.

glasperle

Re: Der Umgang der Mormonen mit Fakten

#10 Beitrag von glasperle » 07.03.2017, 14:01

Ja, die Bibel sofern sie richtig übersetzt ist :wink: hmm, ich glaub in jeder Konfession gibt es Gläubige, dievwissen, dass die Bibel nicht immer richtig übersetzt ist. Wobei richtig auch ein komplexes Wort ist. Was ist richtig? Wörtlich richtig oder im Kontext richtig? darüber kann man Nächte lang diskutieren. Das arme mönchlein im Mittelalter könnte sicherlich die Sprache, aber was wusste es über den Kontext?
Nicht viel, wahrscheinlich.
Außerdem wurde dieses Buch sehr oft von Hand abgeschrieben, so sind wohl auchnabschreibfehler nicht ganz von der Hand zu weisen., obwohl die mönche sicher sehr achtsam und Konzentriert waren.
In der kath.. Glaubenslehre gilt die Bibel als inspiriertes Wort gottes, was jahrhundertelange Diskussionen über verbalinspiration oder "sinngemäße" Inspiration zur Folge hatte. Die Vertreter der verbalinspiration sind inzwischen fast ausgestorben.
Wort gottes heißt das für einen Mormonen Verbalinspiration?

Zurück zu „Mormonen“