NAK: "Reinigungsprozess" nach dem 04.12.2007?

Alles rund um die Sondergemeinschaft Neuapostolische Kirche (NAK), die trotz bedenklicher Sonderlehren (u.a. Versiegelung, Entschlafenenwesen mit Totenmission, Totentaufe, Totenversiegelung und Totenabendmahl, Heilsnotwenigkeit der NAK-Apostel, Erstlingsschaft, ..), weiterhin "einem im Kern doch ... exklusiven Selbstverständnis", fehlendem Geschichtsbewusstsein und Aufarbeitungswillen, speziell für die Zeit des Dritten Reiches, der DDR, der Bischoffs-Botschaft ("... Ich bin der Letzte, nach mir kommt keiner mehr. ..."), sowie ihrer jüngsten Vergangenheit und unter erheblichem Unmut ehemalicher NAK-Mitglieder, auch Aussteiger genannt, die unter den missbräuchlichen Strukturen und des auf allen Ebenen ausgeprägten Laienamtes der NAK gelitten haben, weiterhin leiden und für die die NAK nach wie vor eine Sekte darstellt, im April 2019 als Gastmitglied in die ACK Deutschland aufgenommen wird.
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0815

NAK: "Reinigungsprozess" nach dem 04.12.2007?

#1 Beitrag von 0815 » 06.12.2007, 09:59

Guten Morgen in die gf24-Runde. :wink:

Ich habe - wie wohl viele von uns - die teilweise sehr lebhaften Diskussionen in den verschiedenen Foren verfolgt. An einem Punkt bin ich hängen geblieben:

Ein Teilnehmer äußerte die vage Vermutung, die NAK nähme aktuell bewusst eine Phase der "Selbstreinigung" in Angriff. Man sei die zunehmende Schar der Kritiker leid und wolle sich - ähnlich wie die Staatsführung der DDR 1989 - von den "Störenfrieden" befreien.

Mit Aussagen, die die Exklusivität zementieren, sollten die Kritischen zum Austritt bewogen werden, so dass am Ende dieses Prozesses der konservative Teil der Mitglieder übrig bleibe. Damit wäre endlich wieder Ruhe eingekehrt und die seit Jahren latente Gefahr der Abspaltung der Amerikaner/Kanadier sei endlich gebannt.

Ich halte den Gedanken für verwegen, aber nicht für komplett abwegig.

Was denkt ihr?

Hannes

Re: "Reinigungsprozess" nach dem 04.12.2007?

#2 Beitrag von Hannes » 06.12.2007, 10:21

0815 hat geschrieben: Was denkt ihr?
0815, meine Oma sagte immer: "Jetzt wird es hinten höher als vorne!" :wink:

Sie gehen in diese Kirche? Ja? Warum? Was suchen Sie dort? Was erwarten Sie? Welche Bedürfnisse wollen da erfüllt werden? Es geht Ihnen sicherlich um eine Gemeinschaft, ein Miteinander, Vertrauen, Gotterleben, eine gemeinsame Ausrichtung und einen gemeinsamen Weg auf ein Ziel zu, um gelebte Liebe und so fort! Ja!?

Und (in) dieser Gemeinschaft müssen Sie solche Fragen stellen?

Stellen Sie sich einmal vor, Sie vertrauen und lieben Ihre/n Frau/Mann/Partner/in. Und dann kommt so eine Frage in Ihnen hoch! Erschreckt Sie das nicht? Sehen Sie dann nicht einmal Ihre Wünsche und Gefühle und Erwartungen an und stellen das der Realität gegenüber? Haben Sie in Ihrer Beziehung schon einmal die gemeinsamen Ziele abgeglichen und formuliert? In Ihrer Kirche? Was, wenn diese Gemeinsamkeiten weit auseinander gehen? Trotzdem gemeinsam ins Un-Glück gehen, stillschweigend, duldend? Ich kenne das von mir und weiss heute: alles Holzwege!

Ich wünsche Ihnen viele gute Gedanken und einen kräftigen Mut! Mir auch!
Hannes


ps. Ich denke, dass, wenn ich solche Gedanken habe, ich an diesem Platz irgendwie falsch bin!

Brombär
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Registriert: 28.11.2007, 00:15

Re: "Reinigungsprozess" nach dem 04.12.2007?

#3 Beitrag von Brombär » 06.12.2007, 10:25

0815 hat geschrieben:Guten Morgen in die gf24-Runde. :wink:

Ich habe - wie wohl viele von uns - die teilweise sehr lebhaften Diskussionen in den verschiedenen Foren verfolgt. An einem Punkt bin ich hängen geblieben:

Ein Teilnehmer äußerte die vage Vermutung, die NAK nähme aktuell bewusst eine Phase der "Selbstreinigung" in Angriff. Man sei die zunehmende Schar der Kritiker leid und wolle sich - ähnlich wie die Staatsführung der DDR 1989 - von den "Störenfrieden" befreien.

Mit Aussagen, die die Exklusivität zementieren, sollten die Kritischen zum Austritt bewogen werden, so dass am Ende dieses Prozesses der konservative Teil der Mitglieder übrig bleibe. Damit wäre endlich wieder Ruhe eingekehrt und die seit Jahren latente Gefahr der Abspaltung der Amerikaner/Kanadier sei endlich gebannt.

Ich halte den Gedanken für verwegen, aber nicht für komplett abwegig.

Was denkt ihr?


Guten Morgen 0815 !

Sie schrieben von der Ruhe, die nach einer Trennung von den " Störenfrieden " eintreten könnte.

Nein, das weiß die KL auch, dass dieser Zug nicht mehr bestiegen werden kann. Wer eine straffe neuapostolische Erziehung erfahren hat, wird die Entwicklung dieser Gemeinschaft im Auge behalten und gegebenenfalls seine Meinung dazu kund tun, auch wenn er/sie außerhalb steht.

Dies ist kein Weg den ich der NAK- KL zutraue. Allerdings ist zu bedenken dass wir nicht wissen, was die Amerikaner fordern und welchen Einfluss deren finanzielle Mittel ausüben.




Brombär

enanito

#4 Beitrag von enanito » 06.12.2007, 10:37

Hallo 0815,

den Gedanken den du äussertest, hab ich unterschwellig auch schon seid einiger Zeit. Nicht erst seid Dienstag.

Ich denke aber nicht, dass die KL bewusst, strategisch eine "Reinigung" auf einem solchen Weg durchführen möchte.
Das wäre aus meiner Perspektive zu offensichtlich.

Alles auf die Amerikaner zu schieben halte ich aber auch für nicht ausreichend.

Vieleicht versucht die KL der NAK ein eindeutiges Profil zu geben und merkt nicht, dass man sich in der Art und Weise und in den Inhalten immer mehr von Jesus als Mittelpunkt entfernt.
Die Frage die sich hier stellt ist dann: Stand Jesus eigendlich jemals in der Geschichte der NAK im Mittelpunkt, und wird hier nicht versucht eine sicherlich missglückte Annäherung voranzutreiben....

Ich weiss es nicht.
Ich finde vieles was offiziell unternommen wird einfach engstirnig, kurzsichtig, kurz gesagt unglaublich.

Grüsse
enanito

Katze

#5 Beitrag von Katze » 06.12.2007, 10:48

Lieber 0815,

wenn diese "Selbstreinigung" dazu dienen soll Kritiker und Störenfriede los zu werden, dann ist das sehr kurzsichtig gedacht.
Es ist doch so, wenn man eine "Sache" nicht gut heißen kann, dann kann man diese "Sache" nachdem man sich von ihr distanziert hat, auch nicht positiver sehen.
Die Kritiker werden weiterhin kritisch ihre Meinung äußern. Ruhe könnte nur innerhalb der der Kirche eintreten und sicher nicht für immer, weil z.B. durch heranwachsende Kinder und Jugendliche wieder neue Kritiker entstehen.


lg Katze

Grubenlampe

#6 Beitrag von Grubenlampe » 06.12.2007, 14:29

Katze hat geschrieben:Lieber 0815,

wenn diese "Selbstreinigung" dazu dienen soll Kritiker und Störenfriede los zu werden, dann ist das sehr kurzsichtig gedacht.
Es ist doch so, wenn man eine "Sache" nicht gut heißen kann, dann kann man diese "Sache" nachdem man sich von ihr distanziert hat, auch nicht positiver sehen.
Die Kritiker werden weiterhin kritisch ihre Meinung äußern. Ruhe könnte nur innerhalb der der Kirche eintreten und sicher nicht für immer, weil z.B. durch heranwachsende Kinder und Jugendliche wieder neue Kritiker entstehen.


lg Katze
Hallo 0815 und ihr anderen.
Ich zähle mich zu den sanften Kritikern,die auch mal sagen,was nicht richtig ist.
Deshalb fühle ich mich aber nicht gleich beleidigt oder ausgegrenzt,wenn ich mal irgendwie anecke.
Ist eben meine Meinung.
Man sollte auch nicht mehr schwarz malen als schwarz ist.
Wenn jemand an das Apostelamt in der heutigen Zeit glauben will,sollte man ihn auch das glauben lassen.
Ich halte mich nicht für etwas besseres als die anderen Gläubigen.
Sondern gleichberechtigt und gleichwertig neben allen anderen Christen,die an Gott Vater,Sohn und heiligen Geist glauben.
Für mich sind die Apostel eben das,was bei anderen die Bischöfe oder Kardinäle sind.
Gegen die habe ich doch auch nichts,warum also dann immer das Apostelamt in Frage stellen?
Das Wort Papst oder Kardinal oder Pfarrer findet man doch auch nicht in der Bibel!
Miteinander reden,sich respektieren und gemeinsam an Gott glauben,anstatt sich genseitig immer Vorwürfe zu machen.
Das wäre doch mal etwas im Sinne Jesu!

Grubenlampe

enanito

#7 Beitrag von enanito » 06.12.2007, 14:46

Grubenlampe hat geschrieben: Ich halte mich nicht für etwas besseres als die anderen Gläubigen.
Sondern gleichberechtigt und gleichwertig neben allen anderen Christen,die an Gott Vater,Sohn und heiligen Geist glauben.
Für mich sind die Apostel eben das,was bei anderen die Bischöfe oder Kardinäle sind.
Grubenlampe

Hallo Grubenlampe,
das sehe ich ähnlich. Sähe dass die Kirchenleitung ebenfalls ähnlich, könnte in vielen Foren so mancher Thread geschlossen werden.

Liese man mich in der NAK das auch glauben, wäre ich momentan meinen fast verlorenen inneren Frieden wieder ein Stück näher.
Aber als Amtsträger, wenn auch "nur" Diakon, sehe ich mich leider anderen Zwängen ausgesetzt.

Grüsse enanito

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evah pirazzi
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#8 Beitrag von evah pirazzi » 06.12.2007, 15:32

Grubenlampe hat geschrieben: Für mich sind die Apostel eben das,was bei anderen die Bischöfe oder Kardinäle sind.
Gegen die habe ich doch auch nichts,warum also dann immer das Apostelamt in Frage stellen?
Das Wort Papst oder Kardinal oder Pfarrer findet man doch auch nicht in der Bibel!
Man stellt vielleicht deshalb das Apostelamt in Frage, weil es sich als ausschließlich heilsnotwendig darstellt Das machen die Bischöfe und Kardinäle meines Wissens nicht.

Gerade wurde ja wieder nachgeschärft, jetzt ist nicht nur die Sündenvergebung und die Geistesspende, sondern auch die Gültigkeit und Wirksamkeit des Abendmahls an das Apostelamt gebunden.

Eben weil diese Intoleranz anderen Glaubensgemeinschaften gegenüber immer mehr herausgestellt wird, stellt sich die Frage der Glaubwürdigkeit dieses Amtes, welches sich mit den damaligen Aposteln auch noch auf eine Stufe begibt (ohne auch nur annähernd deren Kraft und Macht, z.B. Kranke zu heilen, aufzuweisen).

Angesichts dieser Anmaßung, dieses Anspruchs, darf man - so finde ich - schon mal berechtigterweise kritisch nachfragen.

Die Begriffe Papst, Kardinal, Pfarrer stehen nicht in der Bibel, das ist richtig, das Wort Apostel aber schon. Deshalb lässt sich Anspruch und Wirklichkeit mit dem historischen Vorbild ja auch so gut vergleichen.

:wink:

filippo

#9 Beitrag von filippo » 06.12.2007, 15:42

evah .... ich suche grade die Worte "Bezirksapostel" und Stammapostel" in der Bibel ... kannst Du behilflich sein? - Wer war der erste biblisch erwähnte Bezirksapostel, weiß das jemand?

tergram

#10 Beitrag von tergram » 06.12.2007, 16:16

filipo, du Schelm! :lol: Dann such doch ersatzweise nach "NAK" resp. "NAKI". Übrigens: Auch die Suche nach Papst, Kardinal und Hochamt wird wenig erfolgreich sein. :mrgreen:

Hat Jesus eine Kirche gegründet, die über den losen Zusammenschluss einer kleinen Gemeinde hinausging?

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